#59 Auch das ist Europa – Bulgarien!

! Dieser Beitrag hätte eigentlich nach Rumänien, vorm Elea Beach, kommen müssen..!

29. Oktober 2020

Wir bekamen eine Nachricht, mit der wir nicht mehr gerechnet hätten. Vor etwa einem Jahr standen wir mit einer Journalistin in Kontakt, die gerade dabei war ein Buch zu schreiben. Dafür suchte sie nach Familien, die sich auf ein Abenteuer begeben haben. Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass wir in Indien anfingen, ihre Fragen zu beantworten und Texte zu formulieren.

Nun war es soweit und das Buch, auf das wir wirklich lange gewartet haben, ist endlich im Handel erschienen!

Wir sind übrigens ab Seite 33 zu finden 🙂

Für alle, die es interessiert, der Titel lautet „Kleine Fluchten – grosses Glück“, geschrieben von Vera Schroeder, erschienen im Kösel Verlag. Das Buch kostet 16,00 Euro.

*unbezahlte Werbung, da Nennung

Unsere Reise setzten wir über Bulgarien fort, ein Land, welches wir nie so richtig auf dem Schirm hatten. Durch welches wir nun aber durch mussten, denn zwischen Bulgarien und Griechenland befand sich der einzig offene Grenzübergang auf dem Landweg. Für die Einreise benötigten wir neben einem online zu beantragenden QR – Code auch ein negatives PCR Testergebnis. Da, wie im letzten Beitrag schon erwähnt, die Grenzsituation immer unklarer wurde und der nördliche Teil Griechenlands sich bereits im Lockdown befand, drängte für uns die Zeit. Wir warfen unsere Pläne über Bord und fuhren nicht zu dem „Rila Kloster“ und den „Sieben – Rila – Seen“, sondern direkt in den Süden des Landes.

Am 31. Oktober versuchten wir unser Glück im „ Slavyanska Hospital“ in „Blagoevgrad“. Als wir so über die verlassenen Gänge liefen, überkam uns ein Schauer. Irgendwie ganz schön gruselig hier! Die Gänge erinnerten an eine Psychatrie aus alten Filmen. Es hätte aber genauso gut ein Krankenhaus in einem Ort sein können, in dem ein Bürgerkrieg herrscht. Außerdem wäre das Krankenhaus ein guter Drehplatz für „The Walking Dead“. Alles in allem also wirklich kein schöner Ort! (Leider, leider, leider gibt es nur ein Video von diesem Ort und dieses können wir hier nicht hochladen.)
Nach einigem Gesuche fanden wir schließlich eine Angestellte, die uns mitteilte, dass wir zu spät sind. Mist! Es war Freitag Nachmittag. Wir sollten am Montag Morgen wiederkommen, vorher lief nichts mehr.
Wir suchten uns also einen Stellplatz, neben einem grünen Feld, inmitten von Bergen.

Da Levi es unbedingt mal ausprobieren wollte Halloween zu feiern, wir eigentlich aber keine großen Fans von dem Fest sind, kauften wir noch fix ein paar Kürbisse, schnitzen Gesichter hinein und bastelten eine Maske für Levi. Dann lief er mit einem kleinen Körbchen um den Van herum, sagte an der Tür einen kleinen Spruch auf und bekam dafür Süßigkeiten. Levi war stolz wie Oskar und fiel glücklich ins Bett.

Das Wochenende über passierte bei uns nicht viel. Wir checkten alle paar Stunden, ob die griechische Grenze noch offen ist und sehnten den Montag herbei.

Als es soweit war, machten wir uns morgens früh auf den Weg zurück zum Krankenhaus, stellten den Van in einer Nebenstraße hinter dem Gebäude ab und liefen zum Eingang. Dort angekommen war der Ort fast nicht wiederzuerkennen. Natürlich war es immer noch so heruntergekommen, wie zuvor, aber überall waren Menschen. Wir reihten uns in eine lange Schlange ein, mit Einwohnern, die ebenfalls einen Test machten wollten bzw mussten. Wir warteten lange. Nebenbei schauten wir uns das Geschehen um uns herum an. Ständig kamen Krankenwagen angebraust, aus denen Mitarbeiter in voller Körpermontur stolperten. Eine Krankenwagenfahrerin stieg gerade heraus, drückte sich erst mal ihre Zigarette aus und holte im Anschluss den Patienten, welcher sich auf einer Liege befand, aus dem Wagen. Was für ein Anblick!
Als wir Erwachsenen den Test hinter uns hatten (je 53 Euro, Levi brauchte zum Glück keinen), verließen wir diesen Ort fluchtartig. Wir mussten am Nachtmittag wiederkommen und unsere Ergebnisse abholen. Die Zeit überbrückten wir auf einem Parkplatz eines Supermarktes. Wir aßen Pizza, kuschelten uns ins Bett, schauten einen Film und schliefen eine Runde. Dann war es soweit, wir fuhren ein letztes Mal ins Krankenhaus und nahmen unsere Ergebnisse in Empfang. NEGATIV! Was für ein Glück! Zurück im Van füllten wir noch schnell den Antrag für den benötigten QR – Code aus, auf den wir bis zum nächsten Morgen warten mussten und fuhren dann zu einem Stellplatz direkt bei der Grenze.
Wir schliefen kostenlos, mit vielen anderen Campern auf einer Wiese, die sich direkt neben heißen Quellen (nahe der Grenze bei Kulata) befanden.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten