#25 Wundervolles E L L A !

09. Oktober 2019

Als wir aufwachten war alles nass. Wir hatten eine feuchtkalte Nacht hinter uns. Vor lauter Regen kam die Feuchtigkeit gar nicht mehr aus dem Zimmer heraus und eine Heizung gab es nicht. Irgendwie ungemütlich, aber wir machten das Beste daraus.

Dafür erwartete uns ein geniales Frühstück. Es gab lauter verschiedene Gebäcke und landestypische Speisen, dazu Obst und Tee. Wir aßen uns tüchtig satt und hatten noch so viel über, dass wir uns die Reste als Proviant für den Tag einpackten. An diesem Tag fuhren wir gleich zwei Mal mit dem Tuktuk zum Zugbahnhof. Wir hatten gelesen, dass der Streik vorbei war und die Züge wieder fahren. Deswegen wollten wir uns direkt Fahrkarten kaufen, um gute zusammenhängende Plätze zu bekommen.

Als wir das erste Mal am Ticketschalter aufkreuzten, wurden wir darum gebeten, einige Stunden später wiederzukommen. Die Züge fuhren zwar wieder, das System aber war abgestürzt. Und so lief im Büro gerade gar nichts.

Wir nutzen die Zeit, um unsere Online – Anträge für das indische E – Visum auszufüllen. Die Internetseite hängte sich ständig auf und beim Bezahlen brach die Verbindung immer wieder ab. So mussten die drei acht-seitigen Anträge mehrfach neu ausgefüllt werden. Was die auch alles wissen wollten war unglaublich. Nach Stunden gelang es uns die Anträge erfolgreich hochzuladen und zu bezahlen. Nun fehlte uns nur noch die Bestätigung darüber, dass die Visa bewilligt waren. Diese sollten wir innerhalb von 72 Stunden per Mail erhalten.

Nachdem wir die Bürokratie hinter uns hatten fuhren wir erneut zum Bahnhof und konnten dieses Mal auch unsere Tickets für die 2. Klasse kaufen. Eine Stunde vor Abfahrt sollten wir uns am Abreisetag am Bahnhof einfinden. Und wir freuten uns jetzt schon darauf.

Gegen Abend gingen wir zur „Hauptstraße von Ella“. Alles war beleuchtet und es sah so schön weihnachtlich aus. Wir fühlten uns ein bisschen so, als seien wir in Österreich oder in der Schweiz unterwegs. So Mitten in den Bergen. Wir setzen uns in eines der Restaurants, aßen zu Abend und gingen dann langsam ins Bett.

10. Oktober 2019

Wir starteten unsere erste Wanderung im zauberhaften Ella. Von der Unterkunft aus gingen wir die Schotterstraße entlang und bogen irgendwann links auf einen Trampelfahrt ab. Dort liefen wir an einem See vorbei und wanderten einen Berg hinauf. Auf dem Weg befanden sich ein paar Unterkünfte mit unschlagbarer Aussicht und kleine Shops, die kühle Getränke an durstige Wanderer verkauften. Viele Stufen aus rotem Lehm, auf denen wir uns unsere Schuhe total verdreckten, führten wieder vom Berg herunter. Ganz schön rutschig war das, kein Wunder bei dem ganzen Regen in der letzten Zeit.

Unten angekommen standen wir direkt vor der „Nine Arches Bridge“. Während der Wanderung konnten wir schon den ein oder anderen Blick auf die Brücke erhaschen, aber wenn man so direkt vor ihr steht, sieht sie schon beeindruckend aus. Die alte Brücke ist immer noch intakt und täglich rollen Züge über sie hinweg. Da diese aber nur selten und dazu noch recht langsam fahren, stellt es keine Gefahr dar, auf den Schienen entlang zu spazieren. Die Brücke bietet eine entzückende Kulisse und ist umgeben von Teeplantagen und Bäumen. Am meisten Freude hatte Levi daran, die Gleise entlang zu laufen und durch den Tunnel zu gehen, der sich am hinteren Ende der Brücke befindet.

Außer uns waren einige andere Touristen da, überfüllt war es aber lange nicht. Zurück nahmen wir den gleichen Weg, wie auf dem Hinweg und setzten uns noch in ein Café. Von unserem Tisch aus genossen wir ein tolles Panorama, mit Blick auf die Brücke. Wir sahen sogar einen roten Zug vorbeifahren, während wir Tee und Kakao tranken. Wem die Wanderung übrigens zu anstrengend ist, kann sich auch gemütlich mit einem Tuktuk die Berge rauf und runter fahren lassen. Den lehmig matschigen Weg hat man aber trotzdem vor sich. Alternativ könnte man auch einfach den Schienen aus dem Ortskern heraus folgen. Das haben wir allerdings nicht ausprobiert, denn unsere Unterkunft lag ideal in der Nähe der Brücke.

Als wir zurück in unserem kleinen Baumhaus waren, änderte sich das Wetter und vor lauter Nebel konnten wir kaum noch unsere Hand vor den Augen sehen. Den Rest des Tages regnete es mal wieder, deswegen blieben wir wo wir waren. Am Abend trieb uns der Hunger wieder raus in das ungemütliche Wetter. Wir gingen die Straße entlang und fanden neben dem ein oder anderem teureren Restaurant einen ganz kleinen Verschlag, in dem es scheinbar Essen gab. Zwei überaus freundliche Männer begrüßten uns und boten uns Bratreis oder Nudeln an. Etwas anderes gäbe es nur Mittags. Die Preise waren unschlagbar und wir bestellten uns drei Portionen. Dazu bekamen wir Getränke geschenkt und einer unserer Gastgeber fuhr extra nochmal los, um uns einen bestimmten Joghurt als Nachtisch zu besorgen. Auch dafür wurde nichts berechnet, die beiden wollten uns einfach eine Freude machen. Wir unterhielten uns ein bisschen, was aber gar nicht so leicht war. Denn wenn die Menschen in Sri Lanka Englisch sprechen konnten, hatten sie meistens auch einen starken unverständlichen Akzent.

11. Oktober 2019

Nach einem weiteren leckeren Frühstück, welches jeden Morgen variierte, brachen wir wieder früh zu einer Wanderung auf. Wir wollten auf den „Little Adam’s Peak“. Auf dem Weg dorthin waren vielen Teeplantagen, ein paar kleine Stände, an denen die berühmte „King Coconut“ verkauft wurde und eine Zipline – Station. Dann wanderten wir einige Treppen herauf, einen Trampelpfad entlang und standen oben auf dem Gipfel. Man konnte außerdem eine „langgezogene Bergzunge“ entlanglaufen. Wir entschieden uns aber dagegen, weil uns die Gefahr bei dem aufkommenden Nebel zu groß war. Trotz Nebel war die Aussicht einmalig. Wir sahen einen Wasserfall, einen Hubschrauberlandeplatz, kleine Häuschen, Straßen und viel grün. Als wir gerade am picknicken waren, fielen die ersten Tropfen und der Nebel wurde immer dichter. Deshalb machten wir uns auf den Rückweg.

Eins hatten wir gelernt, zu dieser Jahreszeit musste man an diesem Ort früh aufstehen, um noch etwas vom Tag zu haben. Denn am frühen Nachmittag zog es sich während unseres Aufenthaltes jeden Tag zu. Zum Mittagessen gingen wir wieder ins das Lokal vom Vorabend. Erneut gaben sich die Männer unglaubliche Mühe. Am Ende unseres Besuches bekam Levi sogar noch eine Packung Kekse geschenkt.

Am Abend verkündete unser Gastgeber uns seine frohe Neuigkeit. Sein Tuktuk war wieder repariert und er bestand darauf uns kostenlos durch die Gegend zu kutschieren. Also fuhren wir los, um ein paar Dinge zu besorgen und unsere bewilligten Visa auszudrucken, die mittlerweile angekommen waren. Währenddessen kaufte unser Gastgeber Levi sogar noch ein Geschenk. Es war ein Auto, welches sich wild drehte und laute Musik von sich gab. Unterwegs schlug der Gastgeber vor, dass Nils sich ans Steuer setzt und uns ein Stück durch die Gegend fährt. Er bekam eine kleine Einweisung und dann ging die holprige Fahrt weiter. Nils schlug sich ganz gut und als wir beim nächsten Stopp anhielten, wollte Levi natürlich auch mal fahren. Also durfte er auf dem Schoß sitzen, Gas geben und lenken. Auf dem Rückweg hielten wir wieder bei unserem neu erkorenen Lieblingsrestaurant und schlugen uns abermals mal die Bäuche voll. Als Nachtisch gab es heute saftige Papaya.

Zurück in der Unterkunft war Nils mittlerweile total von der anhaltenden Feuchtigkeit genervt. Unsere ganzen Sachen waren feucht, nicht mal unsere Handtücher trockneten und es war keine Freude sich abends ins nasse Bett zu legen. Dafür sahen wir vom Balkon aus aber ganz viele Streifenhörnchen, die in den Bäumen umherliefen. Immer auf der Suche nach Futter.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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