#26 Die schönste Zugfahrt der Welt?!

12. Oktober 2019

Etwa eine Stunde vor Abfahrt kamen wir am Bahnhof an. Unser Gastgeber brachte uns zum Abschied mit seinem Tuktuk dorthin. Nachdem wir unsere Tickets zeigten und mit unseren Sachen den Eingang passierten, setzen wir uns auf eine Bank und warteten im Bereich der 2. Klasse. Die Schlange vor der Kasse war lang und wir waren wirklich froh, dass wir uns die Tickets mit reservierten Sitzplätzen schon im Vorfeld gekauft hatten. Denn wir erlebten, dass einige Pärchen Sitzplätze zugeteilt bekamen, die sich in ganz unterschiedlichen Waggons befanden.
Um 9.30 Uhr, oder wahrscheinlich eher gegen 10 Uhr ruckelte der blaue Zug dann los, von Ella nach Kandy. Das sollte eine der schönsten Zugstrecken der Welt sein?! Das wollten wir herausfinden.

Etwa eine Stunde, nachdem wir losgefahren sind, fiel mir plötzlich ein dunkler Wurm auf, der (Achtung jetzt wird es vielleicht etwas ekelig) blutverschmiert über den Boden kroch. Er hinterließ eine rote Spur, die zu Nils führte. Dieser brauchte nicht lange um herauszufinden, dass dieser Wurm wohl von seinem Bein kommen musste. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Blutegel handelte. Während Nils auf die Toilette ging, um zu schauen, ob er noch irgendwo Bisse oder Egel hat, überprüfte ich Levi und beseitigte dann die Blutspur. Ein Mitreisender aus Sri Lanka entfernte den Blutegel, indem er ihn auf ein Stück Papier setze und dieses dann aus dem Fenster warf. Nach der Aufräumaktion fragten wir uns, wo das Tier wohl herkam und warum Nils nichts gemerkt hatte.

Die Fahrt ging zum Glück entspannter weiter. Es ging vorbei an Teefeldern, Wasserfällen und Bergen. Wir fuhren über Brücken, durch Nebelwälder und kleine Örtchen. Zwischendurch liefen immer wieder Verkäufer durch den Zug, welche Tee, kühle Getränke und gefüllte Teigtaschen anboten.

Mit der Zeit wurde das Wetter schlechter. Es fing so stark an zu regnen, dass wir die Fenster schließen mussten und wenn man raussah, erkannte man nicht mehr viel. Wir lümmelten uns in unsere Sitze, schauten einen Film und dann war die Fahrt vorbei. Als wir Kandy erreichten, schliefen wir wieder in der selben Unterkunft, wie bei unserem letzten Aufenthalt.

Die Zeit drängte, unsere Visa liefen bald aus und deswegen mussten wir schon am nächsten Tag weiter. Wiedermal nahmen wir den Bus und fuhren von Kandy nach Negombo, wo wir ebenfalls in einer uns bekannten Unterkunft eincheckten. Die Mitarbeiter von der „Ryan Residence“ freuten sich uns wiederzusehen und wiederbekamen wir eine Kanne Tee. Am Abend lernten wir den Besitzer kennen, der sich mit zu uns an den Tisch auf der Dachterrasse setzte und zum Quatschen blieb.

14. Oktober 2019

An diesem Tag druckten wir endlich die Sachen aus, die wir für die Einreise nach Indien benötigten. Das hatten wir in Ella nicht mehr geschafft, weil der Drucker des Geschäftes um die Ecke schlapp gemacht hatte. Danach kauften wir Tee, fuhren zur Post und verschickten ihn zusammen mit einem Lieben Gruß zu meinem Opa nach Deutschland. Wir wunderten uns über das recht günstige Porto von ca. 90 Cent und hofften, dass der große Umschlag auch wirklich ankommt. Mein Opa hat sich übrigens sehr gefreut, als er das Päckchen ein paar Wochen später erhielt :).

Mittags aßen wir nochmal in dem Restaurant, in dem wir schon einmal waren. Es war das Restaurant mit dem super günstigen Curry-Buffet und es war wiedermal ein Festschmaus. Am Nachmittag bereiteten wir unsere Reise nach Indien vor und informierten uns über nützliche Dinge, damit wir uns die ersten Tage im neuen Land gut zurecht finden würden.
Abends lud der Angestellte unseres Hotels uns ein und kochte sehr leckere Currys für uns. Dazu gab es Roti, Reis und Obst.

Der Tag stand also ganz im Sinne von Erledigungen und Essen. Abends kam erneut der Besitzer vorbei und wir verbrachten einen weiteren entspannten Abend auf der Dachterrasse.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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