#47 Dong Hoi & Phong Nha

2. März 2020

Die dreistündige Zugfahrt von Hue nach Dong Hoi verging wie im Fluge. Dort angekommen mussten wir sieben Kilometer fahren, bis wir beim Hotel ankamen. Dort gab es kein Restaurant weit und breit und es erwartete uns eine laute Baustelle auf dem Dach. Wir brachten unser Gepäck in das wirklich schön eingerichtete Zimmer und gingen dann runter. Dort trafen wir auf eine super liebe, deutschsprechende Vietnamesin, die das meiste Jahr über in Berlin wohnt und gerade mit ihrem Mann zu Besuch bei ihrer Mutter ist. Der Besitzerin unseres Hotels. Sie bot uns an, dass wir die Hotelküche mitbenutzen dürfen und räumte uns ein Fach im Kühlschrank leer. Danach fuhr sie uns sogar noch zu einem großen Einkaufszentrum, in dem wir unsere Einkaufsliste abarbeiten konnten. Die Auswahl war ausgesprochen gut und wir freuten uns total aufs selber kochen. Allerdings verschoben wir das auf Morgen und nahmen uns für diesen Abend Burger mit in das Hotel. Wir waren einfach schon zu müde. Deswegen durfte Levi noch eine Runde auf einem Stofftierchen durch das Center fahren und dann nahmen wir uns ein Taxi zurück zum Hotel. Über „Get Your Guide“ buchten wir uns für den nächsten Tag eine Tour. Denn wegen folgendem sind wir extra hergekommen.

3. März 2020

Morgens um viertel vor 8 Uhr fuhr ein Van vor unserem Hotel vor und holte uns zu unserem Ausflug ab. Eigentlich stehen wir nicht so auf geführte Touren, in dem Fall kam es uns aber sinnvoll vor, um in einem Tag möglichst viel sehen zu können. Wir zahlten 60 Euro pro Person (17 Euro für Levi). Das ist eine ganze Menge Geld, war uns den Ausflug aber definitiv wert. So viel schon mal vorweg.

Wir holten noch andere Menschen ab und zwei Stunden später kamen wir bei unserem ersten Ziel im „Phong Nha Nationalpark“ an. Wir stiegen aus dem Bus, bekamen unsere Tickets und liefen etwa einen Kilometer weit einen Berg hoch. Trotzdem es so früh war und wir gerade noch gefroren hatten, kamen wir schnell ganz schön ins Schwitzen. Das war auf jeden Fall anstrengender, als gedacht! Oben angekommen akklimatisierten wir uns kurz und gingen dann zu dem Eingang der ersten Höhle. Wir befanden uns am Anfang einer riesig großen, trockenen Tropfsteinhöhle, welche man auf insgesamt 27 Kilometern durchlaufen konnte. Wir machten aber nur den kurzen Weg, der 1,5 Kilometer durch die Höhle führte. Als wir die ersten paar Treppen hinuntergingen, waren wir überwältigt von dem Anblick. Es war relativ leer und somit herrschte eine angenehme Stille, dazu war alles schön beleuchtet. Wir spielten „Formenraten“, indem wir nacheinander erzählten, was wir in den unterschiedlichen Felsformationen sahen. Dabei kamen unglaubliche Kreaturen zustande, aber auch Mönche, Drachen, Ritter und Krokodile. Alles Spannende eben.

Nachdem wir die erste Höhle verlassen hatten fuhren wir zum Mittagessen. Dieses war zwar sehr fleischlastig, aber die Tische waren reichlich gefüllt und es war für jeden etwas Leckeres dabei. Levi bediente sich großzügig bei den Pommes, die er sehr mag.

Nach dem tollen Mittagessen wurden wir auf zwei Boote aufgeteilt und fuhren einen Fluss entlang. Dabei sahen wir kleine Siedlungen, die am Wasser entlang errichtet waren. Viele Menschen holten vom Boot aus Seegras aus dem Wasser oder warfen Fischernetze aus. Andere standen mit hochgekrämpelten Hosen im Wasser und arbeiten von dort. Auch Kinder halfen bei der Arbeit mit.

Leider wurde das Wetter plötzlich schlechter, wir fingen an zu frieren und auch ein paar Regentropfen fielen vom Himmel, aber das schadete unserer Laune nicht.

Nach einer halben Stunde Fahrt mit dem Boot bogen wir in eine Flussmündung ab. Am Ufer waren immer wieder Sandstrände und das Wasser wurde langsam türkiser. Und dann befanden wir uns vor einer riesigen Felswand, in der ein kleiner Eingang war. Durch diesen floss das Wasser hindurch und wir machten uns mit dem Boot auf den Weg, hinein in die nächste Höhle.

Früher haben in der Höhle einmal Menschen gelebt, erzählte unsere Reiseleiterin. Je tiefer wir kamen, desto dunkler wurde es. Coole Atmosphäre! Auf dem Rückweg hielten wir an einer Bucht, stiegen aus und liefen den restlichen Weg zu Fuß zurück.

Auf dem Rückweg bekam Levi noch ein Eis. Außerdem schenkten ihm Mitreisende gekochte Eier, die er freudig verschlang. Auf der Rückfahrt am späten Nachmittag, schlief Levi dann ganz schnell auf meinem Schoß ein und auch Nils fielen die Augen zu. Ich schaute aus dem Fenster und sah den Regentropfen dabei zu, wie sie gegen das Fenster prasselten. Der Regen hatte sich nicht mehr gelegt.
Zufrieden gingen wir am Abend ins Bett und freuten uns über den schönen Tag.

Weniger schön war das Aufwachen am nächsten Morgen. Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir gemütlich ausschlafen und danach zum Strand gehen würden, der nicht weit entfernt war.
Doch aus unseren Plänen wurde nichts. Um halb acht Uhr morgens wurden wir von Lärm aus dem Schlaf gerissen, die Bauarbeiter waren fleißig am Gange und wir darüber etwas verärgert. Hätten die nicht noch ein Stündtchen warten können?
Außerdem regnete es immer noch ununterbrochen, sodass wir entschlossen, umzuplanen und anstelle dessen, einfach erst einen Film zu schauen und dann zurück in das uns bekannte Kaufhaus zu fahren. Dort hatten wir nämlich etwas entdeckt, was Levi gut gefallen würde.

Nachdem wir beim Supermarkt ankamen, gingen wir als erstes in ein Schreibwarenladen. Dort besorgten wir neues Malpapier, Wasserfarben und Pinsel. Denn wir hatten große Lust darauf, uns kreativ auszutoben. Levi bekam außerdem noch eine Trillerpfeife und ein paar neue Sticker. Nils und ich kauften heimlich noch einige neue „Legoteile“. In Südostasien gibt es Hersteller, bei denen man hochwertige Nachahmungen der Marke bekommt und dafür nur einen Bruchteils des Preises in Deutschland bezahlt. Da Levi gerade ein wenig im „Anna und Elsa“ Fieber ist, entschlossen wir uns dazu ein paar Pakete zu kaufen und sie ihm später als Überraschung zu geben.

Danach aßen wir eine Kleinigkeit und gingen dann in die Spielhalle, die wir bei unserem letzten Besuch entdeckt hatten.

Für zwei Euro Eintritt für Kinder (Erwachsene frei), konnten sich die Kleinen dort einen ganzen Tag lang austoben. Die Spielmöglichkeiten waren vielfältig und es gab genug Platz zum Spaß haben und Wild sein. Genau das Richtige bei so einem Regenwetter da draußen. Levi war happy und fand schnell einen neuen Spielkameraden. Einen Jungen, der in etwa in Levis Alter sein musste. Eine ganze Weile tobten sie herum.

Danach kauften wir ein paar Münzen und versuchten uns an den verschiedenen Spielautomaten, die im vorderen Bereich standen. Wir fuhren Auto und Motorrad, warfen Basketbälle in einen Korb, spielten eine Art Roulette und versuchten mit einem Greifarm Kuscheltiere aus einem Automaten zu ergattern.

Nachdem wir zurück im Hotel waren gaben wir Levi das neue Lego. Er freute sich sehr und sofort fingen wir an die einzelnen Elemente zusammenzubauen. Langsam mussten wir anfangen zu packen, denn am Abend noch wollten wir das Hotel verlassen und mit einem Nachtzug zu unserem nächsten Ziel fahren. Die Abfahrt wollten wir natürlich nicht verpassen, deswegen ging es um 12 Uhr nachts los, aber davon berichten wir euch dann beim nächsten Mal.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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