27. März 2020
Abends ging unser Flug von Bangkok nach Frankfurt am Main. Im Flughafen wurde sehr auf die Einhaltung der neuen Hygienevorschriften geachtet. Spätestens aber beim Einsteigen und Essen im Flugzeug waren alle vorherigen Sicherheitsmaßnahmen hinfällig. Der 12 stündige Flug verging schnell, aber wir bekamen nicht viel Schlaf. Wir stellten allerdings fest, dass ein längerer Direktflug definitiv angenehmer ist, als zwei kürzere Flüge.

Als wir in Frankfurt ankamen erwarteten wir Großes. Allerdings konrollierte uns niemand, keiner wollte bei uns Fieber messen oder fragte, wo wir hinwollen bezüglich einer Quarantäne oder ähnlichem. Wir holten erst unser Gepäck vom Band und dann unseren Mietwagen ab.
Im Anschluss fuhren wir nach Oldenburg. Auf dem Weg dorthin fielen uns die kahlen Bäume überall auf. Nichts war grün und während den kleinen Rastpausen spürten wir die Kälte. Das waren wir gar nicht mehr gewohnt.
In Oldenburg angekommen brachten wir den Mietwagen weg und stiegen in ein Auto um, welches uns von Nils Familie zur Verfügung gestellt wurde. Damit fuhen wir auf den alten Bauernhof von Nils Familie und begaben uns dort vorsorglich für zwei Wochen in Quarantäne, um niemanden zu gefährden.

29. März 2020
Es war wirklich ein komisches Gefühl wieder in Deutschland zu sein.
Wir waren traurig, dass wir all die Dinge, die wir uns während der kommenden Reise erwünscht hatten, so nun nicht mehr umsetzen konnten. Dabei wollten wir an so viele spannende Orte, nach China, Japan, Südkorea und auf die Phillipinen. Wir wollten unsere Freunde in Indien und auf Bali wiedersehen und endlich auch andere Teile Indonesiens entdecken. Wir wollten auf Safari in Afrika gehen und die Kultur der Menschen in Mittel- & Südamerika erleben..
Und nun verarbeiteten wir den Jetlag und dann fiel Schnee. Schnee…! Darauf waren wir in dem Moment überhaupt nicht eingestellt und prompt wurden wir, nach langer Zeit mit bester Gesundheit, in den nächsten Tagen krank.

Wir hatten wirklich keine Ahnung, wie es für uns weitergehen sollte und hofften einfach, dass die Situation sich bald normalisieren würde.
10. April 2020
Natürlich war die Situation nicht besser geworden, aber wir versuchten das Beste daraus zu machen. Wir bereiteten langsam ein paar Sachen für das Osterfest vor, das wir Levi zuliebe dieses Jahr nun doch zelebrieren wollten. Wir färbten Eier bunt, verzieren diese und backten Quark – Öl – Teig – Häschen.

Außerdem gingen wir in den „Hasbruch“, einen Wald direkt vor der Haustür spazieren und picknicken. Einmal sahen wir sogar ein Reh, welches eilig vor uns wegsprang.
Zwei Tage später war es soweit, das Osterfest stand an. Früh morgens stieg Levi in seine Gummistiefel, zog sich seine Jacke an, schnappte sich einen Korb und machte sich auf die Suche. Er fand lauter bunte Eier, Schokolade und sogar ein kleines Spielzeug hatte der Osterhase für Levi versteckt.
Nachdem unsere Zeit in Quarantäne um war, fingen wir langsam wieder damit an, Freunde zu treffen. Liebe Menschen, die wir nun seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen hatten.
Das machte die kommenden Wochen etwas erträglicher.
Wir nutzen die Zeit, um unsere alten zurückgebliebenen Sachen noch einmal neu zu sortieren, fingen an einem Morgen eine Maus mit einem Toaster und kümmerten uns um den Garten. Einmal fuhr Levi mit dem Rasenmähertrecker ausversehen durch einen Zaun, weil er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Der Zaun brach entzwei. Also musste dieser anschließend repariert und neu angeschstrichen werden.

Richtig langweilig wurde uns also nicht, trotzdem brannte es uns in den Fingern und wir wollten unbedingt wieder los.
Deswegen fassten wir um den 20. Mai den Entschluss, dass wir einen Roadtrip durch Schweden machten wollten. Denn Schweden hatte während der Pandemie seine Grenzen, als fast einziges Land, die ganze Zeit über geöffnet. Deswegen ergriffen wir die Chance und machten uns unverzüglich an die Planung.
Endlich hatten wir wieder einen kleinen Lichtblick und eine Reise, auf die wir uns freuen konnten!








