#66 Partytourismus in Cancun & Playa?

05. März 2021

Wir flogen vorerst einmal nach Cancun.

Notiz an uns selbst: Nächstes Mal unbedingt vorher um einen Transport kümmern, denn die Taxen nehmen horrende Preise und mal eben vom Flughafen wegspazieren funktioniert nicht, denn man landet auf einer Art Autobahn. Wir haben es ausprobiert, just saying.

Weit außerhalb des Zentrums fanden wir eine gemütliche Unterkunft mit Pool und tropischem Garten, drumherum gab es nicht viel. Die Tage holten wir uns ein „Uber“ und fuhren nach Downtown, welche sich als weniger hübsch entpuppte. Anschließend gingen wir in die „Plaza las Americas“, eine Mall, ausgelegt auf amerikanische Urlauber mit viel Geld.

Dann machten wir noch einen Ausflug in die „Zona Hotelera“. Bisschen nett am Strand essen, haben wir gedacht. Aber Pustekuchen, für uns war es der absolute Horror. Es war laut, voll, die Menschen tranken mittags Alkohol und feierten, es war touristisch und teuer. Außerdem erlebten wir hier die dreistesten Taxifahrer mit unverschämten Preisvorstellungen. Nie zuvor hatten wir es in solchen Ausmaß erlebt und zum Glück bis jetzt auch nie wieder. Die reinste Abzocke!

Kurzgesagt uns hielt hier nichts mehr, uns zog es weiter. Wie es der Zufall wollte, reisten zeitgleich mit uns zwei Mexikanerinnen ab. Der ursprüngliche Plan war es, per „Uber“ zum Busstand ins Zentrum zu fahren und von dort direkt weiter. Die Fahrerin Gabi bot uns allerdings an, uns mitzunehmen. Sie wollte nur schnell ihre Schwester zum Flughafen bringen und dann weiter, denn sie wohnte dort, wo wir hinwollten. Klang wie ein schlechter Scherz, war es aber nicht. Zum Glück hatten wir noch keine Tickets gebucht und willigten ein.

Die Fahrt verging schnell, wir unterhielten uns gut und Gabi setzte uns bei unserem Appartement im „Real Bilbao“, in Playa del Carmen ab. Und sie wollte absolut gar nichts haben.

Nach ein paar Tagen zogen wir nochmal innerhalb von Playa um, denn wir hatten beschlossen länger in dem Ort zu bleiben. Das lag nicht unbedingt an der Schönheit dieser Stadt, ehrlich gesagt war sie uns viel zu touristisch, von der 5th Avenue mal ganz abgesehen. Auch nicht an den von Algen überschwemmten und mit Liegestühlen vollgeklatschten Stränden. Und teuer war es auch.

Es lag vielmehr daran, dass diese Stadt so einfach ist, man alles hat, was man braucht. Aber natürlich lag es am allermeisten an den Leuten dort. Denn innerhalb weniger Tage bauten wir uns ein kleines Netzwerk auf.

Zurück zur neuen Wohnung, die befand sich im Gebäude „Las Palmas 243“ direkt hinter dem großen „Mega Supermarkt“, welcher übrigens unser liebster in ganz Mexiko war. Die Wohnung war zentral gelegen und eigentlich zu groß fur uns drei, hatte einen Balkon, eine Waschmaschiene und im Gemeinschaftsbereich einen Pool. Die Nachbarn waren international, teilweise sehr partywütig.

Leider stellten wir am 1. Abend einen massiven Kakerlakenbefall fest, von überall kamen diese Viecher. Meine erste Reaktion bestand aus Panik und Flucht, hier wollte ich nicht bleiben! Nachdem wir aber das Mosikonetz über eins der Betten gespannt, überall Kakerlakenfallen aufgestellt und viel Gift versprüht hatten, besserte sich die Lage und wir konnten getrost bleiben. Ganz weg waren die Kakerlaken aber leider nie, obwohl Nils sogar noch alle Ritzen mit Tüchern ausstopfte, mit Klebeband verschloss und auf alle Abflüsse Schüsselchen stellte.

Fall jemand die Nummer von der Vermieterin Claudia haben möchte, hier ist sie: +529847458739. Sie spricht fließend Spanisch, Englisch und Deutsch.

Wir trafen uns einige Male mit verschiedenen Reisefamilien, die urspünglich aus Deutschland kommen, schauten uns die süßen bunten Häuser im Zentrum an, beobachteten Pelikane am Strand und schlenderten durch Playacar, das grüne, gehobene Viertel, in welchem unsere Freunde wohnten. Leider ist dieser Bereich aber auch weiter abseits, man braucht ein Rad oder Auto und teurer ist es auch. Während unserer Besuche sahen wir hier übrigens mehrere Agutis.

Schließlich fanden wir unsere Spanischlehrerin Philin. Ursprünglich ebenfalls aus Deutschland, allerdings wohnt sie seit 8 Jahren mit ihrer Familie in Mexiko und spricht fließend Spanisch. Die Preise sind erschwinglich und der Unterricht macht viel Spaß. Damit konnte ich mir den langersehnten Traum von einem Spanischkurs erfüllen und mich nun immerhin ein bisschen besser verständigen. Falls einer von euch Interesse hat, hier ihre Telefonnummer (+529841525514).

Wir hatten einen tollen gemeinsamen Monat, wurden zum Grillen mit Freunden der Familie eingeladen, mit auf ein kleines Konzert genommen und an einem Tag durfte Levi sogar mit in die Schule von Adiel. Obwohl die Schulen hier wegen Corona seit über einem Jahr geschlossen sind, haben sich ein paar Eltern zusammengetan und eine kleine, schnuckelige Schule mit drei Klassen und vier Lehrern auf die Beine gestellt, allen voran Philins Mann Daniel. Morgens ging Levi mutig mit seinem kleinen gepackten Rucksack durch das Tor und schien dann einen wirklich guten Vormittag zu haben. Jedenfalls rief uns keiner an, weil Levi abgeholt werden wollte und er erzählte im Nachhinein nur Gutes von seinem Tag. Er durfte an einer Osterfeier teilnehmen und die Lehrer waren bestens auf seinen Besuch vorbereitet. Hier nochmal einen ganz lieben Dank, solltet ihr es lesen, Muchas gracias!

Während Levi in der Schule war entspannten Nils und ich in unserem Lieblingscafé, dem „Choux – Choux“.

Unser liebstes Restaurant am Strand ist übrigens die „Fusions Bar“, zwar nicht ganz billig, dafür bekommt man leckere Gerichte, Füße im Sand und abends sogar eine Feuershow und Livemusik.

Im Laufe des Monats haben wir uns mehrfach ein Auto gemietet, über eine Agentur, die einem das Auto bis vor die Haustür liefert. Super entspannt, sehr flexibel und es gab nie Probleme (Tel.Nr.: +525518404208).

Den ersten Ausflug machten wir mit Julia und Joshua. Wir fuhren nach Akumal und Tulum, aber egal wohin wir kamen, es war voll, teuer oder es erwarteten uns Sandflöhe. Der Tag war also eher ein Reinfall, aber definitiv eine Erfahrung wert. Auf der Straße waren Warnschilder wegen Jaguaren, die alle paar Meter am Straßenrand verankert waren. Ein paar Tage nach unserem Ausflug wurde sogar eine Jaguarfamilie in Tulum gesichtet. Wir sahen aber keins dieser Tiere in freier Wildbahn.

Wir feierten meinen bunten Geburtstag mit Blumen, Torte und Pinata und machten einen weiteren Auslug mit geliehenem Wagen nach „Puerto Morelos“. Hier fanden wir den bei weitem schönsten Strand. Zwar waren auch hier Algen, aber dank des vorgelagerten Riffs, brachen die Wellen draußen im Ozean und das Wasser war sehr klar. Schatten gabe es an diesem Strand auch viel, was in Mexiko nicht üblich ist. Gerne wären wir auch noch für 25 Dollar pro Person mit dem Boot zum Schnorcheln rausgefahren. Aber die Tauchschule entdeckten wir leider erst, als die Boote schon nicht mehr rausfuhren.

Was wir am Strand generell sehr mögen ist, dass laufend Händler vorbeikommen, bei denen man sich den Bauch vollschlagen und sich durch das Essen probieren kann. Was wir weniger mögen sind die Souvenirverkäufer. Und was bei uns auch immer zum Strand dazugehört, ist eine Kokosnuss!

Unser letzter Ausflug mit Auto ging am 07. April nach Chichen Itza, eines der 7 Weltwunder. Es war nicht sehr überlaufen, es war sogar recht wenig los, jedenfalls verteilten sich die Besucher gut auf dem Gelände. Leider hatten wir hier wiedermal das Gefühl ein wandelnder Geldbeutel zu sein und sahen wohl mehr Souvenirstände, als Sehenswürdigkeiten (sprich Ruinen). Allerdings kann man hier nach einigem Handeln und Vergleichen, richtige Schnäppchen schießen, als Mitbringsel zum Beispiel.

Anschließend fuhren wir noch zur, in der Nähe liegenden, Cenote Ik Kil. Sie war zwar dermaßen überlaufen, aber trotzdem total schön. Der See liegt in einer Höhle, in deren Decke sich ein Loch befindet, durch das am Mittag die Sonne scheint und das ansonsten dunkle tiefe Wassern klar werden lässt. Die felsigen Wände sind grün bewachsen und überall ranken Lianen ins Wasser. Früh kommen lohnt sich also, wenn man anders als wir, schönes Licht für Fotos haben möchte.

Dann waren unsere 5 Wochen in Playa del Carmen auch schon wieder vorbei und es hieß Abschied nehmen. Gar nicht mal so leicht!

Noch ein paar Anmerkungen zu Playa: Es gibt eine regelrechte Taximafia dort, also gut Preise vergleichen, nicht verunsichern lassen und handeln. Außerdem gibt es in der sagenumwobenen 5th Avenue (die Partystraße schlchthin) ein Geschäft, in dem man sich mit Baby Raubkatzen fotografieren lassen kann. Bitte unbedingt die Finger davon lassen, die Tiere sehen nicht gut aus und werden offensichtlich gezwungen.
Auch aufpassen bei den ganzen kostümierten Menschen und Verkäufern, von Betrügern zu Taschendieben kann alles dabei sein.

Veröffentlicht von losgerollt

Wir sind seit dem 19.07.2019 auf Weltreise und können unser Glück immer noch kaum fassen. Für uns gibt es nichts Schöneres, als ganz viel Zeit mit der Familie zu verbringen und fremde Orte zu entdecken.

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