Ersteinmal hoffen wir, dass ihr schöne Weihnachtsfeiertage hinter euch habt, euch ein paar Tage lang erholen konntet und gut ins neue Jahr gekommen seid. Wir haben in der letzten Zeit so vieles erlebt, dass wir nicht zum Schreiben gekommen sind. Das wird sich jetzt aber hoffentlich ändern.
Ein neues Jahr auf Weltreise. Wir können es immer noch kaum begreifen unterwegs zu sein, unseren Traum leben zu können und so viele tolle Erfahrungen machen zu dürfen. Wir sind schon gespannt, in welche Länder es uns dieses Jahr treibt und wen wir noch so kennenlernen werden.
13. August 2019
Nachdem die Familie aus München abgereist war, wurden wir am nächsten Morgen dazu eingeladen, uns die Vorschule von Kadek (die zweitgeborene Tochter von unserem Vermieter Gede) anzuschauen. Das Angebot haben wir natürlich gerne angenommen. Wir fuhren mit den Rollern hin und wurden herzlich von der Schulleiterin empfangen. Es folgte eine morgendliche Begrüßung, bei der getanzt und gesungen wurde. Levi war leider zu schüchtern um mitzumachen, hat das Geschehen aber gerne von unserem Arm aus verfolgt. Danach ging es in die Klassenzimmer und die Kinder bastelten verschiedene Dinge. Levi wollte lieber draußen auf dem Spielplatz spielen, also hielten wir uns noch eine Weile dort auf und machten uns dann auf den Rückweg.
Levi und Kadek am spielen auf unserer Terrasse
Da wir noch Geld abheben und etwas einkaufen mussten, fuhren wir zu dem einzig verfügbaren Geldautomat in Melaya, um dann festzustellen, dass dieser außer Betrieb war. Da wir keine Alternative fanden, fuhren wir zurück zu unserem Bungalow und fragten dort Gede, wo der nächste Geldautomat zu finden ist. Kurzerhand entschieden wir gemeinsam hoch nach Gilimanuk in den Norden zu fahren, nachdem die Vorschule von Kadek vorbei war. Er holte sie am Mittag ab und dann machten wir uns auf den Weg. Die Fahrt war schön, rechts und links von der Straße saßen hunderte Affen, denen wir gerne zuschauten. Immer wieder mussten wir achtgeben, dass wir über keinen der Affen fuhren, die immer wieder plötzlich aufsprangen und über die Straße tobten.
Angekommen in Gilimanuk holten wir Geld ab, kauften Obst und etwas Süßes für die beiden Kinder. Im Anschluss zeigte Gede uns den Ort, wir fuhren zu einem Steg von dem aus wir viele Fische und große Seeigel sehen konnten. Gegenüber von dem Steg lag der Bali Barat Nationalpark, den wir uns auch gerne noch angesehen hätten, wenn der Eintritt nicht so teuer gewesen wäre.
Dann machten wir uns auf den Rückweg und aßen etwas.
Am Nachtmittag trafen wir uns mit I Gede, seinem Bruder und Novi und fuhren zu einem Wasserfall. Bei dem „Gerojogan“ angekommen, mussten wir feststellen, dass dieser leider sehr ausgetrocknet war. Wir nutzen die Gelegenheit, um die Felsen heraufzuklettern, Äpfel zu essen und die Aussicht von oben zu genießen.
Nach ein paar Tagen des Nichts Tuns fuhren wir am Morgen zu I Gede nach Hause. Alle waren schon sehr geschäftig und überall lagen Dinge herum. Wir waren eingeladen worden, Opfergaben mit der Familie zu machen. Wobei man dazu sagen muss, dass das eher Frauensache ist. Deshalb saßen die Männer neben uns und tranken Tee, während ich mit I Gede’s Mutter und Novi anfing die verschiedenen Schalen zu flechten. Dazu bekam ich Bananenblätter und einen Bambusstrang in die Hände gedrückt und dann ging es los. Schritt für Schritt zeigten sie mir, wie ich die Blätter legen und sie befestiegen sollte. Das war gar nicht so leicht. Aber drei krumme Schalen konnte ich immerhin fertigstellen.
Die vielen Behältnisse wurden auf einem Tisch verteilt und dann nach bestimmten Regeln und Vorlieben gefüllt. Dazu benutzten wir bunte Blumen, Kekse, andere Leckereien, Geldscheine und einiges mehr. Am Ende standen vor uns lauter bunte Opfergaben, die anschließend verstaut und für den kommenden Kuningan Day aufbewahrt wurden. Die verschiedenen Namen der Opfergaben konnte ich mir leider nicht merken, aber das war wieder mal ein einmaliges Erlebnis!
Nach der „Arbeit“ schauten wir bei einer Kuh und ihrem zwei Tage alten Kalb nach dem Rechten. Sie standen zusammen auf einer Wiese und der neue Erdenbewohner erkundete vorsichtig seine Umgebung. Ein sehr niedlicher Anblick.
In den kommenden Tagen waren wir viel am Strand und im Pool und tankten Kraft. Einfach mal „Nichts – Tun“, wie lange haben wir davon in Deutschland nur geträumt
6. August 2019
Wir hatten wieder einen dieser entspannten Tage hiner uns und saßen mit I Gede und Novi vor dem Bungalow, als neben der Anlage ein Auto hielt. Es war eine deutsche Familie mit drei Kindern, die etwas ratlos nach einem Schlafplatz suchte. Kurzerhand nahmen sie sich ebenfalls einen Bungalow. Wir setzten uns zusammen und aßen Abendbrot und verbrachten einen schönen Abend, legten die Kinder hin und gingen bald selber ins Bett. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass sich die Kinder genauso gut verstanden, wie wir Erwachsenen. Aus der einen Nacht, die die Familie ursprünglich bleiben wollte, wurde eine ganze Woche. Für Levi war es ein Segen, zwei Jungen und ein Mädchen in mehr oder weniger seinem Alter zum Spielen zu haben. Er freute sich unglaublich, stand morgens mit der Frage auf, wie es seinen neuen Freunden wohl gehen würde, war den ganzen Tag beschäftigt und schmiedete abends im Bett Pläne für den neuen Tag. Sie spielten, gingen an den Strand, schwammen im Pool oder aßen gemeinsam zu Abend. Nach einer Woche packten die Familie dann wieder ihre Sachen und fuhr weiter in den Norden, während wir noch ein paar Tage in der heimeligen Anlage blieben.
Das war eine ganz besonders schöne Zeit, an die wir gerne zurück denken!
Das Thema Straßenhunde hatten wir ja im anderen Post schon angesprochen. Seit ein paar Tagen kommen zwei von diesen Hunden regelmäßig zu uns, legen sich zum Schlafen auf unsere Terrasse, fordern Streicheleinheiten ein und wenn wir am Strand spazieren gehen, begleiten sie uns jedes Mal. Eines der Tiere ist ein schwarz weiß gepunktetes Weibchen. Der andere Hund ist ein karamellfarbenes Männchen. Die beiden sind einfach unglaublich süß und uns in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen. Na das kann ja noch was werden :-D.
Ein paar Tage zuvor haben wir Christoph kennengelernt. Er war, zusammen mit vier anderen Mädchen, Teil eines Freiwilligenprojekts und half dem Widya Asih in Melaya. Dies ist ein Kinderheim, welches Kindern aus armen Verhältnissen oder Kindern aus kinderreichen Familien eine gute Bildung ermöglicht. Vereinzelt gibt es auch Waisen, aber das ist nicht die Mehrheit. Normalerweise wohnen die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 12 und 18 dort und können immer wieder, zum Beispiel an Feiertagen, nach Hause fahren.
Wir nahmen uns also vor das Heim zu besuchen und fuhren hin. Christoph begrüßte uns zusammen mit der Heimleiterin. Danach wurden wir herzlich dazu eingeladen am Mittagessen teilzunehmen. Vor dem Essen setzten sich die Mädchen an die Tische auf der einen Seite des Raums und die Jungen auf die andere. Es wurde zusammen gebetet und dann wurde gegessen. Das Essen war abwechslungsreich, reichhaltig und lecker. Wir unterhielten uns nett und nach dem Essen schauten wir uns das Gelände an. Meistens wurden wir von einer Horde neugieriger Kinder begleitet, die uns ausfragten, anfassten und Fotos machen wollten. Am Ende des Besuches saßen wir uns gemütlich hin, Levi spielte und wir unterhielten uns mit Christoph, bevor wir wieder zu unserer Unterkunft fuhren.
30. Juli 2019
Wir fuhren das erste Mal mit dem Roller auf der Straße! Und das lief erstaunlich gut! I Gede und seine Freundin Novi fuhren mit Levi vorweg, Nils und ich hinterher und das Schlusslicht bildete I Gede’s jüngerer Bruder. Unser Weg führte uns durch Blimbingsari. Das ist ein christliches Dorf, welches sehr gepflegt ist. Dort kann man schöne Häuser sehen und die älteste Kirche auf Bali bestaunen.
Wir fuhren weiter, bis wir unser Ziel, den Palasari Damm, erreichten. Dort genießt man einen schönen Ausblick auf einen See, hinter dem lauter bewaldete Berge empor ragen. Man kann Kindern beim Spielen zusehen und den Erwachsenen beim Angeln. Wir gingen den Damm entlang und setzten uns auf einen Vorsprung. Dort unterhielten wir uns und genossen die Aussicht. Kurze Zeit später kam ein fahrender Händler mit seinem Verkaufsstand angerollt und wir kauften uns kleine Klöpse, die in einer Soße schwammen und so gar nicht unseren Geschmack trafen. Außerdem kauften wir uns ein pinkes Getränk, bei dem wir bis heute nicht wirklich wissen, was das war. Aber Levi gefiel es und das war die Hauptsache.
Als es dann anfing zu regnen machten wir uns wieder auf den Rückweg.
Nach dem aufregenden Start kehrte der Alltag etwas ein. Als erstes stand ein Raumwechsel an, denn wir durften in einen anderen Bungalow ziehen, in dem uns ein großer Kühlschrank zur Verfügung stand. Das war äußert praktisch, denn auch die Küche im Nebengebäude durften wir jederzeit mitbenutzen und konnten uns somit selbstversorgen. Das hat gerade beim Frühstück einiges an Geld gespart.
Einsamer Strand in Melaya
In Melaya gibt es drei verschiedene kleine „Supermärkte“, wobei das Sortiment bei allen ähnlich aussieht. Frisches Obst und Gemüse sind dort nicht zu bekommen, aber immerhin gab es Toast, Marmelade, Ketchup und Getränke. Zum Kochen reichte uns das allerdings nicht. Es gibt aber die Möglichkeit morgens früh aufzustehen, um auf einen Markt zu gehen. Dort bekommt man alles, was gerade verfügbar ist. Dazu gehören Obst, Gemüse, Eier, Gewürze, Reis, Fisch und Hähnchenfleisch. Sogar einen Salatkopf und Avocados konnte ich mal ergattern. Es sind eben doch die kleinen Dinge, die einen glücklich machen. Und ehrlich gesagt waren die morgendlichen Marktbesuche immer eins meiner Highlights. So authentisch, so echt wie alle geschäftig ihren Einkäufen nachgingen. Dabei wurden wir sehr oft angelächelt oder für einen kleinen Plausch zur Seite genommen. Da in Melaya aber die meisten Leute kein Englisch sprechen verliefen diese Unterhaltungen für gewöhnlich eher kurz und mit Hilfe von Händen und Füßen. Anfangs halfen unsere balinesischen Freunde uns beim Einkaufen, später waren wir schon so bekannt, dass alles von alleine lief.
Es gibt ebenfalls einen Nachtmarkt in Melaya, zu dem man abends hingehen und sich einheimisches Essen kaufen kann. Die Auswahl war groß, es gab eine Menge Hähnchenfleisch, scharfe Soßen, frittierte Köstlichkeiten, gebratene Nudeln, Reis und Süßspeisen. Auch Spielzeuge und ein kleines Kinderkarussell waren meistens verfügbar. Die Auswahl wechselte immer wieder, das war abhängig davon, welche Verkäufer abends den Weg auf den Markt fanden. Gerade wenn in den nächsten Tagen ein Fest anstand wirkte der Markt wie leergefegt.
Erstmal ein Nickerchen…
Die Tage verbrachten wir damit Strandspaziergänge zu machen, Sandburgen zu bauen, uns auszuruhen oder im Pool zu schwimmen. Levi lernte innerhalb weniger Tage ohne Schwimmflügel zu schwimmen und tauchte vergnügt durchs Wasser. Im Meer schwimmen zu gehen war leider nicht möglich, da zu dieser Zeit starke Strömungen vorhanden sind und uns mehrfach davon abgeraten wurde. Das war uns dann einfach zu gefährlich mit unserem gerade schwimmen könnenden Kind.
Tolles Gefühl!
Wir lernten am Strand Roller fahren, spielten gemeinsam, bekamen fast täglich Besuch von unseren Freunden und ansonsten rief der Haushalt. Es musste Wäsche gewaschen, gekocht und aufgeräumt werden. Außerdem lernten wir die Kinder des Managers kennen und Levi verstand sich auf Anhieb mit ihnen.
Aber auch die Schattenseiten von Bali
haben wir wiedermal gesehen. Abgesehen von der vollen Bukit Halbinsel
und dem hektischen Ubud, die uns sowieso nicht ganz zusagen.
Es liegt leider überall sehr viel Müll
herum. Unachtsam werfen die Leute ihren Unrat irgendwo hin. Täglich
werden Müllmassen vom Meer an den Strand gespült. Man findet
wirklich alles, Strohhälme, Lolliestiele, Styropor,
Verpackungsmaterial, Zahnbürsten oder Schuhe. Dies nahmen wir zum
Anlass und machten Beach – Clean – Ups, denn wenn jeder irgednwo
anfängt aufzuräumen, könnte es unserem Planeten bald besser gehen.
Außerdem gibt es sehr viele Straßenhunde. Die meisten sind total lieb und tun einem einfach nur leid, aber einige wenige sind ganz schön aggressiv. Wir hatten zwei wirklich unschöne Begegnungen, während wir mit den Rollern unterwegs waren. Hunde, die zähnefletschend auf uns zugerannt sind und nach uns gebissen haben. Da waren wir froh einen fahrbaren Untergrund zu haben und schnell weg zu können!
Sonnenuntergang mit Blick auf Javas Berge
Alles in allem muss man aber sagen, dass unsere Zeit in Melaya total perfekt für uns war. Wir wohnten am Strand, hatten viel Gesellschaft um uns herum und die Dorfbewohner begegneten uns mit Freundlichkeit und Neugierde, was wohl dem geringen Tourismus in der Region geschuldet ist.
War es toll wieder zurück auf Bali zu sein. Wie sehr hatten wir diese wundervolle Insel vermisst.
Am Morgen standen wir auf, machten uns
fertig, packten unsere Sachen und dann bekamen wir den Anruf. I Gede,
unser balinesischer Freund, stand mit dem gemieteten Auto vor dem
Hotel und wartete auf uns.
Sofort gingen wir runter und fielen ihm
in die Arme. War das ein schöner Moment, wir hatten uns ein Jahr
lang nicht gesehen und uns so viel zu erzählen. Wir verfrachteten
unser Gepäck im Auto, checkten aus und machten uns auf den Weg nach
Melaya.
Das Dorf liegt ganz im Westen von Bali
und bei meinen anfänglichen Recherchen im Internet konnte ich keine
Informationen darüber finden. Wir wussten also nicht, was uns
erwarten würde, freuten uns aber ungemein.
Nach 3 ½ Stunden Fahrt, vorbei an
Tempeln, hektischen Städtchen und saftig grünen Reisfeldern kamen
wir an. Wir brachten unser Gepäck schnell im von uns im Vorfeld
gebuchten Hotel unter und fuhren direkt weiter zu I Gede’s Familie.
Wir wurden herzlich begrüßt und zu einem der typisch balinesischen
Pavillons geführt, die in fast jedem Garten stehen. Dort setzten wir
uns gemeinsam hin und tranken Tee. Zusätzlich gab es Reis mit einer
scharfen Sauce, Wackelpudding, Obst und zum Abschuss wurde noch eine
Kokosnuss, frisch von der Palme geschlagen. Wir unterhielten uns
nett, soweit es die Englischkenntnisse zuließen und schauten uns das
Grundstück an. Im Anschluss fuhren wir zu einem weiteren Teil
der Familie, dort bekamen wir einen nach Pflaumenwein schmeckenden
Klebereis und kühle Getränke gereicht. Wir saßen gemeinsam auf dem
Boden vorm Haus, unterhielten uns und schauten den Kindern zu. Schon
beeindruckend, wie gastfreundlich die Menschen hier sind, obwohl sie
selber in wirklich einfachen Verhältnissen wohnen!
Langsam wurden wir müde und fühlten
uns ein bisschen erschlagen von den ganzen neuen Eindrücken und
Menschen, die wir kennengelernt hatten, deswegen machten wir uns
wieder auf zu unserer Unterkunft. Dort angekommen verabschiedeten wir
uns von I Gede und gingen in unser Zimmer. Leider fiel uns erst dann
auf, dass die Luft im Zimmer sehr schlecht war und es an vielen
Stellen schimmelte. Außerdem wurde im ganzen Gebäude geraucht und
das entsprach nun wirklich nicht unseren Vorstellungen. Wir
versuchten auf die Schnelle eine neue Bleibe in dem Ort zu finden,
aber das stellte sich als gar nicht so leicht heraus. Denn in Melaya
kann man die verfügbaren Unterkünfte an einer Hand abzählen.
Außerdem war es mittlerweile schon dunkel geworden und die Uhrzeit
vorangeschritten. Also kontaktierten wir I Gede, der einige Minuten
später erneut bei uns auf der Matte stand und nach dem Rechten
fragte. Nun standen wir alle etwas ratlos da und überlegten.
Letztendlich fuhren wir zu einer etwas teureren Unterkunft (17
Euro/Nacht, was eigentlich über unserem Budget liegt) und schauten
uns um. Vom ersten Moment an waren wir begeistert. Überall waren
kleine Lampen und Lichter an, vier Bungalows standen nebeneinander
und direkt davor war ein großer Pool. Auch das Meer konnte nicht
weit sein, wir sahen es im Dunkeln zwar nicht, aber hören konnte man
es deutlich.
Wir verliebten uns schlagartig in diesen Ort und bezogen einen der Bungalows. Wir fühlten uns pudelwohl, fielen ins Bett und freuten uns auf die kommende Zeit.
24. Juli 2019
Am nächsten Morgen wachten wir auf und konnten es kaum fassen. Überall draußen waren bunte Blumen gepflanzt, der Pool befand sich inmitten des Blumenmeers und direkt hinter dem Pool lag der schwarze Sandstrand und der Wellen schlagende Ozean. Die Sonne lachte vom Himmel und wir begrüßten den Tag.
Melaya Beach Resort
Wir gingen kurz zum Strand und wurden
anschließend wieder von I Gede abgeholt. Wir fuhren erneut zu seiner
Familie, denn heute war ein ganz besonderer Tag. Der Galungan Day.
Dieses ist eines der bedeutendsten Feste der Balinesen. An diesem Tag
kehren die verstorbenen Geister der Vorfahren zurück auf die Erde,
um die kommenden 10 Tage gemeinsam mit den Familien zu verbringen,
bevor sie am Kuningan Day wieder fortgehen. Außerdem wird der Sieg
des Guten über das Böse gefeiert. Während wir durch die Gegend
fuhren zog uns der Duft von Räucherstäbchen in die Nase und überall
liefen bunt gekleidete Balinesen durch die Gegend und verteilten ihre
aufwendig hergestellten Opferschälchen. An den Straßen waren
Fahnenmäste aus Bambus aufgestellt, an dessen Ende zusammengebundene
bunte Blumen und geflochtene Blätter herunterhingen.
Wiedermal wurden wir herzlich von I
Gede’s Familie begrüßt, bekamen Tee und dann starteten wir auch
schon mit unserem Vorhaben. Ich (Hannah) ging mit der Mutter ins Haus
und wurde kurzerhand in eine der hübschen, spitzenverzierten Blusen
gesteckt. Dazu gab es einen engen Sarong und darüber ein Tuch,
welches zusammengebunden wurde, um meine Gebärmutter vor dem Bösen
zu schützen. I Gede half Nils beim Umziehen. Er erschien uns in
einem weißen Hemd, gebundenem Sarong und mit einem Udeng (festliche
Kopfbedeckung).
Da Levi sich nicht ankleiden lassen wollte bekam er lediglich ein Tuch um die Hüfte gebunden und war damit mehr als zufrieden. Das störte ihn dann auch nicht so beim Stapeln von Steinen und Beobachten der Hühner.
Traditionelle Kleidung in Bali
Nachdem wir alle fertig gemacht waren
und unsere Gastgeber noch einmal im hauseigenen Tempel gebetet haben,
nahmen wir die Opfergaben und fuhren zu dem größten Tempel, den es
im Dorf gab. Dort war ein ganz schöner Menschenauflauf. Viele bunt
gekleideten Menschen wuselten durcheinander, begrüßten Bekannte,
quatschen, lachten, beteten und übergaben ihre Opferschalen.
Als ein Geräusch (Gong?) ertönte,
nahmen uns I Gede und seine Freunde, die wir mittlerweile auch
kennenlernen durften, an die Hand und führten uns auf eine Wiese
neben dem Tempel. Die Männer setzen sich im Schneidersitz auf den
Boden, die Frauen gingen eher in eine Art Hocke (das ist wohlgemerkt
ganz schön anstrengend auf dem harten pieksigen Boden, da haben es
die Männer einfacher :-D). Die Kinder setzten sich neben die Eltern
und machten mit oder taten, was immer sie wollten. Generell muss man
sagen, dass wir schon eine kleine Sensation darstellten. Die Menschen
schauten uns unentwegt an, fotografierten uns oder machten Videos.
Dann begann die Zeremonie. Im Wechsel
ertönte Musik und eine Art Sprachgesang und dazu machten alle
bestimmte Bewegungen. Sie nahmen zum Beispiel eine Blume aus der vor
ihnen stehenden Opfergabe und führten diese mit beiden Händen durch
den Rauch der Räucherstäbchen, welcher aus den Opfergaben empor
stieg. Dann streckten die Menschen ihre gefalteten Hände über den
Kopf und steckten sich die Blume danach hinters Ohr. Eine auf die
rechte Seite, eine auf die Linke und eine Blume hinten in die Haare.
Anschließend gingen ein paar Männer,
ausgestattet mit Wasser und Reis durch die Reihen. Bei jedem
Teilnehmer wurde einmal angehalten. Erst wurde man mit Wasser
beträufelt, dann musste man seine Hände vor dem Körper
übereinanderlegen, damit Wasser eingefüllt werden konnte. Dieses
musste man drei Mal trinken und es danach einmal über Kopf und Haare
verteilen. Danach bekam man etwas Reis, welchen man sich auf die
Stirn, auf das Dekolletee und in die Haare klebt. Dann ging der Mann
zur nächsten Person und so ging es weiter, bis jeder die Prozedur
abgeschlossen hatte.
Als wir an der Reihe waren, wurden wir
genauestens beobachtet. Wir waren etwas aufgeregt und unendlich
dankbar über die Hilfe von unseren neuen Freunden, ohne die wir uns
wohl etwas blamiert hätten :-D.
Danach standen alle auf und gingen in
den Haupttempel, in dem die selbe Prozedur ein zweites Mal abgehalten
wurde. Auch wenn wir bei Weitem nicht alles verstanden haben, war es
doch eine einmalige Erfahrung. Es war so schön ein Teil davon sein
zu dürfen.
Nach der Zeremonie fuhren wir wieder zu
I Gede und stärkten uns mit Tee, Bananen und einer frischen
Kokosnuss.
Später fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft, freuten und auf eine Dusche und darauf eine Runde im Pool zu schwimmen. Abends kam I Gede mit seiner Familie und seinen Freunden vorbei. Wir setzten uns an den Strand und machen ein Lagerfeuer.
Lagerfeuer aus Kokosschalen und Halterungen aus einer Bananenstaude und für Saté – Spieße
Dazu gab es das ein oder andere Bier, einen sternenklaren Nachthimmel und witzige Gespräche. Levi saß vom Tag beeindruckt am Feuer, malte Bilder und schlief mit der Zeit selig ein. Dann brachten wir ihn ins Bett, genossen den restlichen Abend und fielen spät nachts müde ins Bett.
Wir befanden uns also am Flughafen, hatten den Check – In erfolgreich gemeistert, uns von unserer Familie verabschiedet und standen in der Schlange vor dem Security – Check an. Dann der erste Zwischenfall. Vor lauter Aufregung, hatte ich (Hannah) vergessen Levis Bastelschere in das Aufgabegepäck zu verfrachten und so landete sie im Handgepäck. Natürlich wurden wir daraufhin zur Seite genommen und mussten unseren Rucksack öffnen. Nach einem kurzen Gespräch mit einer wirklich sehr netten Dame, hatten wir die Schere zurück und durften unseren Rucksack wieder einpacken. Na das ist ja nochmal gut gegangen. Levi hatte nämlich schon richtig Sorge um seine geliebte Schere :-D.
Um 21.40 Uhr ging dann unser erster
Flug von Hamburg nach Dubai. Wir flogen mit Emirates und hatten einen
entspannten Flug. Das Essen war okay und dank des Bordprogramms fand
auch Levi den Flug toll, fast sogar schon „zu kurz“.
Dann warteten wir auf unseren nächsten
Flug, kauften uns etwas zu essen, machten ein wenig die Augen zu und
füllten unsere Trinkflaschen nochmal auf, bevor es in den zweiten
Flieger ging.
Auch der Flug nach Bali verlief ohne weitere Zwischenfälle und um 0.30 Uhr kamen wir dann auf Bali an. Dank der Visa, die wir im Vorfeld beantragt hatten, ging bei der Einreise alles ganz schnell.
Endlich auf Bali angekommen!
Dann warteten wir am Gepäckband auf unsere Rucksäcke und warteten und warteten. Nils Rucksack kam langsam angefahren, wir nahmen ihn vom Band und dann warteten wir weiter. Langsam wurde die Halle leerer. Irgendwann waren wir die einzigen Menschen weit und breit und da wussten wir, dass etwas nicht stimmt. Wir machten uns auf zum Schalter, um nachzufragen, wo denn wohl unser zweiter Rucksack abgeblieben ist. Nach Ewigkeiten des Wartens und des Herumtelefonierens stellte sich heraus, dass der Rucksack noch in Dubai ist. Na immerhin haben sie ihn finden können und er war nicht verschollen. Unsere Laune war allerdings mittlerweile auf dem Tiefpunkt, wir waren ausgelaugt und müde und wollten uns nur noch ins Bett legen.
Wir bekamen einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem Kontaktinformationen waren und verließen mit nur einem Gepäckstück die Halle.
Als nächstes brauchten wir Geld, also
steuerten wir die Geldautomaten an. Beim ersten hatten wir keinen
Erfolg, beim zweiten kam dann glücklicherweise Geld aus dem Schlitz.
Die Karte wurde ausgespuckt und keine zwei Sekunden später wurde
alles heruntergefahren und dunkel. Der Flughafen schloss seine
Pforten, weil es mittlerweile schon spät in der Nacht war. Wir waren
unendlich froh, dass wir gerade noch rechtzeitig unsere Karte
wiederbekommen haben. Anderenfalls hätten wir wohl das nächste
Problem gehabt und das Bett wäre in noch weitere Ferne gerückt.
Glücklicherweise hat Levi das alles
total gut mitgemacht.
Wir verließen den Flughafen und
steuerten auf den nächstbesten Taxifahrer zu, weil wir einfach nur
noch ins Hotel wollten. Dieses lag nur eine kurze Autofahrt entfernt,
sodass wir relativ schnell schlafen konnten.
Am nächsten Morgen wurden wir total vom Jetlag überrannt und verschliefen sogar unser Frühstück. Den Tag über machten wir nicht viel, scheiterten an dem Versuch unserem Gepäck hinterher zu telefonieren und genossen es einfach endlich auf Bali angekommen zu sein.
Pondok Anyar Hotel, Kuta
Unser Hotel war einfach, aber total
ruhig und sogar einen Pool hatten wir. In diesen sprangen wir dann am
Nachmittag. Da mein Gepäck nicht da war und ich somit auch keine
Badekleidung hatte, zog ich einfach eine Boxershorts von Nils und ein
Top an und zog so meine Bahnen.
Abends gingen wir ein bisschen spazieren und setzten uns in einen Warung, um uns ein Nasi Goreng (gebratenen Reis) und ein Mi Goreng (gebratene Nudeln) schmecken zu lassen. Danach fielen wir wieder ins Bett.
Unser nächster Tag sah ähnlich aus,
wie der vorherige und wir haben die Zeit genutzt, um in Ruhe
anzukommen. Außerdem freuten wir uns auf den nächsten Tag. Denn
dann wollte unser Freund I Gede, den wir letztes Jahr auf Bali
kennengelernt hatten, uns abholen und uns mit in sein Dorf, in den
Westen von Bali nehmen. Im Laufe des Tages kam sogar mein verlorenes
Gepäck endlich an und so konnte die Reise richtig beginnen.