07. Februar 2020
Wir gingen noch schnell frühstücken und wenig später saßen wir im Van, auf dem Weg von Siem Reap nach Pnohm Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. Dort wollten wir eine Nacht schlafen und am nächsten Tag weiterziehen. Nachdem wir angekommen waren, hatten wir Schwierigkeiten damit, unser Hotel zu finden. Wer hätte auch ahnen können, dass sich dieses IN einem Supermarkt befindet. Ganz schön schräg irgendwie…
Die Straße vor dem Hotel war die reinste Baustelle, es war laut, dreckig und staubig. Unser Zimmer war dunkel und gab einen ekeligen Geruch von sich. Die Kissen in den Betten waren von gelbbraunen Flecken übersät, sodass wir diese tatsächlich das 1. Mal auf unserer Reise austauschen ließen. Es dauerte aber eine ganze Weile, bis das Personal halbwegs saubere Kissen zusammengesucht hatte. In der gesamten Umgebung waren die Essenspreise deutlich teurer, als in Siem Reap, das Angebot allerdings um ein vielfaches schlechter. Wir aßen handgemachte Nudeln, die in einer Suppe schwammen und gingen dann schlafen.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Van nach Kampot. Die Fahrt war viel länger als erwartet, holprig und heiß. Nach Stunden kamen wir im Hostel „The Easy Panda“ an. Die Atmosphäre war entspannt und es tummelten sich Volunteers und Reisende aus aller Welt. Es gab einen Rollerverleih, einen Billiardtisch, verschiedene Freizeitangebote und ein Restaurant. Dieses war auch nötig, denn das Hostel liegt einige Kilometer vom Zentrum entfernt und weit und breit gab es keine Alternative, um schnell an Essen zu kommen. Wir bezogen unseren Bungalow und wurden kurz darauf von den dort lebenden Hunden und Katzen begrüßt. Der weiße Hund namens „Panda“ hatte vor kurzem das Pfötchen geben gelernt und verbrachte nun die Zeit damit sein neues Kunststück bei jeder Gelegenheit vorzuführen. Levi war davon ganz angetan und verbrachte viel Zeit mit dem Hund. Auch eine der Katzen wurde von Zeit zu Zeit immer zutraulicher. Es endete dann damit, dass sie durchgehend versuchte, sich in unseren Bungalow zu schleichen.
Am Abend saßen wir in der schön angelegten, beleuchteten Anlage und fühlten uns pudelwohl. Die Mitarbeiter waren alle sehr kinderlieb und so fand sich immer jemand, der Lust hatte sich mit Levi zu beschäftigen, was zwischendurch ganz cool für Nils und mich war.
09. Februar 2020
Mittags machten wir uns auf den Weg ins Zentrum vom Kampot. Dafür fuhren wir mit einem Tuktuk, weil die Roller vergleichsweise recht teuer waren. Wir liefen durch die Straßen der Altstadt und bekamen mit der Zeit die Hitze richtig zu spüren, die Sonne knallte nur so vom Himmel. Wir kauften Müsli, Obst und Sojamilch und gingen danach Mittagessen. Zum Nachtisch gab es eine Kugel Sorbet, welches wunderbar nach Maracuja schmeckte und eine nette Erfrischung darstellte.
Im Laufe des Tages bekamen wir die frohe Botschaft, dass die Bank unseren Schaden überprüft hatte. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Betrug handelte und wir die 1.000 Dollar zurückerstattet bekommen. Darüber freuten wir uns natürlich sehr. Jetzt mussten wir uns nur noch darum kümmern, dass wir an die neue Kreditkarte herankamen. Das dies ein langer Weg werden würde, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
In den kommenden Tagen buchten wir unsere Weiterreise nach Südkorea und Tokio. Von dem Plan nach China zu reisen, hatten wir uns leider in den vorherigen Tagen schon verabschiedet, denn die Corona Situation im Land schien nicht unter Kontrolle zu sein und nachfolgende Länder würden uns sicher nicht einreisen lassen, wenn wir kurz zuvor im „Seuchenherd“ waren.
Wir arbeiteten viel am Blog, spielten und fuhren einige Male ins Zentrum von Kampot, um zu Essen und einzukaufen. An einem Abend saßen wir in einem Restaurant. Die beiden Kinder der Besitzer waren ebenfalls vor Ort und somit hatte Levi Kinder zum Spielen. Darüber freut er sich meistens sehr. Ist natürliche auch eine schöne Abwechslung, wenn er sonst immer „nur“ Mama und Papa um sich hat. Als wir nach dem Essen das Restaurant verließen und dabei die Straße überquerten, riss plötzlich meine rechte Sandale kaputt, die ich bereits in Thailand mit Sekundenkleber geflickt hatte. Diese waren schon sehr alt und längst ausgelatscht und so schluppte ich nun die Straße entlang. Kurz darauf fanden wir glücklicherweise einen kleinen Laden, in dem wir nicht nur neue Schuhe fanden, sondern auch direkt noch Caps und Souvenirs kauften. Danach gingen wir am Fluss spazieren und schauten uns die vielen bunt beleuchteten Brücken an, die über das Wasser ragten, bevor wir zurück ins Hostel fuhren.

17. Februar 2020
Mitte Februar war unsere Zeit in Kampot dann auch schon wieder vorbei und wir fuhren zurück in die Hauptstadt des Landes. Diesmal waren wir schlauer und buchten uns ein anderes Hotel. Zwar lag das auch an einer hoch frequentierten Straße, auf der sich sämtliche Tuktuk – Fahrer tummelten und einem regelmäßig die Frage den Balkon hoch brüllten, ob man zufällig mit dem Tuktuk fahren wollen würde, aber das Zimmer war schön eingerichtet, mit einem gemütlichen Bett ausgestattet und es schimmelte nicht. Auf dem Dach befand sich sogar ein Minipool. Abends liefen wir die Straße entlang und entdeckten kurz darauf einen Platz, um den herum viele Stände standen, die Essen und Getränke anboten. Auf dem Platz selber standen kleine Stühle, Tische und lagen Matten. Überall konnte man Platz nehmen, dem Treiben zusehen und sich den Bauch für wenig Geld vollschlagen. Das Essen schmeckte dazu besonders gut.

18. Februar 2020
Nachdem wir unsere Karten fertig geschrieben hatten, machten wir uns auf den Weg zur Post und brauchten eine ganze Weile, bis wir endlich im richtigen Gebäude, am richtigen Schalter standen.
Wir kauften Briefmarken, klebten sie auf und warfen die Karten in die dafür vorgesehene Postbox. Danach wollten wir zu einem Supermarkt laufen und kamen dabei an einem großen Spielplatz vorbei. Levi freute sich sehr darüber und tobte sich so lange aus, bis er so durchgeschwitzt war, dass eine Trinkpause folgte. Der Supermarkt im Anschluss stellte sich als extrem teuer heraus, weshalb wir eine Planänderung machten und zu einer Bäckerei fuhren. Wir wollten uns nämlich mit Proviant für den nächsten Tag eindecken.

Am Abend machten wir für 8$ pro Person (Levi frei) eine Sunset Cruise auf dem bekanntesten Fluss hier, dem Mekong. Wir hatten einen gemütlichen Abend mit einem grandiosen Sonnenuntergang und einem tollen Blick auf die Skyline von Phnom Penh. Außerdem sahen wir einige Häuser, die nahe des Flusses auf Stelzen gebaut waren, schwimmende Kinder und arbeitende Erwachsene. Nach der Schifffahrt gingen wir wieder zu dem Platz vom Vorabend und nahmen wiederholt auf einer der ausgebreiteten Matten Platz. Wir aßen Reis und Nudeln und Levi rannte mit anderen Kindern über den Platz.
In letzter Zeit machten wir unser immer mehr Gedanken, um unsere Zukunft und schmiedeten neue Pläne. Wir waren gespannt, wo uns unser Weg hinführen würde. Uns war aber klar, dass es nicht so weiter gehen konnte, wie vor unserer Reise und wir etwas ändern müssen.
Und auch, wenn viele immer denken, dass so eine Reise der reinste Urlaub ist. Das ist es (leider) nicht. Es ist vielmehr ein Alltag, nur dass dieser in fremden Ländern und mit mehr Freiheit als in Deutschland stattfindet. Aber wir müssen uns trotzdem ständig um etwas kümmern und unsere Tage planen. Nicht, dass wir uns beschweren wollen, wir sind mehr als zufrieden mit unserer momentanen Situation und überaus dankbar, all das erleben zu dürfen, aber es ist eben nicht immer nur alles toll und schön.





