15. August 2019
Am Morgen standen wir auf, machten uns fertig, aßen eine Kleinigkeit, packten unsere Sachen und warteten auf I Gede und Novi. Als die beiden da waren machten wir uns erneut auf den Weg nach Gilimanuk. Von dort aus wollten wir mit der Fähre rüber nach Java. Wir waren uns nur nicht sicher, ob wir ohne Probleme mit unseren Rollern übersetzen durften. Wir fuhren zum Hafen, kauften uns Tickets und warteten vor der Fähre. Die polizeiliche Kontrolle verlief ohne Probleme und die Fahrt konnte losgehen. Wir parkten unsere Roller unten an Deck und gingen dann nach oben, um die Aussicht zu genießen. Wir fanden einen Platz direkt vorne. Nach etwa einer dreiviertel Stunde kamen wir auf Java an, gingen zu unseren Rollern und machten uns auf den Weg. Wir fuhren los, runter Richtung Süden.

Was uns sofort auffiel, war die Tatsache, dass auf Java überwiegend Muslime leben, anders als auf Bali, wo überwiegend Hindus wohnen. Somit liefen viele Frauen mit Kopftuch umher und die Häuser waren nicht mit den kleinen privaten Haustempeln gesäumt, die wir auf Bali so sehr mögen.
Anfangs fuhren wir viel durch Städte hindurch, was zugegebenermaßen nicht besonders hübsch anzusehen war. Dachten wir doch anfangs, dass im Osten Javas bestimmt nicht viel los ist und wir die schönste Natur geboten bekommen würden. Nach etwa 1 ½ Stunden machten wir eine Pause, unsere Hintern taten weh, unsere Münder waren von der Hitze und dem Staub ausgetrocknet und Hunger hatten wir auch. Wir hielten an einem der Straßenstände, da I Gede gerne Bakso essen wollte. Das sind kleine Fleischbällchen, die es in diversen Variationen zu essen gibt. Jeder bestellte sich ein Schüsselchen, Levi und ich entschieden uns für eine einfache Nudelsuppe.
Nach der Stärkung ging es weiter. Wir hatten uns überlegt, dass wir zu Mangrovenwäldern im Süden Javas fahren wollen und es lag noch eine ganz schön weite Strecke vor uns. Die Entfernungen dort hatten wir definitiv unterschätzt.
Das Schöne war, dass es allmählich ländlicher wurde. Dadurch machte es viel mehr Spaß, denn wir konnten uns die schöne Umgebung anschauen. Auch der Verkehr ließ allmählich nach. Levi schlief zwischendurch auf dem Roller ein, was uns dazu brachte ihn mit einem Sarong festzubinden, damit er nicht einfach vorne herunter plumpste. Kurz vor unserem Ziel bogen wir dann in einen Wald ein. Erschrocken sahen wir rechts und links brennende Bäume. Alles war verqualmt. Wir hielten an, überlegten ob es wirklich sinnvoll ist da nun durch zu fahren und ob wir später dann auch wieder zurück kommen würden. Unsere Freunde schienen wenig beeindruckt, weshalb wir unseren Weg fortsetzten. Die Blätter am Waldboden qualmten langsam vor sich hin und das Feuer breitete sich kaum aus, anders als wir es von Flächenbränden in Deutschland kennen. Es wäre auch echt zu ärgerlich gewesen, so kurz vor dem Ziel umzudrehen.
Nach einer kurzen Fahrt über eine Huckelpiste kamen wir an und stellten unsere Roller ab. Auf der Suche nach einer Toilette trat Nils unglücklicherweise in einen Nagel und wir verarzteten den Fuß notgedrungen mit antiseptischer Wundcreme, einem Tuch und einem Zopfgummi.
Danach gingen wir über einen schmalen Steg, bei dem man wirklich gut schauen musste, wo man hintrat. Denn dieser war an vielen Stellen morsch und um nicht einzubrechen musste man seine Schritte gut überlegen. Entlang des Steges waren Mangroven, Fischerboote und kleine glibschige Tiere, die im Schlamm saßen und dessen Namen wir bis jetzt nicht wissen. Sie sahen aus wie Minidrachen, konnten eine Art Flügel aufstellen und waren blitzschnell. Sie griffen sich gegenseitig an, schwammen in Pfützen oder verbuddelten sich. Wir schauten ihnen eine Weile zu und gingen dann weiter. Fall sie irgendjemand kennt, so teilt euer Wissen gerne mit uns!!

Am Ende des Steges lagen weitere Boote und es wurde ein schöner Ausblick auf ein sehr großes Gewässer geboten. Dieses war von Mangroven gesäumt, soweit das Auge reichte. Wir hätten die Möglichkeit gehabt eine Bootsfahrt zu machen, entschieden uns aber dagegen, weil uns die Zeit ein bisschen im Nacken saß. Also gingen wir zurück, aßen eine Kleinigkeit und machten uns dann auf den Rückweg. Als wir abermals den Wald passierten, hatte das Feuer sich glücklicherweise etwas gelegt. Der Rest der Strecke zog sich dahin und wir wären gerne noch länger geblieben. Für die schönen Strände in der Nähe fehlte uns leider die Zeit, da wir am Abend wieder zurück sein mussten. Um auf die Fähre zurück nach Bali zu kommen, war etwas mehr Papierkram nötig, aber auch diese Polizeikontrolle verlief wieder ohne Zwischenfälle. Wir wurden einfach von dem lächelnden Beamten durchgewunken, mussten dann noch ein wenig am Hafen warten und konnten einige Zeit später unsere Rückfahrt antreten.
17. August 2019
Nach dem gestrigen Ausflug ruhten wir uns aus. Dann bekam ich plötzlich solche Magenprobleme, dass es mir gar nicht mehr gut ging. Als unser Vermieter davon erfuhr beauftragte er seine Frau damit, mir einen Saft aus unreifen Guaven zuzubereiten. Am Abend übergab sie ihn mir und beim bloßen Anblick wurde mir noch viel viel schlechter. In der dickflüssigen grünen Pampe schwammen lauter Stückchen herum, der Geruch war kaum auszuhalten und das sollte ich nun trotz, oder gerade wegen meines Zustandes, vor dem schlafen gehen herunter bekommen? Aber nütze ja nichts, ich hielt meine Nase zu und trank immerhin das halbe Glas leer, die andere Hälfte überließ ich Nils.
Es schien aber wirklich etwas geholfen zu haben, denn im Laufe des nächsten Tages ging es mir schon viel besser. Zusätzlich aß ich einiges an Papaya und trank grüne Kokosnuss und dann hatten sich meine Beschwerden in Luft aufgelöst.