#51 Alles anders, als erhofft…

27. März 2020

Abends ging unser Flug von Bangkok nach Frankfurt am Main. Im Flughafen wurde sehr auf die Einhaltung der neuen Hygienevorschriften geachtet. Spätestens aber beim Einsteigen und Essen im Flugzeug waren alle vorherigen Sicherheitsmaßnahmen hinfällig. Der 12 stündige Flug verging schnell, aber wir bekamen nicht viel Schlaf. Wir stellten allerdings fest, dass ein längerer Direktflug definitiv angenehmer ist, als zwei kürzere Flüge.

Als wir in Frankfurt ankamen erwarteten wir Großes. Allerdings konrollierte uns niemand, keiner wollte bei uns Fieber messen oder fragte, wo wir hinwollen bezüglich einer Quarantäne oder ähnlichem. Wir holten erst unser Gepäck vom Band und dann unseren Mietwagen ab.

Im Anschluss fuhren wir nach Oldenburg. Auf dem Weg dorthin fielen uns die kahlen Bäume überall auf. Nichts war grün und während den kleinen Rastpausen spürten wir die Kälte. Das waren wir gar nicht mehr gewohnt.
In Oldenburg angekommen brachten wir den Mietwagen weg und stiegen in ein Auto um, welches uns von Nils Familie zur Verfügung gestellt wurde. Damit fuhen wir auf den alten Bauernhof von Nils Familie und begaben uns dort vorsorglich für zwei Wochen in Quarantäne, um niemanden zu gefährden.

29. März 2020

Es war wirklich ein komisches Gefühl wieder in Deutschland zu sein.

Wir waren traurig, dass wir all die Dinge, die wir uns während der kommenden Reise erwünscht hatten, so nun nicht mehr umsetzen konnten. Dabei wollten wir an so viele spannende Orte, nach China, Japan, Südkorea und auf die Phillipinen. Wir wollten unsere Freunde in Indien und auf Bali wiedersehen und endlich auch andere Teile Indonesiens entdecken. Wir wollten auf Safari in Afrika gehen und die Kultur der Menschen in Mittel- & Südamerika erleben..

Und nun verarbeiteten wir den Jetlag und dann fiel Schnee. Schnee…! Darauf waren wir in dem Moment überhaupt nicht eingestellt und prompt wurden wir, nach langer Zeit mit bester Gesundheit, in den nächsten Tagen krank.

Wir hatten wirklich keine Ahnung, wie es für uns weitergehen sollte und hofften einfach, dass die Situation sich bald normalisieren würde.

10. April 2020

Natürlich war die Situation nicht besser geworden, aber wir versuchten das Beste daraus zu machen. Wir bereiteten langsam ein paar Sachen für das Osterfest vor, das wir Levi zuliebe dieses Jahr nun doch zelebrieren wollten. Wir färbten Eier bunt, verzieren diese und backten Quark – Öl – Teig – Häschen.

Außerdem gingen wir in den „Hasbruch“, einen Wald direkt vor der Haustür spazieren und picknicken. Einmal sahen wir sogar ein Reh, welches eilig vor uns wegsprang.

Zwei Tage später war es soweit, das Osterfest stand an. Früh morgens stieg Levi in seine Gummistiefel, zog sich seine Jacke an, schnappte sich einen Korb und machte sich auf die Suche. Er fand lauter bunte Eier, Schokolade und sogar ein kleines Spielzeug hatte der Osterhase für Levi versteckt.

Nachdem unsere Zeit in Quarantäne um war, fingen wir langsam wieder damit an, Freunde zu treffen. Liebe Menschen, die wir nun seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen hatten.

Das machte die kommenden Wochen etwas erträglicher.

Wir nutzen die Zeit, um unsere alten zurückgebliebenen Sachen noch einmal neu zu sortieren, fingen an einem Morgen eine Maus mit einem Toaster und kümmerten uns um den Garten. Einmal fuhr Levi mit dem Rasenmähertrecker ausversehen durch einen Zaun, weil er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Der Zaun brach entzwei. Also musste dieser anschließend repariert und neu angeschstrichen werden.

Richtig langweilig wurde uns also nicht, trotzdem brannte es uns in den Fingern und wir wollten unbedingt wieder los.

Deswegen fassten wir um den 20. Mai den Entschluss, dass wir einen Roadtrip durch Schweden machten wollten. Denn Schweden hatte während der Pandemie seine Grenzen, als fast einziges Land, die ganze Zeit über geöffnet. Deswegen ergriffen wir die Chance und machten uns unverzüglich an die Planung.
Endlich hatten wir wieder einen kleinen Lichtblick und eine Reise, auf die wir uns freuen konnten!

#50 Rückkehr nach Koh Lanta, Thailand

10. März 2020

Morgens nahmen wir einen Flug von Hanoi nach Bangkok. Alles verlief reibungslos. Beim Dong Muan Airport angekommen wurde Fieber gemessen und das war’s. Nach 4 ½ Stunden Wartezeit ging es weiter nach Krabi. Auch hier hieß es wieder Fieber messen und dann nahmen wir uns ein privates Taxi, welches uns für einen Fixpreis von 45 Euro innerhalb von circa drei Stunden nach Koh Lanta brachte. Wir wollten zurück in den Pitt Bungalow. Dieses Mal kostete die Unterkunft sogar nur 7 Euro/Nacht.

Die Situation um das Corona Virus spitze sich langsam zu. Immer mehr Länder schlossen ihre Grenzen. Die Lage war kompliziert und wir ziemlich ratlos. So hatten wir uns unsere Reise irgendwie nicht vorgestellt. Dabei wollten wir doch noch mindestens ein Jahr lang unterwegs sein und die verschiedensten Ecken dieser Welt erkunden.

Irgendwie war vor Ort auch nichts mehr, wie es war. Es war deutlich leerer, immer mehr Touristen reisten ab und immer mehr Restaurants und Unterkünfte schlossen ihre Pforten. Bei den zurückgebliebenen Reisenden in unserer Anlage war Trübsal blasen angesagt. Die meisten steckten regelrecht fest.

Wir blieben in den kommenden Tagen bei unserem Bungalow und gingen nur raus, wenn wir etwas zu Essen brauchten. Wir unterhielten uns viel mit den Reinigungsfrauen des Pitt Bungalows, diese hatten wir mittlerweile richtig ins Herz geschlossen. An manchen Tagen kochten die beiden sogar Pad Thai und leckere Currys für uns. Wir schauten uns Sonnengänge an, schrieben Tagebuch und telefonierten mit der Familie in der Heimat. Außerdem organisierten wir Levi eine große schwarze Wanne, damit Levi darin planschen und sich abkühlen konnte, wenn es ihm zu warm wurde. Denn im Vergleich zum Januar, war es mittlerweile deutlich heißer auf Koh Lanta. Das war schon fast nicht mehr feierlich..

Es folgte eine stressige Zeit, in der wir uns durchgehen informierten und versuchten, bezüglich des Corona Virus und der Grenzschließungen einen aktuellen Stand zu behalten.

Am 25. März teilte uns unsere Auslandskrankenversicherung von STA Travel auch noch mit, dass auf Grund der Pandemie, unser bestehender Schutz innerhalb von 14 Tagen erlöschen sollte. Für uns stand somit fest, dass es Zeit war, uns nach geeigneten Flugtickets umzuschauen. Diese wurden auch immer weniger, denn immer mehr Leute versuchten nun, Thailand zu verlassen und die meisten Länder hatten ihre Grenzen schon dicht. Zeitgleich startete die deutsche Republik mit einer Rückholaktion gestrandeter Deutscher. Auch wir trugen uns in die Krisenlisten ein.

Teilweise bekam man Direktflüge nur noch zum Preis von 3.000 Euro pro Ticket angeboten, wenn man am nächsten Tag abhauen wollte. Doch wir hatten Glück und fanden verhältnismäßig günstige Direktflüge am 27. März mit ThaiAirways von Bangkok nach Frankfurt am Main für insgesamt 1.400 Euro.

Es stand also fest, dass wir unsere Reise vorrübergehend abbrechen mussten. Das war wirklich kein schönes Gefühl und wir waren sehr betrübt. Außerdem wuchs die Angst, dass auch Thailand seine Grenzen dicht machen könnte und wir dann ohne Krankenversicherung festsitzen würden.

26. März 2020

Es war ein trauriger und ungewisser Abschied, als wir am Morgen von einem privaten Fahrer abgeholt wurden. Auf ein Sammeltaxi verzichteten wir zur aktuellen Sitiation lieber. Und so machten wir uns alleine zum Flughafen nach Krabi. Es herrschte bereits Maskenpflicht und am Eingang wurde bei jedem Fieber gemessen. Wir waren ziemlich nervös und aufgeregt, ob alles klappen würde. Wenig später landeten wir ohne Probleme in Bangkok und fuhren direkt zu einem Hotel, welches sich in unmittelbarer Nähe befand.

Da die Klimaanlage in unserem Zimmer kaputt war, wurden wir kurzerhand geupgradet und bekamen eine geräumige Suite mit riesigem Bad, zwei Betten und Balkon.

Und obwohl die Regierung Thailands ausdrücklich dazu aufgerufen hatte, alle Restaurants & Co zu schließen, fanden wir am Abend problemlos ein Restaurant, in welches wir uns setzen und zu Abend essen konnten.

#49 Flucht aus Hanoi & kurzes Update

9. März 2020

Gestern Abend hatten wir uns spontan ein Weiterreiseticket nach Hanoi gekauft und wurden mittags von einem Van abgeholt. Nach einer kurzen Fahrt mussten wir in einen anderen Van umsteigen. In diesem saß außer uns nur eine weitere Person. Ein Franzose, der in Hanoi wohnte und zurück zu seiner Frau wollte. Ansonsten waren alle Plätze frei, weshalb wir uns gut ausbreiten konnten. Der Van war richtig bequem und luxuriös, so etwas hatten wir noch nicht gesehen. Die Sitze waren breit, gut gepolstert und man fühlte sich, als säße man in einem gemütlichen Sessel, Massagefunktion inklusive.

Innerhalb von einer Stunde erreichten wir Hanoi und stiegen aus, kurz bevor wir die Altstadt erreichten. Von dort aus nahmen wir uns ein Taxi, um zu einem OYO Hotel zu fahren, welches sich 17 Kilometer außerhalb vom Zentrum befindet. Wir dachten, dass das eine gute Alternative wäre, da wegen dem Corona Virus schon eine Straße in Hanoi unter Quarantäne stand und die Menschen langsam durchdrehten.

Als wir bei dem von Booking angegebenen Standort waren, befand sich dort aber leider weit und breit kein Hotel. Nach einer 40 minütigen Suche und einem Tipp von einem Einheimischen, fanden wir das Hotel dann endlich, einige Kilometer entfernt. Das ging leider ganz schön ins Geld, aber wir hatten ja keine Alternative. Glücklich, hungrig und k.o. gingen wir die Treppen zum Hotel herauf. Beim Einchecken wurde uns dann plötzlich mitgeteilt, dass das Hotel keine Ausländer mehr aufnehmen dürfte. Das wäre eine aktuelle polizeiliche Anordnung und sie wollten keine Ausnahme machen. Zu groß war die Sorge vor dem Virus. Wir diskutierten noch einige Zeit, aber es half nichts. Wütend gingen wir wieder heraus und fingen an, nach anderen Unterkünften zu suchen. Wir buchten, telefonierten und fuhren zu den Unterkünften hin, doch auch das half nichts. Keiner wollte uns aufnehmen. Die Leute mieden uns und wechselten beinahe die Straßenseite, wenn sie uns sahen. Als wären wir das Böse in Person. Das war ein ganz ganz schreckliches Gefühl und wir waren froh, als wir nach frünf Stunden Sucherei jemanden fanden, der uns ganz heimlich unter der Hand in sein Homestay ließ. Nichtmal den Reisepass sammelte er ein, was total untypisch für Vietnam war. Aber der Mann wollte uns nicht melden, denn keiner sollte wissen, dass wir da waren. Außerdem war es ihm wichtig, dass wir sofort bezahlten und am nächsten Morgen verschwunden waren. Mir kamen die Tränen, so fix und fertig war ich. Die Situation konnte ich nicht so richtig verstehen. In dem Moment war ich ganz schön enttäuscht über die Menschen und Maßnahmen, die ergriffen wurden.

Wir aßen noch schnell etwas und dann legten wir Levi schlafen. Anschließend telefonierte ich mit meinem Vater. Nils und ich entschlossen uns dazu, auch unsere restlichen Pläne für Vietnam über den Haufen zu werfen. Wir buchten uns spontan Flugtickets nach Thailand und wollten versuchen am nächsten Morgen über die Grenze zu kommen. Hauptsache schnell weg von der aktuellen Risikozone. Wir wollten an einen Ort, an dem wir uns wohl fühlten und wir im Fall der Fälle Leute kannten und gut versorgt sein würden.

#48 Ninh Binh

5. März 2020

Wir stiegen also in den Nachtzug in „Dong Hoi“. Um 0.50 Uhr ging die Fahrt los und wir buchten uns spontan auch noch ein viertes Bett dazu, damit wir sicher eine ganze Kabine für uns hatten; das Licht ausmachen und abschließen konnten, wann immer wir wollten. Ohne, dass uns jemand störte. Die Kabine war recht klein und das 4. Bett musste als Gepäckablage dienen, damit wir uns noch frei bewegen konnten. Aber sauber war es und die Betten bequem. Es war sogar gemütlicher, als in manch einem Hotelzimmer, in dem wir bisher übernachtet haben. Besonders für Levi war das alles total aufregend. Er wollte unbedingt in einem der oberen Betten schlafen und so legte ich mich zusammen mit ihm hin, bis er einschlief. Etwa eine Stunde nach Abfahrt kletterte ich dann wieder runter zu Nils und es verging eine weitere Stunde, bis auch wir schliefen. Alles in allem gefiel uns die Fahrt super und wir würden jederzeit wieder einen Nachtzug nehmen. Das einzig wirklich Doofe waren die ekeligen Toiletten, welche bestialisch stanken.

Etwa 9 Stunden später erreichten wir morgens unser Ziel und stiegen in „Ninh Binh“ wieder aus. Trotzdem wir ziemlich gut geschlafen hatten, waren wir total erledigt. Außerdem war es plötzlich bitterkalt und es regnete in Strömen. Deshalb fuhren wir schnell mit einem Taxi zum Hotel.

Dieses lag wiedermal außerhalb, aber das hatten wir uns bewusst so ausgesucht. Um das Hotel herum befand sich eine malerische Landschaft, voll mit Reisfeldern, Flüssen, Teichen, Brücken und Kalksteinfelsen. Außerdem waren überall Ziegen und Wasserbüffel. Diese Region wird auch gerne „trockene Halong Bucht“ genannt, weil sich die Landschaften sehr ähnlich sind. Obwohl sich bei uns definitiv weniger Wasser umzu befand.

Das Hotel verfügte über große, saubere Zimmer mit Balkon/Terrasse und tollem Ausblick. Es gab einen schön angelegten Garten, indem sich ein Pool befand. Auch ein Restaurant mit Billiardtisch, einen Rollerverleih und ein Ticketschalter gab es, sodass man rundum sehr gut versorgt war. Auch hier trafen wir wieder auf unglaublich liebe Besitzer, Mitarbeiter und Nachbarn.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir erst einmal etwas frühstücken. Danach legte Nils sich eine Runde ins warme Bett. Levi und ich zogen uns dicke Klamotten an, packten die neu erworbenen Malsachen aus und fingen an zu tuschen, was das Zeug hielt.

Nachdem wir fertig waren, bauten wir noch eine der neuen Legopackungen auf und dann wurde uns so kalt, dass wir quasi alles anzogen, was wir besaßen und eine Runde spazieren gingen, um uns aufzuwärmen. Es war nebelig, regnerisch und kalt, aber die Landschaft sah trotzdem beeindruckend aus. Irgendwie hatte das Ganze eine besonders mystische Atmosphäre durch den für Vietnam fast schon typischen Nebel.

Levi und ich rannten, kickten Steine über die Straße und Levi kletterte auf Kieselberge, die bei einer Baustelle aufgeschüttet waren. Dies wurde seine neue Ritterburg und ein wildes Spiel begann.

Immer wieder kamen Menschen her, die zwar kein Englisch sprachen, sich aber trotzdem gerne unterhalten wollten. Das war schon witzig.

Langsam wurde uns glücklicherweise auch wärmer und nach einer Stunde gingen wir zurück und weckten den Papa.
Danach quatschten wir eine Runde mit drei Deutschen, die gerade angekommen waren und eine Radtour durch Vietnam machten. Sehr cool, wie wir finden. Wir tauschten Reiseberichte aus und verstanden uns sehr gut. Außerdem waren die drei total kinderlieb und so fand sich immer jemand, der mit Levi spielte.
Abends aßen wir noch etwas und dann ging Levi ins Bett, während Nils und ich auf dem Balkon saßen und den lauten Fröschen aus der Umgebung bei ihrem Konzert zuhörten.

6. März 2020


Auch am nächsten Tag war das Wetter noch nicht viel besser. Es war zwar einen kleinen Tick wärmer, aber es regnete immer noch und uns war klar, dass wir auf jeden Fall noch warme Kleidung brauchten. Vor allem, wenn es in ein paar Tagen in den Nordosten nach Sapa ging, wo es noch kälter sein sollte.

Deshalb fragten wir unsere Gastgeberin nach dem Frühstück, ob sie uns einen Laden empfehlen könnte, in dem wir Hosen bekommen. Kurzerhand packte diese ihre Sachen zusammen und bot an, uns den Weg zu zeigen. Sie fuhr vor und wir mit einem geliehenen Roller hinterher. Wir gingen in einen Shop nach dem nächsten und fanden viele schöne Kleidungsstücke. Leider aber passte uns nichts davon, denn die Klamotten waren definitiv auf die Einheimischen angepasst und wir zu breit und zu groß dafür.
Nach einer Weile trennten wir uns von unserer netten Begleitung und fuhren alleine weiter, ins Zentrum von Ninh Binh. Dort, so sagte sie uns, wären viele weitere Läden, in denen wir fündig werden könnten. Je näher wir dem Zentrum kamen, desto hektischer wurde auch der Verkehr: Aus Deutschland gewohnte Straßenregeln galten mal wieder nicht und jeder fuhr, wie er wollte. Wir mittendrin. Glücklicherweise ging alles gut und eine halbe Stunde später standen wir vor einem weiteren Geschäft, welches uns empfohlen wurde.

Nach langem Suchen fanden wir immerhin zwei Männerpullover in XL, die uns passten. Sie waren super dick, aus Wolle und gerade um 70% reduziert, also schlugen wir zu. Etwas anderes Passendes konnten wir an dem Tag nicht mehr finden, deshalb machten wir uns auf den Rückweg. Dabei fiel uns auf, dass unser Licht nicht funktionierte. Da es mittlerweile aber schon dunkel war, wollten wir so nicht mehr fahren. Deshalb riefen wir in unserer Unterkunft an und kurze Zeit später kam netterweise jemand vorbei, der mit uns den Roller tauschte. So fuhren wir mit dem neuen Roller sicher zurück, während der andere repariert wurde.

Ohne Licht wäre die Rücktour wohl auch nicht gut verlaufen, denn sobald wir das Zentrum verlassen hatten, waren die Straßen nicht mehr beleuchtet, dafür aber übersät mit Schlaglöchern.

Am nächsten Tag wollten wir einen Ausflug machen. Vorher mussten wir allerdings noch tanken, deswegen fuhren wir zu einer Zapfsäule um die Ecke. Der Mann, der diese bediente, rutschte derweil mit dem Schlauch ab und goss einiges an Benzin über unsere Sachen, die im Helmfach lagen. Etwas angefressen machten wir uns zurück zur Unterkunft, denn das musste sauber gemacht werden. Leider dauerte dies länger als erwartet und so verschoben wir unseren Ausflug um einen weiteren Tag. Wir entschieden uns dafür, trotzdem noch einkaufen zu fahren und kurze Zeit später fanden wir uns erneut auf der viel befahrene Straße wieder.

Und plötzlich bauten wir beinahe einen Unfall. Die Straße bestand aus drei Spuren, wobei die rechte den Standstreifen darstellte, der hin und wieder durch Fahrzeuge blockiert wurde. Wir fuhren also auf der mittleren Spur, um keine schnell fahrenden Laster zu blockieren. Plötzlich hörten wir ein lautes Hupen. Ich drehte mich um und erschrak, denn ich sah einen Bus auf uns zurasen kommen, der keine Anstalten machte, langsamer zu werden. Die linke Spur war von zwei Lastern versperrt. Schnell versuchte ich Nils zu sagen, dass er sofort nach rechts fahren soll, aber er verstand mich nicht. Da sein Seitenspiegel nur lose herunterging und damit seinen Dienst verfehlte, begriff Nils die Situation erst spät und konnte im letzten Moment gerade noch nach rechts rüber ziehen. Sekunden später bretterte der Bus an uns vorbei. Die fahren hier echt wie die Bekloppten. Mit zitternden Knien erreichten wir den Supermarkt und fuhren auf dem Rückweg noch eine Nummer vorsichtiger, als sonst eh schon.

Als wir zurück kamen war die Anlage total schön beleuchtet und wir schenkten der Frau, die uns heute begleitet hat, noch eine Blume, als Dank für ihre Hilfsbereitschaft. Danach setzten wir uns wiederholt mit den anderen deutschen Reisenden zusammen und gingen dann schlafen.

8. März 2020

Als wir aufwachten war es unerwartet heiß. Wirklich gut also, dass wir uns die XL Woll – Pullis besorgt hatten! 😀

Wir machten unseren verschobenen Ausflug und fuhren nach „Tam Coc“. Unser eigentliches Ziel war es, auf einen Viewpoint zu kommen, auf dem man die Landschaft gut überblicken können müsste. Leider fanden wir den Weg nicht und es schien, als könnte man den Ort nur per Boot erreichen. Wir hatten aber keine Lust auf eine Bootsfahrt und so fuhren wir einfach ein bisschen mit dem Roller zwischen den Reisfeldern umher. Dabei bedachten wir nicht, dass die Straßen,aufgrund des Regens der letzten Tage, recht schlecht sein könnten und so steckten wir wenig später in der rot lehmigen Matsche fest. Wir brauchten ein paar Anläufe, um den Roller wieder zu befreien, machten uns total dreckig und beinahe rutsche Nils auch noch mit dem Roller weg. Was für ein Spaß! Die Reisfelder drumherum waren aber wirklich schön anzuschauen.

Wir kauften ein paar Postkarten, eine neue Regenjacke für Nils und setzten uns dann in ein Restaurant. Wir bestellten Kartoffelsuppe, Bratreis mit Gemüse, vegetarische Frühlingsrollen und schlugen uns die Bäuche voll. Danach wollten wir eigentlich noch zum „Hang Mua Viewpoint“, aber Levi hatte keine Lust mehr. Ihm war heiß und er wollte zurück. Deswegen gab es noch ein Oreo Eis im Hörnchen und dann fuhren wir durch die wundervolle Landschaft wieder zurück. Was das Bild ein bisschen trübte, waren die toten und flambierten Ziegen, welche überall am Straßenrand präsentiert und verkauft wurden. Eine richtige Delikatesse in Ninh Binh, die wir nicht probierten. Wir erfreuten uns lieber an den riesigen Herden, die alle quicklebendig am Straßenrand liefen.

Am Abend freuten wir uns, da mittlerweile ein bisschen Geld für die Stornierungen zurückerstattet wurden und unsere Reisekasse wieder füllten.

#47 Dong Hoi & Phong Nha

2. März 2020

Die dreistündige Zugfahrt von Hue nach Dong Hoi verging wie im Fluge. Dort angekommen mussten wir sieben Kilometer fahren, bis wir beim Hotel ankamen. Dort gab es kein Restaurant weit und breit und es erwartete uns eine laute Baustelle auf dem Dach. Wir brachten unser Gepäck in das wirklich schön eingerichtete Zimmer und gingen dann runter. Dort trafen wir auf eine super liebe, deutschsprechende Vietnamesin, die das meiste Jahr über in Berlin wohnt und gerade mit ihrem Mann zu Besuch bei ihrer Mutter ist. Der Besitzerin unseres Hotels. Sie bot uns an, dass wir die Hotelküche mitbenutzen dürfen und räumte uns ein Fach im Kühlschrank leer. Danach fuhr sie uns sogar noch zu einem großen Einkaufszentrum, in dem wir unsere Einkaufsliste abarbeiten konnten. Die Auswahl war ausgesprochen gut und wir freuten uns total aufs selber kochen. Allerdings verschoben wir das auf Morgen und nahmen uns für diesen Abend Burger mit in das Hotel. Wir waren einfach schon zu müde. Deswegen durfte Levi noch eine Runde auf einem Stofftierchen durch das Center fahren und dann nahmen wir uns ein Taxi zurück zum Hotel. Über „Get Your Guide“ buchten wir uns für den nächsten Tag eine Tour. Denn wegen folgendem sind wir extra hergekommen.

3. März 2020

Morgens um viertel vor 8 Uhr fuhr ein Van vor unserem Hotel vor und holte uns zu unserem Ausflug ab. Eigentlich stehen wir nicht so auf geführte Touren, in dem Fall kam es uns aber sinnvoll vor, um in einem Tag möglichst viel sehen zu können. Wir zahlten 60 Euro pro Person (17 Euro für Levi). Das ist eine ganze Menge Geld, war uns den Ausflug aber definitiv wert. So viel schon mal vorweg.

Wir holten noch andere Menschen ab und zwei Stunden später kamen wir bei unserem ersten Ziel im „Phong Nha Nationalpark“ an. Wir stiegen aus dem Bus, bekamen unsere Tickets und liefen etwa einen Kilometer weit einen Berg hoch. Trotzdem es so früh war und wir gerade noch gefroren hatten, kamen wir schnell ganz schön ins Schwitzen. Das war auf jeden Fall anstrengender, als gedacht! Oben angekommen akklimatisierten wir uns kurz und gingen dann zu dem Eingang der ersten Höhle. Wir befanden uns am Anfang einer riesig großen, trockenen Tropfsteinhöhle, welche man auf insgesamt 27 Kilometern durchlaufen konnte. Wir machten aber nur den kurzen Weg, der 1,5 Kilometer durch die Höhle führte. Als wir die ersten paar Treppen hinuntergingen, waren wir überwältigt von dem Anblick. Es war relativ leer und somit herrschte eine angenehme Stille, dazu war alles schön beleuchtet. Wir spielten „Formenraten“, indem wir nacheinander erzählten, was wir in den unterschiedlichen Felsformationen sahen. Dabei kamen unglaubliche Kreaturen zustande, aber auch Mönche, Drachen, Ritter und Krokodile. Alles Spannende eben.

Nachdem wir die erste Höhle verlassen hatten fuhren wir zum Mittagessen. Dieses war zwar sehr fleischlastig, aber die Tische waren reichlich gefüllt und es war für jeden etwas Leckeres dabei. Levi bediente sich großzügig bei den Pommes, die er sehr mag.

Nach dem tollen Mittagessen wurden wir auf zwei Boote aufgeteilt und fuhren einen Fluss entlang. Dabei sahen wir kleine Siedlungen, die am Wasser entlang errichtet waren. Viele Menschen holten vom Boot aus Seegras aus dem Wasser oder warfen Fischernetze aus. Andere standen mit hochgekrämpelten Hosen im Wasser und arbeiten von dort. Auch Kinder halfen bei der Arbeit mit.

Leider wurde das Wetter plötzlich schlechter, wir fingen an zu frieren und auch ein paar Regentropfen fielen vom Himmel, aber das schadete unserer Laune nicht.

Nach einer halben Stunde Fahrt mit dem Boot bogen wir in eine Flussmündung ab. Am Ufer waren immer wieder Sandstrände und das Wasser wurde langsam türkiser. Und dann befanden wir uns vor einer riesigen Felswand, in der ein kleiner Eingang war. Durch diesen floss das Wasser hindurch und wir machten uns mit dem Boot auf den Weg, hinein in die nächste Höhle.

Früher haben in der Höhle einmal Menschen gelebt, erzählte unsere Reiseleiterin. Je tiefer wir kamen, desto dunkler wurde es. Coole Atmosphäre! Auf dem Rückweg hielten wir an einer Bucht, stiegen aus und liefen den restlichen Weg zu Fuß zurück.

Auf dem Rückweg bekam Levi noch ein Eis. Außerdem schenkten ihm Mitreisende gekochte Eier, die er freudig verschlang. Auf der Rückfahrt am späten Nachmittag, schlief Levi dann ganz schnell auf meinem Schoß ein und auch Nils fielen die Augen zu. Ich schaute aus dem Fenster und sah den Regentropfen dabei zu, wie sie gegen das Fenster prasselten. Der Regen hatte sich nicht mehr gelegt.
Zufrieden gingen wir am Abend ins Bett und freuten uns über den schönen Tag.

Weniger schön war das Aufwachen am nächsten Morgen. Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir gemütlich ausschlafen und danach zum Strand gehen würden, der nicht weit entfernt war.
Doch aus unseren Plänen wurde nichts. Um halb acht Uhr morgens wurden wir von Lärm aus dem Schlaf gerissen, die Bauarbeiter waren fleißig am Gange und wir darüber etwas verärgert. Hätten die nicht noch ein Stündtchen warten können?
Außerdem regnete es immer noch ununterbrochen, sodass wir entschlossen, umzuplanen und anstelle dessen, einfach erst einen Film zu schauen und dann zurück in das uns bekannte Kaufhaus zu fahren. Dort hatten wir nämlich etwas entdeckt, was Levi gut gefallen würde.

Nachdem wir beim Supermarkt ankamen, gingen wir als erstes in ein Schreibwarenladen. Dort besorgten wir neues Malpapier, Wasserfarben und Pinsel. Denn wir hatten große Lust darauf, uns kreativ auszutoben. Levi bekam außerdem noch eine Trillerpfeife und ein paar neue Sticker. Nils und ich kauften heimlich noch einige neue „Legoteile“. In Südostasien gibt es Hersteller, bei denen man hochwertige Nachahmungen der Marke bekommt und dafür nur einen Bruchteils des Preises in Deutschland bezahlt. Da Levi gerade ein wenig im „Anna und Elsa“ Fieber ist, entschlossen wir uns dazu ein paar Pakete zu kaufen und sie ihm später als Überraschung zu geben.

Danach aßen wir eine Kleinigkeit und gingen dann in die Spielhalle, die wir bei unserem letzten Besuch entdeckt hatten.

Für zwei Euro Eintritt für Kinder (Erwachsene frei), konnten sich die Kleinen dort einen ganzen Tag lang austoben. Die Spielmöglichkeiten waren vielfältig und es gab genug Platz zum Spaß haben und Wild sein. Genau das Richtige bei so einem Regenwetter da draußen. Levi war happy und fand schnell einen neuen Spielkameraden. Einen Jungen, der in etwa in Levis Alter sein musste. Eine ganze Weile tobten sie herum.

Danach kauften wir ein paar Münzen und versuchten uns an den verschiedenen Spielautomaten, die im vorderen Bereich standen. Wir fuhren Auto und Motorrad, warfen Basketbälle in einen Korb, spielten eine Art Roulette und versuchten mit einem Greifarm Kuscheltiere aus einem Automaten zu ergattern.

Nachdem wir zurück im Hotel waren gaben wir Levi das neue Lego. Er freute sich sehr und sofort fingen wir an die einzelnen Elemente zusammenzubauen. Langsam mussten wir anfangen zu packen, denn am Abend noch wollten wir das Hotel verlassen und mit einem Nachtzug zu unserem nächsten Ziel fahren. Die Abfahrt wollten wir natürlich nicht verpassen, deswegen ging es um 12 Uhr nachts los, aber davon berichten wir euch dann beim nächsten Mal.

#46 Hue

28. Februar 2020

Unsere 1. Zugfahrt in Vietnam. Wir haben ja festgestellt, dass eine Zugreise sehr entspannend für uns ist und wir, wenn möglich, gerne mit Zügen unterwegs sind.

Die Tickets hatten wir vorher online gekauft und warteten nun am Bahnhof, bis wir in den Zug einsteigen konnten. Sobald der Zug anhielt, stiegen Schaffner aus und klappten Zahlen aus ihren Wagons heraus. Mit Hilfe von diesen konnten wir schnell feststellen, wo wir einsteigen mussten und wenig später saßen wir auf unseren reservierten Plätzen. Es war ganz schön kalt im Zug und wir mussten uns erst einmal etwas anziehen. Kurz darauf meldeten sich unsere Mägen und wir machten uns über die Baguettes her, die wir kurz vor Abfahrt bei einer französischen Bäckerei gekauft hatten. Dazu gab es süße Marmelade, kleine saftige Tomaten und für Levi einen Kakao.

Während der Fahrt zogen viele schöne Landschaften an uns vorbei. Große Teile der Strecke legten wir parallel zum Meer zurück, sahen die Wellen brechen und kleine versteckte Buchten, die zum Verweilen einluden. Immer wieder ragten in der Ferne Berge empor, Reisfelder und kleine Dörfer sahen wir ebenfalls viele.

Regelmäßig kamen Verkäufer die Gänge entlang, ihren kleinen Wagen im Schlepptau und versorgten die Reisenden mit Speisen und Getränken. Das ganze erinnerte uns sehr an Sri Lanka, nur dass wir diesmal keinen Blutegel mit uns herumschleppten :-D.

Nachdem wir in Hue ankamen stellten wir fest, dass es kein Grab gab und organisierten uns ein Taxi mit Taximeter, um zu unserer Unterkunft zu fahren, die etwas außerhalb lag. Das Flair von der Unterkunft war etwas gewöhnungsbedürftig, das Zimmer war aber sauber und einen Balkon hatten wir auch. Einen Rollerverleih gab es weit und breit nicht, deshalb machte Nils sich kurze Zeit später auf den Weg, um einen zu besorgen. In Vietnam muss man immer überall seinen Reisepass abgeben, sei es bei der Unterkunft oder beim Rollerverleih. Das kann zu einem Konflikt kommen, wenn man nur einen dabei hat.

Stunden später kam Nils mit einem fahrbaren Untersatz wieder. Abends aßen wir Indisch, darauf hatte besonders ich große Lust.

1. März 2020

An diesem Tag fuhren wir das 1. Mal richtig Roller in Vietnam. An den Rechtsverkehr mussten wir uns immer noch gewöhnen, aber Nils fand erstaunlich schnell rein. Die Fahrt war recht entspannt, da wir auf einer großen Straße, außerhalb der Stadt fuhren. Um uns herum waren grüne, schimmernde Reisfelder, soweit das Auge reichte. Auf diesen arbeiteten die Reisbauern, die diese typisch vietnamesischen Strohhüte auf den Köpfen trugen. Außerdem sahen wir eine Grabstätte, welche an einem Berg erbaut wurde und ziemlich eindrucksvoll aussah. Leider verpassten wir einen guten Moment für ein schönes Foto.

Den ersten Stopp machten wir am „Mausoleum of Emperor Khai Dinh“, der Grabstätte eines alten vietnamesischen Kaisers. Diese beeindruckt durch den mittlerweile dunkel gewordenen Stein, die großen Treppen und die Steinfiguren, welche auf zwei Plätzen aufgestellt sind. Die Grabstätte ist pompös. An den Wänden befinden sich lauter verschiedene Kacheln und Ornamente, auf denen zum Beispiel Tiere und Pflanzen abgebildet sind. Außerdem werden alte Gegenstände, wie Schwerter und Vasen ausgestellt. Levi erfreute sich am meisten an den alten Geldstücken. Er durfte die Münzen und Scheine sogar anfassen und war absolut begeistert.

Der Eintritt kostete allerdings 6 Euro pro Person (Kinder frei), was wir ganz schön viel fanden..

Danach gab es für uns Mittagessen am Straßenrand. Nudeln mit Gemüse und einer undefinierbaren Sauce, das ganze in kalt. Dafür kostete eine Portion auch nur 1 Euro, also alles in Ordnung.

Unser zweites Ziel war ein verlassener Wasserpark. Über diesen hatten wir in der Vergangenheit ab und zu etwas gehört und wollten ihn nun auch unbedingt erkunden. Wir hatten schon im Vorfeld gelesen, dass gerne mal Männer vor dem Eingang sitzen und darauf hoffen, den Schaulustigen gefakte Eintrittsgelder aus der Tasche zu ziehen. Also waren wir vorbereitet und erklärten den „Parkwächtern“, dass wir kein Geld bezahlen würden. Sie nickten und ließen uns durch. Die 0,40 Cent Gebühren für das Parken zahlten wir dennoch an eine Frau, die kurz nach abstellen des Rollers mit offenen Händen ankam. Denn Parken kostet hier in Vietnam fast überall Geld, genauso wie auf Bali.

Der Park befindet sich inmitten einer großen, waldigen Anlage. In der Mitte ist ein künstlich angelegter See. Es gibt verschiedene Wege, Skulpturen und eine große Tribüne.

Das Herz bildet eine Drachenstatur aus Stein, welche sich auf einer Plattform auf dem See befindet. Dieses kann man betreten und sogar bis ganz nach oben ins Maul laufen, wenn man den richtigen Weg findet. Ursprünglich sollte hier wohl mal ein Aquarium entstehen. Jedenfalls vermuten wir es, denn im unteren Teil befindet sich ein Gang, der mit Meerestieren geschmückt ist. Außerdem gibt es viele Becken, deren Scheiben allesamt eingeschlagen wurden. Generell ist vieles sehr zerstört, alle Glasscheiben waren zertrümmert, überall lag Glas und Müll und die Wände waren bekritzelt. Trotzdem lieben wir solche verlassenen Orte. Wir reden dann viel darüber, was wohl passiert sein muss, wenn so ein großes Projekt plötzlich auf Eis gelegt wird. Dabei wirkte alles so fertig. Levi erschrag sich beim Erkunden jedenfalls einige Male. Ganz geheuer war ihm das Ganze nicht.

Nachdem wir uns vom Drachen entfernten und ein Stück weiter gingen, gelangten wir zu einem Rutschenpark, der langsam vom Dschungel überwuchert wurde. Wir stiegen die geländerlose Treppe herauf und schauten auf drei Rutschen. Kurz darauf mussten wir Levi davon abhalten, herunter zu rutschen. Wer weiß, wie stabil das Ganze noch ist?

Beim Herumlaufen sahen wir einige Fische in den vollen Wasserbecken schwimmen. Angeblich wurden auch mal Krokodile für den Park angeschafft und so richtig wüsse keiner, wo diese abgeblieben sind.. 😀

Nachdem wir an dem Kinderbecken vorbeigegangen waren machten wir uns auf den Rückweg und kamen dabei an einer Gesellschaft aus Einheimischen vorbei, die es sich auf einer Wiese am See gemütlich gemacht hatte. Sie aßen, tranken Bier, lachten und die Kinder spielten. Auf dem Trampelpfad durch den Wald hielten wir an einem provisorischen Stand, an dem kalte Getränke verkauft wurden. Dem konnten wir nicht widerstehen, deswegen setzten wir uns auf die kleinen roten Plastikhocker und machten eine kurze Pause. Es war den ganzen Tag über richtig heiß gewesen. Der anschließende Weg war wunderschön. Wir sahen verschiedenste Pflanzenarten, ganz besonders gut gefielen mir die unterschiedlichen Farne, die überall am Wegesrand wuchsen!

Abends im Hotel folgte dann ein weiteres Highlight. Wir waren erschöpft vom Tag und lümmelten im Bett herum, als es unerwartet an der Tür klopfte.

Als wir aufmachten standen uns ein Arzt, ein Polizist, ein Hotelmitarbeiter und weitere fremde Gesichter gegenüber. Sie versuchten uns etwas mitzuteilen. Die Versuche scheiterten allerdings, da weder unser Vietnamesisch, noch deren Englischkenntnisse besonders ausgebaut waren und so zog sich die Situation unglaublich in die Länge. Auch der Googel Übersetzer stellte keine große Hilfe dar.

Uns wurde ein altes Quecksilberthermometer unter die Achseln gestopft, die Temperatur notiert und dann sollten wir inklusive Pass nach unten an die Rezeption kommen. Levi blieb im Zimmer, denn er hatte absolut keine Lust auf das Spektakel. Unten mussten wir dann einen Fragebogen ausfüllen, den wir nach langem Übersetzen auch nur ansatzweise verstanden. Die Männer schienen alle Zeit der Welt zu haben und so zog sich das Ganze über eine Stunde lang. Im Großen und Ganzen wurde aber lediglich gefragt, woher wir kommen und wohin wir reisen wollen. Dabei mussten wir den Männern unseren kompletten vorherigen Reiseverlauf inklusive Zeitangaben niederschreiben, weil sie es einfach nicht verstanden.

Das Unterfangen wurde wohl landesweit angeordnet, so wurde uns berichtet und soll der Verbreitung des Corona Virus entgegenbeugen.
Nachdem alles dokumentiert war und wir als gesund befunden wurden, wurden unsere Pässe ein weiteres Mal kopiert. Dann verabschiedeten sich der Arzt und der Polizist, stiegen auf ihren Roller und brausten davon. Wir gingen zurück ins Zimmer und redeten noch Stunden später über das Erlebte.

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