#52 Wildcampen in Schweden

23. Mai 2020

Die letzten paar Tage verbrachten wir damit, unser Auto zu packen und fuhren dann zu meinem Vater, der mit seiner Freundin gerade Zeit auf deren Campingplatz verbrachte.

Wir hatten uns seit Thailand im Dezember nicht mehr wiedergesehen und uns vieles zu erzählen. Papa gab uns letztes Campingequipment, welches uns noch fehlte. Dann schliefen wir die erste Nacht zur Probe in unserem Zelt. Wie aufregend!

Klappte ganz gut, obwohl es stürmte und regnete.

Am nächsten Tag packten wir wieder zusammen und fuhren nach Rostock. Dort suchten wir uns eine ruhige Ecke zum Übernachten. Am nächsten Morgen mussten wir früh beim Hafen sein und hatten keine Lust auf Stress. Da wir keinen Ort fanden, um unser Zelt aufzubauen, entschieden wir uns dazu, einfach auf einem Parkplatz im Auto zu schlafen. Levi lag hinten auf dem Rücksitz und Nils und ich jeweils vorne auf den Sitzen. War etwas ungemütlich, ging aber dennoch sehr gut.


Früh morgens legte die Fähre am 25. Mai ab und wir befanden uns auf dem Weg nach Schweden.
Im Vorfeld hatten wir uns eine Kabine gebucht und waren heilfroh darüber, denn so konnten wir die fehlenden Stunden aus der Nacht problemlos nachholen.

In Trelleborg angekommen machten wir uns direkt auf die Suche nach einem Wildcampingspot, um schnell und in Ruhe ankommen zu können. Aber wir fanden nichts. Nach einer Weile gaben wir auf und stellten uns auf einen Campingplatz in Falsterbo. Immerhin konnten wir hier eine moderne Küche mitbenutzen und warm duschen. Einen Spielplatz und andere Kinder gab es auch. Deswegen blieben wir die ersten Tage dort und stimmten uns auf unsere Rundreise ein.

Am 27. Mai stand ein Ausflug nach Malmö an. Mittags nutzen wir eines der Mittagsangebote und gingen bei einem Inder essen. Danach bummelten wir durch die Altstadt, kauften ein Kissen (für einen noch besseren Schlaf) und gingen in einen der Süßigkeitenläden. Leckereien soweit das Auge reicht, alle in verschiedenen Containern aufbewahrt und zum selber abfüllen. So kann jeder sich das einpacken, was er besonders gerne mag oder was er schon immer mal probieren wollte.

Das Prinzip dieser bunten Tüte gefiel uns gut und wir griffen ordentlich zu. Am Ende ließen wir stolze 14 Euro im Laden, gingen dafür aber auch mit einer prall gefüllten Tüte heraus.

Was uns in Malmö besonders positiv auffiel, war die Sauberkeit der Stadt und überall, wirklich überall waren kleine Grünstreifen, Spielplätze und Parks.

Nach dem schönen Ausflug gingen wir abends noch an den Strand in der Nähe des Campingplatzes und erfreuten uns an den bewachsenen Sanddünen und der rauen Landschaft. Wir steckten unsere Füße in den Sand und beobachteten Möwen. Allerdings nicht all zu lange, denn es war ganz schön windig und kalt.

Am 28. Mai machten wir uns auf den Weg Richtung Åhus. Über die App „Park for Night“ fanden wir schnell einige Stellplätze, die uns zusagten. Beim Suchen wurden wir allerdings anderweitig fündig. Wir fanden eine kleine Wiese, direkt am Strand. Drumherum nichts, als Wald und Meer. Nirgends waren Verbotsschilder angebracht. Damit war für uns klar, dass wir hier unsere Nacht verbringen möchten. Wir bauten unser Zelt auf und gingen dann an den Strand, um etwas zu kochen und zu essen. Als es dunkel wurde kuschelten wir uns in unser Zwei – Personen – Zelt und liefen schnell ein. In Begleitung vom Rauschen des Meeres.

Am nächsten Morgen standen wir erholt auf, packten unsere Sachen zusammen und starteten in den Tag. Schweden ist super camperfreundlich. Überall befinden sich Toiletten, Picknickplätze, Auffüllstationen für Wasser und Strom und und und.
Wir hatten Glück und in der Nähe unseres Schlafplatzes befand sich eine saubere Toilette. Diese wurde sogar regelmäßig gereinigt. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen, es kam extra ein Auto einer Reinigungsfirma angefahren, um sauber zu machen.

Nachdem wir uns frisch gemacht & gefrühstückt hatten, setzen wir uns an den Strand. Immer wieder kamen Spaziergänger, Jogger, Angler, Menschen mit Hunden vorbei. Auch eine Kindergruppe kam zum Spielen an den Strand. Sehr aktiv die Schweden.

Wir buddelten Levi in den Sand ein, spielten Ball und steckten unsere Beine in die kalte Ostsee.

Am Nachmittag machten wir einen Ausflug nach „Åhus“. Hier sollte es, so wurde uns gesagt, das beste Eis in Schweden geben. Das mussten wir probieren!
Der Weg zum Eisladen war schon ein Highlight. An der Kopfsteinplasterstraße standen rechts und links bunte, alte Häuser, welche von wunderschönen Blumen geziert waren. Richtig romantisch war das. Am Ende der Straße gelangten wir auf einen Platz, um den sich weitere niedliche Häuser befanden. Mitten auf dem Platz stand er, der „Torgkiosken“. Eine kleine, rundliche Hütte, vor der eine Lange Schlange voller Menschen wartete. Wir zogen eine Nummer und stellten uns an. Als wir an der Reihe waren, waren wir zuerst einmal überfordert. Es gab so viele Eissorten, die wir noch niemals zuvor probiert hatten. Außerdem gab es eine beschauliche Auswahl an riesengroßen frisch gebackenen Waffeln und unglaublich vielen abgefahrenen Toppings.

Als wir mit unserer Bestellung fertig waren, hielten wir drei große Eiswaffeln in der Hand, suchten uns ein schattiges Eckchen auf dem Platz, setzten uns hin und genossen unser Eis.

Und ja, es war wirklich richtig lecker!

fbt

Wir nutzen noch einmal kostenlose Toiletten und fuhren mit vollen Bäuchen weiter Richtung Norden. Wir sind nach Möglichkeit immer nur auf Landstraßen unterwegs. Das ist entspannter, man sieht mehr und in diesem Fall, fanden wir dadurch auch immer wieder super coole Stellplätze.

Wir bogen also wiedermal von einer der geteerten Straßen ab und befanden uns auf einer Schotterpiste. Diese führte in einen waldigen Teil hinein. Ab und an standen rechts und links Häuser. Nach einigen Abzweigungen erwartete und dann nichts mehr, als Natur. Wir schlugen unser Camp für diese Nacht direkt neben einem See, auf einer Lichtung auf.

Nachdem Levi im Zelt lag, setzten Nils und ich uns ein eine Decke eingemummelt nach draußen und schauten eine Serie über unseren Laptop. Danach genossen wir die Stille und stellten fest, dass es auch um 1.00 Uhr nachts noch relativ hell ist. Im Himmel mischten sich das dunkle Blau mit einem sanften grün und gelb. Ein tolles Farbspiel.
Zufrieden und überglücklich kuschelten wir uns zu Levi in Bett.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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