#69 Dschungel bei Palenque

25. April 2021

Am 23. April ging es wiedermal per Bus weiter, nach „Merida“, der größten Stadt auf der Yucatan – Halbinsel. Diese Stadt erschlug uns nach unserer Ankunft, sie war viel größer und unübersichtlicher, als gedacht. Irgendwie nicht so harmonisch wie „Valladolid“. Auch unser Hotel war eine reine Katastrophe. Kurzum hier fühlten wir uns überhaupt nicht wohl, hier wollten wir nicht bleiben, sondern weg. Deswegen änderten wir wiedermal unsere Route, skippten „Merida“ und damit auch „Izamal“ und „Chelestun“ und fuhren schon am nächsten Morgen weiter. Wir verließen die Yucatan – Halbinsel, fuhren durch die Bundesstaaten „Champeche“ & „Tabasco“ und landeten schließlich in „Chiapas, Palenque“. Was uns sofort entgegenschlug? Diese Hitze. Diese feuchte, schwüle Luft.

Das Zentrum ist nicht unbedingt sehenswert, eher etwas deprimierend. Aber entlang der Straße, welche im Zentrum startet und zu den Maya – Ruinen führt, beginnt der Dschungel. Überall sind hohe, dichte Bäume, bunte Pflanzen und Tiere. Meist sieht man sie nicht, dafür hört man sie aber sehr wohl!

Unser Hotel „La Aldea“ befand sich an eben dieser Straße, ein ganzes Stück in den Dschungel hineingebaut. Unser Bungalow war einfach, aber geräumig und zu unserer großen Freude klimatisiert. Es gab einen Pool, einen SPA – Bereich und ein Restaurant. Sonst nichts, außer weitere Bungalows und die Natur. Überall flogen Schmetterlinge durch die Gegend, Echsen flitzten an uns vorbei. Und wir sahen unseren ersten Kolibri. Oh war der klein und schnell und bunt und hübsch anzusehen. Während der nächsten Tage sahen wir immer wieder welche an uns vorbeiziehen. Auch Ameisen gab es zur Genüge und bevorzugt abends brummten dicke braune Käfer an uns vorbei, immer auf der Suche nach Licht. Ein einziges Mal sahen wir abends im Gebüsch ein Opossum!

Am ersten vollen Tag entspannten wir uns und genossen die Atmosphäre. Wir lagen in der Hängematte auf unserer Terrasse, schwammen ein paar Runden im Pool, akklimatisierten uns bei 45 Grad plus und ich gönnte mir abends eine langersehnte Ganzkörper – Massage und noch eine kleine Gesichtsmaske dazu.

Am nächsten Morgen standen wir noch vor Sonnenaufgang auf (und das ist bei uns wirklich eine Seltenheit). Wir hatten am Vortag einen Ausflug mit dem Touranbieter „Tulum“ gebucht. Man versprach uns gutes Essen, ein authentisches Dörfchen, einen echten Dschungel voller Tiere, insbesondere Affen. Doch was wir bekamen, was das komplette Gegenteil. Morgens ging es in ein Touri – Abfertigungs – Lokal vom Allerfeinsten. Lieblos wurde der Teller bei der Essensausgabe mit Reis, Bohnen und Obst gefüllt. Nach einer weiteren Fahrstunde wurden wir zusammen mit einem Dänen beim „Lancandon Reservat“ rausgesetzt. Wir wurden von einem langhaarigen Jungen begrüßt, der in ein weißes Gewand gehüllt war und schon stapften wir los. Die Luft war schwül und unser Guide legte ein ganz schönes Tempo vor. Wir hetzten also durch die Bäume hindurch, immer begleitet von dem lauten Geräuschen der Zikaden. Blieben nur wenige Mal stehen, um etwas über ein paar Pflanzen erzählt zu bekommen und liefen dann weiter. Der Schweiß rann uns über die Stirn, eine Schlange schlängelte sich über den Weg und dann standen wir vor einer kleinen Ruine auf einem Berg. Leider sprach unser Guide nur Spanisch und unser Spanisch war weit davon entfernt, um mit Dschungelvokabular kommunizieren zu können. Deshalb gab es ununterbrochen Verständigungsprobleme. Zu unserer Verwunderung drehten wir kurze Zeit später um und liefen exakt den gleichen Weg wieder zurück. Unsere Verwunderung stieg immer mehr. Wo war denn jetzt der dichte Urwald, wo waren all die versprochenen Tiere? Genau den gleichen Spaziergang hätten wir auch gegenüber vom Hotel machen können, kostenlos… Wir machten noch einmal kurz Halt bei einem Wasserfall und standen einige Zeit später wieder in dem Dorf, in welchem wir Stunden zuvor angekommen waren. Wir waren total enttäuscht, weil wir uns die Tour definitiv anders vorgestellt hatten und sie auch nicht ganz billig war. Das Mittagessen, welches uns etwa eine Stunde später von zwei Frauen serviert wurde, war auch weniger einladend. Matschiger Reis und eine völlig vertrocknete Hähnchenkeule für jeden. Diese bestand lediglich aus Knochen, nach zartem Fleisch suchte man vergeblich.

Danach hatten wir noch 3 Stunden Zeit, in der wir das tolle Dorf entdecken konnten, das Problem war nur, was sollten wir denn tun? Es gab nichts gescheites zu Essen, keine angenehmen Aufenthaltsbänkchen, keine Hängematten, nichts Einladendes irgendwie. Nur einen Kiosk, bei dem wir „Mentos“ und kühle Getränke erwarben. Wir warteten also, gingen nochmal zurück in den Wald, nahmen etwas andere Wege und sahen, dass die Umgebung total abgeholzt war. Wie traurig es war das anzuschauen. Ein intakter Dschungel ist wohl etwas anderes!

Die Stimmung kippte immer mehr und wir waren unendlich froh, als uns am Nachmittag, viel zu spät als vereinbart natürlich, der Minivan wieder abholte. Es folgte eine laute, holprige, nervenaufreibende Rückfahrt. Wir waren so enttäuscht, dass wir celten die Tour für den Folgetag direkt cancelten, die wir auch noch gebucht hatten. Die Lust darauf war uns ordentlich vergangen.

Wir folgten also wieder unserem alten Muster und machten uns am nächsten Tag auf eigene Faust auf den Weg. An der Rezeption bestellten wir uns ein Taxi, welches uns ganz bequem für etwa 4 Euro ein Stück weiter fuhr. Wir wollten zu den Ruinen von „Palenque“. Am Eingang bezahlten wir einmal 90 Peso Eintritt für den Nationalpark und einmal 80 Peso, als Eintritt zu den Ruinen. Kinder frei. Leider durfte man seit dem Vorjahr auch hier nicht mehr die Gemäuer erklimmen, welches einem sicherlich tolle Aussichten geboten hätte. Andererseits ist es auch völlig verständlich, denn wenn jährlich zig Touristen über die Ruinen trampeln, werden sie der Welt nicht lange in ihrer vollen Pracht erhalten bleiben. Übrigens sind gerade mal 5% der alten Mayastätte in Palenque ausgegraben. Der Rest liegt noch im Dschungel verborgen. Die Wege dorthin sind aber alle nicht zugänglich. Für unseren Guide, ebenfalls Edgar, zahlten wir 300 Pesos und er war die beste Investition seit Langem. Er konnte so viel Wissen an uns weitergeben, all unsere Fragen beantworten und er ließ uns immer wieder staunen. Er hatte so viel Zeit für uns, viel länger als vereinbart, und war wirklich sympathisch. Auch sein Englisch war hervorragend und er erfreute Levi mit deutschen Wörtern wie „Sonnenfinsternis oder Brüllaffen“. Letztere bekamen wir übrigens leider nie zu Gesicht. Wir hörten sie überall, besonders morgens und abends aber traurigerweise zeigten sie sich uns nie.

By the way, die Ruine war übrigens so so leer, dass wir nur ganz selten hier und da mal einer Person über den Weg liefen. Meistens hatten wir die weiten Flächen ganz für uns alleine. Wie fasziniert wir von diesem cleveren Volk, den Mayas, immer wieder waren. Diese Anlage gefiel uns um Längen besser, als das viel zu touristische „Chichen – Itza“!

Wir erzählten unserem Guide auch von unserer blöden Tour am Vortag und er bestätigte uns, dass dieser Park nur noch als Attrappe für Touris dient, überwiegend abgeholzt ist und die Fläche für Anbau von Mais dient. Recherchen im Internet bestätigten uns das. Wiedermal traurig zu sehen, wozu der Mensch so im Stande ist. Und wir haben es dummerweise (unwissentlich) gefördert, indem wir über vier Stunden dort durch die Gegend gestapft sind.

Für uns war klar, dass wir dringend nochmal in einen richtigen Regenwald in den Amazonas oder nach Costa Rica oder so müssen. Wir möchten Faultiere, Tukane, Spinnen, Schlangen, Nasenbären, Gürteltiere und Affen aller Art sehen. Am liebsten auch einen Jaguar.

Edgar empfahl uns am Ende der Besichtigung noch einen Abstecher über einen kleinen Dschungeltrek, gegenüber des Parkplatzes zu machen. Er verabschiedete sich, wir tranken ein paar kühle, wohltuende Getränke und liefen dann den besagten Pfad entlang. Total schön hier, quasi wie bei unserer gestrigen Tour auch. Nur halt viel günstiger. Aber auch hier sahen wir leider keine weiteren Tiere, die Tageszeit (Nachmittag) war auch keinesfalls geeignet. Unten am Pfad angekommen, fanden wir uns schließlich in einer Kurve wieder, die sich den Berg entlangschlängelte. Noch während wir überlegten, wie wir hier wohl wieder weg kämen, brauste auch schon eines der „Collectivos“ an uns vorbei. Das sind Minibusse, welche überall in Mexiko zu finden sind und einen für wenig Geld von A nach B bringen. Einziger Nachteil: Die Mitnahme von Gepäck ist begrenzt. Die Fahrt war schnell vorbei und der Fahrer hielt vor der Einfahrt zu unserem Hotel. Wir bezahlten ein paar Pesos und mussten uns dann nur noch den Berg hochhieven, auf welchem die Anlage erbaut war. Im Anschluss sprangen wir in den Pool, um uns abzukühlen, aber bei diesem krassen Wetter bot der Pool mehr so Badewannentemperatur. Egal, schwimmen ist immer gut. Im Laufe des Abends lernten wir eine Familie mit ihren beiden Jungs kennen, die ursprünglich aus Deutschland kommt, aus beruflichen Gründen aber schon seit zwei Jahren in Mexiko leben.

Auf der Reise fällt mir immer wieder auf, wie spannend ich es finde, so viele verschiedene Lebenskonzepte durch so viele individuelle Familien kennenlernen zu dürfen. Mir ist mittlerweile bewusst, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt. Mich beflügelt das Gefühl, mein Leben selbst in die Hand nehmen, selber bestimmen zu können. Unabhängig zu sein, das Hobby zum Beruf machen? Warum ausgetrampelte Pfade nehmen, wenn es doch auch so viel mehr zu entdecken gibt?
Schön zu sehen, wie neugierig ich bin, wissensdurstig nach mehr im Leben. So wie bestimmt jeder irgendwie und irgendwann mal.

Was ich jetzt gerade in diesem Moment gerne für immer tun würde?
Reisen! Unser bisheriges Leben genauso weiterleben. Oder vielleicht nicht genauso, denn man kann immer an sich arbeiten. Und es gibt auch immer Verbesserungspotenzial. Aber reisen, neues Lernen, fremde Leute treffen und in ferne Kulturen eintauchen, unbekanntes Essen probieren, Gerüche und Geschmäcker auf sich wirken lassen, Sprachen lernen, einmalige Bekanntschaften machen, Freunde finden. Das war so.. so einfach. Einfach? Nicht immer, aber doch schon sehr oft.

Man konnte sich ausprobieren, wachsen, Fehler machen und neues Entdecken. Schauen, was einem geällt, was nicht. Gucken, was einem wichtig ist oder gut tut, oder eben auch nicht. Dafür hatten wir in den vergangenen Monate sehr viel Zeit und es hat uns ein ganzes Stück weitergebracht. Insofern bin ich unendlich dankbar, für alle die Erfahrungen, ob positive oder negative. Denn sie haben uns zu dem gemacht, die wir jetzt sind.

#68 Natur pur rund um Valladolid

19. April 2021

Es war der Tag gekommen, an dem wir uns von diesem friedlichen Fleckchen Erde verabschieden mussten, wir hatten die Abreise mehrere Tage herausgezögert, aber nun war es unaufschiebbar. Auf Wiedersehen „Isla Holbox“.

Auf der Fahrt nach „Valladolid“ lernten wir ein Pärchen, ebenfalls aus Deutschland, kennen. Den beiden gefiel Mexiko bisher noch gar nicht und sie überlegten, wohin es für sie alternativ als nächstes gehen könnte.
Das passierte uns in letzter Zeit öfter, entweder wir trafen Menschen, die Mexiko sehr mochten, oder aber das Gegenteil war der Fall. So viele Meinungsverschiedenheiten über ein Land kannten wir so bisher nur von Indien und Sri Lanka.

Nach einer relativ kurzen Busfahrt kamen wir in „Valladolid“ an, schnappten uns unser Gepäck und liefen zum „Casa Rosario“. Glücklicherweise befand sich dieses in der Nähe der ADO – Station und wir hatten es nicht weit. Das Hotel war recht klein, vermietete nur eine handvoll Zimmer, bot eine große überdachte Terrasse und einen kleinen Pool inmitten eines bunt blühenden Gartens. Es fühlte sich direkt nach „zu Hause“ an, manchmal ist Ankommen so einfach. Unser Zimmer war groß, hell und sauber. Die Klimaanlage funktionierte einwandfrei. Die Mitarbeiter waren ausgesprochen umsichtig. Wir waren umgeben von internationalen Reisenden. Was wollten wir mehr…

Die nächsten Tage erkundeten wir zu Fuß die Stadt. „Valladolid“ gefiel uns von der ersten Sekunde an, mit all den alten bunten Häusern und den vielen wuseligen Geschäftchen. Es war nicht zu touristisch, niemals zu voll. Wir schauten uns die „Iglesia de San Servacio“ an, schlenderten durch den „Francisco Canton Rosado Park“ und aßen gerne beim „Mercado de Comida“. Dort empfehlen wir unbedingt den asiatischen Essensstand, nach so viel mexikanischem Essen wirklich eine willkommene Abwechslung.

Normalerweise findet abends um 21.30 Uhr eine Lichtershow am Kloster „Convento de San Bernardino de Siena“ statt, bei welcher man auf englischer Sprache Informationen über die Stadt bekommt. Das Ganze kostenlos. Wir standen also abends pünktlich bereit, die zuvor am Straßenrand erworbenen Crêpes in unserer Hand. Gespannt schauten wir uns um, doch es passierte nichts. Schien wohl heute nicht statt zu finden, naja. Wir aßen unseren Snack und machten uns dann auf den Weg ins Bett.

Für den nächsten Tag hatten wir uns extra ein Auto gemietet, einen orangenen „Renault Stepway“ für etwa 30 Euro pro Tag.

Früh am Morgen des Folgetages machten wir uns auf den Weg zum „Rio Lagartos“. Dort waren wir um 9 Uhr mit Edgar verabredet (+529861037337). Er war unser Guide für die Tour, die wir an diesem Morgen unternehmen wollten. Wir setzen uns in sein Boot und genossen die frische Morgenluft, die an uns vorbei zischte. Nachdem Edgar den Motor ordentlich in Schwung gebracht hatte, flogen wir nur so über das Wasser. Umgeben von Mangroven fuhren wir immer tiefer in das Gebiet des „Rio Lagartos“. Rechts und links überall Vögel; Pelikane, Ente, Reiher, Kraniche, Möwen und und und. Definitiv ein Paradies für Vogelliebhaber. Früh morgens soll man hier auch hin und wieder Delfine sehen können. Wir fuhren noch ein ganzes Stück weiter, immer wieder hielten wir an und Edgar erklärte uns alles, was er über diesen Lebensraum und seine Tiere wusste. Und dann sahen wir es, schon das zweite Mal. Dieses Mal aber deutlich sichtbar, direkt neben unserem Boot schwamm ein über zwei Meter großes Krokodil. Es beobachtete uns, öffnete sein Maul voller spitzer Zähne und schloss es wieder. Wir schauten einige Minuten teils fasziniert, teils verängstigt zu. Dann fuhren wir weiter und waren umgeben von Flamingos. Soweit das Auge reichte wateten diese Tiere durchs Wasser oder flogen durch die Luft. Immer umgeben von unzähligen anderen Vögeln ihrer Art. Flamingos kennen wir aus dem Zoo und aus Frankreich, ich habe zuvor aber niemals einen Flamingo fliegen sehen. Daran konnte ich mich nicht sattsehen, wie diese großen Vögel pink schimmernd, elegant dahinglitten. Und diese Tiere waren laut. Ihre Kolonien hörten wir noch von Weitem.

Was bitte durften wir hier schon wieder erleben? Fast unberührte Natur, wir das einzige Boot weit und breit, soweit draußen. Wir, umgeben von diesem Paradies. Nach etwa zwei Stunden war die Bootstour vorbei. Auf dem Rückweg gab Edgar uns noch eine weiße Paste, die er mit dem Flusswasser tränkte und mit welcher wir uns anschließend einreiben sollten. Innerhalb von wenigen Minuten trocknete die klebrige Masse auf unserer Haut.

Am Ende der Tour konnten wir sie dann wieder abwaschen. Was das Ganze gebracht hat? Wissen wir nicht genau, vielleicht als Sonnenschutz? Vielleicht ein Beautyprogramm?
Auf jeden Fall hatte ich das Gefühl, dass sich meine Haut danach weicher anfühlte, was natürlich auch reine Einbildung gewesen sein könnte.

Für alle, die nun denken, dass dieser Ausflug damit beendet war. Zum Glück nicht, denn ein weiteres Highlight wartete auf uns. Wir fuhren bestimmt eine halbe Stunde mitten durchs Nichts, bis seitlich von uns riesige Salzberge einer naheliegenden Fabrik auftauchten. Dank unseres Guides bezahlten wir keinen Eintritt, konnten aber trotzdem einen Blick auf den pinken See „Las Coloradas“ werfen und Fotos machen. Und wir hatten Glück, die Sonne schien, der Wind wehte leicht und das waren laut Edgar die besten Bedingungen, um das Becken in seiner schönsten Farbe zu sehen.

Übrigens gefielen uns die touristischen Buchstaben gut, die wir sonst gar nicht so sehr mögen. Aber in „Valladolid“, in „Rio Lagartos“ und auch beim „Las Coloradas“ waren die Buchtsaben einfach so verdammt schön dargestellt. Auf jedem Einzelnen befand sich ein Gemälde, welches die Besonderheiten der Umgebung widerspiegelten. Schildkröten, Vögel, Krokodile, Cenoten, Fischer und und und… Wirklich schöne Hingucker und ein oder zwei Fotos wert!
Nach diesem Ausflug schauten wir uns nicht, wie anfangs gedacht, noch weitere Cenoten an, sondern sparten uns das Geld und gingen früh schlafen.

Hier noch ein Tipp: Da die meisten Cenoten um „Tulum“ unbezahlbar sind und auch um Valladolid nicht gerade ein Schnäppchen darstellen. Im Zentrum von Valladolid gibt es die Stadtcenote „Zaci“, welche nur einen Euro Eintritt kostet! Wir haben es leider nicht mehr geschafft, sie anzuschauen.

#67 Traumhafte Isla Holbox

13. April 2021

Für diesen Tag hatten wir uns im Vorfeld Tickets bei ADO gekauft und fuhren dann mit dem Bus vom Terminal 1 nach „Chiquila“. Von diesem Örtchen aus fahren wahlweise die Fähre oder kleine Fischerbötchen auf die „Isla Holbox“.

Auf der Insel angekommen fuhren wir per Golfkart Taxi zu unserer Unterkunft „Sirenas Holbox“. Leider war unser Raum total verschimmelt und der Besitzer wenig einsichtig, er hatte keinen anderen Raum und laut ihm hatten wir zwei Möglichkeiten: bleiben oder gehen. Allerdings ohne Geld zurückzubekommen natürlich. Wir gingen zwar, denn in dem Raum ließ es sich wirklich nicht aushalten, aber wir ließen das nicht auf uns sitzen. Wir schalteten „Airbnb“ ein und kämpften letztendlich eine ganze Woche um unser Geld, welches wir dann am Ende zum Glück wiederbekamen. Mancherorts werden Touristen leider immer wieder versucht übers Ohr zu hauen.

Alternativ kamen wir in dem etwas weiter südlich gelegenen „Casa Margot“ unter, einem modernen, schön eingerichteten Hotel, in dessen Mitte viele Pflanzen wachsen. Es gibt große Glasfronten, dimmbares Licht, nette Besitzer und noch viel nettere Angestellte. Wenn man eines der beiden Zimmer auf der oberen Etage ganz hinten erwischt, hat man den Jackpot, denn man hat quasi eine private uneinsehbare kleine Terrasse.

Wir fühlten uns hier pudelwohl und wollten so schnell nicht wieder weg. Einziger Wermutstropfen war der Preis, denn das Hotel ist für unser Budget nicht ganz günstig.

Trotzdem verbrachten wir hier eine tolle Woche, bekamen Spezialgerichte im hauseigenen Restaurant, schauten den farbenfrohen Sonnenuntergängen zu, suchten die ersten Abende vergeblich nach biolumnisierendem (leuchtendem) Plankton, stolperten dabei über einen Skorpion, sahen einen Waschbären und machten schließlich doch eine Tour für 300 Pesos pro Person, um das Naturspektakel sehen zu können. Man sah es nicht sehr deutlich, denn die besten Sichtverhältnisse gibt es bei Neumond und dunklem Himmel, hatten wir beides nicht.

Da Nils seit Neuestem einen Online – Job hatte, saß er täglich am Laptop und tüftelte. Das brachte ein nettes kleines Taschengeld ein, über welches wir uns sehr freuten!
„Holbox“ wird übrigens wie „Holbosch“ ausgesprochen. Auf der Insel gibt es keine Autos. Man hat die Optionen sich ein Golfkart oder ein Fahrrad zu mieten oder spazieren zu gehen. Auch Reiten ist möglich.

Wir mieteten uns zwei Fahrräder, da dies die günstigere Variante war und erkundeten damit die Insel. Der nördiche Teil und Downtown sind sehr voll, teuer und touristisch. Hier gibt es unglaublich viel schönes Streetart. Ich glaube ich habe an keinem anderen Ort eine solche Dichte an Kunstwerken gesehen. Der südliche Teil der Insel ist natürlicher, aber hier fehlen eindeutig Restaurants.


Der schönste Strand, den wir fanden war der „Punta Coco“ bzw der „Orion“. Hier findet man reichlich Schatten unter den Bäumen, das Wasser ist algenfrei, klar und sehr sehr flach abfallend. Um einen Sonnenbrand kamen wir leider nicht herum, es ist so unfassbar sonnig auf dieser Insel! Also immer gut eincremen!

Wir aßen in einem Strandlokal („Carolinda Beach Club“) auf einem Foodmarket („Barba Negra“), im Hotel oder von den Straßenständen auf dem großen Hauptplatz in Downtown. Hier gibt es auch einen tollen großen Spiel- und Sportplatz.

Abends, wenn die senkende Hitze sich gelegt hat, kommen die Einheimischen hierher, spielen, essen oder machen Sport.

Noch ein Tipp vom Herzen, wenn ihr besonders viel Zeit habt, besucht unbedingt das „Refugio Holbox Animal Sanctuary“. Es ist ein Tierheim, in dem Hunde, Katzen und manchmal auch Waschbären unterkommen. Es organisiert sich aus freiwilligen Helfern und ist immer auf Spenden und helfende Hände angewiesen. Wir haben uns zum Beispiel einfach einen Hund ausgeliehen und sind mit ihm an Strand spazieren gegangen.

Am Ende trafen wir in unserem Hotel auf eine Familie aus Österreich, die uns außerdem die „3 Island Tour“ ans Herz legte, selber ausprobiert haben wir sie aber nicht.

#66 Partytourismus in Cancun & Playa?

05. März 2021

Wir flogen vorerst einmal nach Cancun.

Notiz an uns selbst: Nächstes Mal unbedingt vorher um einen Transport kümmern, denn die Taxen nehmen horrende Preise und mal eben vom Flughafen wegspazieren funktioniert nicht, denn man landet auf einer Art Autobahn. Wir haben es ausprobiert, just saying.

Weit außerhalb des Zentrums fanden wir eine gemütliche Unterkunft mit Pool und tropischem Garten, drumherum gab es nicht viel. Die Tage holten wir uns ein „Uber“ und fuhren nach Downtown, welche sich als weniger hübsch entpuppte. Anschließend gingen wir in die „Plaza las Americas“, eine Mall, ausgelegt auf amerikanische Urlauber mit viel Geld.

Dann machten wir noch einen Ausflug in die „Zona Hotelera“. Bisschen nett am Strand essen, haben wir gedacht. Aber Pustekuchen, für uns war es der absolute Horror. Es war laut, voll, die Menschen tranken mittags Alkohol und feierten, es war touristisch und teuer. Außerdem erlebten wir hier die dreistesten Taxifahrer mit unverschämten Preisvorstellungen. Nie zuvor hatten wir es in solchen Ausmaß erlebt und zum Glück bis jetzt auch nie wieder. Die reinste Abzocke!

Kurzgesagt uns hielt hier nichts mehr, uns zog es weiter. Wie es der Zufall wollte, reisten zeitgleich mit uns zwei Mexikanerinnen ab. Der ursprüngliche Plan war es, per „Uber“ zum Busstand ins Zentrum zu fahren und von dort direkt weiter. Die Fahrerin Gabi bot uns allerdings an, uns mitzunehmen. Sie wollte nur schnell ihre Schwester zum Flughafen bringen und dann weiter, denn sie wohnte dort, wo wir hinwollten. Klang wie ein schlechter Scherz, war es aber nicht. Zum Glück hatten wir noch keine Tickets gebucht und willigten ein.

Die Fahrt verging schnell, wir unterhielten uns gut und Gabi setzte uns bei unserem Appartement im „Real Bilbao“, in Playa del Carmen ab. Und sie wollte absolut gar nichts haben.

Nach ein paar Tagen zogen wir nochmal innerhalb von Playa um, denn wir hatten beschlossen länger in dem Ort zu bleiben. Das lag nicht unbedingt an der Schönheit dieser Stadt, ehrlich gesagt war sie uns viel zu touristisch, von der 5th Avenue mal ganz abgesehen. Auch nicht an den von Algen überschwemmten und mit Liegestühlen vollgeklatschten Stränden. Und teuer war es auch.

Es lag vielmehr daran, dass diese Stadt so einfach ist, man alles hat, was man braucht. Aber natürlich lag es am allermeisten an den Leuten dort. Denn innerhalb weniger Tage bauten wir uns ein kleines Netzwerk auf.

Zurück zur neuen Wohnung, die befand sich im Gebäude „Las Palmas 243“ direkt hinter dem großen „Mega Supermarkt“, welcher übrigens unser liebster in ganz Mexiko war. Die Wohnung war zentral gelegen und eigentlich zu groß fur uns drei, hatte einen Balkon, eine Waschmaschiene und im Gemeinschaftsbereich einen Pool. Die Nachbarn waren international, teilweise sehr partywütig.

Leider stellten wir am 1. Abend einen massiven Kakerlakenbefall fest, von überall kamen diese Viecher. Meine erste Reaktion bestand aus Panik und Flucht, hier wollte ich nicht bleiben! Nachdem wir aber das Mosikonetz über eins der Betten gespannt, überall Kakerlakenfallen aufgestellt und viel Gift versprüht hatten, besserte sich die Lage und wir konnten getrost bleiben. Ganz weg waren die Kakerlaken aber leider nie, obwohl Nils sogar noch alle Ritzen mit Tüchern ausstopfte, mit Klebeband verschloss und auf alle Abflüsse Schüsselchen stellte.

Fall jemand die Nummer von der Vermieterin Claudia haben möchte, hier ist sie: +529847458739. Sie spricht fließend Spanisch, Englisch und Deutsch.

Wir trafen uns einige Male mit verschiedenen Reisefamilien, die urspünglich aus Deutschland kommen, schauten uns die süßen bunten Häuser im Zentrum an, beobachteten Pelikane am Strand und schlenderten durch Playacar, das grüne, gehobene Viertel, in welchem unsere Freunde wohnten. Leider ist dieser Bereich aber auch weiter abseits, man braucht ein Rad oder Auto und teurer ist es auch. Während unserer Besuche sahen wir hier übrigens mehrere Agutis.

Schließlich fanden wir unsere Spanischlehrerin Philin. Ursprünglich ebenfalls aus Deutschland, allerdings wohnt sie seit 8 Jahren mit ihrer Familie in Mexiko und spricht fließend Spanisch. Die Preise sind erschwinglich und der Unterricht macht viel Spaß. Damit konnte ich mir den langersehnten Traum von einem Spanischkurs erfüllen und mich nun immerhin ein bisschen besser verständigen. Falls einer von euch Interesse hat, hier ihre Telefonnummer (+529841525514).

Wir hatten einen tollen gemeinsamen Monat, wurden zum Grillen mit Freunden der Familie eingeladen, mit auf ein kleines Konzert genommen und an einem Tag durfte Levi sogar mit in die Schule von Adiel. Obwohl die Schulen hier wegen Corona seit über einem Jahr geschlossen sind, haben sich ein paar Eltern zusammengetan und eine kleine, schnuckelige Schule mit drei Klassen und vier Lehrern auf die Beine gestellt, allen voran Philins Mann Daniel. Morgens ging Levi mutig mit seinem kleinen gepackten Rucksack durch das Tor und schien dann einen wirklich guten Vormittag zu haben. Jedenfalls rief uns keiner an, weil Levi abgeholt werden wollte und er erzählte im Nachhinein nur Gutes von seinem Tag. Er durfte an einer Osterfeier teilnehmen und die Lehrer waren bestens auf seinen Besuch vorbereitet. Hier nochmal einen ganz lieben Dank, solltet ihr es lesen, Muchas gracias!

Während Levi in der Schule war entspannten Nils und ich in unserem Lieblingscafé, dem „Choux – Choux“.

Unser liebstes Restaurant am Strand ist übrigens die „Fusions Bar“, zwar nicht ganz billig, dafür bekommt man leckere Gerichte, Füße im Sand und abends sogar eine Feuershow und Livemusik.

Im Laufe des Monats haben wir uns mehrfach ein Auto gemietet, über eine Agentur, die einem das Auto bis vor die Haustür liefert. Super entspannt, sehr flexibel und es gab nie Probleme (Tel.Nr.: +525518404208).

Den ersten Ausflug machten wir mit Julia und Joshua. Wir fuhren nach Akumal und Tulum, aber egal wohin wir kamen, es war voll, teuer oder es erwarteten uns Sandflöhe. Der Tag war also eher ein Reinfall, aber definitiv eine Erfahrung wert. Auf der Straße waren Warnschilder wegen Jaguaren, die alle paar Meter am Straßenrand verankert waren. Ein paar Tage nach unserem Ausflug wurde sogar eine Jaguarfamilie in Tulum gesichtet. Wir sahen aber keins dieser Tiere in freier Wildbahn.

Wir feierten meinen bunten Geburtstag mit Blumen, Torte und Pinata und machten einen weiteren Auslug mit geliehenem Wagen nach „Puerto Morelos“. Hier fanden wir den bei weitem schönsten Strand. Zwar waren auch hier Algen, aber dank des vorgelagerten Riffs, brachen die Wellen draußen im Ozean und das Wasser war sehr klar. Schatten gabe es an diesem Strand auch viel, was in Mexiko nicht üblich ist. Gerne wären wir auch noch für 25 Dollar pro Person mit dem Boot zum Schnorcheln rausgefahren. Aber die Tauchschule entdeckten wir leider erst, als die Boote schon nicht mehr rausfuhren.

Was wir am Strand generell sehr mögen ist, dass laufend Händler vorbeikommen, bei denen man sich den Bauch vollschlagen und sich durch das Essen probieren kann. Was wir weniger mögen sind die Souvenirverkäufer. Und was bei uns auch immer zum Strand dazugehört, ist eine Kokosnuss!

Unser letzter Ausflug mit Auto ging am 07. April nach Chichen Itza, eines der 7 Weltwunder. Es war nicht sehr überlaufen, es war sogar recht wenig los, jedenfalls verteilten sich die Besucher gut auf dem Gelände. Leider hatten wir hier wiedermal das Gefühl ein wandelnder Geldbeutel zu sein und sahen wohl mehr Souvenirstände, als Sehenswürdigkeiten (sprich Ruinen). Allerdings kann man hier nach einigem Handeln und Vergleichen, richtige Schnäppchen schießen, als Mitbringsel zum Beispiel.

Anschließend fuhren wir noch zur, in der Nähe liegenden, Cenote Ik Kil. Sie war zwar dermaßen überlaufen, aber trotzdem total schön. Der See liegt in einer Höhle, in deren Decke sich ein Loch befindet, durch das am Mittag die Sonne scheint und das ansonsten dunkle tiefe Wassern klar werden lässt. Die felsigen Wände sind grün bewachsen und überall ranken Lianen ins Wasser. Früh kommen lohnt sich also, wenn man anders als wir, schönes Licht für Fotos haben möchte.

Dann waren unsere 5 Wochen in Playa del Carmen auch schon wieder vorbei und es hieß Abschied nehmen. Gar nicht mal so leicht!

Noch ein paar Anmerkungen zu Playa: Es gibt eine regelrechte Taximafia dort, also gut Preise vergleichen, nicht verunsichern lassen und handeln. Außerdem gibt es in der sagenumwobenen 5th Avenue (die Partystraße schlchthin) ein Geschäft, in dem man sich mit Baby Raubkatzen fotografieren lassen kann. Bitte unbedingt die Finger davon lassen, die Tiere sehen nicht gut aus und werden offensichtlich gezwungen.
Auch aufpassen bei den ganzen kostümierten Menschen und Verkäufern, von Betrügern zu Taschendieben kann alles dabei sein.

#65 Mexico magico

Es geht in ein fernes Land, auf einen neuen Kontinent, in eine fremde Kultur, zu spannenden Abenteuern.

19. Februar 2021

„Mitten in der Nacht holt mein Vater uns aus Hude ab und bringt uns und unser Gepäck zum Flughafen nach Hamburg. Wir sind aufgeregt. Ob alles klappen wird? Obwohl einem überall von einer Reise während der Pandemie abgeraten wird? Aber was wäre die Alternative? In Deutschland bleiben? Eingesperrt und unzufrieden? Oder doch lieber unser Glück versuchen?“


Wir entschieden uns für Letzteres! Wir waren nervös, aufgeregt und geplagt von Zweifeln, aber auch voller Vorfreude. Mit Lufthansa flogen wir von Hamburg via Frankfurt nach Mexiko – Stadt (Ciudad de Mexico).

Und was soll ich sagen? Hat alles bestens geklappt! Der Flug war etwas lang, aber angenehm, der Ausblick über Grönland und Kanada unbezahlbar, die Einreise gestaltete sich zäh, dann nachdem abermals unsere Unterlagen gecheckt wurden, drückte uns die Grenzbeamtin die Stempel in die Pässe, 180 Tage! YES!

Dann der 1. Schreck. Wir verwechselten aus lauter Müdigkeit wohl unser Gepäck, denn als wir eine viel zu leichte Transporttasche öffneten, kam uns der Rucksack weniger vertraut vor. Es dauerte etwa eine Stunde, bis wir denjenigen fanden, der mit unserem Gepäckstück unterwegs war. Sowas aber auch, passiert uns bestimmt kein 2. Mal! 😀

Todmüde sind wir dann per Taxi weiter ins Hotel, wir bezahlten 9 Euro und befanden uns wenig später in dem schicken Hotel „El Ejecutivo“.
Die ersten Tage waren wir gerädert vom Jetlag. Wir aßen vom großartigen Frühstück im Hotel, mittags und abends dank Rappi. Einer App, mit der man sich in einigen Städten Mexikos einfach alles ins Haus liefern lassen kann. Sehr praktisch, wie wir finden.

Es ist heiß! Den einzigen Ausflug, den wir machen, geht zu einem „Telcel“ Laden im Zentrum und weiter auf den Flohmarkt „Mercado Antiguedades Lagunilla“, welcher jeden Sonntag von 09:00 bis 17:00 Uhr stattfindet. Dort erwarben wir neue Legofiguren für Levi und gewannen die ersten Eindrücke von der Großstadt, von der uns oftmals abgeraten wurde. Viel zu viele Kriminelle wären hier, viel zu gefährlich sei es. Erstmal auf jeden Fall ein mulmiges Gefühl. Was uns schnell auffiel, waren die dick bewaffneten Polizisten, welche alle paar Meter postiert standen. Was wir davon halten sollten, wussten wir nicht so recht.

Nach einigen Tagen ging uns das Hotel etwas auf die Nerven, denn es gab keinen Balkon, keine zu öffnenden Fenster, somit auch keine frische Luft, die Zimmer nicht sehr gut isoliert und direkt nebenan war eine dauernd laute Baustelle. Deswegen beschlossen wir umzuziehen. Wir suchten uns über Airbnb eine Wohnung im hippen Viertel „Condesa“. Uns erwartete eine einfache, geräumige Wohnung, welche über einen großen Balkon verfügte. Alles da, was wir brauchten, außer vielleicht einer Klimaanlage. Da es auch keinen Ventilator gab, brachte unsere Vermieterin uns freundlicherweise einen vorbei.

Direkt neben der Wohnung liegt der „Chapultepec Park“, in dem man Eichhörnchen füttern und sich eine Auszeit im schattigen Grün nehmen kann. Neben dem Park gibt es im Viertel alles, was man braucht: Bio Supermarkt, Eisdiele, Spielplätze, Wäscherei, Restaurants und die beste Pizza, die wir in Mexiko je hatten, dort wo sich ehemals die „212 Burger Bar“ befand.

Dank unserer Küche versorgten wir uns überwiegend selber mit reichhaltigem Frühstück und viel frischem Gemüse. Wir machten ein paar Ausflüge in den Park, einen zum „House of Tiles“ und schauten uns Märkte an. Hier fiel uns leider immer wieder auf, dass es enge Käfige voll mit Tieren gibt. Vögel, Reptilien, Hunde, Mäuse, Kaninchen, Katzen… Häufig waren die Tierchen noch viel zu jung, um überhaupt vom Muttertier getrennt zu sein. Von den hygienischen Zuständen mal ganz zu schweigen. Es war wirklich dreckig! Fotos waren natürlich nicht erlaubt, darauf wurde strengstens geachtet..

Außerdem gingen wir ein bisschen shoppen. Wir waren bei „Decathlon“, „H&M“ und im „Parque Delta“, einer Mall. Als wir gerade fertig waren und mit unserem Frozen Yoghurt auf dem Vorplatz standen, ging ein gewaltiger Alarm los. Innerhalb weniger Minuten kamen von überall Fahrzeuge angebraust, von denen unzählige Einsatzkräfte sprangen. Sie stürmten das Kaufhaus. Eine Weile später fanden wir heraus, dass ein Juwelier überfallen wurde und die beiden Diebe letztendlich auch noch fliehen konnten. Verletzt wurde niemand. Sehr aufregend hier!


Auf Grund von Covid hatten aber leider viele Dinge geschlossen, wie zum Beispiel das UNAM Gelände und die Museen. Außerdem wird in Mexiko in geschlossenen Räumen (wie Läden oder Taxen, je nach Standort auch auf der Straße) Maske getragen, Fieber gemessen und die Hände desinfiziert. Dafür haben Beautyeinrichtungen, Restaurants und die Geschäfte auf. Ein fairer Deal, wie wir finden, denn so kann man weiterhin am öffentlichen Leben teilnehmen und nicht bloß arbeiten und zu Hause sitzen. Es wird sich in der Öffentlichkeit zwar nicht immer an den Abstand gehalten, aber (je nachdem wo man ist) tragen die meisten „Nicht – Touris“ eine Maske.

Am 28. Februar machten wir einen ganz besonderen Ausflug. Wir buchten ein VIP – Ticket im „Rancho Magico“, welches eine Führung inklusive privatem Guide, Tierfutter für die Tiere und Essen plus Getränke für maximal 5 Personen beinhaltet, für 80 Euro. Eigentlich sind wir keine großen Zoo Freunde, aber dieser Park war recht gut gemacht und stellte eine nette Abwechslung zur Stadt dar. Wir durften viel mit Tieren in Interaktion gehen, jedoch immer nur so viel, wie die Tiere Lust hatten. Keiner musste etwas tun, was er nicht wollte.

Wir durften Kühe melken, mit Papageien spielen, in Kontakt mit einem Greifvogel (dessen Namen ich vergessen habe und der auch keine Lust auf das Ganze hatte) und einer Eule treten, Jaguare füttern und ins Lemurengehäge. Dort hätte ich persönlich ewig bleiben können. Die neugierigen, flauschigen Tierchen kamen immer wieder mit ihren weichen Pfoten angesprungen und sind auf uns herum geklettert. Anfassen natürlich strengstens verboten!
Am Ende durfte Levi zu einer großen Landschildkröte. Der Park verfügt noch über einige weitere Tiere, wie Lamas, Schweine, Waschbären, Wölfe, Kaninchen, Ponys und ein mini Krokodil.
Was für ein erlebnisreicher Tag!

Da in der Stadt aber so vieles geschlossen hatte, beschlossen wir erst einmal weiterzuziehen und zu einem späteren Zeitpunkt nochmal vorbeizuschauen.

Unser bisheriges Fazit lautet: Nach Bangkok ist Mexiko Stadt nun unsere liebste Großstadt außerhalb Europas! Sie ist gepflegt, viel bepflanzt und überall findet man blau/lila blühende Bäume namens „Jacaranda“.

Und so schrieb ich in mein Tagebuch: „Hier sitzen wir nun in unserer Wohnung, in Mexiko – Stadt. Es wackelt, ein Erdbeben? Der Smog der Stadt liegt wie ein schwarzer Teppich auf unserem Balkon und von schräg gegenüber lächelt mich ein Werbeplakat an, Hähnchenteile. Hin und wieder fliegt ein Flugzeug über uns hinweg, die Grillen zirpen abends, auch in der Stadt. Und dann ist da noch der Autoverkehr. Tagsüber ist es sehr laut, es wird erst spät am Abend leiser, wirklich ruhig ist es nie. Logisch irgendwie bei einer so dicht besiedelten Stadt. Und dennoch, wir werden diese Wohnung vermissen!
Aber tief in meinem Herzen, da weiß ich, dass wir wiederkommen werden und noch ganz neue Seiten dieser wundervollen Stadt entdecken werden!“

#64 Heimreise – war’s das?!

20. Januar 2021

Auf der Fähre bezogen wir unsere 4 Bett Kabine ohne Fenster, schlenderten einmal übers Schiff und gingen dann Schlafen. Reisen mit dem Schiff ist irgendwie total entschleunigend, weil man kein Internet hat, nicht weg kann und es meist auch nicht viel zu tun gibt, trotzdem kann man sich fast überall frei bewegen und vieles entdecken. Wir mögen das. Die Überfahrt ging schnell vorbei, am Morgen des 20. Januars kamen wir in „Venedig, Italien“ an.

Die Einreise verschlief problemlos, wir wurden gefragt wo wir hin wollen und unsere Pässe wurden kontrolliert, dann durften wir weiter. Da wir nur jeweils 24 Stunden in einem Land sein durften, mussten wir uns beeilen, denn anderenfalls würde unsere Durchreise nicht mehr als Transit zählen und wir müssten bei Einreise in Deutschland in Quarantäne. So aber nicht, denn die Peloponnes waren zu diesem Zeitpunkt KEIN Risikogebiet.

In Italien besorgten wir uns noch Schneeketten, da diese im Winter mitzuführen sind und eine Vignette für Österreich. Dann sind wir gefahren, gefahren, gefahren. Vorbei an den Dolomiten, über die österreichische Grenze, ab in den Schnee, über den Brenner bis hin zur deutschen Grenze, nähe dem „Schloss Neuschwanstein“. Die Fahrt war nervig und schleppend und dann wollte der Polizist uns nicht ohne Quarantäne einreisen lassen. Doch wir bestanden auf unser Recht und diskutierten so lange, bis er uns passieren lies.

Die Nacht verbrachten wir irgendwo nördlich von Ulm in einem Winterwunderland. Und hier waren wir richtig froh, denn ohne die neu erworbenen Schneeketten, wären wir niemals zu unserem Schlafplatz gekommen.
Am nächsten Morgen tobten wir kurz durch den Schnee, aber unsere spärliche Kleidung ließ keine ewige Kälte zu und so machten wir uns auf, in die nächste große Etappe der Reise.
Zurück in die Heimat, zurück zu unseren Freunden Heike und Jürgen, bei denen wir im Sommer schon wohnen und unseren Van ausbauen durften. Wiedermal nahmen die beiden uns auf, wiedermal hatten wir eine glückliche, entspannte Zeit zusammen.

Da wir einen so schneereichen Winter erlebten, überdachten wir unsere Reisepläne. Da Levi so gerne Schnee haben wollte, dachten wir anfangs darüber nach, nach Island zu fliegen. Diese Idee warfen wir nun schnell wieder über den Haufen und entschieden uns für ein tropisches Reiseziel, was ehrlich gesagt gar nicht so leicht war, in Zeiten einer Pandemie.

Die nächsten Tage fuhren wir Schlitten, spielten im Schnee, erfreuten uns an Benjie (dem Hund der Familie), aßen gemeinsam, sahen einige, wenige Freunde, ruhten uns aus, räumten den Van aus, lagerten ihn ein, recherchierten und buchten alles, was zur Weiterreise nötig war.

Das sind übrigens Nils und ich, kurz nachdem wir uns kennengelernt hatten…Vor 9 Jahren etwa…

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