Juni, Juli, August, September 2020
Was geschah nach Schweden mit uns?
Wir waren wieder an einem Punkt, an dem wir nicht so recht wussten, was wir als nächstes tun sollten. Keiner konnte sagen, wie sich die Corona Situation entwickelt und ferne Reisen rückten für uns in immer weitere Ferne. Eine Lösung musste her.
Europa stellte eine gute Möglichkeit dar und dann machten wir das Unwirkliche wirklich.
Auf unserer Schwedenreise haben wir wieder einmal festgestellt, dass uns Campen echt Spaß macht. Man ist die ganze Zeit an der frischen Luft und mit der Natur im Einklang. Wir sind daurch entspannt und entdeckerlustig.
Außerdem, was war eigentlich aus unserem Traum geworden, unser eigenes zu Hause mit uns auf Reisen zu nehmen?
Wir brauchten gar nicht lange, um eine Entscheidung treffen und so machten wir uns schnell auf die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug zum Umbauen. Dann fuhren wir nur kurze Zeit später nach Hamburg. Wir schauten uns einen Mercedes Sprinter 311CDI an, machten eine Testfahrt und dann kauften wir ihn uns einfach! Das war wohl die spontanste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Aber es fühlte sich so gut an, so richtig.
Nun hatten wir einiges zu organisieren. Wie wollten wir das Fahrzeug gestalten, was musste noch alles gemacht werden, was uns auf den ersten Blick gar nicht aufgefallen ist? Würden wir das überhaupt schaffen?
Wie der Zufall es wollte, boten die Eltern von einer guten Freundin an, dass wir ihr Grundstück für den Umbau nutzen durften und so konnte die Arbeit sofort losgehen.
Anfangs setzten wir uns ein Zeitfenster von 1 ½ Monaten.
Wir fingen an, die alten Regale aus dem ehemaligen Handwerkerfahrzeug zu reißen, sämtliche Verkleidungen zu entfernen und sauber zu machen. Schnell stellten wir fest, dass es mehr rostige Stellen gab, als anfangs angenommen. Deswegen machten wir uns zuerst daran, den Rost zu entfernen, die Stellen zu behandeln und wieder zu lackieren. Es folgte die Isolierung, die wir flechendeckend verlegten. Auch die Trennwand schnitten wir ein. Außerdem bauten wir 2 aufklappbare Fenster und eine Dachluke ein und montierten zwei Solarpanele auf das Dach vom Sprinter.
Schnell wurde klar, dass wir unser Vorhaben niemals in der anfangs gedachten Zeit umsetzen könnten. Zu groß war die Baustelle noch.
Unsere Gastgeber gingen sehr entspannt mit der Situation um, räumten uns so viel Zeit ein, wie wir eben brauchten und mit der Zeit entstand eine tolle Verbindung. Wir aßen gemeinsam, lachten zusammen, und bauten an unserem Van weiter. Was für eine glückliche Zeit!


Nachdem der Van soweit vorbereitet war, machten wir uns daran die Möbel zu bauen und im Van zu verschrauben, Schubladen und Schranktüren zu montieren und Stauraum zu schaffen. Die Elektrik nahm eine ganz schön lange Zeit in Anspruch. Sämtliche Kabel mussten verlegt und angeschlossen und Stecker verbaut werden.
Unser Ziel war es, am Ende ein möglichst autarkes Fahrzeug mit funktionierender Strom- und Wasserversorgung zu haben.
Anschließend verkleideten wir die Wände mit Filz und die Decke mit weiß gestrichenen Holzpanelen.
Es folgten weitere kleine Arbeiten, Ausbesserungen und dann begannen wir, den Van zu dekorieren.
Nach 3 ½ Monaten war, bis auf wenige Kleinigkeiten, wie eine Rückfahrkamera und weitere Aufbewahrungskörbe, alles fertig. Eigentlich mussten wir quasi nur noch einräumen und losfahren.
Doch dann kam wieder alles anders. Leider bohrte Nils sich mit einer Bohrmaschine durch seine linke Hand durch. Der Ärmste. Daraufhin musste er ins Krankenhaus, denn die Wunde musste versorgt werden. Zum Glück steckten keine Reste mehr in der Hand und es wurden auch keine Muskeln, Sehnen oder ähnliches verletzt. Also Glück im Unglück. Die Wunde wurde gereinigt, genäht und musste jeden zweiten Tag vom Arzt untersucht werden. Zusätlich wurde der linke Arm gegipst, damit Nils die Hand so still wie möglich hält.

Nun hieß es bei uns also abwarten, hoffen, dass die Wunde gut verheilt und wir dann endlich los können, bevor die Grenzen auch innerhalb Europas wieder schließen :D.
Gerne wollten wir durch den Osten Europas fahren, und Länder wie Polen, Ungarn und Rumänien erkunden.
Unser Ziel ist es, wenigstens noch einen Winter im Warmen zu verbringen. Sollte es mit Griechenland un Co im Anschluss also nichts werden, überlegen wir gerade unseren Plan B. Der wohl so aussieht, dass wir nach Mexiko und/oder Afrika fliegen würden.























