#3 Vorbereitungen

Was haben wir uns da nur aufgehalst?
Diese Frage stellten wir uns während der Vorbereitungszeit ziemlich oft. Die To-Do-Liste wollte kein Ende nehmen, ständig kamen neue Aufgaben und zu lösende Probleme dazu und die Zeit wurde immer knapper.

Man muss doch ganz schön vieles bedenken, wenn man eine so lange Zeit durch die Welt reisen möchte. Aber wir wussten, wofür wir es auf uns nehmen und trotz der ganzen Anstrengung freuten wir uns auf die kommende Zeit. Was wir wohl alles erleben würden? Wen wir kennenlernen würden? Wo es uns überhaupt nicht gefallen würde? Und wo es uns vielleicht so gut gefallen würde, dass wir gar nicht mehr von dort weg wollen? Es konnte ja keiner ahnen, dass letzteres so schnell eintreffen würde.

Aber zurück zu den Vorbereitungen. Wir fingen an uns eine Liste zu schreiben und notierten, bis wann wir was erledigt haben mussten. Dann kündigten wir unsere Jobs. Das war das Naheliegendste, denn wir mussten beide eine gewisse Kündigungsfrist einhalten und zwischen unserem Entschluss aufzubrechen und der endgültigen Abreise lagen nur vier Monate.

Ziemlich schnell danach machten wir einen Termin mit einem Reisemediziner in unserer Stadt aus, um benötigte Impfungen abzusprechen und durchführen zu lassen. Es folgte ein Impfmarathon, denn nach einigen Überlegungen haben wir uns dazu entschieden, dass wir uns gegen alles impfen lassen was eventuell nötig sein wird. Wir wollten kein Risiko eingehen und uns am Ende vorwerfen müssen, dass einer von uns wegen einer fehlenden Impfung krank geworden ist.

Als nächstes organisierten wir alle benötigten Unterlagen, wie zum Beispiel einen 2. Reisepass, internationale Führerscheine und eine internationale Geburtsurkunde für Levi.

Wir machten damit weiter alle unwichtigen Verträge zu kündigen. Dazu gehörten Handyverträge, Mitgliedschaften, Verträge rund ums Haus und einige Versicherungen.

Außerdem kümmerten wir uns um die Anschaffung von Kreditkarten mit guten Konditionen und um eine geeignete Krankenversicherung für eine Langzeitreise.

Wir buchten unseren ersten Flug und die erste Unterkunft vor Ort, besorgten uns komfortable Backpacks und fehlende Ausrüstung. Außerdem fingen wir so schnell wie möglich damit an, unbenutzte Dinge aus unserem Haushalt zu verbannen und diese via Ebay zu verkaufen. Außerdem machten wir einen Hausflohmarkt und verschenkten am Ende die letzten übrig gebliebenen Sachen an Hilfsorganisationen unserer Stadt. Das bisschen, was wir behalten wollten packten wir in Kartons, die paar Möbel bauten wir ab und dann brachten wir all das zur Schwiegermutter, die glücklicherweise genug freie Räumlichkeiten hat und uns Lagerplatz anbot. So konnten wir uns das Geld für die Einlagerung an einem anderen Ort sparen und wissen unsere Sachen in guten Händen. Die Sachen, die wir mitnehmen wollten, lagerten wir in einem der leeren Räume, um sie kurz vor Abreise einzupacken.

Hausflohmarkt
Rucksackinhalt?!

Kurz vor der Abreise organisierten wir noch eine Abschiedsfeier für Levi und seine Freunde in einer Spielhalle und eine für unsere Familie, bei welcher wir gemeinsam Kuchen gegessen haben. Außerdem versuchten wir in den letzten Wochen noch einmal alle unsere Lieben zu sehen und uns auf Zeit zu verabschieden.

Ganz unverhofft kam dann auch noch eine Weisheitszahn-OP bei Hannah dazwischen, was die letzte Woche vor Abflug noch anstrengender gestaltete. Zusammengefasst hatten wir viel Stress, schlaflose Nächte und nervenaufreibende Diskussionen, aber letztendlich haben wir kurz vor knapp alles geschafft und plötzlich saßen wir überglücklich, k.o. und auch etwas traurig mit gepackten Rucksäcken im Auto und fuhren zum Flughafen, wo wir uns noch ein letztes Mal von unseren Eltern verabschiedeten.

Nun konnte die Reise endlich losgehen.

#2 Die Entscheidung zur Reise

Im Sommer 2018 gab es eine Zeit, in der es mir (Hannah) überhaupt nicht gut ging. Ich war gesundheitlich angeschlagen und habe mich davon auch nur sehr langsam wieder erholt.

Außerdem kamen wir in unserer Partnerschaft, in unserem Elterndasein und in unserem gesamten Alltag an unsere Grenzen und haben gemerkt, dass irgendwas nicht mehr stimmt. Wir waren gestresst, genervt und ständig am Tun.

Sollte das also unser Leben sein, trotzdem wir noch so jung waren?
Was war passiert, wir hatten doch immer so viele Träume und Pläne.

Und dann steckten wir plötzlich in diesem Hamsterrad fest. Morgens früh aufstehen, fertigmachen, zum Kindergarten und zur Arbeit fahren, voneinander getrennt sein, spät nach Hause kommen, Haushalt machen, kochen, Verpflichtungen nach gehen, spielen und schwubs war der Tag wieder vorbei und die Zeit fürs Bett gekommen.

Und das ganze Tag ein, Tag aus. Uns fehlte die Zeit für die schönen Dinge im Leben, um unseren Sohn aufwachsen zu sehen, um gemeinsam Zeit zu verbringen und unvergessliche Momente zu schaffen. Sorgenfrei das Leben zu genießen, Spaß zu haben, Abenteuer zu erleben. All das fehlte uns gewaltig und ehrlich gesagt glaube ich auch, dass das der Grund war, weshalb ich so krank geworden bin.

Nach langem Hin und Her fassten wir den Entschluss, sammelten all unseren Mut und erzählten unserer Familie von unserem Entschluss in die große weite Welt zu ziehen. Außerdem kündigten wir unsere Jobs, lösten unseren Haushalt auf, vermieteten unser Haus unter und erledigten all das, was vor so einer langen Reise zu erledigen ist. (Näheres dazu im Nächsten Blogbeitrag.)

Und plötzlich merkte ich, wie eine so große Last von mir abfiel. Mir ging es von Tag zu Tag besser, die Vorfreude stieg und endlich machte wieder alles einen Sinn. Ich wusste, dass wir von nun an jeden Tag zusammen verbringen würden und das machte mich glücklicher als alles andere.

#1 Warum „losgerollt?“

Wie kam es eigentlich zu unserem Namen?

Unser ursprünglicher Plan war es einen Van zu kaufen, ihn selber umzubauen und mit diesem dann gemeinsam die Welt zu entdecken, sprich „einfach loszurollen“. Aber letztlich kam doch alles anders, weil uns zum einen die Zeit davon rannte und wir zum anderen festgestellt haben, dass die Kosten, die auf uns zukommen würden, unser Budget gesprengt hätten.

Also haben wir unsere Pläne wiedereinmal über den Haufen geworfen und uns dazu entschieden einfach mit dem Rucksack loszuziehen. Dadurch konnten wir zwar unser zu Hause nicht ständig bei uns haben, dafür aber flexibler schauen wo wir wann sein möchten.

Da uns nun aber der Name so gut gefallen hat, haben wir uns dazu entschieden ihn einfach zu behalten. Denn unseren Traum vom eigenen Van haben wir zwar erst mal aufgeschoben. Aber da ist er immer noch und wird in den nächsten Jahren definitiv umgesetzt, damit wir in Zukunft vor allem Europa mit unserem fahrbaren zu Hause bereisen können.

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