#40 Familien auf Koh Phangan

17. Januar 2020

In den letzten Tagen hatten wir uns dazu entschlossen, auf die Insel Koh Phangan weiterzuziehen. Wir hatten Koh Lanta zwar lieb gewonnen, aber wir wussten, dass sich auf der anderen Insel zu der Zeit viele deutsche Reisefamilien aufhielten. Levi wollte gerne wieder Freunde zum Spielen haben, mit denen er sich gut verständigen kann und so fiel die Entscheidung, hinzufahren, nicht schwer. Und wer weiß, vielleicht war das auch nicht unser letzter Aufenthalt in der Bambushütte auf Koh Lanta…

Eine Organisation brachte uns von Koh Lanta nach Krabi und von dort zum Fähranleger in der Nähe von Surat Thani. Anschließend ging es per Boot erst zur Insel Koh Samui und dann weiter nach Koh Phangan. Wir waren einige Stunden unterwegs und zahlten dafür 800 Baht (24,00 Euro) pro Person. Anschließend fuhren wir die letzten Kilometer vom Fähranleger zu unserem Bungalow mit einem Sammeltaxi. Hierfür zahlten wir 200 Baht (6,00 Euro) pro Person (Kinder frei).

Wir starteten unsere Reise morgens um 8.30 Uhr und kamen nach etwa 12 Stunden in unserer Unterkunft in der Region Haad Salad (ca 30 Euro/Nacht) an. An diesem Abend gingen wir früh schlafen, weil wir alle ganz schön gerädert waren.

Am nächsten Morgen waren wir im Pool und lernten Nachmittags die 4 Jährige Greta und ihre Mama kennen. Sie kamen aus Berlin und machten gerade eine mehrwöchige Auszeit. Levi hatte endlich wieder ein Kind zum Spielen.

Wir sind gut in der neuen Umgebung angekommen und unsere Unterkunft bot den ganzen Tag über Wasser, Tee, Kaffee, Bananen und Toast kostenlos an. Auch einen Roller bekamen wir gratis und der Strand war direkt um die Ecke.

Am 19. Januar war es dann endlich soweit. Das sonntägliche, von der Familie Horlacher organisierte Familientreffen, fand dieses Mal am North Beach in Chaloklum statt. Um 15.00 Uhr begann es und einige Minuten danach trudelten auch wir ein. Es waren schon einige Familien am Strand, die ihr Camp unter einem Baum aufgeschlagen hatten. Wir legten unser Strandtuch in den Sand und setzen uns dazu. Kurz darauf gingen wir ins Wasser und es entstanden die ersten Kontakte. Nach dem Strandbesuch gingen wir noch alle gemeinsam in dem veganen Restaurant „Foods & Roots“ essen. An diesem Tag lernten wir viele liebe Menschen, tolle Familien und weitere alternative Lebensweisen kennen. Es wurden Telefonnummern getauscht und sich für die nächsten Tage verabredet. Spät Abends kauften wir uns noch einen Shake auf einem Nachtmarkt und fuhren glücklich zurück in den Bungalow.

Den Tag darauf gingen wir einkaufen und verbrachten den Rest der Zeit in unserer Anlage mit Greta und Ihrer Mutter. Am Tag darauf reisten die beiden weiter und wir verabschiedeten sie beim Frühstück. Nachmittags trafen wir uns mit einer anderen Familie, die ebenfalls aus Berlin kam. Zufälligerweise waren deren beiden Söhne in einem Waldorfkindergarten und so gab es schnell Gemeinsamkeiten. Die drei Kinder verstanden sich super und besonders die beiden Großen, Henri und Levi wurden schnell ein Herz und eine Seele. Wir trafen uns am „Srithanu Beach“ und gingen am Abend noch gemeinsam etwas im „Srithanu Kitchen“ essen.

Die nächsten Tage verabredeten wir uns immer wieder mit der lieben Familie, die wir sehr ins Herz geschlossen haben. An einem Tag saßen wir am „Haad Yao Beach“, als es plötzlich total anfing zu regnen. Innerhalb von kürzester Zeit waren unsere Klamotten klitschnass. Auch der Versuch, Schutz unter einem Baum zu suchen, half nichts. Da die Kinder schnell anfingen zu frieren, entschieden wir uns dazu, zurück ins Meer zu gehen. Das war zum einen viel wärmer, als die kaltnasse Luft außerhalb und zum anderen waren wir ja eh schon nass. Es machte Spaß in dem Wasser zu schwimmen und dem Unwetter zuzusehen. Weit draußen konnten wir eine Wolkenformation, ähnlich einer Windhose entdecken, die quer über das Meer zog.

Nachdem der Schauer vorbei war, bastelten wir uns aus den letzten trockenen Teilen Anziehsachen, leerten das Wasser aus unseren Helmen und fuhren in das Restaurant „Absolut Island“, welches in der Nähe auf einem Hügel lag. Von dort hatten wir einen schönen Panoramablick über das Meer und den Sonnenuntergang.

Gemeinsam als großes Kollektiv erkundeten wir die darauf folgenden Tage weitere Strände. Dabei trafen wir eines Tages zufällig auf eine kleine Bucht, die man nur erreichte, wenn man einige Steine entlang kletterte und dann durch einen dicht bewachsenen Pfad lief. Am Ende musste man wieder über einige Steine und dann standen wir an einem der schönsten Strände, die wir während unserer Reise gesehen hatten. Im Dickicht hinter dem Strand waren einige Zelte aufgeschlagen, um uns herum waren alle Menschen nackig. Die Jungs lernten ein Mädchen kennen, welches mit ihrer Schwanzflosse ihre Runden im Meer drehte. Beide waren ganz fasziniert von der Meerjungfrau. Wir Erwachsenen fanden es spannend zu erfahren, dass das Mädchen mit ihrer Schwester und Mutter für einige Monate in einer Höhle am Strand wohnte. Irgendwie total cool.

Wir haben uns sehr gut mit der Familie aus Berlin verstanden und so besuchten wir auch gemeinsam Nachtmärkte, auf denen es reichlich Essen, Klamotten und Spielzeug gab. Zwischendurch trafen wir immer wieder andere Familien vom Familientreffen.

Einmal wateten für über eine Sandbank zu der kleinen, vorgelagerten Insel „Koh Ma“. Auf dieser findet man außer Sandflöhe auch eine verlassene Bungalowanlage. Diese ist eine Erkundungstour wert und die Kinder waren total von den verlassenen Hütten begeistert.

Zu dritt unternahmen wir auch noch ein paar Ausflüge und mussten einige Dinge erledigen. Zum Beispiel schrieben wir Karten und brachten diese zur Post. Davor waren wir am Strand und Hannah gönnte sich eine Massage. Die war zwar anfangs sehr schmerzvoll, gleichzeitig aber auch total entspannend. Später gingen wir in einem deutschen Lokal essen, welches von einem Mann geführt wird, der ursprünglich aus Bayern kommt. Dementsprechend deftig war das Essen. Und es war definitv eine leckerer Abwechslung nach einem HALBEN Jahr auf Reise mit asiatischer Küche. So lange waren wir mittlerweile schon unterwegs. Unvorstellbar!

An einem anderen Tag fuhren wir zum Sonnenuntergang zu einem Tempel, der außerdem über einen tollen Aussichtspunkt verfügte. Ein bisschen unheimlich war es dort schon. Denn dieser Tempel liegt mitten in einem Dschungel und außer uns war niemand dort. Außerdem standen am Eingang überall Warnschilder, dass bissige Hunderudel in der Gegend sein könnten. Wir stellten unseren Roller am Parkplatz ab und suchten uns Stöcker zur Verteidigung im Notfall. Plötzlich schoss ein Hund um die Ecke. Wir bekamen einen Schreck und erhoben unseren Stock, bis wir bemerkten, dass uns der schwanzwedelnde Hund einfach nur begrüßen wollte. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen jungen Hund handelte, der nur spielen wollte. Er knabberte die Stöcker an und versuchte uns diese wegzuziehen. Die weggeworfenen Stöckchen brachte er brav wieder. Er lief mit uns eine ganze Weile durch die Anlage und war eine nette Begleitung.

Am nächsten Sonntag fand ein weiteres Familientreffen statt, an dem sich viele bekannte und einige neue Familien tummelten.

28. Januar 2020

Am Dienstag mussten wir die Insel wieder verlassen, denn in ein paar Tagen fand unser nächster Flug statt und unsere Visa für Thailand liefen aus. Deswegen fuhren wir morgens zum Fähranleger und kauften dort für 470 Baht (14,00 Euro) pro Person ein Kombiticket für Fähre und Van. Levi durfte erneut kostenlos mit. Nach etwa 5 Stunden erreichten wir in Suarat Thani das nächste kleine Hotelzimmer, in welchem wir noch eine letzte Nacht in Thailand verbringen würden. Levi fiel der Abschied besonders schwer, denn er hatte wirklich tolle Freunde gefunden.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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