(Jetzt wieder in chronologischer Reihenfolge :D)
26. November 2020
Was hatten wir nur für eine wundervolle Zeit am „Elea Beach“…
Jedenfalls so lange, bis der Lockdown sich aufs ganze Land ausweitete und die Polizei das Gebiet immer mehr in den Blick nahm. Ihnen waren die Anzahl der Camper ein Dorn im Auge. Sie hatten aber auch keine richtige Lösung, wo all die Reisenden bei Fahrverbot und geschlossenen Campingplätzen bleiben sollten. Nach und nach fuhren sie durchs die Gegend und nahmen vorübergehend Leute (meistens Männer) fest, brachten sie aufs Revier und verhängten ihnen Bußgelder, um sie dann spät abends wieder zum „Elea Beach“ zu fahren. Was ein Akt! Bis heute habe ich allerdings von keinem der Betroffenen gehört, dass jemals ein Bußgeldbescheid am Wohnsitz angekommen wäre!
Allerdings ließen sich von dieser Situation viele verunsichern und beschlossen, ihr Glück an einem anderen Ort zu suchen. Am Ende blieben von unserer Gruppe zwei weitere Familien über. Insgesamt war es schon sehr leer geworden und die Polizei hatte sich auch schon ein paar Tage nicht blicken lassen, als wir entschieden diesen entspannten Ort zu verlassen. Ende November machten wir uns jeweils auf, zu getrennten Zielen. Die anderen beiden Familien fuhren den 1. Finger der Halbinsel Peloponnes runter, während wir uns auf den Weg in die Stadt „Kalamata“ machten. Da Weihnachten vor der Tür stand, ließen wir uns ein Paket von meinem Vater aus Deutschland mit Geschenken für Levi schicken. Laut Aussage der Post sollte dieses innerhalb von 9 Werktagen im Zielort ankommen. Also mieteten wir uns eine Wohnung außerhalb der Stadt. Diese war leider nicht mehr verfügbar und als Entschuldigung bekamen wir eine moderne Wohnung mit riesiger Dachterrasse mitten in „Kalamata“. Entschuldigung angenommen :D.
Unseren Van stellten wir etwas außerhalb der Stadt, auf einem kostenpflichtigen, bewachten Parkplatz ab und zogen in die neue Wohnung. Leider stürzte ich schon in den ersten Tagen ganz fies eine Treppe herunter und konnte mich danach kaum mehr bewegen. Der Rücken schwoll an und bekam blaue Flecken in verschiedensten Farben. Ich lag die kommenden Tage also mehr oder weniger nur rum, während Levi und Nils die Stadt unsicher machten. Sie gingen zum Hafen, aßen Eis und erkundeten alte, abgestellte Züge im „Railway Park“ um die Ecke. Am allermeisten genossen wir den Ausblick vom Dach, der zu jeder Tageszeit spektakulär war. Auf der einen Seite im Hintergrund die Berge, welche meistens wolkenverhangen waren, auf der anderen Seite das Mittelmeer, drumherum die Stadt. Abends ein wahrhaftes Lichtermeer.
Die Zeit verging schnell und am Ende war eines natürlich nicht da, das Paket. Es häuften sich die Meldungen in unserer Umgebung, dass weitere Päckchen unauffindbar waren.
Schien an Corona, dem schlechten Postnetz in Griechenland und viel zu wenigen Paketzustellern zu liegen und das auch noch mitten in einem Lockdown vor Weihnachten, während alle Läden geschlossen waren…Und wir mittendrin.
Wir entschlossen also, uns mit den beiden Familien wiederzutreffen, mit denen wir bis zuletzt am „Elea Beach“ ausgeharrt hatten, denn diese waren quasi auf dem Weg in unsere Richtung.
Am 08. Dezember trafen wir uns bei den „Polylimnio Wasserfällen“, bei schlechtestem Wetter wieder. Es war nass, kalt, stürmisch, der Untergrund matschig, die Umgebung dafür wunderschön. Da standen wir also inmitten von saftigen Wiesen, dichten Bäumen, dunkelgrünen Zypressen, in der Nähe von Wasserfällen. Diese schauten wir uns in einer der Regenpausen an. Es gibt verschiedene Wege, die man rauf und runter wandern kann. Außerdem einen Weg, bei dem man ganz schön klettern muss und ins Schwitzen kommt. Dietmar probierte es freundlicherweise für uns aus.
Die Wasserfälle waren wild, sehr naturbelassen mit milchig grün bis türkisem Wasser.
Wir genossen wiedermal die Zeit und freuten uns darüber, unsere Freunde wieder um uns herum zu haben. Die verregneten Tage verbrachten die Kids entweder draußen, auf einer Terrasse einer benachbarten leeren Hütte, für deren Benutzung wir die Einverständnis vom Besitzer hatten, oder in einem der Wohnmobile. Abends machten wir Lagerfeuer, solange es trocken genug war.
Während dieser Tage merkten wir einmal mehr, wie bescheuert es gewesen ist, dass wir keine Heizung im Van verbaut haben, denn wir hatten ganz schön mit der Feuchtigkeit zu kämpfen.
Langsam fuhren wir den 2. Finger von Peloponnes herunter, verbrachten nochmal zwei Nächte alleine an einer Klippe umgeben von großen Kakteen. Dort lernten wir ein weiteres Pärchen kennen, welches mit ihrem Overlander unterwegs ist, das ist eine richtige Maschiene! (ueberallpenner)
Am 14. Dezember machten wir einen kurzen Stopp in „Stoupa“. Dieses Dorf liegt direkt am Meer mit kleinen vorgelagerten Felsinselchen und ist total schnuckelig. Leider hatten auch hier die meisten Geschäfte zu. Trotzdem bestellten wir uns eine Pizza, ein Eis und konnten sogar Postkarten erwerben. Der weitere Weg führte uns durch die Berge, der Sonnenuntergang war wunderschön. In der Dämmerung kamen wir unserem neuen Stellplatz immer näher. Wir wollten uns mit unseren Freunden an einem alten, verlassenen Hafen treffen. Die Abfahrt war ganz schön schweißtreibend und wir uns nicht so sicher, wie gut der Van das mitmachen würde, da wir in den vergangenen Tagen bereits Probleme mit dem Motor hatten.

Als wir in ganzen Stücken unten ankamen, waren unsere Freunde noch nicht da. Es wurde dunkler und wir begannen uns Gedanken zu machen. Es dauerte noch eine ganze Weile, aber dann rollte erst die eine, später die andere Familie langsam, aber sicher die Zielgerade herunter.
Ankommen, kurz auspowern, essen, schlafen; eine immer wiederkehrende Routine nach langen Fahrtagen.
Als wir am nächsten Morgen die Fenster und Türen aufmachten, konnten wir unser Glück wiedermal nicht fassen. Wie schön ist bitte Griechenland?! Hinter uns ragten malerisch Berge empor, vor uns befand sich eine steinige Klippe und glasklares, türkises Meer. Erstmal die Drohne steigen lassen.. 😀
Die Tage gingen viel zu schnell vorbei. Ein Teil der Gruppe kletterte zu den zahlreichen Höhlen, die sich in den Felsen hinter uns befanden, wir gingen baden, aßen gemeinsam. Übrigens waren die Sonnenuntergänge hier atemberaubend.
Wir lernten Guido kennen und machten Lagerfeuer. Spätestens seit der Bekanntschaft mit ihm sind Lagerfeuer quasi zu einem festen Abendritual geworden. Inspiriert von Guidos Ausrüstung fingen unsere Männer in den nächsten Tagen an, Sägen und Beile zu kaufen und immer einen kleinen Holzvorrat bei sich zu führen.



































