#35 Koh Chang

09. Dezember 2019

Früh morgens fuhren wir alle zusammen zum Busbahnhof „Ekkamai“. Dort sind wir in den Bus gestiegen, den wir im Vorfeld online gebucht hatten. Mit diesem fuhren wir fünf Stunden lang nach Trat. Während wir unterwegs waren, schaute Levi ein paar Filmchen auf dem Tablet und wir „Großen“ spielten Stadt – Land – Fluss.

Auf dem Weg nach Koh Chang

Nachdem wir angekommen waren, kauften wir uns Tickets für die Fähre und setzten auf die Insel „Koh Chang“ über. Als wir vom Meer aus auf die Insel schauten, sah man einen „Dschungel“ im Wasser, denn die Insel war so grün, dass man außer Bäumen kaum etwas anderes sah.

Blick von der Fähre auf die Insel

Auf ihr angekommen, stand ein Fahrer bereit, der uns zu unserem Ferienhaus fuhr. Wie in Thailand üblich, standen wir dann vor einem Pick-Up-Truck, dessen Fahrerkabine nicht genug Platz für uns alle bot. Deshalb setzen wir uns einfach nach hinten auf die Ladefläche. Die Fahrt ging los, der Wind sauste uns um die Ohren und an uns zogen lauter Palmen vorbei. Egal wohin man schaute, man sah nichts als grün. Wir fühlten uns, als seien wir im Paradies angekommen.

Bisschen windig hier…

Am Ferienhaus angekommen luden wir unser Gepäck ab und Levi verteilte die Zimmer. Wir hatten insgesamt drei Schlafzimmer zur Verfügung. Levi und Opa, sowie Nils und ich teilten jeweils eines der Doppelzimmer und meine Schwester bezog das Einzelzimmer. Zudem befanden sich eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Badezimmer im und eine große Terrasse am Haus. Auf letzterer verbrachten wir wohl die meiste Zeit. Auch zwei Roller standen für uns bereit, damit wir viele Ausflüge machen und Essen kaufen konnten. Denn das Ferienhaus lag auf der Ostseite und diese bietet nicht so eine gute Infrastruktur wie die Westseite der Insel.

Nach unserer Ankunft stiegen wir auf die Roller und fuhren Richtung Norden, auf der Suche nach einem Supermarkt. Die Straßen wahren nicht ohne. Sie führten die Berge ziemlich kurvig, steil und rutschig herauf und auch wieder runter. Das machte nicht besonders großen Spaß, aber einen anderen Weg gab es nicht. Bei dem ersten größeren Supermarkt hielten wir an und wunderten uns etwas über die Preise. Klar, wir befanden uns auf einer Insel, aber wir waren wohl auch noch zu sehr von dem günstigen Indien verwöhnt. Wir kauften Obst, Gemüse, Getränke und Zutaten für unser Frühstück. Auf dem Rückweg hielten wir noch auf einem Streetfood Markt, der entlang einer Straße aufgebaut war. Hier nahmen wir verschiedene Gerichte mit und machten uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft. Mittlerweile war es schon dunkel geworden, deshalb fuhren wir die Straßen noch vorsichtiger entlang, als vorher. Die Scheinwerfer der Roller waren auch nicht mehr die Besten. Unterwegs war uns auf den Rollern ganz schön kalt und wir ärgerten uns etwas, keine Jacken mitgenommen zu haben. Heile angekommen, machten wir uns über das Essen her. Wir quatschen noch eine ganze Weile und gingen dann schlafen.

Ganz viel Oooobst ❤

An unserem zweiten Tag auf „Koh Chang“ erholten wir uns ein bisschen von der langen Anfahrt und Papa kurierte seine Erkältung aus, mit der er sich seit ein paar Tagen rumschlug. In der Nähe der Unterkunft lag ein Strand, den wir uns anschauten. Dieser war leider nicht sehr einladend, da ganz viel braunes Zeug im Wasser schwamm und auch am Strand herum lag. Nach einer Weile gingen wir zum Pool, der mit zum Wohngebiet gehörte. Nils, Levi und meine Schwester sprangen rein. Meinem Vater und mir war das Wasser allerdings viel zu kalt. Denn der Pool lag den ganzen Tag im Schatten und hatte somit keine Zeit sich richtig aufzuwärmen.

11. Dezember 2019

Eine Erkundungstour stand an und so fuhren wir in den Süden der Insel. Nach einer 45 minütigen Fahrt, vorbei an Dörfern, Bergen, Dschungel und dem Meer, kamen wir am „Longbeach“ an. Er war paradiesisch. Hier war nicht viel los, der Sand strahlte weiß vor sich hin. Auch das glasklare blaue Meer war ruhig und zeigte sich von seiner schönsten Seite. Wir liefen den Sand entlang und suchten uns ein schattiges Plätzchen mit genug Abstand zur nächsten Palme. Man weiß ja nie, wann mal eine der schweren Kokosnüsse herunterfallen könnte…

Der Tag war wirklich schön! Wir tankten Sonne, plantschten im Wasser und lagen am Strand.

Abends fuhren wir zurück und beim Ferienhaus begrüßte uns ein großer heller Gecko, der gepunktet war. Er saß regungslos an der Wand. So einen großen Gecko hatten wir bisher noch nicht gesehen.

Am nächsten Tag machten wir Beachhopping auf „Koh Chang“. Als erstes erkundeten wir den wohl bekanntesten Strand, den „White Sands Beach“. Dieser liegt mitten im Geschehen, so richtig in der Touristenhochburg, wie man so schön sagen würde. Trotzdem war der Strand nicht zu überfüllt. Klar, verbaut war er schon, aber durch die Länge des Strandes, konnten sich die Besucher gut verteilen und schattige Plätze gab es zu Genüge.
Wir schwammen und versuchten zu schnorcheln, allerdings gab es nicht viel mehr zu sehen, als Sand und Steine.

Auf dem Weg zum nächsten Strand geschah etwas ganz Doofes. Von den gefährlichen Straßen haben wir ja schon berichtet. Kurz vor dem Ziel fuhren wir gerade den letzten steilen Berg hinunter, als der Roller vor dem meines Vaters und meiner Schwester wegrutschte. Die zwei einheimischen Frauen, die auf dem Roller saßen, rutschten die Straße herunter und der Roller schlitterte bis ans Ende der gegenüberliegenden Fahrbahn. Rechtzeitig konnte mein Vater bremsen und Nils reagierte auch noch schnell genug, um nicht ineinander zu krachen. Wir stiegen ab und schoben unsere Roller zur Seite. Dabei rutschten wir fast selber den Abhang herunter. Auf der Straße befand sich ein schwarzer Belag inmitten der Fahrspur. Vermutlich war es der feine Abrieb der unzähligen Reifen, die täglich über die Straße fahren. Beim Auftreten merkte man jedenfalls sofort die glatte Oberfläche.

Wir gingen zu den Frauen, um zu helfen. Sie sahen gar nicht gut aus, bluteten an verschiedenen Stellen. Eine der Frauen konnte nicht laufen, die andere schien eine gebrochene Nase zu haben. Beide standen unter Schock. Es kamen immer mehr Helfer dazu und schließlich wurden die beiden Verletzen von einem Freund abgeholt. Wir fuhren mit zitternden Knien weiter, stellten unsere Roller ab und gingen zum „Lonely Beach“. Dieser war ebenfalls schön. Levi bekam ein Eis und legte sich damit in die Hängematte. Meine Schwester und ich versuchten unser Glück erneut beim Schnorcheln. Außerdem entdeckten wir eine gar nicht so kleine Gottesanbeterin.

Keiner freute sich auf den Rückweg, doch wir wollten noch vor Sonnenuntergang den gefährlichsten Teil der Strecke zurücklegen. Und letztendlich sind wir sicher angekommen.

Am nächsten Tag haben wir gespielt, unsere Gesichter bunt angemalt und sind zum „Privatstrand der Ferienhausanlage“ gegangen, wo wir mit Kajaks aufs Meer hinaus paddelten. Diesmal war das Wasser viel schöner, als beim letzten Besuch. So schnell können sich die Dinge ändern.

Abends gingen wir im „Garden of Joy“ essen. Außer uns war niemand da. Das Essen war okay, die Pizza schmeckte richtig gut. Hatte aber auch ihren Preis.

14. Dezember 2019

Den kommenden Tag verbrachten wir ausnahmsweise mal nicht am Strand. Wir fuhren zu einem der Wasserfälle. Dieser war quasi menschenleer. Aber nicht nur Touristen blieben aus, auch das Wasser fehlte. Es hatte wohl lange nicht mehr geregnet, wodurch kein Wasser mehr die Felsen hinunterfloss. Egal wie hoch wir kletterten, einen Wasserfall konnten wir nicht finden. Dafür kleine mit Wasser gefüllte Becken, in denen Fische schwammen. Auch eine Schlange sahen wir in dem Laub, welches unter den Steinen lag, über die wir wanderten.

Auf dem Weg runter ging einer meiner Schuhe kaputt. Ich schluppte zum Roller. Beim nächsten kleinen Shop hielten wir an, kauften Sekundenkleber, klebten die Schuhe und gönnten uns ein Eis. Mit dem Eis in der Hand wurden wir von einem kleinen schwarzen Hund überrascht, der freudig auf uns zukam und über ein paar Kuschel- und Spieleinheiten sehr dankbar war.

Dann fuhren wir weiter Richtung Süden, zum „Mangrove Forest Walkway“, einem roten Steg, der durch einen Mangrovenwald, bis hin zum Meer führt. Erst gingen wir durch eine Art Wald, später lichtete sich der Steg und wir hatten eine tolle Sicht auf die umliegende Landschaft und die saftig grünen Mangroven. Am Ende des Steges befand sich eine Plattform, über die man theoretisch auch ins Meer hüpfen könnte. Eine Leiter hing am Steg. Allerdings tummelten sich auf dieser Muscheln, Krebse und schwarze Seeigel. Also vielleicht doch besser nicht rein springen…

In den nächsten Tagen fuhren wir noch zu einem anderen, menschenleeren Strand, übten uns in Wasserakrobatik und Freediving. An einem der Abende sind Nils und ich zusammen zum „White Sands Beach“ gefahren, haben uns in einen der Sitzsäcke am Strand gesetzt und uns Cocktails bestellt. So verbrachten wir den Abend in trauter Zweisamkeit und fuhren mitten in der Nacht glücklich zurück zum Ferienhaus.

An unserem letzten Tag auf „Koh Chang“ wollten wir nochmal zu unserem ersten, paradiesischen Lieblingsstrand. Als wir ankamen, konnten wir den ursprünglichen Strand kaum wieder erkennen. Das Wasser war gestiegen und vom Strand war kaum noch etwas zu sehen. Wir hingen unsere Sachen an einen Baum und gingen ins Meer. Nach ein paar Minuten kamen wir allerdings wieder heraus, weil es uns alle irgendwie auf der Haut pikte. Da mussten Quallen oder irgendwelche Nesseln im Wasser sein. Sehen konnten wir nichts, denn das zuvor so stille und klare Meer war diesmal wellig und aufgewühlt. Klare Sicht Fehlanzeige.

Zurück am Strand stellten wir fest, dass es dort überall von Sandflöhen und Maden wimmelte. So beschlossen wir, unseren Strandaufenthalt zu beenden. Unglaublich, wie schnell sich ein Ort doch verändern kann.

Stattdessen setzen wir uns in das einzige Restaurant in der Nähe. Dieses war mit Holzlatten über Felsen aufgebaut und bot eine schöne Sicht auf das Meer. Wir ergatterten einen Platz in einem „eigenen Türmchen“. Wir setzen uns auf Sitzkissen um den Tisch herum, aßen etwas, tranken Smoothies und quatschen. Im Laufe des Tages fuhren wir zurück und machten uns ans Packen, denn morgen würden wir die Insel wieder verlassen.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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