#57 Slowakei & Ungarn

20. Oktober 2020

Die Slowakei bot uns eine grandiose Kulisse. Wir fuhren über schmale Straßen. Links, rechts, vor und hinter uns zogen mächtige Bergriesen vorbei. Zwischendurch passierten wir kleine Dörfer oder besser gesagt kleine Ansammlungen von Häusern, alle begleitet von einem angelegtem Feld, auf dem Gemüse wuchs.

Bevor es dunkel wurde gingen wir noch schnell etwas einkaufen und schliefen dann zum ersten und einzigen Mal auf dieser Reise auf einem Campingplatz. Inmitten einer Stadt, schnuckelig klein und mit Schafen und Ziegen bot der Campingplatz uns in dem Moment genau das, was wir suchten. Die vielen Schmuseeinheiten mit den Katzen rundeten den kurzen Aufenthalt ab. Einzig die Temperatur zehrte an unseren Kräften, denn bei 0 Grad in unserem Van zu sitzen, machte keine so große Freude mehr auf Dauer.

Spannend an Osteuropa finden wir das Mautsystem, welches wir in fast jedem Land genutzt haben. In den meisten Ländern kann man online aussuchen, wie viele Tage lang man die Mautstraßen nutzen möchte und zahlt dann einen pauschalen Betrag. Dieser war aber immer sehr gering, wenn wir das mal mit unseren Mautkosten in Ländern wie Frankreich oder Griechenland vergleichen.

Am nächsten Morgen nutzten wir nochmal alle Annehmlichkeiten eines Campingplatzes, wuschen uns, füllten Wasser auf und machten uns für unsere Verhältnisse relativ früh auf den Weg. Denn wir wollten heute die ungarische Grenze überqueren und wussten noch nicht so recht, was uns erwartete.. Am liebsten würden wir nur eine kleine Strecke auf ungarischem Boden zurücklegen und dann direkt Nordrumänien erkunden.

Wir hatten uns im Vorfeld informiert, denn Ungarn hatte zu diesem Zeitpunkt seine Grenzen schon wieder geschlossen und erlaubte nur noch die Durchfahrt, welche man innerhalb von 24 Stunden hinter sich gebracht haben musste. Bewegen durfte man sich auf sogenannten Korridorrouten, angehalten werden durfte nur an eigens dafür ausgeschilderten Tankstellen und wir hatten auf das Ganze gar keine Lust. Aber wir wollten ja schließlich in den Süden.

Kurz nachdem wir die Grenze überquert hatten, wurden wir auch schon von Grenzpolizisten angehalten, nach unserem Reisegrund gefragt und bekamen einen großen grünen Transitsticker auf die Windschutzscheibe geklebt. Außerdem drückten sie uns eine Karte in die Hand. Auf dieser war genauestens aufgezeichnet, wo wir lang zu fahren hatten. Leider führte der Weg aber nicht in den Norden Rumäniens, sondern in den Süden. Auch trotz Nachfrage war niechts mehr zu biegen und wir traten die Fahrt wiederwillig an. Das Navi sagte vier Stunden an, kann ja so schlimm nicht werden, dachten wir uns anfangs, sind ja früh genug los…

…Aber von wegen. Die Straße war voll, es warteten einige Baustellen auf uns und die Fahrtdauer auf dem Navi stieg immer weiter an. Schnell wurde uns klar, dass wir Rumänien nicht mehr bei Tageslicht erreichen würden. Aber wir hatten auch gar keine Lust, an einer der ausgewiesenen Tankstellen zu schlafen, deshalb wollten wir einfach durchfahren. Ein Mal entstand während der Fahrt eine brenzlige Situation, auf Grund der geringen Dichte an, für den Transit erlaubten Toiletten. Ansonsten ging aber auch diese Fahrt vorüber.
Nachdem wir die rumänische Grenze abends überquert hatten, suchten wir uns als erstes eine Taverne, stellten den Van gut sichtbar ab und gingen etwas Essen.

Für fünf Getränke, zwei dick beladene Hautgerichte, Saucen und Brot zahlten wir 15 Euro. Danach fuhren wir noch ein paar Minuten weiter, raus aus dem Örtchen. Zwischen Sträuchern, direkt neben einem Fluss stellten wir den Van ab und gingen dann schlafen.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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