#65 Mexico magico

Es geht in ein fernes Land, auf einen neuen Kontinent, in eine fremde Kultur, zu spannenden Abenteuern.

19. Februar 2021

„Mitten in der Nacht holt mein Vater uns aus Hude ab und bringt uns und unser Gepäck zum Flughafen nach Hamburg. Wir sind aufgeregt. Ob alles klappen wird? Obwohl einem überall von einer Reise während der Pandemie abgeraten wird? Aber was wäre die Alternative? In Deutschland bleiben? Eingesperrt und unzufrieden? Oder doch lieber unser Glück versuchen?“


Wir entschieden uns für Letzteres! Wir waren nervös, aufgeregt und geplagt von Zweifeln, aber auch voller Vorfreude. Mit Lufthansa flogen wir von Hamburg via Frankfurt nach Mexiko – Stadt (Ciudad de Mexico).

Und was soll ich sagen? Hat alles bestens geklappt! Der Flug war etwas lang, aber angenehm, der Ausblick über Grönland und Kanada unbezahlbar, die Einreise gestaltete sich zäh, dann nachdem abermals unsere Unterlagen gecheckt wurden, drückte uns die Grenzbeamtin die Stempel in die Pässe, 180 Tage! YES!

Dann der 1. Schreck. Wir verwechselten aus lauter Müdigkeit wohl unser Gepäck, denn als wir eine viel zu leichte Transporttasche öffneten, kam uns der Rucksack weniger vertraut vor. Es dauerte etwa eine Stunde, bis wir denjenigen fanden, der mit unserem Gepäckstück unterwegs war. Sowas aber auch, passiert uns bestimmt kein 2. Mal! 😀

Todmüde sind wir dann per Taxi weiter ins Hotel, wir bezahlten 9 Euro und befanden uns wenig später in dem schicken Hotel „El Ejecutivo“.
Die ersten Tage waren wir gerädert vom Jetlag. Wir aßen vom großartigen Frühstück im Hotel, mittags und abends dank Rappi. Einer App, mit der man sich in einigen Städten Mexikos einfach alles ins Haus liefern lassen kann. Sehr praktisch, wie wir finden.

Es ist heiß! Den einzigen Ausflug, den wir machen, geht zu einem „Telcel“ Laden im Zentrum und weiter auf den Flohmarkt „Mercado Antiguedades Lagunilla“, welcher jeden Sonntag von 09:00 bis 17:00 Uhr stattfindet. Dort erwarben wir neue Legofiguren für Levi und gewannen die ersten Eindrücke von der Großstadt, von der uns oftmals abgeraten wurde. Viel zu viele Kriminelle wären hier, viel zu gefährlich sei es. Erstmal auf jeden Fall ein mulmiges Gefühl. Was uns schnell auffiel, waren die dick bewaffneten Polizisten, welche alle paar Meter postiert standen. Was wir davon halten sollten, wussten wir nicht so recht.

Nach einigen Tagen ging uns das Hotel etwas auf die Nerven, denn es gab keinen Balkon, keine zu öffnenden Fenster, somit auch keine frische Luft, die Zimmer nicht sehr gut isoliert und direkt nebenan war eine dauernd laute Baustelle. Deswegen beschlossen wir umzuziehen. Wir suchten uns über Airbnb eine Wohnung im hippen Viertel „Condesa“. Uns erwartete eine einfache, geräumige Wohnung, welche über einen großen Balkon verfügte. Alles da, was wir brauchten, außer vielleicht einer Klimaanlage. Da es auch keinen Ventilator gab, brachte unsere Vermieterin uns freundlicherweise einen vorbei.

Direkt neben der Wohnung liegt der „Chapultepec Park“, in dem man Eichhörnchen füttern und sich eine Auszeit im schattigen Grün nehmen kann. Neben dem Park gibt es im Viertel alles, was man braucht: Bio Supermarkt, Eisdiele, Spielplätze, Wäscherei, Restaurants und die beste Pizza, die wir in Mexiko je hatten, dort wo sich ehemals die „212 Burger Bar“ befand.

Dank unserer Küche versorgten wir uns überwiegend selber mit reichhaltigem Frühstück und viel frischem Gemüse. Wir machten ein paar Ausflüge in den Park, einen zum „House of Tiles“ und schauten uns Märkte an. Hier fiel uns leider immer wieder auf, dass es enge Käfige voll mit Tieren gibt. Vögel, Reptilien, Hunde, Mäuse, Kaninchen, Katzen… Häufig waren die Tierchen noch viel zu jung, um überhaupt vom Muttertier getrennt zu sein. Von den hygienischen Zuständen mal ganz zu schweigen. Es war wirklich dreckig! Fotos waren natürlich nicht erlaubt, darauf wurde strengstens geachtet..

Außerdem gingen wir ein bisschen shoppen. Wir waren bei „Decathlon“, „H&M“ und im „Parque Delta“, einer Mall. Als wir gerade fertig waren und mit unserem Frozen Yoghurt auf dem Vorplatz standen, ging ein gewaltiger Alarm los. Innerhalb weniger Minuten kamen von überall Fahrzeuge angebraust, von denen unzählige Einsatzkräfte sprangen. Sie stürmten das Kaufhaus. Eine Weile später fanden wir heraus, dass ein Juwelier überfallen wurde und die beiden Diebe letztendlich auch noch fliehen konnten. Verletzt wurde niemand. Sehr aufregend hier!


Auf Grund von Covid hatten aber leider viele Dinge geschlossen, wie zum Beispiel das UNAM Gelände und die Museen. Außerdem wird in Mexiko in geschlossenen Räumen (wie Läden oder Taxen, je nach Standort auch auf der Straße) Maske getragen, Fieber gemessen und die Hände desinfiziert. Dafür haben Beautyeinrichtungen, Restaurants und die Geschäfte auf. Ein fairer Deal, wie wir finden, denn so kann man weiterhin am öffentlichen Leben teilnehmen und nicht bloß arbeiten und zu Hause sitzen. Es wird sich in der Öffentlichkeit zwar nicht immer an den Abstand gehalten, aber (je nachdem wo man ist) tragen die meisten „Nicht – Touris“ eine Maske.

Am 28. Februar machten wir einen ganz besonderen Ausflug. Wir buchten ein VIP – Ticket im „Rancho Magico“, welches eine Führung inklusive privatem Guide, Tierfutter für die Tiere und Essen plus Getränke für maximal 5 Personen beinhaltet, für 80 Euro. Eigentlich sind wir keine großen Zoo Freunde, aber dieser Park war recht gut gemacht und stellte eine nette Abwechslung zur Stadt dar. Wir durften viel mit Tieren in Interaktion gehen, jedoch immer nur so viel, wie die Tiere Lust hatten. Keiner musste etwas tun, was er nicht wollte.

Wir durften Kühe melken, mit Papageien spielen, in Kontakt mit einem Greifvogel (dessen Namen ich vergessen habe und der auch keine Lust auf das Ganze hatte) und einer Eule treten, Jaguare füttern und ins Lemurengehäge. Dort hätte ich persönlich ewig bleiben können. Die neugierigen, flauschigen Tierchen kamen immer wieder mit ihren weichen Pfoten angesprungen und sind auf uns herum geklettert. Anfassen natürlich strengstens verboten!
Am Ende durfte Levi zu einer großen Landschildkröte. Der Park verfügt noch über einige weitere Tiere, wie Lamas, Schweine, Waschbären, Wölfe, Kaninchen, Ponys und ein mini Krokodil.
Was für ein erlebnisreicher Tag!

Da in der Stadt aber so vieles geschlossen hatte, beschlossen wir erst einmal weiterzuziehen und zu einem späteren Zeitpunkt nochmal vorbeizuschauen.

Unser bisheriges Fazit lautet: Nach Bangkok ist Mexiko Stadt nun unsere liebste Großstadt außerhalb Europas! Sie ist gepflegt, viel bepflanzt und überall findet man blau/lila blühende Bäume namens „Jacaranda“.

Und so schrieb ich in mein Tagebuch: „Hier sitzen wir nun in unserer Wohnung, in Mexiko – Stadt. Es wackelt, ein Erdbeben? Der Smog der Stadt liegt wie ein schwarzer Teppich auf unserem Balkon und von schräg gegenüber lächelt mich ein Werbeplakat an, Hähnchenteile. Hin und wieder fliegt ein Flugzeug über uns hinweg, die Grillen zirpen abends, auch in der Stadt. Und dann ist da noch der Autoverkehr. Tagsüber ist es sehr laut, es wird erst spät am Abend leiser, wirklich ruhig ist es nie. Logisch irgendwie bei einer so dicht besiedelten Stadt. Und dennoch, wir werden diese Wohnung vermissen!
Aber tief in meinem Herzen, da weiß ich, dass wir wiederkommen werden und noch ganz neue Seiten dieser wundervollen Stadt entdecken werden!“

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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