#22 Strandleben & Haie

24. September 2019

Es ging weiter an die Ostküste. Mit dem Bus fuhren wir von Dambulla nach Nilaveli. Für insgesamt 1,62 Euro holperten wir mehr als drei Stunden lang durch die verschiedensten Landschaften. Zwischendurch fuhren wir sogar an einem Elefantenbullen vorbei, der einfach am Straßenrand stand. Als wir in Trincomalee ankamen, konnten wir unseren Augen kaum trauen. Überall liefen Rehe herum. Menschenscheu waren sie überhaupt nicht, denn die Rehe kamen ganz schön nah an einen heran. Wir nahmen uns ein Tuktuk, um nach Nilaveli zu kommen. 40 Minuten später waren wir in unserer neuen Unterkunft, im „Kavi Nila“ angekommen. Einer sehr einfachen Unterkunft für 14 Euro die Nacht, allerdings mit Klimaanlage und singhalesischem Frühstück. Da Levi das Dhaalcurry nicht immer mochte, gab es für ihn täglich ein Pöttchen Marmelade on top.

Die Unterkunft befindet sich nur wenige Schritte von einem wunderschönen Strand entfernt. Das war nun genau das, was wir brauchten. Deshalb machten wir uns sofort auf den Weg. Auch wenn es schon spät war, unsere Füße wollten nochmal den Sand spüren und unsere Ohren sehnten sich nach dem Klang der Wellen. Wir spielten ein bisschen am Strand: Später gingen wir erst etwas essen und dann schlafen.

Die nächsten Tage verbrachten wir an dem breiten hellen Sandstrand, der wirklich menschenleer war. Einziges Manko war, dass es keine Schattenplätze gab. Dafür befindet sich aber ein kleines Restaurant am Strand, die in erster Reihe kleine Bambushütten vermieten. Bei einem Getränk benutzen wir dies, um etwas Schatten zu ergattern. Von Zeit zu Zeit regnete es immer mal, das war aber nicht weiter schlimm. Einmal erlebten wir eine ganz traurige Situation. Wir waren am Strand und es fing ganz plötzlich an, wie aus Kübeln zu gießen. Wir flüchteten uns in das Restaurant vor Ort. Ein Straßenhund versuchte selbiges zu tun. Daraufhin wurde er von dem Besitzer des Lokals gegen den Kopf getreten und rettete sich danach unter unseren Tisch. Der Chef wollte den Hund gerade darunter wegziehen, als wir ihn darum baten, den Hund dort zur Ruhe kommen zu lassen. Verängstigt rollte er sich zusammen und blieb unter dem Tisch liegen. Für uns ist es immer wieder sehr traurig zu sehen, wie Menschen mit Tieren umgehen.

Im Laufe der Tage kamen und gingen immer wieder nette Reisende aus Frankreich, Spanien und Australien. Aber insgesamt war es doch sehr leer. Einige Einheimische erzählten uns, dass seit dem Anschlag um Ostern 2019 die Touristen ausblieben. Viele Unterkünfte und Restaurants mussten schließen und viele Existenzen waren bedroht.

An einem Abend waren wir gerade auf dem Weg, um im „Nilaa“ zu essen. Ein hippes Restaurant mit leckerem Essen und von Besuchern signierten Wänden. Mit von der Partie war der freundliche Besitzer und sein großer Hund, der ganz kuschelbedürftig war und vor einem Jahr von der Straße gerettet wurde.

Tagsüber ist eine Kuhherde ein ganz normaler Anblick auf den Straßen.

Auf jeden Fall gingen wir gerade die Straße entlang und Levi tobte über die Straße, er wollte einfach nicht auf uns hören, nicht bei uns bleiben und schon gar nicht an der Hand laufen. In dem Moment kam ein Fahrzeug von hinten herangerast und Levi konnte ihm nur noch in letzter Sekunde ausweichen. Dabei rutsche er aus und schlug sich Knie, Füße und Hände auf. Er war fürchterlich erschrocken und vor Schmerz am Weinen. Nils und mir pochte das Herz. Wir waren total erschrocken, wütend und der Abend war nicht mehr so wirklich zu retten.

Insgesamt haben wir aber die meisten Tage am Strand verbracht. An zwei von ihnen haben wir uns für je eine Stunde ein kleines Surfbrett ausgeliehen, sind damit über die peitschenden Wellen gedüst und hatten eine Menge Spaß. Spannend, wie so ein kleines Gerät so eine Abwechslung und Freude bringen konnte.

Ameisenprobleme hatten wir zwischendurch auch mal…

An einem anderen Tag sind wir mit den Australiern aus unserer Unterkunft mit einem Schnellboot auf die vorgelagerte „Pigeon Island“ gefahren. Dort war wieder Erwarten gar nicht so viel los. Wir legten unsere Sachen unter einen der Bäume ab und machten uns bereit ins Wasser zu gehen. Es gab zwei verschiedene Stellen, an denen man leicht in das Wasser kam. Wir entschieden uns zuerst für den Strand auf der hinteren Seite der kleinen Insel. Es waren einige Quallen im Wasser, allerdings taten sie einem nicht weh. Levi ekelte sich aber seit unserem Manta Ausflug vor ihnen und wollte deshalb sofort wieder aus dem Wasser raus. Er kam erst wieder mit zum Schnorcheln, nachdem ich ihn in langen Klamotten verpackt und mit Schwimmschuhen ausgestattet hatte. Dann schwammen wir recht weit raus, sahen einen riesengroßen gelben Schwamm, viele bunte Fische, einen Tintenfisch der sich unter einem Felsen versteckte und eine Moräne, die gerade von einem Versteck zum anderen Schwamm.

Nach einer kurzen Pause an Land gingen wir auf die vordere Seite der kleinen Insel, um am anderen Strand auch nochmal ins Wasser zu hüpfen. Das Wasser war schon weit zurückgegangen und man musste sehr aufpassen, dass man nicht auch noch die letzten überlebenden Korallen zertrat. Wir schwammen ein bisschen raus, aber die Sicht wurde immer schlechter, deswegen wagten wir uns nicht weiter. Und plötzlich waren sie da. Wir sahen sie erst aus sicherer Entfernung und kurz danach schwamm schnell einer direkt neben uns entlang. Wir waren im Meer und um uns herum schwammen einige Riffhaie. Das war ein komisches Gefühl. Ein lang ersehnter Traum und doch so beängstigend. Obwohl wir genau wissen, dass Haie im Grunde nicht gefährlich sind, wenn man sich richtig verhält. Und doch wirkte alles so unreal. Als wir wieder aus dem Wasser herauskamen, war die Insel schon total leer. Zusammen mit den Australiern und einer Hand voll anderer Menschen, waren wir die Einzigen. Wir ruhten uns noch kurz aus und aßen ein paar Snacks. Überall auf den Bäumen saßen Raben, die uns beim Essen beobachteten Levi schaukelte noch ein bisschen und dann fuhren wir wieder zurück zu unserer Unterkunft.

Übrigens, in den letzten Tagen hatten wir die „rollenden Bäckereien“ sehr ins Herz geschlossen. Täglich kamen Tuktuks vorbei, die zu Verkaufswägen umgebaut wurden. Man bekommt deftig gefüllte Teigtaschen, Samosas, Sandwiches, Brote und allerlei süßes Gebäck wie Muffins und Kuchen. Total genial, sehr lecker und dazu super günstig.

Unser kleines Zimmerchen und gaanz viel Wäsche

So lebten wir vor uns hin und genossen das Strandleben, bis wir 6 Tage später weiterzogen. Ursprünglich wollten wir nur ein paar Nächte bleiben. Uns gefiel es dann aber so gut, dass wir unseren Aufenthalt einfach verlängerten.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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