20. September 2019
Nun startete endlich unsere Rundreise durch Sri Lanka. Mittags checkten wir aus der „Ryan Residence“ aus und stiegen in den ersten Bus, der von einem Busstand in Negombo nach Kurunegala fuhr. Dort mussten wir in einen anderen Bus nach Dambulla umsteigen. Denn dort lag unser erstes Ziel. Insgesamt zahlten wir zusammen 3,50 Euro und fuhren ungefähr 3 ½ Stunden lang durch die Gegend. Die gewöhnlichen Busse im öffentlichen Verkehr sind nicht besonders komfortabel. Auf der einen Seite befindet sich meist eine kleinere Sitzbank und auf der anderen eine Größere. Die Polsterung ist dürftig und die Busse sind quasi immer voll. Eine Klimaanlage gibt es nicht. Die ist aber auch gar nicht nötig, denn durch die offenen Fenster kommt genug frische Luft rein, manchmal auch Regen. Die Busse heizen ziemlich rasant durch die Gegend und brettern auch durch die Berge ohne einen Tritt auf die Bremse. Alle anderen Verkehrsteilnehmer nehmen gezwungenermaßen Rücksicht und so hat der Bus eine freie Bahn. Ganz nach dem Motto, der Stärkere gewinnt. Besonders positiv ist aber, dass die Busse zwar nicht pünktlich, dafür aber regelmäßig abfahren. Wir konnten einfach zu einem der Busstände gehen und fuhren etwa 30 Minuten später mit dem richtigen Bus los.

Am Busstand von Dambulla wurden wir von dem Besitzer unseres Homestays mit einem Tuktuk abgeholt. Damit ging es, vollgestopft mit uns und unserem Gepäck, zur Unterkunft. Als wir unser Zimmer sahen, waren wir wenig begeistert. Die Toilette war notdürftig zusammengeschustert, das Bett winzig klein und das Zimmer dunkel. Einen Außenbereich gab es nur auf der anderen Seite des Gebäudes und überall waren Käfer und Kakerlaken. Außerdem gab es kein Lokal oder Supermarkt weit und breit. Wir überlegten eine Weile hin und her und stellten fest, dass die Unterkunft so gar nicht unseren Vorstellungen entsprach. Wir suchten ein anderes Hotel heraus und zogen um. Leid tat es uns für den Besitzer des vorherigen Homestays, denn dieser war wirklich ein richtig netter Kerl!
Angekommen im „Grand Kalundawa Waterfront Resort“ staunten wir nicht schlecht. Es war zwar schon dunkel, aber alles war gemütlich beleuchtet und wir konnten erahnen, dass es ein weitläugigeres Gelände geben musste. Unser Zimmer war groß, das Bett bequem, nur das Badezimmer war schimmelig. Aber wir hatten einen Balkon mit tollen Sesseln und eine Klimaanlage. Besser konnte es uns in dem Moment nicht gehen.
21. September 2019
Am nächsten Morgen wurden wir mit einem herausragenden Frühstück begrüßt. Es gab Toast, Aufstriche, Bratkartoffeln, Würstchen, Eier, Tee, Wasser, frisch gepresste Fruchtsäfte und und und. Nach dem leckeren Start in den Tag gingen wir nach draußen und schauten uns das Gelände an. Das Hotel liegt direkt an einem ruhigen Fluss. Es gab außerdem einen Pool und ein Baumhaus und genügend Platz für Levi, um zu toben und zu rennen.

Wir entschieden uns dazu in den Pool zu gehen und verbrachten dort eine gemütliche Zeit. Auf einmal entdeckten wir Affen, die durch die umliegenden Bäume sprangen. Manche Affen kletterten auf Palmen und pflückten sich eine Kokosnuss. Dann schlugen sie sie auf, tranken daraus und warfen sie nach unten, sobald sie leer war. Da musste man echt doppelt schauen, wo man gerade steht…!
Zwei Affen kamen direkt zu uns, während wir im Pool waren. Sie setzten sich an den Beckenrand um zu trinken. Scheu waren sie auf jeden Fall nicht, denn sie kamen uns ganz schön nahe. Da wurde es uns ein bisschen mulmig. Aber die Tiere waren ganz artig :-D.
Am Mittag gaben wir unsere Wäsche zum Säubern ab, der Strom fiel aus und wir ließen uns von einem Tuktuk – Fahrer zu einem einheimischen „Hotel“ fahren. So nennt man die lokalen Restaurants in Sri Lanka, in denen man gut und günstig essen gehen kann. Um uns herum saßen lauter Einheimische und der Chef tischte uns eine Spezialität nach der anderen auf. Besonders begeisterten uns Rotie zusammen mit Dhalcurry. Aber auch die zahlreichen anderen Currys und Beilagen waren köstlich. Levi aß lieber Reis mit Gemüse und süßen Saucen, Pommes oder Obst. Wir bezahlten 2,65 Euro für eine wirklich mächtige Portion Essen und fuhren weiter zum „Cave Temple“. Dies ist ein Tempel, in dem sich mehrere Höhlen mit den verschiedensten Darstellungen von Buddha befinden. Nachdem wir die Treppen bezwungen hatten, konnten wir einen schönen Blick über die umliegende Landschaft erhaschen.
Auch nach dem offiziellen Eingang waren wir fasziniert und durchquerten eine Höhle nach der anderen. Die Besichtigung war aber schnell vorbei und der Eintrittspreis von 7,00 Euro pro Person (Kinder frei) nicht wirklich gerechtfertigt. Aber was soll’s. Übrigens muss man bitte immer darauf achten, dass man sich vernünftig kleidet, wenn man eine heilige Stätte betreten möchte. Dazu gehört es zu Beispiel, dass Knie und Schultern bedeckt sein müssen. Freizügige Klamotten sind sowieso tabu. Meistens sollen auch Mützen vom Kopf genommen und die Schuhe ausgezogen werden. Dazu findet sich aber für gewöhnlich ein Aushang am Eingang, bei dem man sich gegebenenfalls informieren kann.
Auch für den Umgang und das Fotografieren von Ausgestelltem gibt es einige Regeln. So sollte man bestensfalls nichts berühren, nicht mit dem Rücken zum Buddha stehen und diesen auch niemals nur halb aufs Foto quetschen.
Vom Tempel herunter gingen wir einen anderen Weg und kamen bei dem „Golden Temple“ heraus. Dort sammelte uns unser Fahrer wieder auf, wir fuhren noch einkaufen und anschließend zurück in unser Hotel. Abends aßen wir gebratene Nudeln mit verschiedenem Gemüse und sahen das erste Mal in unserem Leben Glühwürmchen. Fasziniert beobachteten wir die blinkenden Tierchen eine Weile und gingen dann Schlafen.

22. September 2019
Auch diesen Morgen gab es wieder ein tolles Frühstück. Dieses variiert täglich zwischen einem Mix aus singhalesischem und westlichem Frühstück. Einfach genial! Danach wurden wir von einem Jeep abgeholt und machten uns auf den Weg zur verlassenen Stadt „Polonnaruwa“. Dort kann man verschiedene Ruinen von der alten Hauptstadt des Landes sehen. Als wir ankamen erschraken wir ein bisschen beim Eintrittspreis. Pro Person wurden 25$ verlangt. Sri Lanka ist zwar günstig, aber bei Eintrittspreisen kann man arm werden. Etwas ratlos standen wir vorm Eingang des Ticketschalters, weil wir nicht bereit waren so viel Geld zu zahlen. Wie es der Zufall wollte fanden wir wenig später einen jungen Mann, der uns als Guide für viel weniger Geld die Orte zeigte, an denen kein Ticket verlangt wurde. Wir sahen Denkmäler, eine alte Bibliothek, zerstörte Tempel, Badeanstalten und andere Orte.
Am Ende der Tour ging es zu einer Art „Verkaufstour“. Unser Guide wollte uns gerne die Holzschnitzerei „von einem Freund“ zeigen und wir willigten ein. Wir lernten eine Menge über das heimische Holz, bekamen Limonade und Tee umsonst und obwohl wir nichts kauften, wurden wir am Ende trotzdem sehr freundlich behandelt. Levi bekam sogar noch einen Schlüsselanhänger geschenkt, an dem ein bunter hölzerner Elefant baumelte. Doof nur, dass wir die Planen des Jeeps beim Verlassen des Wagens nicht geschlossen hatten, denn als wir wieder herauskamen sahen wir gerade noch eine Bande Affen, die aus dem Jeep rannte und unseren gesamten Proviant mit sich trug.
Deshalb fuhren wir Mittags mit dem Jeep etwas essen und dann ging es weiter in den „Kaudulla Nationalpark“. Denn wir wollten gerne Elefanten sehen. Beim Eingang war es schön ruhig. Wir fuhren vorbei an einem See, sahen verschiedene Echsen und Affen. Wir machten die Dachplane auf, um uns hinstellen und die Fahrt so richtig genießen zu können.
Das Wetter wurde schlechter und je weiter wir in den Nationalpark kamen desto nebeliger wurde es. Und dann sahen wir die ersten Elefanten!! Als wir auf einer freien grünen Fläche ankamen, machten wir den Motor aus. Genauso die zig anderen Jeeps um uns herum, die plötzlich einfach da waren. Der Wind zischte durch die Ebene, der Nebel wurde immer dichter und wir standen nur einige Meter entfernt von einer Elefantenherde, zu der zwei kleine Elefanten gehörten. Ich bekam eine Gänsehaut.
Irgendwann löste sich der magische Moment auf, denn die Herde setze sich in Bewegung und die Jeeps starteten ihre Motoren, um den Elefanten Platz zu machen. Wir fuhren weiter und sahen immer mehr Elefanten. Doch je später es wurde, desto schlechter wurde auch das Wetter. Irgendwann zog ein Gewitter auf und es fing an zu regnen, sodass wir auch unser Dach wieder schließen mussten. Da es damit nach einer ganzen Weile immer noch nicht aufgehört hatte emachten wir uns auf den Rückweg. Dabei sahen wir noch Adler, einen Pfau und Rehe und dann waren wir auch schon wieder aus dem Nationalpark draußen.
Am Abend gingen wir im „Mango – Mango“ essen, einem Restaurant mit einer tollen Auswahl an indischem Essen, zu sehr günstigen Preisen. Und die Kuchenauswahl war unglaublich. Levi hat sich dort das erste Mal getraut, etwas selber auf englisch zu bestellen. Trotz anfänglicher Scheu, war ein Cupcake Motivation genug und er gab nicht auf, bis er den mit der richtigen Farbe in den Händen hielt!
Am nächsten Tag haben uns früh morgens die Affen geweckt, die auf dem Dach tobten. Wir haben uns an dem Tag einfach wieder ausgeruht, gelesen, gespielt und haben Steine in dem Fluss vor dem Hotel flitschen lassen. Außerdem haben wir gepackt und unsere Weiterreise für den nächsten Tag geplant. Eine neue Umgebung musste her.
































































