01. Oktober 2019
Wir verließen Nilaveli und steuerten Kandy an. Dort wollten wir in den botanischen Garten und den Zug nehmen, der nach Ella fährt.
Wir setzen uns also wieder in einen der Busse und fuhren von „Trincomalee“ etwa fünf Stunden lang direkt durch bis nach „Kandy“. Der Busfahrer unserer „Kandyqueen“ (unserem pinken Bus) hatte einen Bleifuß und wir schaukelten von rechts nach links. Ganz schön turbulent diese Busfahrten. Aber irgendwie auch schön. Man kann die Menschen hautnah miterleben und immer wieder entstehen kleine Unterhaltungen. Viele wollen wissen woher wir kommen und wohin wir wollen. Und natürlich wollen sie auch immer wissen, wie Levi heißt, wie alt er ist und ob wir noch mehr Kinder haben (wollen). Man kommt auf jeden Fall gut in den Kontakt. Während den Fahrten gab ein Mädchen Levi zum Beipsiel etwas von ihren Knabbersachen ab, ein Junge schaute zusammen mit Levi ein Video auf seinem Tablett und und und.

Als wir in „Kandy“ ankamen, waren wir k.o.. Levi war sogar richtig erledigt und außerdem extrem warm. Wir holten das Thermometer und unser Verdacht bestätigte sich; Levi hatte Fieber. Wir legten i ins Bett. Levi schlief sofort ein. Wir verbrachten die Zeit damit, auf dem Balkon zu sitzen und uns sorgen zu machen. Hin und Wieder ging einer von uns nach dem kranken Würmchen schauen. Am Abend hatte man von unserem Balkon aus übrigens einen tollen Blick über das beleuchtete „Kandy“ und die beleuchteten Berge.
Am nächsten Tag regnete es und wir fuhren mit einem Tuktuk zur Apotheke, um neues Verbandszeug für Levis Knie zu kaufen. Gar nicht mal so leicht, denn die Anzahl steriler Dinge war sehr überschaubar. Aber wer suchet, der findet und so hielten wir eine Stunde später fast alles in den Händen, was wir brauchten. Leider fanden wir keine antiseptische Wundflüssigkeit und die aus Deutschland neigte sich dem Ende zu. Wir nutzen das Mittel häufiger, als gedacht, da sich jede noch so kleine Wunde hier in den Tropen viel schneller entzündete.

Es folgte noch ein kurzer Stopp an einem Markt. Dort probierten wir uns durch die Früchte und kauften im Anschluss ein paar, um den Vitaminhaushalt aufzustocken. Dann wollten wir noch „schnell“ ein paar Zugtickets kaufen, um in den folgenden Tagen nach „Ella“ zu kommen.
Daraus wurde allerdings nichts, denn die Tore des Bahnhofes waren verschlossen. Wir wurden darüber informiert, dass die Züge erst in knapp einer Woche wieder fahren würden, wenn sich der Streik der Zugmitarbeiter lege. Nur, so lange wollten wir nicht in „Kandy“ bleiben. Ein Plan musste her.
Wieder zurück hieß es für Levi wieder ausruhen. Währenddessen überlegten Nils und ich, dass wir das verregnete „Kandy“ einfach sausen lassen und die Zeit nutzen, um in den Süden zu fahren. Ein, zwei Wochen zuvor waren dort heftige Überschwemmungen, nun schien die Lage aber wieder okay zu sein. Am Abend wurden wir von unseren Vermietern zu einem Buffet eingeladen, dass aufgrund einer Trauerfeier aufgebaut wurde. Die Stimmung war trotzdem nicht die schlechteste und das Essen war unglaublich gut. Wir aßen Kürbis-Curry, dass wir noch nie zuvor probiert hatten und freuten uns über die Gastfreundschaft. Unsere Gastgeber wiederum freuten sich darüber, dass es uns schmeckte und wir mit ihnen Zeit verbrachten.
Da Levi auf Grund seines Fiebers noch sehr schlapp war, entschieden wir uns auf eine anstrengende und lange Busfahrt zu verzichten. Stattdessen holten wir uns am Folgetag einen Fahrer über „Uber“ (App für Fahrdienste) und fuhren länger als vier Stunden nach „Unawatuna“. In einem Auto geht die Zeit irgendwie nicht so schnell vorbei, als wenn man in einem Bus sitzt. Und viel Spannendes erlebt man auch nicht. Wir schauten überwiegend durch die Fenster, dem Regen zu. Aber Levi konnte sich weiter ausruhen und das war das Wichtigste. Am Hotel angekommen erlebten wir eine alt bekannte Situation. Uns wurde das Zimmer gezeigt und uns kam eine ekelige, muffige Luft entgegen. Kurzer Check und wir sahen den Schimmel. Nachdem uns auch weitere Zimmer gezeigt wurden, die allesamt nicht besser aussachen oder rochen, entschieden wir uns dauz wieder zu gehen. Denn das war nicht gerade die beste Ausgangssituation mit einem kleinen Kind.
Wir zückten unsere Handys und suchten nach einer anderen Unterkunft. Etwas später fuhren wir mit einem Tuktuk zum „The Flipflop“. Eine großartige Unterkunft. Wir bekamen ein schönes Zimmer, das mit einem Doppel- und einem Einzelbett ausgestattet war. Außerdem gab es einen Schrank und ein eigenes Badezimmer. Wenn man aus dem Zimmer heraustrat, befand man sich im gemeinsam genutzten Wohnbereich. Dort gab einen großen Tisch mit Bänken und eine Küche. Auch gab es einen großen Balkon, der um den Aufenthaltsraum herumführte. Zwei weitere Zimmer waren verfügbar, da diese aber nicht belegt waren hatten wir die Unterkunft ganz für uns alleine. Eine tolle Zeit begann.



