30. Mai 2020
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen. Wir schliefen etwas unruhig, denn in der Nacht raschelte andauernd etwas gegen unser Zelt und in der Ferne hörten wir Geräusche, welche von Wölfen hätten stammen können.
Anschließend fuhren wir weiter und legten einen Zwischenstopp bei dem Autofriedhof „Kyrkö Mosse“ ein.
Dieser befindet sich im Moor, kostet keinen Eintritt und ist echt spannend.
Es wird die Geschichte eines alten Mannes erzählt, der, nachdem er seinen Torfabbau aufs Eis legen musste, Geld damit verdiente, alte Autos einzusammeln, diese auszuschlachten und einzelne Teile weiterzuverkaufen. Das war damals eine innovative Idee.
Zugegebenermaßen sieht die Anlage sehr drapiert aus, aber es ist dennoch cool die alten Autos zu sehen, wie sie langsam von der Natur erobert werden.
Es wird gesagt, dass in einigen Jahren nichts mehr von den Autos zu sehen sein soll.
Also nichts wie hin! Wir empfehlen festen Schuhwerk. 😉
Nachmittags fuhren wir weiter nach „Öland“. Einer Insel in der Ostsee. Über eine lange Brücke, die über das Meer führt, gelangt man auf die andere Seite.
Überall gab es rote Mohnfelder, alte Bauernhäuser und Windmühlen.
Nach kurzer Suche entschieden wir uns für die Nacht für einen Feldweg, an dem ein großer Baum stand. Hinter diesen bauten wir unser Zelt auf, stellten unser Auto davor und fertig. Wir kochten uns etwas zu essen, spielten eine Weile und gingen schlafen.
Am nächsten Morgen wollten wir unbedingt duschen und suchten nach einer Möglichkeit dazu. Wir fanden einen Campingplatz, der uns auf Anhieb zusagte. Modern, sauber, freundliche Besitzer und direkt am Meer gelegen. Wieder gab es eine Küche, Waschmaschienen und einen Spielplatz.
Ein ganz besonderes Highlight gab es auch und bot uns den Anlass, etwas auf dem Campingplatz zu verweilen. Nach einem kleinen Spaziergang entdeckten wir auf einem Steg, über dem Meer eine kleine Sauna und einen Hot Tube. Als wir sahen, dass diese zum Campingplatz gehörten, konnten wir nicht widerstehen und buchten beides für einen ganzen Tag lang.
Wir schmissen den Hot Tube an, der mindestens 4 Stunden brauchte, um eine angenehme Wärme zu bekommen. Später heizten wir die Sauna auf, die etwa eine Stunde brauchte, um warm zu werden.
Wir genossen die Ruhe, schauten aus den großen Fenstern aus der Sauna hinaus, mitten auf das ruhige Meer.
Abends bestellten wir eine Pizza und setzen uns in das warme Wasser vom Hot Tube. Draußen war es schon ziemlich kalt geworden, deswegen freuten wir uns auf die wohltuende Wärme.
Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang ließen wir den Abend ausklingen und gingen wiedermal zufrieden schlafen. Es fühlte sich nach langer Zeit mal wieder richtig an wie Urlaub.
Am 03. Juni entschieden wir uns dafür, „Öland“ wieder zu verlassen und in das bekannte „Småland“ zu fahren. Unterwegs sahen wir am Straßenrand unzählige Lupinen, die in lila, flieder, rosa und weiß blühten. Außerdem gab es vermehrt Schilder, die vor Elchen warnten und alle paar Kilometer standen, im Vorfeld angekündtigte, Bitzersäulen. Und noch eine Sache, die wir so aus Deutschland nicht kennen, sind die Briefkästen. Es ist nämlich so, dass die Briefkästen auf dem Land nicht an den Häusern befestigt sind, sondern sich an der Landstraße befinden. Häufig an „Sammelplätzen“, damit möglichts viele Briefkästen zusammenstehen. So muss der Postbote nicht so oft halten, irgendwie praktisch.

In Småland angekommen, gingen wir erst einkaufen, dann fanden wir wieder eine traumhafte Stelle zum Schlafen an einem See mitten im Wald.
Nach einiger Recherche fanden wir heraus, dass die „Astrid Lindgren World“ wegen Corona noch geschlossen hat und auch einige andere Attraktionen in der Umgebung zu waren. Schade für Levi, aber dann haben wir halt einen Grund mehr, um wieder nach Schweden zu kommen.
Nachmittags spazierten wir durch den Wald und machten anschließend „Fika“. Eine kleine Pause, bei der man köstliche Gebäcke ist, die es überall in Schweden recht günstig zu erstehen gibt. Zum Beispiel Zimtschnecken, Muffins, allerlei Kuchen und Gebäcke in verschiedenen Geschmacksrichtungen.
Am 04. Juni besuchten wir „Michel von Lönneberga“ in „Katthult“. Zwar waren auch diese Gebäude wegen Corona verschlossen und der Betrieb auf Eis gelegt. Trotzdem bestand die Möglichkeit, sich die Häuser, den Schnitzschuppen, das Plumpsklo und Co von draußen anzusehen. Und das ließen wir uns nicht entgehen.
Wir mussten schließlich wissen, wo Michel seine ganzen Streiche trieb, nachdem wir die Bücher mehrfach gelesen hatten.

Am nächsten Mittag war schlechtes Wetter angesagt und das sollte sich die nächsten Tage leider auch nicht legen. Wir überlegten eine Weile und entschieden uns dann dafür, ein kleines Ferienhaus zu buchen. Denn wir konnten uns etwas angenehmeres vorstellen, als zu zelten, während es durchgehen regnet und stürmt.. Nach kurzer Suche fanden wir ein kleines, schnuckeliges Haus, welches sich an einem Gewässer befand. Wir buchten es, bauten unser Lager ab und machten uns auf den Weg. Denn es lagen ein paar Stunden Fahrt vor uns. Mittags setzte der Regen pünktlich ein und es goss wie aus Kübeln. Als wir Hunger bekamen, wollten wir etwas essen gehen. Da dies (außer zu den Mittagstischangeboten) recht teuer ist, entschieden wir uns dazu, in einer Kantine eines Supermarktes zu essen. Ähnlich wie bei Ikea. Das war eine ausgesprochen gute Wahl und günstig war es noch dazu. Gestärkt fuhren wir weiter und erreichten am späten Nachmittag unser Ziel in „Hunnabo“.
Elche haben wir unterwegs leider übrigens noch keine gesehen, dafür ganz viele Rehe und Graureiher.





























