29. Januar 2020
Mittags flogen wir von Surat Thani über Bangkok nach Siem Reap. Auf unserer To Do Liste stand, dass wir uns unbedingt jeweils einen Mundschutz zulegen wollten. Außerdem fand eine kleine Tube Handdesinfektionszeug in meinem Beutel Platz. Wenig später wurden wir darin bestätigt, denn fast jeder in den Flughäfen trug einen Mundschutz, egal ob Reisender oder Mitarbeiter. Gewisse Sicherheitsvorkehrungen traf wohl im Moment jeder. Die Reise ließen wir uns dadurch aber vorerst nicht vermiesen.
Nachmittags landeten wir in Kambodscha und wurden von dem Tuktuk Fahrer „Mab“, welcher von unserem Hotel bereitgestellt wurde, abgeholt. Erst fuhren wir zu einem ATM, um Geld abzuholen, dann in einen Shop, um eine Simkarte fürs Handy zu erwerben. Am Ende fuhr er uns zum Hotel und verabschiedete sich freundlich. Er erwartete nicht mal ein Trinkgeld.
Das Hotel war schön, etwas altmodisch eingerichtet, aber sauber und wir bekamen sogar ein Upgrade, mit zwei Betten im Zimmer. Eine echte Ausnahme für uns, schlafen wir doch überwiegend zu dritt zusammen auf noch so einer kleinen Matratze. Sogar einen Balkon und eine Badewanne hat das Zimmer und genug freie Bodenfläche, um zu Spielen. Auch der Pool vom Nachbarhotel stand uns zur freien Verfügung. Wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Am Abend liefen wir zur Pubstreet, einer bunt leuchtenden Touristenstraße, in der billig Bier (0,45€ pro Glas) angeboten wird. Gut zum Feiern also. Außerdem gibt es viele Essensmöglichkeiten vor Ort.
Uns viel sofort auf, dass Kambodscha eher Indien, als Thailand ähnelt und hier alles viel viel billiger ist, als in unserem vergangenen Reiseland.
1. Februar 2020
Unser erster Tag in der Tempelanlage um Angkor Wat startete. Morgens kauften wir uns zwei 3 – Tage – Tickets, Levi wurde umsonst hereingelassen. Dann startete die kleine Tour, die wir als erstes ausprobierten. Mab fuhr uns für 16$ und stellte uns außerdem pausenlos kaltes Wasser bereit. Am Morgen war es auf der Fahrt noch ganz schön frisch. Als erstes hielten wir beim „Angkor Wat“. Dieser Tempel ist bei weitem der bekannteste, aber auch der Vollste und der unspannendste von allen, die wir zu sehen bekamen. Besser gefielen uns zum Beispiel der „Bayon“ und der „Ta Phrom“ Tempel, die wir beide während unserer Entdeckungstour sahen. Insgesamt hätten wir uns den Komplex voller vorgestellt. Vielleicht lag es am Ausbruch des Corona Virus. Aber alles war so weitläufig, um sich aus dem Weg zu gehen. In der Mittagshitze kamen wir das ein oder andere Mal ganz schön ins Schwitzen, denn die Sonne knallte vom Himmel, was das Zeug hält. Leider waren viele Aufgänge und andere Bereiche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, was uns sicher den ein oder anderen schönen Anblick verpassen ließ. Zu sehen gab es aber dennoch genug!
Wir dachten übrigens vorher, dass die Tempelanlage in einem dichtem Dschungel „verborgen“ liegt. Der von uns vorgestellte Dschungel entpuppte sich allerdings als nicht so dichter Wald. War aber nicht weiter schlimm. Am Nachmittag übersprangen wir die letzten Tempel, weil Levi einfach keine Lust mehr hatte und ihm warm war. Ganz schön erschöpft kamen wir im Hotel an und ruhten uns den Rest des Tages aus.
Am nächsten Morgen stellten wir erschrocken fest, dass von unserer Kreditkarte 1.000$ abgebucht wurden. Ohne, dass wir etwas davon wussten. Das saß tief. Etwas frustriert begannen wir die Bank zu kontaktieren und zu überlegen, was wir tun sollten. Zuerst sperrten wir unsere Karte, weiteres konnten wir erst einmal nicht bewirken, weil die Bank an Sonntagen nicht sehr gut besetzt ist und das zuständige Personal erst am Montag erreichbar sei. Das hieß also abwarten und Tee trinken.
Zwei Tage nach unserem ersten Besuch in der Tempelanlage, fuhren wir wieder hin. Die große Tour stand auf dem Programm. Wir fingen am Eastgate an. Den ersten Tempel, den wir uns anschauten war der „Prasat Pre Roup“. Dann folgten Tempel, die hießen zum Beispiel „Eastern Mebon“, „Prasat Ta Som“, „Prasat Banteay Prei“ oder „Prasat Preah Khan“.
Tatsächlich können wir im Nachhinein gar nicht mehr wirklich sagen, welcher Tempel auf welchem Bild, was wir geschossen haben, zu sehen ist. Sooo sehr unterschieden sich sich nun doch nicht. Insgesamt haben uns aber alle Tempel sehr gut gefallen und wir sind zufrieden mit dem, was wir erlebt haben. Unser Highlight war denke ich der „Prasat Preah Neak Pean“. Dieser ist ein Wassertempel, den man nur erreicht, indem man über einen Steg läuft, der über einen See führt. Total naturbelassen und idyllisch.
Einen letzten Tempeltag haben wir nun noch über, denn man hatte bei dem 3 – Tages – Tickets die Möglichkeit, diese Tage innerhalb von 10 Tagen zu verteilen.
Am 4. Februar habe ich mir dann einen Wunsch erfüllt und war in Kambodscha mit einem Pferd ausreiten. Für eine Stunde ritten mein Guide und ich durch die ländliche Gegend Siem Reaps. Was ich sah machte mich zwischendurch traurig. Überall lagen so viele Berge Müll und die Häuser, an denen wir vorbeiritten, waren gerade etwas besser als Wellblechhütten. Das meiste Leben spielte sich draußen ab. Aber ich sah auch viele glückliche Kinder, die winkend hinter uns hergelaufen kamen. Ich war überwältigt davon, endlich wieder in einem Sattel zu sitzen und auf dem Pferderücken die Gegend zu entdecken. Das war ein tolles Gefühl!

Wir hatten zwar die Möglichkeit noch einen weiteren Tag lang die Tempel in der Umgebung zu erkunden, da unsere Karte immer noch gültig war, aber Levi hatte einfach keine Lust mehr darauf. In seinen Augen sah jeder Tempel gleich aus und wenn er das Wort alleine nur hörte, endete das meistens in einem Schreikrampf. Für uns war klar, das Kapitel Angkor Wat war für uns abgehakt und es wurde Zeit für etwas Neues. Wir wollten ja auch, dass Levi Spaß an dem hat, was wir unternehmen.























