19. Februar 2020
Nun sollte es schon in das 6. Land auf unserer Reise gehen.
Per Bus fuhren wir am Morgen in Phnom Penh los und einige Stunden später kamen wir bei der vietnamesischen Grenze an. Dort mussten alle Passagiere aus dem Bus aussteigen und zu Fuß durch die kambodschanische Grenze gehen. Dann wurden wir ausgestempelt. Bevor es wieder in den Bus ging, besorgte Nils noch schnell eine Sim Karte für Vietnam. Dafür bezahlte er 8 Euro. Wir fuhren ein kleines Stückchen weiter und mussten dann wieder alle den Bus verlassen. Diesmal mussten wir auch unser Gepäck mitnehmen. Bevor wir das neue Gebäude betraten, gaben wir unsere Pässe und unsere vorher beantragten und bewilligten E-Visa, bei einem Mann aus unserem Bus ab. Außerdem verlangte er zusätzlich 1$ pro Antrag. Damit zog er los, wir warteten im Gebäude und keine 20 Minuten später hielten wir unsere fertigen Reisepässe wieder in der Hand. Schnell checkten wir den bewilligten Zeitraum. Als wir sahen, dass alles richtig eingetragen wurde, mussten wir unser Gepäck nochmal durchleuchten lassen und durften dann offiziell Vietnam betreten. Wir schleppten unsere Rucksäcke zum Bus zurück, verluden sie erneut und setzten uns dann wieder auf unsere Plätze.
Als alle Mitreisenden fertig waren, fuhren wir weiter. Am Abend erreichten wir Ho – Chi – Minh – City (ehemals Saigon). Was uns sofort auffiel: Keine Tuktuks mehr weit und breit, dafür aber tausende Roller. Wir haben ja schon einiges an Verkehr gesehen, aber die Anzahl der Roller und Motorräder dort sprengte den Rahmen.

Mit einem, über Grab, gebuchten Auto fuhren wir zu unserer Unterkunft. Dort angekommen erfuhren wir, dass leider kein geeignetes Zimmer mehr frei sei. Deshalb saßen wir kurzerhand auf der Straße und mussten fix eine neue Bleibe suchen. Das war gar nicht so einfach, denn mit schlechter Laune und einsetzender Müdigkeit verließ uns auch die Geduld. Da wir nichts vergleichbar günstiges fanden, buchten wir uns ein etwas teureres Zimmer, welches sich in einer Appartementanlage befand. Die nächsten Tage ging es mir leider nicht so gut, dem Hunger wich die Übelkeit und so lag ich viel im Bett und telefonierte mit Freunden. So richtig wohl fühlten wir uns aber alle nicht in der Stadt. Sie war uns zu wuselig, zu voll. Wir erlebten eine Reizüberflutung nach der anderen, obwohl wir doch schon so vieles gesehen hatten. Oder vielleicht auch gerade deswegen?! Brauchten wir mal wieder eine Pause? Oder brauchten wir einfach nur einen anderes Ort?
In den folgenden Tagen pfeilten wir ein bisschen an unserer Vietnamroute und versuchten Kraft zu tanken.

22. Februar 2020
Zwei Tage später startete unserer Rundreise. Aus Zeitgründen flogen wir von HCMC nach Da Nang. Dort in der Umgebung wollten wir einiges sehen und erledigen. Aber irgendwie lief es immer noch nicht so richtig rund. Unser Flug hatte Verspätung und so warteten wir 1 ½ Stunden, bis wir ins Flugzeug durften. Doch die Freude hielt nicht lange, denn etwa eine halbe Stunde später mussten alle Passagiere wieder aussteigen. Begründung: Technischer Defekt, oder so. Also wurden wir wieder ins Flughafengebäude gekarrt und mussten erneut warten. Zwischendurch telefonierte ich noch mit Papa wegen unserer neuen Kreditkarte und dann ging es mehr als 3 Stunden später endlich los.
In Da Nang checkten wir im „Spring Motel“ ein. Das ist eine wirklich tolle Unterkunft! Nahe am Meer gelegen, Restaurants und Supermärkte in Laufweite, saubere kleine Zimmer, mit Balkon, heißer Dusche, Kühlschrank, Klimaanlage, Wasserkocher und Föhn. Also mehr noch, als wir brauchten. Und ein Zimmer kostete nur 5,50 Euro pro Nacht. Die Besitzer waren sehr freundlich und kinderlieb und sie schenkten Levi andauernd Früchte und Bonbons. Leider sprachen sie kaum Englisch, weshalb die Verständigung gar nicht so einfach war, aber das kannten wir ja bereits und so wurde notfalls auch einfach ein bisschen aneinander vorbeigeredet. Hauptsache alle waren glücklich.

23. Februar 2020
An diesem Mittag haben wir uns ausnahmsweise Mal etwas nicht ganz so typisch Vietnamesisches bestellt, eine Pizza. Und sie war unglaublich lecker. Abends machten wir uns auf den Weg zur Drachenbrücke, die jeden Samstag und Sonntag Abend um Punkt 9 Uhr für ein paar Minuten „zum Leben erwacht“. Um die Brücke herum sammelten sich viele Schaulustige, Touristen sowie Einheimische. Pünktlich fing der Drache an Feuer zu spucken. Dabei ging ein lautes Raunen und freudiges kindergequitsche durch die Menge. Der viel spaßigere Teil aber kam danach. Plötzlich spukte der Drache Wasser und dieses regnete auf die Menge nieder. Je nachdem, wie der Wind stand, bekamen wir ganz schön was ab. Einige Jugendliche rannten über die Straße und freuten sich am kühlen Wasser. Trotzdem kreuzten immer wieder schnell fahrende Fahrzeuge das Geschehen, es war also Vorsicht geboten und so blieben wir einfach auf unserer Stelle stehen, obwohl Levi unglaublich gerne mitgemacht hätte.

Anschließend gingen wir auf den „Son Tra Nightmarket“, aßen lecker, kauften Souvenirs und Levi konnte sich auf einer Hüpfburg austoben. Während wir warteten, wurden wir von dem Betreiber der Hüpfburg auf eine amerikanische Zigarette eingeladen. Das gehört hier zum guten Ton und „unsere“ vietnamesischen Zigaretten würden nichts taugen.
Am Schluss erwarb Levi noch eine Pikachu Mütze und spät abends, als der Nachtmarkt langsam schloss, machten wir uns auf den Rückweg.
24. Februar 2020
Am nächsten Tag wollten wir nach „Hoi An“ fahren und suchten dafür den Busplan im Internet heraus. Zur Haltestelle fanden wir schnell und dann hieß es warten. Zwischendurch überlegten wir, ob es nicht schneller und sinnvoller wäre zu trampen, aber in dem Moment kam auch schon der Bus. Für 4 Euro nahm der Fahrer uns mit und eine halbe Stunde später erreichten wir die Endhaltestelle. Von dort blieb uns nichts anderes übrig, als mit einem Taxi zum Zentrum zu fahren. Dort machten wir uns zu Fuß auf den Weg und es dauerte nicht lange, das standen wir bei der ersten Schneiderei, welche sich mitten in einer Markthalle befand. Überall hingen bunte Stoffe, es lagen Maßbänder herum und Frauen wuselten geschäftig hin und her. Uns wurde Wasser gereicht und dann fingen wir an uns über meine Vorstellungen zu unterhalten.
Ich brauchte nämlich dringend ein Kleid, welches ich auf der Hochzeit meiner Freundin im Sommer tragen wollte. Dafür hatte sie mir extra ein Stück fliederfarbenen Stoff mitgegeben. Leider aber gab es nicht genau die selbe Farbe. Auch in der gesamten Markthalle und gefühlt bei jeder Schneiderei der Stadt, war dieser Stoff nicht verfügbar. Und so gaben wir spät abends unsere Suche auf. Ich war total geknickt und musste mir jetzt wohl etwas Neues einfallen lassen, um an ein Kleid zu kommen, aber zum Glück war ja noch etwas Zeit.

25. + 26. Februar 2020
Am darauffolgenden Tag probierten wir nochmal in Da Nang selber eine Schneiderei zu finden, die einen passenden Stoff auf Lager hat, aber auch bei diesem Versuch scheiterten wir wieder.
Außerdem realisierten wir im Laufe der letzten Tage, dass wir unsere geplante und bereits gebuchte Weiterreise wohl nicht antreten können. Das Corona Virus verbreitete sich schneller als erwartet, die Panik der Menschen wuchs zunehmend und die Einreisebestimmungen der einzelnen Länder änderten, beziehungsweise verschärften sich täglich. Deshalb fingen wir an umzuplanen und sahen Südkorea, Japan und die Philippinen als nächste Reiseländer in immer weitere Ferne rücken.
Am letzten Tag in Da Nang war das Wetter so schön, dass wir zum Strand gingen. Der pudrige, weiße, kilometerlange Sandstrand traf im Hintergrund auf die riesigen Hochhäuser der Stadt. Hin und wieder zierten Palmen Teile des Strandes. Schwimmen war quasi überall verboten, aber dafür war es uns auch viel zu kalt. In regelmäßigen Abschnitten befinden sich aber kleine abgesperrte Buchten, in denen man unter Beaufsichtigung von Lifeguards ins Wasser gehen darf.
Wir bauten Burgen, tankten Sonne, sahen Krebse, turnten herum und wurden bei dem Versuch, unsere Beine, außerhalb des abgesperrten Bereichs, ins Wasser zu halten, von einem Lifeguard aus den Fluten gejagt. Wir sahen Paraglider und beobachteten, wie ein Frachtschiff abgeschleppt werden musste. Abends gingen wir in einem kleinen lokalen Laden Nudelsuppe und Frühlingsrollen essen.



































































































