#57 Slowakei & Ungarn

20. Oktober 2020

Die Slowakei bot uns eine grandiose Kulisse. Wir fuhren über schmale Straßen. Links, rechts, vor und hinter uns zogen mächtige Bergriesen vorbei. Zwischendurch passierten wir kleine Dörfer oder besser gesagt kleine Ansammlungen von Häusern, alle begleitet von einem angelegtem Feld, auf dem Gemüse wuchs.

Bevor es dunkel wurde gingen wir noch schnell etwas einkaufen und schliefen dann zum ersten und einzigen Mal auf dieser Reise auf einem Campingplatz. Inmitten einer Stadt, schnuckelig klein und mit Schafen und Ziegen bot der Campingplatz uns in dem Moment genau das, was wir suchten. Die vielen Schmuseeinheiten mit den Katzen rundeten den kurzen Aufenthalt ab. Einzig die Temperatur zehrte an unseren Kräften, denn bei 0 Grad in unserem Van zu sitzen, machte keine so große Freude mehr auf Dauer.

Spannend an Osteuropa finden wir das Mautsystem, welches wir in fast jedem Land genutzt haben. In den meisten Ländern kann man online aussuchen, wie viele Tage lang man die Mautstraßen nutzen möchte und zahlt dann einen pauschalen Betrag. Dieser war aber immer sehr gering, wenn wir das mal mit unseren Mautkosten in Ländern wie Frankreich oder Griechenland vergleichen.

Am nächsten Morgen nutzten wir nochmal alle Annehmlichkeiten eines Campingplatzes, wuschen uns, füllten Wasser auf und machten uns für unsere Verhältnisse relativ früh auf den Weg. Denn wir wollten heute die ungarische Grenze überqueren und wussten noch nicht so recht, was uns erwartete.. Am liebsten würden wir nur eine kleine Strecke auf ungarischem Boden zurücklegen und dann direkt Nordrumänien erkunden.

Wir hatten uns im Vorfeld informiert, denn Ungarn hatte zu diesem Zeitpunkt seine Grenzen schon wieder geschlossen und erlaubte nur noch die Durchfahrt, welche man innerhalb von 24 Stunden hinter sich gebracht haben musste. Bewegen durfte man sich auf sogenannten Korridorrouten, angehalten werden durfte nur an eigens dafür ausgeschilderten Tankstellen und wir hatten auf das Ganze gar keine Lust. Aber wir wollten ja schließlich in den Süden.

Kurz nachdem wir die Grenze überquert hatten, wurden wir auch schon von Grenzpolizisten angehalten, nach unserem Reisegrund gefragt und bekamen einen großen grünen Transitsticker auf die Windschutzscheibe geklebt. Außerdem drückten sie uns eine Karte in die Hand. Auf dieser war genauestens aufgezeichnet, wo wir lang zu fahren hatten. Leider führte der Weg aber nicht in den Norden Rumäniens, sondern in den Süden. Auch trotz Nachfrage war niechts mehr zu biegen und wir traten die Fahrt wiederwillig an. Das Navi sagte vier Stunden an, kann ja so schlimm nicht werden, dachten wir uns anfangs, sind ja früh genug los…

…Aber von wegen. Die Straße war voll, es warteten einige Baustellen auf uns und die Fahrtdauer auf dem Navi stieg immer weiter an. Schnell wurde uns klar, dass wir Rumänien nicht mehr bei Tageslicht erreichen würden. Aber wir hatten auch gar keine Lust, an einer der ausgewiesenen Tankstellen zu schlafen, deshalb wollten wir einfach durchfahren. Ein Mal entstand während der Fahrt eine brenzlige Situation, auf Grund der geringen Dichte an, für den Transit erlaubten Toiletten. Ansonsten ging aber auch diese Fahrt vorüber.
Nachdem wir die rumänische Grenze abends überquert hatten, suchten wir uns als erstes eine Taverne, stellten den Van gut sichtbar ab und gingen etwas Essen.

Für fünf Getränke, zwei dick beladene Hautgerichte, Saucen und Brot zahlten wir 15 Euro. Danach fuhren wir noch ein paar Minuten weiter, raus aus dem Örtchen. Zwischen Sträuchern, direkt neben einem Fluss stellten wir den Van ab und gingen dann schlafen.

#56 Ab nach Osteuropa!

10. Oktober 2020


Wir haben es geschafft! Drei Monate später, war unser neues Zuhause fertig. Wir können es selber kaum glauben! Der Ausbau vom Van war langwierig und kräftezehrend, immer wieder kamen Zweifel an unseren eigenen Fähigkeiten auf. Gleichzeitig hat es uns unglaublichen Spaß gemacht, alles nach unseren eigenen Vorstellungen und Wünschen zu gestalten.

Und dann hieß es Abschied nehmen, von wundervollen Leuten, die unseren Vanumbau überhaupt erst möglich gemacht haben. Von einem Ort, welchen wir – wenn auch nicht sehr lange – unser Zuhause nannten, an dem wir richtig angekommen waren.

Schließlich machten wir uns auf den Weg. Es war mittlerweile Oktober, obwohl wir eigentlich schon im Juli starten wollten. Aber wenn wir eines mit auf den Weg genommen haben, dann auf jeden Fall, dass es meistens anders kommt, als im Vorfeld geplant.
Anfangs besuchten wir Familie und Freunde an unterschiedlichen Orten Deutschlands. Danach fuhren wir nach Polen. Der Grenzübergang war schnell und unkompliziert, keiner kontrollierte uns.

Der Start war schwer, das Wetter war mittlerweile deutlich abgeflaut. Wir mit unserem Van, in welchen wir keine Heizung verbaut haben, mitten drin. Es regnete in Strömen. Tagelang.

Deshalb, und auch weil sich die Corona – Lage in Europa wieder deutlich zuspitzte, änderten wir unsere Route durch Polen und fuhren nicht in den Norden, sondern direkt weiter in den Süden.
Während wir tagelang fuhren, passierten wir regelmäßig überflutete Straßen. Deshalb entschieden wir uns kurzerhand dazu, entgegen unserer Prinzipien, lieber über Autobahnen zu fahren und die teils holprigen Landstraßen zu meiden. Nicht, dass wir uns direkt am Anfang der Reise festfuhren. Auch schlossen wir einen Vetrag mit dem ADAC ab, denn es gab einige Situationen, in denen wir beinahe Hilfe beraucht hätten und fühlten uns so einfach wohler, besser abgesichert. Typisch deutsch.

Stellplätze für die Nacht fanden wir dank der App „Park4night“ problemlos. Niemand kontrollierte uns, obwohl es in Polen strenggenommen verboten ist, wild zu campen. Dennoch fanden wir schöne Orte, häufig in bzw neben einem Wald.

17. Oktober 2020

Weil wir nicht einfach stumpf durch Polen durchfahren wollten und uns sehr auf dieses Land gefreut haben, suchten wir uns spontan eine günstige Unterkunft in Krakau. Diese befand sich mitten in einer Sporthalle. Die Zimmer waren relativ gemütlich im Industrial Style eingerichtet. Danach besorgten wir uns typisch polnisches Essen, welches uns leider überhaupt nicht schmeckte.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg, die Stadt anzuschauen. Am Anfang suchten wir eine Bank, denn manche Dinge, wie Souvenirs, konnten nicht mit Karte bezahlt werden. Außerdem sammeln wir sehr gerne die verschiedenen Währungen der bereisten Länder, somit konnten wir uns auch den Zloty nicht entgehen lassen. Wir fanden die „Bank Pekao“, die einzige Bank, die keine Fremdgebühren verlangte und einen fairen Wechselkurs ausspuckte. Also eine ganz klare Empfehlung von uns.

Im Anschluss schlenderten wir über den Marktplatz, shoppten die Souvenirstände in den Tuchhallen leer und setzten uns dann in ein gemütliches Café namens „Slodki Wentzl“. Wir bestellten uns warme Getränke und eine Creme Brulee. Levi bekam eine Kugel Eis. Wieder zurück auf dem Marktplatz kauften wir noch ein paar Kringel namens „Obwarzanek“. Total günstig und lecker sind diese Gebäcke, die es wahlweise mit Sesam, Mohn, Käse oder mit Salz gibt.

Auf dem Platz befanden sich überall Tauben, denen Levi eine Weile lang hinterherjagte, bevor wir unsere Erkundungstour fortsetzten. Vorbei an alten Häusern gingen wir in das jüdische Viertel „Kazimierz“, welches wir nach etwa 20 Minuten Fußmarsch erreichten. Wir schauten uns einen alten Friedhof an, schlenderten vorbei an kleinen Street – Food – Märkten und gingen in die alte Synagoge, in der sich ein Museum befindet, welches man für 4,50 Euro (Kinder bis 7 frei) besichtigen konnte. Etwa eine Stunde verbrachten wir dort, schauten uns dann noch das ein oder andere Graffiti im Viertel an und machten uns schließlich auf den Weg, zurück zum Hotel.

Am nächsten Tag mussten wir dringend nochmal Wäsche waschen und entschieden und für das „Frania Café“. Dieses liegt sehr zentral, Parkplätze gibt es in der Nähe trotzdem zahlreiche. In dem Café kann man nicht nur Wäsche waschen, man hat außerdem die Möglichkeit sich durch ein köstliches Menü zu schlemmen, Kaffee zu trinken und Kuchen zu Essen. Nicht unbedingt günstig, aber sehr sehr frisch & lecker!

Wir nutzen außerdem das dortige Wlan, um unsere nächste Reiseetappe zu planen und machten uns etwa zwei Stunden später, mit vollen Mägen und sauberen Klamotten, auf den Weg in die Slowakei.

#55 Wir haben einen Van umgebaut!!

Juni, Juli, August, September 2020

Was geschah nach Schweden mit uns?
Wir waren wieder an einem Punkt, an dem wir nicht so recht wussten, was wir als nächstes tun sollten. Keiner konnte sagen, wie sich die Corona Situation entwickelt und ferne Reisen rückten für uns in immer weitere Ferne. Eine Lösung musste her.

Europa stellte eine gute Möglichkeit dar und dann machten wir das Unwirkliche wirklich.

Auf unserer Schwedenreise haben wir wieder einmal festgestellt, dass uns Campen echt Spaß macht. Man ist die ganze Zeit an der frischen Luft und mit der Natur im Einklang. Wir sind daurch entspannt und entdeckerlustig.
Außerdem, was war eigentlich aus unserem Traum geworden, unser eigenes zu Hause mit uns auf Reisen zu nehmen?
Wir brauchten gar nicht lange, um eine Entscheidung treffen und so machten wir uns schnell auf die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug zum Umbauen. Dann fuhren wir nur kurze Zeit später nach Hamburg. Wir schauten uns einen Mercedes Sprinter 311CDI an, machten eine Testfahrt und dann kauften wir ihn uns einfach! Das war wohl die spontanste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Aber es fühlte sich so gut an, so richtig.

Nun hatten wir einiges zu organisieren. Wie wollten wir das Fahrzeug gestalten, was musste noch alles gemacht werden, was uns auf den ersten Blick gar nicht aufgefallen ist? Würden wir das überhaupt schaffen?
Wie der Zufall es wollte, boten die Eltern von einer guten Freundin an, dass wir ihr Grundstück für den Umbau nutzen durften und so konnte die Arbeit sofort losgehen.
Anfangs setzten wir uns ein Zeitfenster von 1 ½ Monaten.

Wir fingen an, die alten Regale aus dem ehemaligen Handwerkerfahrzeug zu reißen, sämtliche Verkleidungen zu entfernen und sauber zu machen. Schnell stellten wir fest, dass es mehr rostige Stellen gab, als anfangs angenommen. Deswegen machten wir uns zuerst daran, den Rost zu entfernen, die Stellen zu behandeln und wieder zu lackieren. Es folgte die Isolierung, die wir flechendeckend verlegten. Auch die Trennwand schnitten wir ein. Außerdem bauten wir 2 aufklappbare Fenster und eine Dachluke ein und montierten zwei Solarpanele auf das Dach vom Sprinter.

Schnell wurde klar, dass wir unser Vorhaben niemals in der anfangs gedachten Zeit umsetzen könnten. Zu groß war die Baustelle noch.

Unsere Gastgeber gingen sehr entspannt mit der Situation um, räumten uns so viel Zeit ein, wie wir eben brauchten und mit der Zeit entstand eine tolle Verbindung. Wir aßen gemeinsam, lachten zusammen, und bauten an unserem Van weiter. Was für eine glückliche Zeit!

Außerdem feierten wir Levis 6. Geburtstag!

Nachdem der Van soweit vorbereitet war, machten wir uns daran die Möbel zu bauen und im Van zu verschrauben, Schubladen und Schranktüren zu montieren und Stauraum zu schaffen. Die Elektrik nahm eine ganz schön lange Zeit in Anspruch. Sämtliche Kabel mussten verlegt und angeschlossen und Stecker verbaut werden.
Unser Ziel war es, am Ende ein möglichst autarkes Fahrzeug mit funktionierender Strom- und Wasserversorgung zu haben.

Anschließend verkleideten wir die Wände mit Filz und die Decke mit weiß gestrichenen Holzpanelen.

Es folgten weitere kleine Arbeiten, Ausbesserungen und dann begannen wir, den Van zu dekorieren.

Nach 3 ½ Monaten war, bis auf wenige Kleinigkeiten, wie eine Rückfahrkamera und weitere Aufbewahrungskörbe, alles fertig. Eigentlich mussten wir quasi nur noch einräumen und losfahren.

Doch dann kam wieder alles anders. Leider bohrte Nils sich mit einer Bohrmaschine durch seine linke Hand durch. Der Ärmste. Daraufhin musste er ins Krankenhaus, denn die Wunde musste versorgt werden. Zum Glück steckten keine Reste mehr in der Hand und es wurden auch keine Muskeln, Sehnen oder ähnliches verletzt. Also Glück im Unglück. Die Wunde wurde gereinigt, genäht und musste jeden zweiten Tag vom Arzt untersucht werden. Zusätlich wurde der linke Arm gegipst, damit Nils die Hand so still wie möglich hält.

Nun hieß es bei uns also abwarten, hoffen, dass die Wunde gut verheilt und wir dann endlich los können, bevor die Grenzen auch innerhalb Europas wieder schließen :D.

Gerne wollten wir durch den Osten Europas fahren, und Länder wie Polen, Ungarn und Rumänien erkunden.

Unser Ziel ist es, wenigstens noch einen Winter im Warmen zu verbringen. Sollte es mit Griechenland un Co im Anschluss also nichts werden, überlegen wir gerade unseren Plan B. Der wohl so aussieht, dass wir nach Mexiko und/oder Afrika fliegen würden.

#54 Hunnabo & Töcksfors

5. Juni 2020

Wie angekündigt goss es in Strömen. Die Besitzer des Ferienhauses begrüßten uns freundlich, zeigten uns alles und dann richteten wir uns ein.
Die meiste Zeit verbrachten wir drinnen, in dem sehr gemütlich eingerichteten Haus, bauten mit neu erworbenen Bauklötzen aus einem Second – Hand – Laden (diese gibt es zahlreich in Schweden und man kann Kleidung, Möbel, Küchenzubehör, Spielzeug & Co sehr günstig erwerben), lasen Bücher, malten und guckten Filme.

Die Regenpausen nutzen wir dazu unser nasses Zelt zu trocknen, auf dem Trampolin zu hüpfen, welches wir von unseren Vermietern mitbenutzen durften und Ball zu spielen. Einmal haben wir uns das Kanu ausgeliehen und sind damit den See vor der Haustür rauf und ein Stückchen den angrenzenden Fluss entlang gepaddelt.

Am 09. Juni wurde das Wetter langsam besser. Wir verließen das Ferienhaus und verabschiedeten uns von den unglaublich herzlichen Gastgebern. Der Mann sagte uns noch, dass wir unbedingt im Herbst wiederkommen sollten. Dann könnte man besser Elche aufspüren, zusammen Pilze und Beeren sammeln gehen. Anschließend fuhren wir nach „Töcksfors“. Dort befindet sich ein Einkaufszentrum. Wir kauften uns ein paar reduzierte Kleidungsstücke in einem der Geschäfte und gingen dann zu unserem eigentlichen Ziel, einem riesengroßen Süßigkeitenladen. Auf Grund von Corona war der Laden, so wie vieles andere, wie leergefegt. Außerdem gab es eine Aktion, bei der die Süßigkeiten um 50% pro Kilogramm reduziert waren. Also griffen wir wieder ordentlich zu und füllten uns ein letztes Mal unsere Tüten.

Eigentlich wollten wir noch etwas weiter in den Norden, aber zum einen spitze sich die Coronasituation in Schweden zu und zum anderen wurde das Zelt einfach von Nacht zu Nacht ungemütlicher. Es war einfach zu eng in unserem zwei Personen Zelt, als dass wir zu dritt gemütlich schlafen konnten, ohne das einer von der Matratze plumpste oder mit dem ganzen Körper an der Zeltwand lag.
Deswegen verschoben wir den Norden auf eine weitere Schwedenreise und machten uns wieder auf den Weg in den Süden. Stockholm ließen wir ebenfalls aus und fuhren direkt zurück Richtung Smaland. Unterwegs fanden wir wiedermal einen sehr ruhig gelegenen Platz zwischen Wald und Feldern, außerdem war das Wetter plötzlich wieder super. Deswegen blieben wir direkt zwei Nächte dort. Wir genossen einfach die Ruhe, die Natur und die Sonne.

Da wir nie zu viele Stunden am Stück fahren wollten suchten wir uns unterwegs immer wieder unterschiedliche Stellplätze. Einmal standen wir an einem See, der von einem wunderbar weißen pudrigen Sandstrand umgeben war. Wir machten Kunststücke im Sand und abends gab es ein gewaltiges Lagerfeuer. Ein anderes Mal parkten wir einfach in einer kleinen Haltebucht zwischen zwei anderen Campern, weil wir keine Lust mehr auf Suchen hatten. Zuletzt schliefen wir nochmal an einem Campingplatz am Meer, der leider total überfüllt war. Das ist wirklich gar nicht für uns.

Und da wir während unserer Reise leider keine Elche sehen konnten, wir uns aber so sehr darauf gefreut hatten, besuchten wir entgegen unserer vorherigen Meinung, einen Elchpark. So konnten wir ein paar Tiere durch die Bäume hindurch sehen und sogar zwei Babyelche bekamen wir für einen klitzekleinen Moment zu Gesicht.

Am Ende fuhren wir dann wieder mit einer Fähre von Trelleborg nach Rostock, schliefen wieder eine Nacht im Zelt, sahen dabei einen Dachs und am nächsten Tag ging es zurück Oldenburg.

Einen Tipp haben wir noch:
Da Schweden nicht gerade das günstigste Land ist, lohnt es sich immer nach Angeboten beim Einkaufen zu schauen. Unser liebster Supermarkt war der ICA. Dieser ist in vielen Regionen zu finden und unterscheidet sich immer in Größe und Preis. Nach einer Weile vergleichen wussten wir ziemlich gut, was wir wo am besten bekamen und auf welche Angebote wir achten mussten. Manche ICA’s haben auch Wärmetheken, an denen man günstig leckere schwedische Gerichte, Hot Dogs oder Brathänchen bekommt.

Insofern waren die Ausgaben für unsere Mahlzeiten ziemlich übersichtlich.

#53 Kyrkö Mosse, Öland & Smaland

30. Mai 2020

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen. Wir schliefen etwas unruhig, denn in der Nacht raschelte andauernd etwas gegen unser Zelt und in der Ferne hörten wir Geräusche, welche von Wölfen hätten stammen können.

Anschließend fuhren wir weiter und legten einen Zwischenstopp bei dem Autofriedhof „Kyrkö Mosse“ ein.

Dieser befindet sich im Moor, kostet keinen Eintritt und ist echt spannend.
Es wird die Geschichte eines alten Mannes erzählt, der, nachdem er seinen Torfabbau aufs Eis legen musste, Geld damit verdiente, alte Autos einzusammeln, diese auszuschlachten und einzelne Teile weiterzuverkaufen. Das war damals eine innovative Idee.

Zugegebenermaßen sieht die Anlage sehr drapiert aus, aber es ist dennoch cool die alten Autos zu sehen, wie sie langsam von der Natur erobert werden.
Es wird gesagt, dass in einigen Jahren nichts mehr von den Autos zu sehen sein soll.

Also nichts wie hin! Wir empfehlen festen Schuhwerk. 😉

Nachmittags fuhren wir weiter nach „Öland“. Einer Insel in der Ostsee. Über eine lange Brücke, die über das Meer führt, gelangt man auf die andere Seite.
Überall gab es rote Mohnfelder, alte Bauernhäuser und Windmühlen.
Nach kurzer Suche entschieden wir uns für die Nacht für einen Feldweg, an dem ein großer Baum stand. Hinter diesen bauten wir unser Zelt auf, stellten unser Auto davor und fertig. Wir kochten uns etwas zu essen, spielten eine Weile und gingen schlafen.

Am nächsten Morgen wollten wir unbedingt duschen und suchten nach einer Möglichkeit dazu. Wir fanden einen Campingplatz, der uns auf Anhieb zusagte. Modern, sauber, freundliche Besitzer und direkt am Meer gelegen. Wieder gab es eine Küche, Waschmaschienen und einen Spielplatz.

Ein ganz besonderes Highlight gab es auch und bot uns den Anlass, etwas auf dem Campingplatz zu verweilen. Nach einem kleinen Spaziergang entdeckten wir auf einem Steg, über dem Meer eine kleine Sauna und einen Hot Tube. Als wir sahen, dass diese zum Campingplatz gehörten, konnten wir nicht widerstehen und buchten beides für einen ganzen Tag lang.

Wir schmissen den Hot Tube an, der mindestens 4 Stunden brauchte, um eine angenehme Wärme zu bekommen. Später heizten wir die Sauna auf, die etwa eine Stunde brauchte, um warm zu werden.

Wir genossen die Ruhe, schauten aus den großen Fenstern aus der Sauna hinaus, mitten auf das ruhige Meer.

Abends bestellten wir eine Pizza und setzen uns in das warme Wasser vom Hot Tube. Draußen war es schon ziemlich kalt geworden, deswegen freuten wir uns auf die wohltuende Wärme.
Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang ließen wir den Abend ausklingen und gingen wiedermal zufrieden schlafen. Es fühlte sich nach langer Zeit mal wieder richtig an wie Urlaub.

Am 03. Juni entschieden wir uns dafür, „Öland“ wieder zu verlassen und in das bekannte „Småland“ zu fahren. Unterwegs sahen wir am Straßenrand unzählige Lupinen, die in lila, flieder, rosa und weiß blühten. Außerdem gab es vermehrt Schilder, die vor Elchen warnten und alle paar Kilometer standen, im Vorfeld angekündtigte, Bitzersäulen. Und noch eine Sache, die wir so aus Deutschland nicht kennen, sind die Briefkästen. Es ist nämlich so, dass die Briefkästen auf dem Land nicht an den Häusern befestigt sind, sondern sich an der Landstraße befinden. Häufig an „Sammelplätzen“, damit möglichts viele Briefkästen zusammenstehen. So muss der Postbote nicht so oft halten, irgendwie praktisch.

In Småland angekommen, gingen wir erst einkaufen, dann fanden wir wieder eine traumhafte Stelle zum Schlafen an einem See mitten im Wald.

Nach einiger Recherche fanden wir heraus, dass die „Astrid Lindgren World“ wegen Corona noch geschlossen hat und auch einige andere Attraktionen in der Umgebung zu waren. Schade für Levi, aber dann haben wir halt einen Grund mehr, um wieder nach Schweden zu kommen.

Nachmittags spazierten wir durch den Wald und machten anschließend „Fika“. Eine kleine Pause, bei der man köstliche Gebäcke ist, die es überall in Schweden recht günstig zu erstehen gibt. Zum Beispiel Zimtschnecken, Muffins, allerlei Kuchen und Gebäcke in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Am 04. Juni besuchten wir „Michel von Lönneberga“ in „Katthult“. Zwar waren auch diese Gebäude wegen Corona verschlossen und der Betrieb auf Eis gelegt. Trotzdem bestand die Möglichkeit, sich die Häuser, den Schnitzschuppen, das Plumpsklo und Co von draußen anzusehen. Und das ließen wir uns nicht entgehen.

Wir mussten schließlich wissen, wo Michel seine ganzen Streiche trieb, nachdem wir die Bücher mehrfach gelesen hatten.

Am nächsten Mittag war schlechtes Wetter angesagt und das sollte sich die nächsten Tage leider auch nicht legen. Wir überlegten eine Weile und entschieden uns dann dafür, ein kleines Ferienhaus zu buchen. Denn wir konnten uns etwas angenehmeres vorstellen, als zu zelten, während es durchgehen regnet und stürmt.. Nach kurzer Suche fanden wir ein kleines, schnuckeliges Haus, welches sich an einem Gewässer befand. Wir buchten es, bauten unser Lager ab und machten uns auf den Weg. Denn es lagen ein paar Stunden Fahrt vor uns. Mittags setzte der Regen pünktlich ein und es goss wie aus Kübeln. Als wir Hunger bekamen, wollten wir etwas essen gehen. Da dies (außer zu den Mittagstischangeboten) recht teuer ist, entschieden wir uns dazu, in einer Kantine eines Supermarktes zu essen. Ähnlich wie bei Ikea. Das war eine ausgesprochen gute Wahl und günstig war es noch dazu. Gestärkt fuhren wir weiter und erreichten am späten Nachmittag unser Ziel in „Hunnabo“.

Elche haben wir unterwegs leider übrigens noch keine gesehen, dafür ganz viele Rehe und Graureiher.

#52 Wildcampen in Schweden

23. Mai 2020

Die letzten paar Tage verbrachten wir damit, unser Auto zu packen und fuhren dann zu meinem Vater, der mit seiner Freundin gerade Zeit auf deren Campingplatz verbrachte.

Wir hatten uns seit Thailand im Dezember nicht mehr wiedergesehen und uns vieles zu erzählen. Papa gab uns letztes Campingequipment, welches uns noch fehlte. Dann schliefen wir die erste Nacht zur Probe in unserem Zelt. Wie aufregend!

Klappte ganz gut, obwohl es stürmte und regnete.

Am nächsten Tag packten wir wieder zusammen und fuhren nach Rostock. Dort suchten wir uns eine ruhige Ecke zum Übernachten. Am nächsten Morgen mussten wir früh beim Hafen sein und hatten keine Lust auf Stress. Da wir keinen Ort fanden, um unser Zelt aufzubauen, entschieden wir uns dazu, einfach auf einem Parkplatz im Auto zu schlafen. Levi lag hinten auf dem Rücksitz und Nils und ich jeweils vorne auf den Sitzen. War etwas ungemütlich, ging aber dennoch sehr gut.


Früh morgens legte die Fähre am 25. Mai ab und wir befanden uns auf dem Weg nach Schweden.
Im Vorfeld hatten wir uns eine Kabine gebucht und waren heilfroh darüber, denn so konnten wir die fehlenden Stunden aus der Nacht problemlos nachholen.

In Trelleborg angekommen machten wir uns direkt auf die Suche nach einem Wildcampingspot, um schnell und in Ruhe ankommen zu können. Aber wir fanden nichts. Nach einer Weile gaben wir auf und stellten uns auf einen Campingplatz in Falsterbo. Immerhin konnten wir hier eine moderne Küche mitbenutzen und warm duschen. Einen Spielplatz und andere Kinder gab es auch. Deswegen blieben wir die ersten Tage dort und stimmten uns auf unsere Rundreise ein.

Am 27. Mai stand ein Ausflug nach Malmö an. Mittags nutzen wir eines der Mittagsangebote und gingen bei einem Inder essen. Danach bummelten wir durch die Altstadt, kauften ein Kissen (für einen noch besseren Schlaf) und gingen in einen der Süßigkeitenläden. Leckereien soweit das Auge reicht, alle in verschiedenen Containern aufbewahrt und zum selber abfüllen. So kann jeder sich das einpacken, was er besonders gerne mag oder was er schon immer mal probieren wollte.

Das Prinzip dieser bunten Tüte gefiel uns gut und wir griffen ordentlich zu. Am Ende ließen wir stolze 14 Euro im Laden, gingen dafür aber auch mit einer prall gefüllten Tüte heraus.

Was uns in Malmö besonders positiv auffiel, war die Sauberkeit der Stadt und überall, wirklich überall waren kleine Grünstreifen, Spielplätze und Parks.

Nach dem schönen Ausflug gingen wir abends noch an den Strand in der Nähe des Campingplatzes und erfreuten uns an den bewachsenen Sanddünen und der rauen Landschaft. Wir steckten unsere Füße in den Sand und beobachteten Möwen. Allerdings nicht all zu lange, denn es war ganz schön windig und kalt.

Am 28. Mai machten wir uns auf den Weg Richtung Åhus. Über die App „Park for Night“ fanden wir schnell einige Stellplätze, die uns zusagten. Beim Suchen wurden wir allerdings anderweitig fündig. Wir fanden eine kleine Wiese, direkt am Strand. Drumherum nichts, als Wald und Meer. Nirgends waren Verbotsschilder angebracht. Damit war für uns klar, dass wir hier unsere Nacht verbringen möchten. Wir bauten unser Zelt auf und gingen dann an den Strand, um etwas zu kochen und zu essen. Als es dunkel wurde kuschelten wir uns in unser Zwei – Personen – Zelt und liefen schnell ein. In Begleitung vom Rauschen des Meeres.

Am nächsten Morgen standen wir erholt auf, packten unsere Sachen zusammen und starteten in den Tag. Schweden ist super camperfreundlich. Überall befinden sich Toiletten, Picknickplätze, Auffüllstationen für Wasser und Strom und und und.
Wir hatten Glück und in der Nähe unseres Schlafplatzes befand sich eine saubere Toilette. Diese wurde sogar regelmäßig gereinigt. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen, es kam extra ein Auto einer Reinigungsfirma angefahren, um sauber zu machen.

Nachdem wir uns frisch gemacht & gefrühstückt hatten, setzen wir uns an den Strand. Immer wieder kamen Spaziergänger, Jogger, Angler, Menschen mit Hunden vorbei. Auch eine Kindergruppe kam zum Spielen an den Strand. Sehr aktiv die Schweden.

Wir buddelten Levi in den Sand ein, spielten Ball und steckten unsere Beine in die kalte Ostsee.

Am Nachmittag machten wir einen Ausflug nach „Åhus“. Hier sollte es, so wurde uns gesagt, das beste Eis in Schweden geben. Das mussten wir probieren!
Der Weg zum Eisladen war schon ein Highlight. An der Kopfsteinplasterstraße standen rechts und links bunte, alte Häuser, welche von wunderschönen Blumen geziert waren. Richtig romantisch war das. Am Ende der Straße gelangten wir auf einen Platz, um den sich weitere niedliche Häuser befanden. Mitten auf dem Platz stand er, der „Torgkiosken“. Eine kleine, rundliche Hütte, vor der eine Lange Schlange voller Menschen wartete. Wir zogen eine Nummer und stellten uns an. Als wir an der Reihe waren, waren wir zuerst einmal überfordert. Es gab so viele Eissorten, die wir noch niemals zuvor probiert hatten. Außerdem gab es eine beschauliche Auswahl an riesengroßen frisch gebackenen Waffeln und unglaublich vielen abgefahrenen Toppings.

Als wir mit unserer Bestellung fertig waren, hielten wir drei große Eiswaffeln in der Hand, suchten uns ein schattiges Eckchen auf dem Platz, setzten uns hin und genossen unser Eis.

Und ja, es war wirklich richtig lecker!

fbt

Wir nutzen noch einmal kostenlose Toiletten und fuhren mit vollen Bäuchen weiter Richtung Norden. Wir sind nach Möglichkeit immer nur auf Landstraßen unterwegs. Das ist entspannter, man sieht mehr und in diesem Fall, fanden wir dadurch auch immer wieder super coole Stellplätze.

Wir bogen also wiedermal von einer der geteerten Straßen ab und befanden uns auf einer Schotterpiste. Diese führte in einen waldigen Teil hinein. Ab und an standen rechts und links Häuser. Nach einigen Abzweigungen erwartete und dann nichts mehr, als Natur. Wir schlugen unser Camp für diese Nacht direkt neben einem See, auf einer Lichtung auf.

Nachdem Levi im Zelt lag, setzten Nils und ich uns ein eine Decke eingemummelt nach draußen und schauten eine Serie über unseren Laptop. Danach genossen wir die Stille und stellten fest, dass es auch um 1.00 Uhr nachts noch relativ hell ist. Im Himmel mischten sich das dunkle Blau mit einem sanften grün und gelb. Ein tolles Farbspiel.
Zufrieden und überglücklich kuschelten wir uns zu Levi in Bett.

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