#36 Chiang Mai

17. Dezember 2019

An diesem Tag stand die lange Weiterreise von der Insel Koh Chang nach Chiang Mai an, um die Familie unserer Austauschschülerin in ihrer Heimatstadt zu besuchen. Morgens wurden wir wieder vom selben Pick-Up-Truck abgeholt und zum Fähranleger gebracht. Dort kauften wir Tickets und fuhren mit der Fähre wieder zurück aufs Festland.

Eine Stunde nach unserer Ankunft auf der anderen Seite, stiegen wir in den Bus, mit dem wir innerhalb von fünf Stunden zurück nach Bangkok fuhren. Von hier aus buchten wir uns ein Taxi über Grab und fuhren zu einer anderen Busstation, 20 Minuten entfernt. Dort angekommen versuchten wir, die zuvor gebuchten Nachtbustickets, für die Weiterfahrt nach Chiang Mai an einem Automaten auszudrucken. Allerdings gab es ein Problem mit unserer Buchung. Da die Plätze im ursprünglichen Bus alle ausgebucht waren, mussten wir auf den Bus ausweichen, der einen Abend später fuhr. Mittlerweile total erschöpft von der langen Reise, buchten wir uns gegen Mitternacht ein Hotel in der Nähe. Da mit dem Bus auch das eingeplante Abendessen ausblieb, machten wir uns mitten in der Nacht, noch schnell auf die Suche nach etwas Essbaren. Wir wurden in einem der 24-Stunden-Supermärkte fündig, aßen aufgewärmte Fertiggerichte und fielen dann müde ins Bett.

Den nächsten Tag verbrachten wir entspannt im Hotel. Hier fanden wir zu unserer Überraschung einen Pool, den wir dann selbstverständlich auch nutzten. Außerdem gingen wir etwas essen und schauten einen Film im Hotelzimmer. Abends packten wir erneut unsere sieben Sachen zusammen und machten uns abermals auf den Weg zur Busstation.
Diesmal klappte alles und wir stiegen in den Nachtbus, der uns für 18€ pro Person in den Norden fuhr. Die Sitze waren recht bequem. Man konnte sie ein ganzes Stück nach hinten lehnen und sogar eine einfache Massagefunktion genießen. Jeder Platz hatte einen eigenen Monitor mit Boardprogramm. Auch ein Abendessen gab es. Wir schliefen so gut es ging und kamen neun Stunden später in Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands an. Dort wurden wir im Morgengrauen von der Oma und der Tante unserer Freundin Teewi in Empfang genommen. Sie organisierten uns eines der roten Taxen, die überall in der Gegend vorzufinden sind und fuhren zu dem Haus, in dem unsere Freundin Teewi mit ihrer Familie wohnt, wenn sie nicht gerade in Bangkok sind.


Sie und ihre Eltern kamen einen Tag später an, dennoch durften wir hier schon wohnen. Wir legten uns eine Runde schlafen und fuhren gegen Nachmittag in die Altstadt. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Gassen und setzten uns zum Essen in ein kleines Restaurant.

So viele leckere Currys, Suppen & Shakes!

Danach mussten wir ein paar Dokumente für unseren Termin am nächsten Tag kopieren. Langsam wurde es dunkel und die ganze Stadt fing an zu leuchten. Wir gingen an einem Tempel vorbei. In dessen Vorhof befand sich Mönchen, die in ihren orangefarbenen Gewänder gehüllt waren und beteten. Sie knieten auf einer Fläche, die umgeben von Wasser war und über die ein großer Baum ragte. An diesem waren viele bunte Lichter gehängt, die wunderbar strahlten. Die Mönche stimmten immer wieder etwas an, dass einem rhythmischen Sprachgesang ähnelte. Die Atmosphäre war bezaubernd, wir waren total fasziniert.

Danach liefen wir weiter die Straße entlang und bogen in eine andere Tempelanlage ein. Für 50 Baht (1,50 €) pro Erwachsenen (Kinder frei) kauften wir Tickets und gingen Richtung „Wat Chedi“. Dieser alte Tempel hat schon einiges von seiner ursprünglichen Größe verloren, ist im Dunkeln aber dennoch faszinierend. Am Abend wird er von vielen kleinen Lichtern bestrahlt, das sieht ganz toll aus.

Am Abend holte uns die Tante unserer Freundin wieder ab. Eigentlich wollten wir etwas essen gehen, aber da wir noch so gesättigt vom vorherigen Restaurantbesuch waren, fuhren wir einfach auf einen kleinen Streetfoodmarkt von einer Universität. Dort aßen wir Nachtisch, welcher aus Mango Sticky Rice, einem Schokoladen-Marshmallow-Pfannkuchen und einem Obstshake bestand.

20. Dezember 2019

Am Morgen standen wir früh auf und fuhren wieder mit einem der roten Taxis ins Zentrum. Wir mussten zur Immigration und dort unsere Visa verlängern, denn bisher hatten wir nur eine 30-tägige Aufenthaltserlaubnis. Da wir uns aber spontan dazu entschieden hatten, noch einen weiteren Monat in diesem entspannten Land zu verbringen, mussten wir einen Antrag hierfür stellen. Wir füllten einige Papiere aus, gaben unsere Pässe ab, zahlten 59,00€ pro Visum und keine Stunde später waren wir wieder draußen. Das hatten wir also schonmal erledigt.

Als nächstes mussten wir ins Krankenhaus, um einiges abzuklären. Levi brauchte zwei Impfungen. Nils benötigte ebenfalls eine Impfung und zusätzlich musste er den Blutegelbiss von einem Arzt begutachten lassen, denn dieser war seit der Zugfahrt in Sri Lanka nicht richtig verheilt. Ich ließ mein Bein untersuchen, da ich immer wieder Schmerzen hatte und auch einen dickeren Knubbel in der Wade spüren konnte.
Der Empfang im Krankenhaus lief anders als erwartet, denn wie wir erfuhren, dass wir für die verschiedenen Anliegen unterschiedliche Praxen abklappern mussten. Den Anfang machte ich mit meinem Bein. Stunden vergingen, es wurden Ultraschalls gemacht und irgendwann kam eine Frau, die erzählte, dass der Arzt nun nicht mehr verfügbar wäre. Ich müsse später wiederkommen. So gingen wir mit Levi zum Impfen, allerdings war einer der Impfstoffe nicht erhältlich.

Danach besuchten wir eine Hautpraxis, um das Bein von Nils zu behandeln. Er bekam mehrere Spritzen und eine Salbe, womit sich dieses Problemchen erledigt hatte. Während Nils beim Impfen saß, spazierten Levi und ich wieder zurück zum Krankenhaus, in dem mein Arzt jetzt mit mir sprechen wollte. Dieser empfing mich nuschelnd am Telefon, sodass ich kaum ein Wort verstand. Am Ende stand ich mit einer Tüte voll roter Tabletten da und hatte die Information, dass sich mein Blut nicht richtig im Bein verteilen kann. Die Tabletten sollten das regeln. Leider musste ich eine Woche später feststellen, dass sie trotz regelmäßiger Einnahme gar nicht halfen. So laufe ich noch heute mit dem selben Problem herum, aber was solls :D.

Als wir fertig mit den Prozeduren waren, kam Papa zu uns. Er war die letzten Stunden in der Altstadt unterwegs gewesen und wollte nun mit uns zurück zum Haus fahren.

Als wir dort ankamen, begrüßten uns schon unsere Freundin Teewi, die mittlerweile mit ihren Eltern angekommen war. Wir hatten einen ganz schön langen „Marathon“ hinter uns und waren recht erschöpft. Aber wir freuten uns darauf, alle wiederzusehen und entschlossen gemeinsam Essen zu gehen. Da es schon recht spät war ging es kurz nach der Begrüßung los.
Mit ins Restaurant kamen außerdem die Großeltern und Freunde der Familie. Es war ein schöner Abend, mit einem mal wieder reichlich gedeckten Tisch. Das hat uns an Thailand sehr gefallen, denn durch das Teilen konnte man sich durch alle Gerichte einmal durchprobieren. Anders als in Deutschland, wo jeder sein eigenes Essen bestellt und ausschließlich von seinem eigenen Teller speist.

21. Dezember 2019

Morgens fuhren wir mit meinem Papa, unserer Freundin Teewi und ihren Eltern in ein Elefantencamp. Reiten war tabu, Kunststücke natürlich auch! Was wir uns aber nicht nehmen lassen konnten, war es, mit den Elefanten ins Wasser zu gehen. Ich denke, dass ist immer noch die Lösung, die am Besten zu vertreten ist. Die Elefanten gehen sowieso mindestens einmal am Tag ins Wasser, während sie im Camp sind. Die meiste Zeit verbringen die Tiere allerdings im Dschungel. Zum Glück!

Nils und ich gingen zu den beiden Elefanten ins Wasser. Levi kam kurz mit, machte dann aber wieder kehrt. So nah waren ihm die riesigen Tiere doch ein bisschen unheimlich und auch das kalte Wasser bot ihm nicht genug Anreiz, um im Fluss zu bleiben. Es gefiel ihm viel besser, den Elefanten Bananen und Zuckerrohr zu geben. Levi fand es toll dabei zuzusehen, wie die Elefanten die Leckereien mit dem Rüssel entgegennehmen und sie dann zum Essen in den Mund befördern.

Nils und ich waren hin und weg. Wir waren so fasziniert von den grauen Riesen und schauten ihnen gerne dabei zu, wie sie im Wasser plantschten. Wir achteten auf ausreichend Abstand zu den Füßen der Elefanten. Auch durften wir uns den Tieren nur von vorne nähern, um sie nicht von Hinten zu erschrecken. Bei diesen kraftvollen Geschöpfen sollte man immer mit gewisser Vorsicht handeln. Die beiden Mahuts (Führer eines Arbeitselefanten, im besten Fall ein Leben lang) waren stets an der Seite ihres Elefanten.

Zwischendurch kamen die Tiere zu uns, legten ihre Rüssel in unser Gesicht und spritzen mit Wasser umher. Außerdem gossen wir immer wieder Wasser über die Elefanten und das ein oder andere Mal schrubbten wir mit einer der Bürsten über die dicke Haut. Die meiste Zeit aber standen wir einfach begeistert da und bewunderten die Dickhäuter aus nächster Nähe. Am Ende waren wir klitschnass und überglücklich.

Nach dem Umziehen fuhren wir weiter zum Essen, wo uns wiedermal ein voller Tisch erwartete.

Als nächster Punkt stand der Botanischen Garten auf dem Programm. Dieser ist ein großer Park, der über verschiedene Ebenen und Themenbereiche verfügt. Es gibt Pflanzen aller Art, Springbrunnen, bunt blühende Blumenfelder, Wanderwege, eine Brücke mit Glasboden und viele Themen – Gewächshäuser. Wir gingen durch die Gegend, schossen Fotos und machten uns auf den Rückweg, als es dunkel wurde.

Teewi´s Eltern mussten am Abend leider schon wieder zurück nach Bangkok, da die Arbeit rief. Teewi hatte Semesterferien und konnte noch ein bisschen Zeit mit uns verbringen.

22. Dezember 2019

An diesem Tag ruhten wir uns ein wenig aus und nahmen unser Gepäck auseinander. Wir hatten schon längst festgestellt, dass wir viel zu viel Gepäck dabei hatten und so bot Papa an, dass er unser Übergepäck mit zurück nach Deutschland nehmen könnte. Also buchten wir bei seinem Flug Extragepäck dazu und fingen an auszusortieren. Nach einer Ewigkeiten hatten wir alles zusammen und kamen auf ungefähr 8kg unnötigen Ballast. Das war eine Menge! Wir staunten nicht schlecht und waren unendlich froh, nicht mehr mit so viel Gepäck zu reisen. Außerdem waren wir uns sicher, dass wir auch in Zukunft immer weiter aussortieren werden, denn leicht bepackt reist es sich angenehmer. Das haben wir schon mehrfach feststellen müssen.

Abends gingen wir auf die „Walkingstreet“, die jeden Sonntag in Chiang Mai stattfindet. Für diesen Anlass werden extra ein paar Straßen gesperrt, sodass man ausgiebig bummeln und flanieren gehen kann, ohne von anderen Verkehrsteilnehmern gestört zu werden. Es war sehr voll und man schob sich langsam mit der Menschenmenge voran. Überall gab es Essensstände und man bekam alles, was das Herz begehrte. Auch andere Verkaufsstände fanden wir in großen Massen. Diese verkauften Kleidung, Spielzeug, Souvenirs, Postkarten und vieles mehr. Die Auswahl war riesig, für jeden etwas dabei und die Preise waren einigermaßen fair. Während unseres Besuches wurde Levi leider von einer Biene gestochen. Das tat ihm erst ziemlich weh und das Ohr schwoll ganz schön an. Nils holte einen Eiswürfel und wir kühlten das Ohr eine Weile. Danach war zum Glück alles wieder gut und wir konnten den Abend essend ausklingen lassen.

23. Dezember 2019

Für den Tag hatten wir uns am Vorabend eines der roten Taxen für 1.000 Baht (30,00€) gemietet. Dieses holte uns morgens pünktlich beim Haus ab und brachte uns in die Berge. Unser erster Halt war ein kleines Dorf. Man konnte sich, auf mehreren Hügeln verteilte, angelegte Beete mit schönen Blumen anschauen. Zudem waren alte Häuser von damals ausgestellt. Auch gab es allerlei Verkaufsstände und Erdbeeren, direkt von den Feldern nebenan. Ein Traum!

Danach ging es zum Doi Suthep, einem Tempel, der mitten in den Bergen liegt. Von dort aus hat man einen weite Sicht über Chiang Mai. Allerdings ist der Tempel definitiv nicht einer der Schönsten, die wir bisher gesehen haben und einige Besucher störten sehr. Sie läuteten die Glocken, an denen in etwa vier verschiedenen Sprachen stand, dass dies zu unterlassen sei. Außerdem war der Geräuschpegel ziemlich hoch und so richtig genießen konnten wir es nicht.

Am Ende waren wir bei einem wirklich mystischen Tempel („Pha Lat“ war der Name, falls wir uns richtig erinnern), der schon an manchen Stellen vom Dschungel überwuchert war. Sprechen war untersagt und so herrschte eine angenehme, friedliche Ruhe. Auf viele andere Besucher trafen wir nicht. Zwischendurch war es so leise, dass man dem Plätschern des Wassers zuhören konnte, welches über ein paar Steine ins Tal floss. Auch von hier hatte man wieder einen herrlichen Ausblick über die Stadt.

Am Ende unseres Besuches sahen wir noch einen Pfau, der über das Gelände streifte. Den Abend verbrachten wir damit essen zu gehen, Levi ins Bett zu bringen und ein Gesellschaftsspiel zu spielen.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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