15. Oktober 2019
Es hieß wieder Abschied nehmen. Abschied nehmen vom aufregenden Sri Lanka. Wir packten unsere Sachen und fuhren am Mittag mit einem Tuktuk zum Flughafen in Colombo. Vor der Einfahrt mussten wir aussteigen, denn dreirädrige Fahrzeuge sind in dem Bereich nicht erlaubt. Stattdessen stiegen wir in den kostenlosen Shuttlebus um und gelangten so zum Gebäude, in dem der Check-In stattfand. Als uns die Mitarbeiterin am Schalter in Empfang nahm, dauerte es nicht lange bis sie fragte, ob wir denn auch ein Ausreiseticket aus Indien vorlegen könnten?
Konnten wir natürlich nicht, denn wir wussten noch gar nicht, wie lange wir in Indien bleiben und von wo aus wir wieder ausreisen würden. Das Ganze wurde uns allerdings zum Verhängnis, denn ohne Weiterflugticket wollte uns die Dame nicht in den Flieger lassen. Langsam wurde die Zeit knapp und wir hatten noch 30 Minuten, um uns etwas einfallen zu lassen. Sonst würden wir wohl in Colombo bleiben.
Wir versuchten ein Ticket über „Bestonward“ zu buchen. Leider klappte die Zahlung nicht auf Anhieb und die Situation wurde immer stressiger. Nils benötigte für die Zahlung eine Verbindung zu seiner deutschen Handynummer, um diese zu verifizieren. Am Schalter hatte er keinen Empfang. Zum Glück fanden wir eine Ecke, welche ein kleines bisschen Signal bot. Uns blieben nur noch wenige Minuten, doch das Ticket wurde schnell per Email zugeschickt. Wir zeigten dieses der Mitarbeiterin und endlich durften wir unser Gepäck auf das Band legen. Junge Junge, war das ein Stress. Zum Glück hatten wir uns zuvor über diese Option, ein „Bestonward“-Ticket zu buchen, informiert. Hier wird für eine geringe Gebühr ein offizielles Ticket zugeschickt, welches innerhalb von wenigen Tagen automatisch wieder storniert wird. Es wird somit nur benutzt, um ein Ausreiseticket vorlegen oder Visum beantragen zu können.
Der Flughafen in Colombo haute uns nicht wirklich vom Hocker. Das Gebäude war klein und trotzdem unübersichtlich. Essen am Flughafen ist immer teuer, das wissen wir. Aber einen einfachen Cheeseburger für mehr als 8,00 € hatten wir bis dato auch noch nicht erlebt. Wir verzichteten also auf einen kleinen Snack und warteten auf den Flieger. Auf dem Weg in den Flieger mussten wir abermals durch einen Sicherheitscheck, bei dem unser Wasser abgenommen wurde. Dabei hatten wir es uns kurz zuvor im Flughafengebäude besorgt. Und so ein Flug ohne Wasser geht echt gar nicht. Naja, konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht ändern und so verließen wir den Flughafen ohne schöne Erinnerungen an ihn :-D.
Mit SriLankan Airlines flogen wir nach Chennai in Indien. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto besser sahen wir die vielen bunten Häuschen, die mit der Zeit immer größer wurden.
Nachdem wir aus dem Flughafengebäude rauskamen, nahmen wir uns ein Tuktuk (oder wie dieses Gefährt in Indien genannt wird: Rikscha) und fuhren zu unserem Hotel, dem „Golden Swan Fab Hotel“. Es erwartete uns ein modernes Zimmer. Allerdings sprachen die Mitarbeiter im Hotel kein Englisch, was den Check-In erschwerte.
Das Erste, was uns unterwegs auffiel, waren die vielen Kühe. Zwar waren wir es schon von Sri Lanka gewohnt, dass hin und wieder mal eine Kuh den Weg kreuzt, aber in Indien war es eine ganz andere Nummer. Hier war die Anzahl der Herden um einiges höher.
Abends lernten wir die App „Swiggy“ kennen, über die wir uns Essen bestellten und die auf unserer Indienreise noch einen hohen Stellenwert haben sollte.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit Ankommen und Akklimatisieren, probierten uns durch die ersten indischen Gerichte und versuchte herauszufinden, wie wir in den nächsten Tagen am besten nach Kerala kamen. Ursprünglich war es geplant, mit dem Zug zu fahren. Diese Idee löste sich aber in Luft auf, als wir bemerkten, dass die Schlafabteile in den Zügen restlos ausgebucht waren. Also musste eine Alternative her, denn wir wollten weiter und nicht länger in Chennai bleiben. Also buchten wir uns einen Inlandsflug und flogen am 18. Oktober 2019 weiter nach Kochi. Dort konnten wir am Flughafen auch endlich eine Simkarte ergattern, die wir so sehr brauchten und die wir vorher in keinem Shop kaufen durften. Zwar war diese am Flughafen etwas teurer, aber so sparten wir uns jeglichen weiteren Stress damit.
Mit dem Bus fuhren wir in die Altstadt zum Fort Kochi und liefen den restlichen Weg zu unserer Unterkunft. Im „Niya Nest“ erwartete uns ein ganz einfaches Zimmer für 10€ die Nacht und eine sehr kontaktfreudige Familie.


Leider liegt auch viel Müll herum! 



In den nächsten Tagen machten wir einige Spaziergänge durch den Ort, gingen auf einen Spielplatz, schauten uns die bekannten chinesischen Fischernetze an, ließen uns ein Henna Tattoo aufmalen und bummelten an der Promenade am Meer entlang.
Außerdem lernten wir hier den „Shawarma“ kennen, welcher uns wirklich gut schmeckte. Das Gericht ähnelt einem Wrap. Dieser ist mit Fleisch, Kartoffeln, anderem Gemüse und reichlich Sauce befüllt. Dazu gibt es Pickles (eingelegtes Gemüse). Und das Ganze für unter 1€, was wollten wir mehr.
An einem Morgen entdeckten wir in einer Seitenstraße eine Bäckerei, die uns wie gerufen kam, denn in unserer Unterkunft hatten wir weder Frühstück inklusive, noch eine Küche, die wir hätten benutzen können. So ein leckeres Gebäck am Morgen war einfach unschlagbar. Der Besitzer erklärte uns, dass das Geschäft einst einem deutschen Bäcker gehörte. Das erklärte dann auch, warum es Backwaren, ähnlich wie „Berliner“, im Angebot gab…