24. August 2019
Am Vortag zogen Kim und Gabi spontan zu uns in die Unterkunft, denn sie wollten ihr Visum in Lovina verlängern. Somit kamen wir auf die Idee, die nächsten Tage mehr oder weniger gemeinsam zu verbringen. Wir freuten uns darauf, die beiden wiederzusehen und setzten uns am ersten Abend erneut gemeinsam zusammen, um das ein oder andere Bierchen zu genießen.

Am nächsten Tag starteten wir recht früh zu einem Ausflug zum Sekumpul Wasserfall. Diesen erreichten wir nach etwa einer Stunde Fahrt mit dem Roller. Allerdings war der Anfahrtsweg nirgends genau beschildert und deswegen eierten wir noch eine ganze Weile hin und her, probierten verschiedene Trampelpfade aus, fuhren mit dem Roller schmale steile Wege herunter, um dann von Einheimischen vertrieben zu werden und landeten letztendlich etwas genervt wieder oben bei einem Parkplatz. Ziel des Ganzen war es, so nah wie möglich an den Wasserfall heranzukommen, damit wir nicht so weit laufen mussten :-D.
Dies funktionierte leider nicht so richtig, da die Einheimischen versuchten Geld zu verdienen, indem sie Touristen vom Parkplatz zum Wasserfall bringen. Wir gaben auf und machten uns zu Fuß auf den Weg. Unten angekommen erwartete uns die nächste unschöne Überraschung. Nämlich der Eintrittspreis. Pro Person sollte dieser 8 Euro kosten, was unserer Meinung nach viel zu viel war und in keinem Verhältnis zu den anderen Wasserfällen stand, die wir bisher entdeckt hatten. Etwas verärgert entschlossen wir aber dennoch den Preis zu zahlen, da sonst die Anfahrt total umsonst gewesen wäre und es auch schon zu spät war, um zu einem anderen interessanten Ort zu gelangen.
Wir bekamen einen Guide an unsere Seite, zogen uns auf einer wirklich gewöhnungsbedürftigen Toilette schnell unsere Badesachen an und machten uns dann an den Abstieg. Am Anfang kam man an einer kleinen Aussichtsplattform vorbei, von der aus man einen schönen Blick auf den tosenden Wasserfall hatte.
Anschließend warteten wirklich viele Treppen auf uns und in uns kam der Gedanke hoch, wie wir Levi denn dort jemals wieder hochbekommen sollten. Unten angekommen gab uns unser Guide wilde Bananen die überall wuchsen und in die wir herzhaft rein bissen. Jedenfalls einen kurzen Moment, denn dann stellten wir fest, dass sich in den Bananen lauter große schwarze Kerne befanden, die das ganze echt ungenießbar machten. Dazu kam ein sehr mehliger Geschmack und wir warfen die Bananen in das nächste Gebüsch, irgendein Affe würde sich sicherlich freuen.
Unten angekommen wateten wir zuerst durch einen kleinen Wasserlauf. Hin zu einem der verborgeneren Wasserfälle. Leider tummelten sich dort viele andere Touristen und das Wasser war saukalt. Schön anzusehen war es aber trotzdem. Die drumherumliegenden Felswände waren von Blättern und Farn bewachsen und ein paar Äffchen kletterten vorbei. Kurz bevor wir weitergehen wollten schien dann für einen kleinen Moment die Sonne und seitlich des Wasserfalls tauchte ein schöner Regenbogen auf.
Danach gingen wir zu der „Hauptattraktion“, dem Sekumpul Wasserfall. Dort waren sogar noch mehr Menschen, die sich alle drängten, um ein möglichst schönes Foto zu bekommen. Auch wir wollten unser Glück versuchen, stürzten uns in die Masse und waren gerade dabei die Felsen hochzuklettern, als Levi es sich anders überlegte und zurück wollte. Das Wasser, welches vom Wasserfall zu uns spritze, war ihm zu kalt. Deshalb beschlossen wir dazu, uns auf den Rückweg zu machen. Kim und Gabi blieben noch einen Moment unten. Wir wollten uns einfach später beim Roller treffen. Wir dachten außerdem, dass wir bestimmt ewig für den Aufstieg der unzähligen Treppen brauchen würden. Aber Levi überraschte uns sehr. Er flitzte die Treppen nur so hoch und beschwerte sich nicht ein einziges Mal. Er brauchte keine einzige Pause und kam oben an, als ob nichts gewesen wäre. Nils und ich waren erstaunt, denn für uns war der Weg rauf weitaus anstrengender und schweißtreibender.
Wir wollten noch vor Sonnenuntergang zurück sein, da die Straßen teilweise nicht ohne waren und deshalb machten wir uns zügig auf den Weg, nachdem wir Kim und Gabi wiedertrafen.
Auf dem Rückweg hatten wir dann zwei weitere unschöne Momente. Der erste überraschte uns in einer steilen Kurve, denn mitten in dieser lag ein kleines Holzstück, in das drei Nägel geschlagen waren. Dieses lagen so auf der Straße, dass man mit dem Reifen problemlos durchgefahren wäre. Erschrocken hielten wir an, um unsere Freunde zu warnen, die hinter uns fuhren. Glücklicherweise passierte nichts, aber wir tauschten uns kurz darüber aus. Leider blieben wir einen Moment zu lange stehen, denn plötzlich stand ein Rudel Hunde um uns herum, welches wir gar nicht kommen sahen. Sie bellten, fletschten die Zähne und fingen an nach uns zu schnappen. Wir reagierten schnell und gaben ordentlich Gas, um dort wegzukommen. Die Hunde rannten schnappend hinter uns her und ich musste sogar mein rechts Bein hoch strecken, um nicht gebissen zu werden. Letztendlich aber waren wir schneller als die Hunde und sind gut dabei weggekommen. Der Rest des Weges verlief dann zum Glück entspannter. Wir fuhren durch wunderschöne Natur und den Abend ließen wir erneut im veganen „Ajianom“ ausklingen.
Später stießen wir auf eine weitere Sache, die uns wirklich ärgerte. Nils und Kim wurden darauf aufmerksam, dass die Zulassung unseres gemieteten Rollers schon seit Anfang des Jahres abgelaufen war und wir also mit einem Roller herumfuhren, der gar nicht auf der Straße benutzt werden durfte. Wenn uns die Polizei angehalten hätte, wäre bestimmt mächtig Ärger auf uns zugekommen oder entsprechende „Bußgelder“ hätten gezahlt werden müssen. Zu doof, dass wir darauf bei der Übergabe nicht geachtet haben. (Das ist mittlerweile zum Glück anders. Wir überprüfen fast schon zu akribisch den Zustand des Rollers und die notwendigen Papiere inklusive Fotos machen und Co, wenn wir uns wieder einen Fahrzeug mieten.)
Nach dem Abendessen fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft und beschwerten uns bei dem Manager, der uns versicherte, dass er sich morgen darum kümmern würde.
25. August 2019
Am nächsten Morgen trafen wir die Frau wieder, die uns den Roller ausgehändigt hatte und zeigten ihr unseren Fund. Diese wirkte sehr unbeeindruckt und brachte uns wenig später einen neuen Roller. Wir checkten ihn und fühlten uns nicht ernst genommen, als wir sahen, dass auch dieser Roller ohne gültige Papiere ankam. Da sie uns keinen weiteren Roller anbieten konnte, forderten wir das bereits im Vorfeld gezahlte Geld zurück. Anfangs war sie nicht bereit es uns zu geben und händigte uns die Scheine erst nach einer langer Diskussion aus. Na das lief ja großartig. Da wir nun ohne fahrbaren Untersatz dastanden, eigentlich aber einen Ausflug nach Lovina machen wollten, ging Nils los und organisierte uns auf der Straße einen Roller MIT gültigen Papieren.
Etwas gestresst starteten wir dann in den Tag und fuhren als erstes zur „Buda Bakery“, um etwas zu essen. Und was sollen wir sagen, bei dem Ambiente, dem tollen Service und dem leckeren Essen war unsere schlechte Laune schnell verschwunden. Wir saßen auf der Terrasse im oberen Stockwerk, mit einem tollen Blick auf die umliegenden Berge. Mit vollen Mägen machten wir uns auf den Weg, um Lovina zu entdecken. Zuerst fuhren wir zum Strand, stellten unseren Roller ab und schlenderten an der Promenade entlang. Besonders sehenswert waren die Shops, der Strand oder die Delfinstatur allerdings nicht, sodass wir relativ schnell zurück gingen. Stattdessen begaben wir uns auf die Suche nach einem Schnorchel und einer Maske, da wir unsere zu großen Vollgesichtsmasken aus Platzmangel in Deutschland lassen mussten. Wir wurden in einem kleinen Markt fündig, nahmen die günstigste mit und fuhren zurück zu unserer Unterkunft.

Dort trafen wir Kim und Gabi wieder, die den Tag auf der Immigration und mit Essen verbracht hatten und erzählten ihnen von unserem Tag. Lieber weise boten die beiden uns für die nächsten Tage an, dass wir einen ihrer Rollern nutzen dürfen. Denn sie hatten sich für den gesamten Aufenthalt auf Bali zwei Roller gemietet und fuhren damit um die Insel. Da sie vor Ort aber nur einen Roller brauchten, bekamen wir den anderen. Wir waren unendlich dankbar und nahmen ihr Angebot gerne an. So mussten wir uns für den Moment nicht mit weiteren Vermietungen herumärgern. Nils ging nochmal durch die Gegend und organisierte zwei Helme für uns, denn ohne wollten wir nicht fahren. Für Levi haben wir sowieso von Anfang an einen Fahrradhelm aus Deutschland mitgenommen, das war also kein Problem.
Am Abend sind wir dann gemeinsam zu einer Art Kirmes gefahren, die wir am Vortag beim Vorbeifahren entdeckt hatten. Es gab viele Essensstände, Karussells und eine Bühne mit Musik und Unterhaltungsprogramm. Die Stimmung war ausgelassen, Levi aß Zuckerwatte und probierte sich durch die verschiedenen Angebote. Besonders hat ihm ein Spiel gefallen, bei dem er Flummis durch Nägel durchrollen lassen musste. Wenn dieser dabei in keines der vorhandenen Löcher fiel und unten ankam, hat er die Süßigkeit beziehungsweise das Getränk erhalten, vor dem der Ball zum Stillstand kam.
Als Levi müde wurde, machten wir uns auf den Rückweg. Was für ein schöner Abschluss vom Tag.









