#16 Schnorcheln mit Mantarochen

04. September 2019

An diesem Tag hatten wir Großes vor.

Einen Tag zuvor reservierten wir uns Plätze auf einem der Ausflugsboote. Wie verabredet, standen wir morgens am Strand und warteten darauf, dass uns ein Mitarbeiter der Tour einsammelt. Nach einer Stunde befanden wir uns noch immer am Strand, auf der Suche nach dem Boot des Veranstalters, allerdings ohne Erfolg. Levis Laune verschlechterte sich zunehmend. Wir fanden einen jungen Mann, der über sein Handy versuchte unseren Veranstalter zu kontaktieren. Da auch dies nichts brachte, gingen wir den Strand runter und suchten uns einfach auf eigene Faust ein privates Boot mit Fahrer, ganz für uns alleine. Dieser Ausflug kostete uns stolze 55,00 Euro. Als die Fahrt los ging, sahen wir das überfüllte Boot unseres ursprünglichen Veranstalters am Stand anlegen und waren froh nicht Teil davon zu sein. Die Fahrt zum Schnorchelplatz war ziemlich turbulent. Wir mussten ziemlich hohe Wellen passieren und uns ganz schön festhalten. Das war definitiv die wildeste Bootsfahrt, die wir je gemacht haben. Mir wurde ganz schön schlecht. Das Boot knallte über das Wasser und nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir unseren ersten Spot.

Wir schauten ins Wasser. Dort schwammen Schildkröten und wir sahen die ersten Rochen. Schnell machten wir uns fertig und hüpften nacheinander in den Ozean. Das erste, was wir sahen waren unendlich viele kleine rote Quallen, nicht besonders schön und durchaus schmerzhaft. Sie waren wirklich überall, sodass man auch nicht drumherum schwimmen konnte, sondern mitten hindurch musste. Kurze Zeit später waren die schwaz weißen Mantarochen in Sicht. Majestätisch glitten sie durchs Wasser. Riesig waren sie und zwischendurch kamen sie ganz schön nahe an uns heran. Einer streifte sogar einmal kurz die Flosse von Nils. Es war faszinierend diese wundervollen Geschöpfe anzuschauen.

Nach einer Weile wurde es Levi zu unangenehm mit den vielen Quallen im Wasser, überall piekte es ihn. Nils und Levi schwammen Richtung Boot, da Levi dort auf uns warten wollte. Plötzlich herrschte große Aufruhr, die Motoren der Boote wurden angeschmissen. Hektisch fuhren sie weiter weg von den anliegenden Felsen. Levi stieg in diesem Moment gerade in das Boot. Nils allerdings hatte keine Zeit mehr die Leiter hochzuklettern und musste vom Boot wegschwimmen. Auch unser Boot fuhr schnell Richtung Meer, weg von den Felsen. Eine große Welle von einigen Metern rollte auf uns zu. Den Horizont in Richtung Meer konnte man für kurze Zeit nicht mehr sehen. Nils bekam ein bisschen Panik, schaffte es aber noch rechtzeitig von den Felsen wegzukommen. Wir waren erstaunt von dieser Welle und der Kraft, welche sie mit sich brachte. Eine weitere übergroße Welle kam zum Glück nicht mehr und wir konnten mit dem Beobachten der Unterwasserwelt fortfahren.

Nach etwa 20 Minuten war das Spektakel vorbei und die Mantarochen zogen weiter. Wir hatten so viel Glück und sahen direkt drei von ihnen. An manchen Tagen sind die Tiere sogar gar nicht zu sehen, wie wir von anderen Reisenden erfuhren.

Mit dem Boot fuhren weiter zur „Crystal Bay“. Da wir diese allerdings schon kannten und sie trotz erneuter Prüfung immer noch nicht beliebter bei uns war, fuhren wir zügig weiter zur „Gamat Bay“. Einem einsamen Strand, vor dem sich eine Bucht befindet. In dieser Bucht kann man im kristallklarem Wasser über bunte Korallen hinweg und vorbei an leuchtenden Fischen schnorcheln. Levi hatte wegen der Begegnung mit en Quallen keine Lust mehr auf Schnorcheln und blieb lieber Kekse essend im Boot. Nils und ich hüpften einfach alleine ins Wasser.
Genauso wie beim nächsten Stopp, der vor dem Strand lag, von dem aus wir gestartet sind. Unser Guide sprang zu uns ins Wasser, während der Kapitän mit Levi im Boot blieb und Richtung Hafen steuerte. Neben uns befand sich eine Steilwand. Die Strömung zog uns langsam fort, Richtung Strand. Unser Guide sagte uns, wir sollen uns einfach treiben lassen und nicht auf Seeigel unten am Boden treten. An der Steilwand wuchsen sämtliche Wasserpflanzen und um uns herum waren viele Fische. Leider waren auch wieder diese kleinen fiesen Quallen unterwegs. Einmal passierten wir einen riesigen Fischschwarm, bestehend aus lauter hellen Tieren. Je näher wir dem Ufer kamen, desto flacher wurde logischerweise auch das Wasser. Die Strömung ließ etwas nach und wir mussten tatsächlich darauf aufpassen, keinen der zahlreichen schwarzen Seeigel zu berühren, während wir zurück zum Boot schwammen.
Nach diesem wunderbaren Ausflug, der circa drei Stunden dauerte, fuhren wir mit dem Roller zurück zu unserem Bungalow und gingen duschen. Am Nachmittag sind Levi und Nils dann noch zu einem Friseur gefahren, um sich nach Ewigkeiten mal wieder die Haare schneiden zu lassen, welche mittlerweile schon extrem lang geworden waren. Bezahlt haben sie für den Besuch zusammen gerade mal 100.000 IDR (6,40 Euro).

06. September 2019

An diesem Tag verließen wir diese kleine schöne Insel. Uns hat unser Aufenthalt auf Nusa Penida sehr gut gefallen, doch wir hatten uns dazu entschieden, dass wir unsere restliche Zeit bis zum Auslaufen der Visa, in Melaya verbringen wollten. Am späten Morgen warteten wir am Hafen auf unser Schnellboot, denn die Fähre fuhr immer noch nicht. Als dieses ankam wollten wir gerade auf das Boot gehen, als uns Kim und Gabi in die Arme liefen. Sie verließen gerade zufälligerweise das Schnellboot, in das wir gerade einsteigen wollten. Wir quatschen kurz, tauschten Tipps aus und dann mussten wir uns auch schon wieder verabschieden, denn dass Boot wollte los. Dieses war leider so dermaßen überfüllt, dass wir keinen Sitzplatz bekamen. Freundlicherweise stand ein Mann auf und bot Levi seinen Sitzplatz an. Das war super, denn ansonsten wäre die Fahrt wahrscheinlich anstrengender geworden. Wir wollten gerade los, da fielen einige Motoren aus und aus dem Schnellboot wurde ein langsames Boot. Die Luft im Sitzraum war heiß und stickig und alle am Fenster Sitzenden machten diese wieder zu, weil ansonsten das Meereswasser herein spritze. Dadurch kam allerdings auch keine frische Luft herein und die Überfahrt fühlte sich einige Stunden länger an, als sie in Wirklichkeit dauerte.

Auf dem Festland angekommen holte uns der Fahrer ab, den wir am Vortag über Gede organisiert hatten. Die Fahrt nach Melaya zog sich etwas hin, aber am Abend kamen wir dann an. Uns umhüllte das Gefühl von Heimat. Es fühlte sich doch sehr vertraut an wieder da zu sein.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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