#62 Weihnachten in Griechenland

17. Dezember 2020

Unsere Gruppe zog weiter Richtung „Gythio“, zum „Dimitrios Shipswreck Beach“. Nebenbei ist Gythio ein niedliches kleines Dorf, es gibt einen sehr gut sortierten Supermarkt mit großer Auswahl („My market“) und ein paar Restaurants entlang des Ufers. Am neuen Stellplatz angekommen, erwarteten uns viele Camper. So viele hatten wir seit dem „Elea Beach“ nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Die Atmosphäre war entspannt, der feine Sandstrand schön, im Meer ragte ein riesiges, rostiges Schiffswrack aus dem Wasser. Wir verbrachten einen Tag am Strand, auch Guido stoß einen Tag später wieder zu uns. Außerdem lernten wir ein weiteres Pärchen mit ihrer kleinen Tochter kennen. Zusammen mit Niklas und Andi ging ich zum Strand und wir sammelten innerhalb von einer Stunde vier große Säcke voll Müll zusammen. Wir fanden Plastik, Flaschen, Dosen, Toilettenpapier, Tampons, Zigaretten, Schuhe, eine Glühbirne, einen Dreizack und vieles, vieles mehr. Traurig, was der Mensch da anrichtet!

Am Ende unseres Aufenthaltes hier realisierten wir, dass unsere Weihnachtsgeschenke wohl nicht mehr rechtzeitig ankommen würden. Mel gab uns den Tipp, dass sie im Dorf einen kleinen Spielwarenladen gesehen hatte. Bei diesem fuhren wir zusammen mit Natascha vorbei und hatten Glück, dass wir auf Grund der Sprachbarriere sogar in den Laden gehen und einkaufen durften. Normalerweise wäre höchstens ein außer Haus Verkauf erlaubt gewesen. Wir wurden schnell fündig und verstauten die Einkäufe sicher im Van.

Unser darauffolgender Plan bestand darin, ein Ferienhaus zu mieten. Denn in der letzten Zeit sprachen wir immer wieder davon, dass ein gemeinsames Weihnachtshaus doch etwas Tolles sein könnte. Wir buchten ein großes Haus in „Xylokastro“, in das wir wenige Tage später eintrudelten. Mel und Dietmar waren mit den Kindern schon voraus gefahren, um das Haus zu übernehmen und abzuchecken. Leider erwartete uns dann eine fürchterliche Überraschung vor Ort. Über Nacht wurde deren Wohnmobil aufgebrochen und tagsüber, während alle einkaufen waren, wurde auch noch ins Haus eingebrochen. Was für ein „Sch***“! Die Stimmung war im Keller, keiner wusste so richtig wohin mit sich und unser Bauchgefühl sagte, dass dies nicht unser lang erträumtes Weihnachtshaus werden würde. Wir schliefen eine Nacht in der Nähe des Hauses und überlegten am nächsten Morgen hin und her, was wir tun sollten. Mittlerweile hatten wir den 23. November, am nächsten Tag wollten wir eigentlich gemütlich zusammensitzen, den Baum schmücken, den Kamin anfeuern und lecker Essen. Das alles schien in weiter Ferne, bis…

…wir ein anderes Ferienhaus fanden. Leider etwas zu klein für uns alle, aber mit einem großen Gelände, einem gesicherten Zaun, zwei Bädern, Kamin.. was sollte da schon schief gehen?
Mel und Dietmar bevorzugten es im Wohnmobil zu schlafen, also buchten wir das Haus!
Wir übernachteten noch eine Nacht im Freien und fuhren am Weihnachtsmorgen zum Haus. Und die Freude war groß. Das Haus war modern, gemütlich und hatte alles, was wir brauchten. Wir bezogen die Zimmer und dann wurde die Waschmaschine nonstop befüllt. Bei drei Camperfamilien, insgesamt 11 Personen, kommt schon einiges zusammen :D.

Hatte also doch noch alles geklappt! Während wir Frauen uns einrichteten, stapfteNils los und organisierten ein paar Zweige, welche die Männer zu einem Weihnachtsstrauch zusammenbanden. Die Kinder bastelten Weihnachtsschmuck, die Lichterketten wurden aus den Campern geholt und schon stand unser wunderschöner Weihnachtsbaum. Na da hatte der Weihnachtsmann jetzt doch einen Ort, an dem er die Geschenke ablegen konnte.

Am Weihnachtsabend gab es Dhal und Rotis mit Reis, zum Nachtisch Eis mit Streuseln. Danach folgte die Bescherung. Die Kinderaugen strahlten, alle waren glücklich.

In den nächsten Tagen wurde sich viel mit dem neuen Spielzeug beschäftigt, wir feierten Nilsis Geburtstag, Niklas bastelte das Spiel „Wizard“, welches wir gerne zusammen spielten, wir kochten abwechselnd und machten Filmabende. Der beliebteste Platz war definitiv der, in dem einen gemütlichen Sessel, welcher direkt neben dem warmen, prasselnden Kamin stand.

30. Dezember 2020

Als die Zeit in dem Ferienhaus vorbei war, verbrachten wir eine Nacht alleine neben einer winzigen Kapelle und wollten uns am nächsten Tag mit allen am „Vlychada Beach“ wiedertreffen.

Dies war die wohl aufregendste Abfahrt, die wir je hinter uns gebracht hatten. Die Serpentine verlief mitten durch die Berge und durch ein schmales Bergdorf. Über schlechte, baufällige, abgebrochene, enge Straßen. Vorbei an ungesicherten, extremen Abhängen. Steile enge Kurven taten ihr übriges. Ein Fehler und dann…?

Zum Glück ging alles gut! Aber als wir in der Dämmerung ankamen, fehlte jede Spur von den anderen. Außerdem gab es keinen Handyempfang, nirgendwo. Ich entschied in der Dunkelheit den Berg wieder hoch zu stapfen und nach Netz zu suchen. Es dauerte ewig, aber es klappte. Ich konnte Mel telefonisch erreichen und sie sagte mir, dass etwas dazwischengekommen ist und sie erst morgen ankommen würden. Ich war erleichtert und es hatte den Vorteil, dass ich sie schon mal über den Zustand der Strecke vorwarnen konnte, denn die anderen Fahrzeuge sind deutlich größer, als unseres!

Gleiches Spiel, wie an jedem Morgen; alle Fenster und Türen auf und abchecken, wo wir uns befinden. Und was soll ich sagen, wir waren sprachlos!
Wir standen in einer verborgenen Bucht auf kiesigem Untergrund, zu der nur diese eine Straße führte, von der wir gestern gekommen sind. Umgeben von grauen Felsen, die hier und da von Grün bewachsen waren. Wohl wilde Ziegen kletterten über die steilen Vorsprünge. Wie elegant das aussah! Das Wasser der Bucht war klar, aber für mich zu kalt zum Schwimmen. Wir hatten ohnehin die ganze Zeit traumhaftes Wetter, dafür dass es mitten im Winter war. Da will ich mich nicht beschweren! Man konnte den ein oder anderen Seeigel im Wasser erkennen.

Im Laufe des Tages trudelten Mel und Dietmar mit ihrem langen Wohnmobil („Niesmann + Bischoff Clou“) ein. Von Natascha und Niklas fehlte jede Spur. Wir wir später erfahren sollten, trauten sie sich den Weg nicht zu und sind vorsichtshalber umgekehrt.

An diesem Tag war Silvester, das wollten wir natürlich feiern. Abends aßen wir gemeinsam am Lagerfeuer, obwohl es nachts nun wirklich eiskalt wurde. Das Feuer wärmte uns. Wir machten Bleigießen, zündeten Wunderkerzen an, die Kinder tranken „Robby Bubble“, die Erwachsenen Alkohol. Der Sternenhimmel war klar und wir hatten einen tollen Abend, frohes neues Jahr!

An dem Ort konnte man einfach richtig gut sein. Es gab kaum Verpflichtungen, das Handy konnte man getrost in irgendeine Ecke stopfen. Wir fühlten uns so verbunden mit diesem Ort, dieser Natürlichkeit der Natur.

Wir spielten uns einmal durch die Spielesammlungen beider Familien, aßen jeden Abend zusammen, fuhren Skateboard, angelten und sahen Tagesbesuchern beim Klettern an den massiven Felswänden zu. Der wirklich einzige negative Aspekt an diesem Ort, war die Anzahl an vorhandenen Zecken. Den einen Tag zählten wir an Levi ganze 18 Zecken, bei Nils vier, bei den anderen auch einige. Nur Dietmar und ich blieben verschont. Also hieß es mindestens 1x am Tag: Körper auf Zecken durchsuchen, Yes!

Dort trafen wir übrigens auch auf die durchgedrehte Crew von @captainunicorn. Drei verrückte Amerikaner mit ihren beiden auf Reise adoptierten Hunden, die einen Weltrekord im Fallschirmspringen aufstellen wollen, checkt sie unbedingt mal bei Instagram oder Youtube aus!

Wiedergetroffen am „Fossil Forest“

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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