Morgens wurden wir mit einem Van bei unserem Hotel abgeholt, sammelten noch weitere Reisende ein und fuhren zu unserem nächsten Ziel. Die Fahrt kostete uns 350 Baht (ca. 10,00€) pro Person. Nach circa zwei Stunden im mit Menschen und Gepäck vollgestopften Van und einer kurzen Überfahrt mit einer Fähre, erreichten wir die thailändische Insel Koh Lanta. Nacheinander wurden alle Passagiere in ihren neuen Unterkünften abgesetzt. Wir hatten uns eine sehr einfache Bambushütte für 9,00€ pro Nacht gebucht. Diese befand sind mitten in der Natur, auf einem kleinen Berg und bot Meerblick von unserer Terrasse aus. Die Hütte hatte ihr eigenes kleines Badezimmer mit kaltem Wasser, verfügte über einen Ventilator und einen kleinen Kühlschrank. Außerdem stand uns ein eigener Roller und Helme jederzeit zur freien Verfügung! Etwas passenderes hätten wir uns wohl nicht wünschen können.
Nun begann eine entspannte Zeit, die wir fast ausschließlich draußen verbrachten. Die Temperaturen waren durchgehend angenehm warm, dazu wehte ein kleines Windchen. Sehr idyllisch! Ein bisschen erinnerte es uns an unseren Aufenthalt in einer Jurte vor einigen Jahren, auf einer unserer Reisen durch Frankreich.
Um uns herum befanden sich ein paar weitere Bungalows und beim Empfangsbereich gab es außerdem ein Restaurant und eine Bar. Die Lage war ideal, denn alles war schnell zu erreichen, einen Supermarkt gab es auf der anderen Seite und die Hauptstraße rechts runter war gesäumt von Restaurants, Geldautomaten und Obstständen. In die linke Richtung hörte der Trubel auf und man fuhr eine Weile durch die Natur, bevor man das nächste hektische Örtchen erreichte.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, fuhren wir los um uns Frühstück für die nächsten Tage zu organisieren. Häufig aßen wir Müsli mit Obst und Sojamilch. Problemlos fanden wir alles und freuten uns über die riesengroße Obstauswahl. Nach unserem Einkauf knurrten die Mägen und wir setzten uns in ein Restaurant um spät Mittag zu essen.
Insgesamt hatten wir einen sehr schönen ersten Eindruck von dem Ort. Unser entspanntes Inselleben konnte also wieder losgehen.
9. Januar 2020
Nach ein paar Tagen Relaxen, begannen wir die verschiedenen Strände in der Gegend abzuklappern. Wir starteten im Norden der Insel und sahen einige Strände, die allesamt feinsandig, hell und weitläufig waren. Allerdings gab es wenige Schattenplätze und viele Stellen vor den Stränden waren verbaut. Deswegen fuhren wir so lange umher, bis wir am „Relax Bay Beach“ ankamen. Dieser sagte uns vom Flair her direkt zu. Zwar war auch das ein oder andere Gebäude errichtet worden, aber insgesamt war es doch sehr ruhig und familiär. So hielten uns auch einige Felsen im Wasser nicht davon ab, hier zu bleiben und im Meer baden zu gehen. Nachmittags lernten wir dann Anton und seine beiden Mamas kennen. Eine nette Familie, mit der wir uns lange unterhielten und spielten. Eigentlich wollten wir uns die darauffolgenden Tage noch einmal treffen, hatten unglücklicherweise aber keine Nummern ausgetauscht und so haben wir uns wohl immer wieder am Strand verpasst.
Die Zeit auf der Insel nutzen wir auch, um diesen Blog weiterzuschreiben, an den Strand zu fahren und vor unserer Hütte zu spielen. Wir lernten unseren direkten Hüttennachbarn Bruno kennen, mit dessen Gitarre Levi gerne spielte. Außerdem beobachteten wir immer wieder Vögel, welche einen gelben Schnabel und gelbe Beine haben. Sie waren überhaupt nicht scheu, aber wir wissen leider bis heute nicht, was das für Vögel waren. Auch Hühner gab es auf dem Gelände, die zwischen den Bungalows umher liefen, nach Essensresten suchten und ab und an laut los krakehlten.
14. Januar 2020
An diesem Tag fuhren wir in die Altstadt von Koh Lanta. Der Verkehr verringerte sich deutlich, nachdem wir die touristische Westseite verließen und uns auf den Weg in den Südosten der Insel machten. Auch die Straßen wurden schmaler und die Umgebung erschien zunehmend grüner. Nachdem wir eine Baustelle passierten, veränderte sich die Straße eher zu einem Feldweg mit einigen Schlaglöchern. Wobei viele Straßen auf Koh Lanta nicht die besten sind.
Vorbei an den Dörfern der Einheimischen, kamen wir am wieder gut ausgebauten Ziel an und entdeckten sofort einen Spiel- und Sportplatz. Freudig probierten wir die Geräte aus, die überwiegend noch gut in Schuss waren. Danach schlenderten wir durch eine Straße, kauften ein paar T – Shirts für Levi und durften uns anhören, dass wir doofe Eltern sind, weil wir ihm kein tausendstes Spielzeug kauften :-D.
Wir setzen uns in ein Restaurant, welches sich auf einem Steg zum Meer hinaus befand. Wir hörten den Wellen zu, blickten in das trübe Wasser und aßen eine Kleinigkeit. Zum Schluss setzten Levi und ich uns noch auf die Schaukeln, die kurz vorm Meer standen.
15. Januar 2020
Am nächsten Tag machten wir endlich wieder einen längeren Ausflug, auf den wir uns sehr freuten. Wir bezahlten 1.100 Baht pro Person (Kind frei) und fuhren mit einem Schnellboot nach Koh Rok. Hier erwartete uns eine abgelegene kleine Inselgruppe mit wunderschönen weißen Sandstränden und kristallklarem Wasser. Überall gab es kleine Riffe, an denen man Schnorcheln konnte. Am Mittag gab es ein Mittagessen, welches aus thailändischen Currys, Reis, Gemüse, Obst, Keksen und Getränken bestand. Den Rest der Zeit verbrachten wir im Meer. Es gab dort keine Quallen, jedenfalls sahen und fühlten wir keine. Viel zu schnell ging die Zeit vorbei und wir fuhren weiter. Bevor wir den Ausflug beendeten, hielten wir bei Felsen, die aus dem Meer ragten und gingen schnorcheln. Das Wasser war sehr klar und so entdeckten wir neben bunten Fischen auch viele dicke Seegurken, die auf dem Meeresgrund lagen. Leider waren hier wieder kleine fiese Quallen unterwegs.
Nach einer halben Stunde fuhren wir zurück zum Strand, an dem die Bootstour begonnen hatte. Von dort aus wurden wir mit einem PickUp-Truck zurück zu unserem Bungalow gebracht.
Wir können diesen Ausflug, der an vielen Ecken Koh Lantas angeboten wird, jedem empfehlen, der mal „im Paradies“ landen möchte. Auch die Fahrt mit dem Boot war sehr angenehm und das Meer total ruhig. Das haben wir auch schon mal anders erlebt 😀
Am Morgen sind wir nach Krabi geflogen, da die Züge leider alle restlos ausverkauft waren. Immer noch nicht so unser Ding :D.. Zudem wollten wir nicht länger in Bangkok warten. Schließlich gab es doch auch im Süden Thailands noch so vieles zu entdecken.
Der Inlandsflug ging tagsüber und somit hatten wir beim Start einen tollen Blick auf Bangkok. Je weiter wir in den Süden kamen, desto grüner wurde die Landschaft und kurz bevor wir landeten, sahen wir überall Palmen, Berge und grüne Wiesen. Wir stiegen aus dem Flugzeug, holten unser Gepäck und gingen zum Ausgang. Das ist mittlerweile schon zur Routine geworden.
Wir bezahlten 90 Baht (ca. 2,70€) pro Person (Kind frei) für eine Busfahrt vom Flughafen nach Krabi Town. Ein Taxi inklusive, welches uns von der Endhaltestelle weiter zur Unterkunft brachte.
Abends gingen wir zum „Nightmarket“, der jedes Wochenende stattfindet. Wir gingen vorbei an einem schönen weißen Tempel und durch kleine Gassen, die von Einheimischen bewohnt wurden. Uns viel auf, dass einige Mauern stückweise aufwendig verziert waren, mit Gemälden oder in Stein gemeißelten Bildern. Auch die lustigen Straßenlaternen fielen uns ins Auge. Denn um die Glühbirnen herum, befanden sich Vogelkäfige.
Erinnert uns ein bisschen an Harry Potter 🙂
Hier saßen abends hunderte kleine Vögelchen und machten auf die Straße.
Auf dem Markt war die Auswahl wiedermal groß und die Preise äußerst fair. Das ist wirklich toll an Thailand! Wie aßen ganz dünne weiße Nudeln mit einem Erdnusscurry, Frühlingsrollen, Zuckermais, Rottee mit Banane und Nutella, einen Kartoffeltornado, tranken einen Smoothie und und und…
Am nächsten Tag buchten wir einen Ausflug für den darauffolgenden Tag, planten wiedermal die Weiterreise und gingen abends erneut auf den Markt. Diesmal setzten wir uns an einen der Tische, schauten uns das kleine, dafür aber laute Programm auf Bühne an und tranken Limonade, Bier und einen Cocktail aus einem Bambusrohr.
5. Januar 2020
Morgens wurden wir an unserer Unterkunft von einem Van abgeholt. Dieser sammelte noch weitere Leute ein und zusammen fuhren wir zu einem Ticketbüro nach Krabi. Dort kamen immer mehr Personen an, welche Gruppen zugeordnet wurden. Als wir an der Reihe waren, folgten wir einem Mitarbeiter auf ein hier typisches „Longtail“-Boot, welches schon ganz schön voll war.
Wir fuhren etwa eine dreiviertel Stunde über das Meer und kamen dann am „Railay Beach“ an. Was sollen wir sagen, es war immer mein Wunsch, einmal an diesem Strand zu sein. Aber irgendwie war das mehr eine Traumvorstellung. Denn diese Halbinsel ist total durch Massentourismus überfüllt. An jedem Fleck sind Resorts und hunderte Boote zu sehen, welche die ganzen Tagestouristen hin- und herfahren. Am Strand liegt man in den schattigen Bereichen dicht an dicht und das Meer ist überfüllt mit Steinen. Unsere Vorstellung war eine andere. Wir hatten aber gelesen, dass es noch einen zweiten, schöneren Strand in der Nähe geben sollte. So machten wir uns auf den Weg zum anderen Teil der Halbinsel. Unterwegs sahen wir eine Affenbande, die mutig von einem Ort zum anderen kletterte. Teilweise sprangen sie aus zehn Metern Höhe auf eine darunterliegende weiche Baumkrone. Außerdem sahen wir einen recht großen Waran, der den Strand entlang lief. Anschließend passierten wir eine Art Tropfsteinfelsen und kamen an einem steilen Hang an. Hier erwartete uns die nächste böse Überraschung. Der Aussichtspunkt und die „Princess Lagoon“, die wir eigentlich auch besichtigen wollten, lagen dahinter. Dieser Anstieg ist weder mit Geländern, noch mit Stufen ausgebaut. Lediglich ein Seil hing runter, an dem man sich hoch ziehen musste, um nicht herunterzufallen. Überall waren Wurzeln, Schlamm und lose Steine. Wir entschieden, dass es ein zu hohes Risiko ist, mit Kind und vollem Rucksack dort hinauf zu klettern. Nach oben wäre man wohl gekommen, allerdings müsste man den gleichen Weg auch wieder herrunter. Na hätten wir das vorher gewusst.
Inklusive kleiner Katzenbabys ❤
Aus diesem Grund gingen wir weiter zum „Geheimstrand“. Offensichtlich waren wir nicht die einzigen, die diesen „heißen Tipp“ gelesen hatten, denn dieser Strand war eindeutig noch überfüllter, als der andere. Wir entschlossen zurück zu gehen und uns an den anderen Strand zu legen. Der war immerhin noch weitläufiger, wodurch sich die Massen besser verteilten.
Je später es wurde, desto leerer wurde es auch und schließlich mussten auch wir gehen. Das letzte Boot fuhr um 17.00 Uhr zurück und das wollten wir nicht verpassen. Wären die Preise der Unterkünfte vor Ort nicht so hoch, wären wir gerne auch eine Nacht vor Ort geblieben. Wenn die Tagestouristen weg sind, ist es bestimmt ein bezaubernder Ort. Man soll nachts übrigens auch wundervoll Stand Up Paddling machen können und hat dabei dann auch die Chance, leuchtendes Plankton zu sehen. Die Möglichkeit, welches zu sichten, werden wir hoffentlich irgendwann auch nochmal haben :).
Nach diesem Ausflug war Levi so müde, dass er nicht einen Schritt mehr laufen wollte. Die Besitzerin des Hotels bekam dies mit und fuhr uns spontan nacheinander mit ihrem Roller zum Markt. Das war wirklich lieb von ihr! Auf dem Markt aßen wir schnell etwas und bekamen Levi gerade noch dazu, zurückzulaufen. Lag wahrscheinlich daran, dass er sich ein kleines Spielzeug aussuchen durfte. Er fand nämlich ein kleines Paket mit Fake-„Lego“-Figuren, welches wir für 35 Baht (ca. 1,00€) kauften.
Heiligabend, ein wirklich wichtiger Anlass für Levi. Doch leider hieß es vorher erneut Abschied nehmen. Diesmal sollte es besonders schwer werden, denn der Opa und unsere Freundin Teewi mussten leider gehen. Opa musste zurück nach Deutschland und unsere Freundin zurück zur Uni nach Bangkok.
Der Abschied viel schwer! Wir waren so traurig, hatten wir doch eine so wunderschöne Zeit. Diese würden wir wohl niemals vergessen. Eine Umstellung wurde es für uns aber dennoch. In den letzten Tagen hatte Levi so viel Zeit mit seinem Opa verbracht. Nachmittags fuhren die beiden los und plötzlich waren wir wieder alleine. Komisches Gefühl, nach so vielen Tagen in lieber Gesellschaft. Wir gingen spazieren, aßen etwas am Straßenrand und liefen zurück ins Haus, in dem wir freundlicher Weise noch ein paar Tage bleiben durften. Nebenan die Großeltern, die regelmäßig nach dem Rechten schauten. Am Nachmittag haben wir einen Weihnachtsfilm geschaut. Dann sind Levi und Nils nochmal spazieren gegangen. Währenddessen ist der Weihnachtsmann gekommen. Levi strahlte, als er zurückkehrte und die Geschenke sah. Denn er war sich zwischendurch nicht so sicher, ob der Weihnachtsmann überhaupt nach Thailand kommen würde, da die Menschen hier gar kein Weihnachten feiern. Wir sangen ein paar Weihnachtslieder und Levi packte seine Geschenke aus. Danach wurde ordentlich mit den neuen Sachen gespielt und wir haben Muffins gegessen.
Abends fiel Levi zufrieden ins Bett. Leider ging es mir plötzlich total schlecht. Mir war übel, ich hatte Schüttelfrost und musste ständig auf die Toilette eilen. Ich legte mich schlafen, doch in der Nacht wurde es nur schlimmer, sodass ich kaum ein Auge zubekam. Am nächsten Morgen war ich dann nicht sehr ausgeruht und besser ging es mir auch nicht. Mein Zustand hielt noch ein paar Tage an, bis wir am 26. Dezember den Nachtbus nach Bangkok nehmen mussten. Den hatten wir nämlich schon ein paar Tage zuvor gebucht, konnten ihn somit nicht stornieren und deswegen musste ich da durch. Ich schleppte mich zum Bus. Die Fahrt verlief zum Glück ohne Zwischenfälle und glücklicherweise ging es mir auch langsam besser.
27. Dezember 2019
Früh morgens kamen wir nach circa neun Stunden im Nachtbus in Bangkok an und fuhren direkt ins Hotel, um etwas zu essen und uns auszuruhen. Solche Reisetage sind schon echt immer anstrengend, das können wir nicht anders sagen. Und irgendwie gewöhnt man sich auch schnell daran.
Abends sind Levi und ich dann zum Supermarkt gelaufen, haben Bier, Schokolade und Kuchen gekauft, denn am 28. Dezember hat Nils Geburtstag und wir wollten zusammen reinfeiern. Um 00.00 Uhr stießen wir an. Danach ging Levi schlafen und wir setzen uns auf den Balkon.
Am Geburtstag gingen wir Nachmittags in ein Sushi-Restaurant. Dort gab es ein großes Sushi Buffet, außerdem bekam man eine Brühe seiner Wahl, in der man Zutaten kochen konnte, die auf einem Fließband an einem vorbeifuhren. Darunter war ganz viel Gemüse, verschiedene Pilze, Fleisch, Eier und so weiter. Getränke und Eis gab es auch noch. Das ganze lief nach dem Motto „All you can eat“ ab und nach einer Stunde mussten wir unseren Tisch wieder verlassen. Nils war zufrieden, hatte gut gegessen und wir machten uns wieder auf den Weg ins Hotel. Im Laufe des Tages bekam er viele Glückwünsche gesendet und so ging auch dieser Tag zu Ende.
In den nächsten Tagen haben wir die Weiterreise geplant und waren erneut im „Kidzooona & Molly Fantasy Thailand“, in dem Levi sich wieder völlig austobte.
31. Dezember 2019
Wir haben die Unterkunft nochmal gewechselt, da wir anders als vermutet, vom Don Mueang Airport weiterreisen würden. Wir zogen in einen Containerpark, in dem man in gelb und lila lackierten Containern schlafen konnte. Diese sind von innen verkleidet und gemütlich eingerichtet.
Abends an Silvester, gab es Wunderkerzen und Knallerbsen, wir stießen mit einem Bier an und sahen dem Feuerwerk vom Dach aus zu. Dies war allerdings nicht so spektakulär wie in Deutschland und nach ca. 10 Minuten war es auch schon vorbei. Danach gingen wir schlafen. Blöder Weise hatte über Silvester und Neujahr wirklich alles in der Umgebung geschlossen, weshalb wir gezwungen waren, uns von der einzig möglichen Quelle, einem „7 – Eleven“ Markt, zu ernähren.
An diesem Tag stand die lange Weiterreise von der Insel Koh Chang nach Chiang Mai an, um die Familie unserer Austauschschülerin in ihrer Heimatstadt zu besuchen. Morgens wurden wir wieder vom selben Pick-Up-Truck abgeholt und zum Fähranleger gebracht. Dort kauften wir Tickets und fuhren mit der Fähre wieder zurück aufs Festland.
Eine Stunde nach unserer Ankunft auf der anderen Seite, stiegen wir in den Bus, mit dem wir innerhalb von fünf Stunden zurück nach Bangkok fuhren. Von hier aus buchten wir uns ein Taxi über Grab und fuhren zu einer anderen Busstation, 20 Minuten entfernt. Dort angekommen versuchten wir, die zuvor gebuchten Nachtbustickets, für die Weiterfahrt nach Chiang Mai an einem Automaten auszudrucken. Allerdings gab es ein Problem mit unserer Buchung. Da die Plätze im ursprünglichen Bus alle ausgebucht waren, mussten wir auf den Bus ausweichen, der einen Abend später fuhr. Mittlerweile total erschöpft von der langen Reise, buchten wir uns gegen Mitternacht ein Hotel in der Nähe. Da mit dem Bus auch das eingeplante Abendessen ausblieb, machten wir uns mitten in der Nacht, noch schnell auf die Suche nach etwas Essbaren. Wir wurden in einem der 24-Stunden-Supermärkte fündig, aßen aufgewärmte Fertiggerichte und fielen dann müde ins Bett.
Den nächsten Tag verbrachten wir entspannt im Hotel. Hier fanden wir zu unserer Überraschung einen Pool, den wir dann selbstverständlich auch nutzten. Außerdem gingen wir etwas essen und schauten einen Film im Hotelzimmer. Abends packten wir erneut unsere sieben Sachen zusammen und machten uns abermals auf den Weg zur Busstation. Diesmal klappte alles und wir stiegen in den Nachtbus, der uns für 18€ pro Person in den Norden fuhr. Die Sitze waren recht bequem. Man konnte sie ein ganzes Stück nach hinten lehnen und sogar eine einfache Massagefunktion genießen. Jeder Platz hatte einen eigenen Monitor mit Boardprogramm. Auch ein Abendessen gab es. Wir schliefen so gut es ging und kamen neun Stunden später in Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands an. Dort wurden wir im Morgengrauen von der Oma und der Tante unserer Freundin Teewi in Empfang genommen. Sie organisierten uns eines der roten Taxen, die überall in der Gegend vorzufinden sind und fuhren zu dem Haus, in dem unsere Freundin Teewi mit ihrer Familie wohnt, wenn sie nicht gerade in Bangkok sind.
Sie und ihre Eltern kamen einen Tag später an, dennoch durften wir hier schon wohnen. Wir legten uns eine Runde schlafen und fuhren gegen Nachmittag in die Altstadt. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Gassen und setzten uns zum Essen in ein kleines Restaurant.
So viele leckere Currys, Suppen & Shakes!
Danach mussten wir ein paar Dokumente für unseren Termin am nächsten Tag kopieren. Langsam wurde es dunkel und die ganze Stadt fing an zu leuchten. Wir gingen an einem Tempel vorbei. In dessen Vorhof befand sich Mönchen, die in ihren orangefarbenen Gewänder gehüllt waren und beteten. Sie knieten auf einer Fläche, die umgeben von Wasser war und über die ein großer Baum ragte. An diesem waren viele bunte Lichter gehängt, die wunderbar strahlten. Die Mönche stimmten immer wieder etwas an, dass einem rhythmischen Sprachgesang ähnelte. Die Atmosphäre war bezaubernd, wir waren total fasziniert.
Danach liefen wir weiter die Straße entlang und bogen in eine andere Tempelanlage ein. Für 50 Baht (1,50 €) pro Erwachsenen (Kinder frei) kauften wir Tickets und gingen Richtung „Wat Chedi“. Dieser alte Tempel hat schon einiges von seiner ursprünglichen Größe verloren, ist im Dunkeln aber dennoch faszinierend. Am Abend wird er von vielen kleinen Lichtern bestrahlt, das sieht ganz toll aus.
Am Abend holte uns die Tante unserer Freundin wieder ab. Eigentlich wollten wir etwas essen gehen, aber da wir noch so gesättigt vom vorherigen Restaurantbesuch waren, fuhren wir einfach auf einen kleinen Streetfoodmarkt von einer Universität. Dort aßen wir Nachtisch, welcher aus Mango Sticky Rice, einem Schokoladen-Marshmallow-Pfannkuchen und einem Obstshake bestand.
20. Dezember 2019
Am Morgen standen wir früh auf und fuhren wieder mit einem der roten Taxis ins Zentrum. Wir mussten zur Immigration und dort unsere Visa verlängern, denn bisher hatten wir nur eine 30-tägige Aufenthaltserlaubnis. Da wir uns aber spontan dazu entschieden hatten, noch einen weiteren Monat in diesem entspannten Land zu verbringen, mussten wir einen Antrag hierfür stellen. Wir füllten einige Papiere aus, gaben unsere Pässe ab, zahlten 59,00€ pro Visum und keine Stunde später waren wir wieder draußen. Das hatten wir also schonmal erledigt.
Als nächstes mussten wir ins Krankenhaus, um einiges abzuklären. Levi brauchte zwei Impfungen. Nils benötigte ebenfalls eine Impfung und zusätzlich musste er den Blutegelbiss von einem Arzt begutachten lassen, denn dieser war seit der Zugfahrt in Sri Lanka nicht richtig verheilt. Ich ließ mein Bein untersuchen, da ich immer wieder Schmerzen hatte und auch einen dickeren Knubbel in der Wade spüren konnte. Der Empfang im Krankenhaus lief anders als erwartet, denn wie wir erfuhren, dass wir für die verschiedenen Anliegen unterschiedliche Praxen abklappern mussten. Den Anfang machte ich mit meinem Bein. Stunden vergingen, es wurden Ultraschalls gemacht und irgendwann kam eine Frau, die erzählte, dass der Arzt nun nicht mehr verfügbar wäre. Ich müsse später wiederkommen. So gingen wir mit Levi zum Impfen, allerdings war einer der Impfstoffe nicht erhältlich.
Danach besuchten wir eine Hautpraxis, um das Bein von Nils zu behandeln. Er bekam mehrere Spritzen und eine Salbe, womit sich dieses Problemchen erledigt hatte. Während Nils beim Impfen saß, spazierten Levi und ich wieder zurück zum Krankenhaus, in dem mein Arzt jetzt mit mir sprechen wollte. Dieser empfing mich nuschelnd am Telefon, sodass ich kaum ein Wort verstand. Am Ende stand ich mit einer Tüte voll roter Tabletten da und hatte die Information, dass sich mein Blut nicht richtig im Bein verteilen kann. Die Tabletten sollten das regeln. Leider musste ich eine Woche später feststellen, dass sie trotz regelmäßiger Einnahme gar nicht halfen. So laufe ich noch heute mit dem selben Problem herum, aber was solls :D.
Als wir fertig mit den Prozeduren waren, kam Papa zu uns. Er war die letzten Stunden in der Altstadt unterwegs gewesen und wollte nun mit uns zurück zum Haus fahren.
Als wir dort ankamen, begrüßten uns schon unsere Freundin Teewi, die mittlerweile mit ihren Eltern angekommen war. Wir hatten einen ganz schön langen „Marathon“ hinter uns und waren recht erschöpft. Aber wir freuten uns darauf, alle wiederzusehen und entschlossen gemeinsam Essen zu gehen. Da es schon recht spät war ging es kurz nach der Begrüßung los. Mit ins Restaurant kamen außerdem die Großeltern und Freunde der Familie. Es war ein schöner Abend, mit einem mal wieder reichlich gedeckten Tisch. Das hat uns an Thailand sehr gefallen, denn durch das Teilen konnte man sich durch alle Gerichte einmal durchprobieren. Anders als in Deutschland, wo jeder sein eigenes Essen bestellt und ausschließlich von seinem eigenen Teller speist.
21. Dezember 2019
Morgens fuhren wir mit meinem Papa, unserer Freundin Teewi und ihren Eltern in ein Elefantencamp. Reiten war tabu, Kunststücke natürlich auch! Was wir uns aber nicht nehmen lassen konnten, war es, mit den Elefanten ins Wasser zu gehen. Ich denke, dass ist immer noch die Lösung, die am Besten zu vertreten ist. Die Elefanten gehen sowieso mindestens einmal am Tag ins Wasser, während sie im Camp sind. Die meiste Zeit verbringen die Tiere allerdings im Dschungel. Zum Glück!
Nils und ich gingen zu den beiden Elefanten ins Wasser. Levi kam kurz mit, machte dann aber wieder kehrt. So nah waren ihm die riesigen Tiere doch ein bisschen unheimlich und auch das kalte Wasser bot ihm nicht genug Anreiz, um im Fluss zu bleiben. Es gefiel ihm viel besser, den Elefanten Bananen und Zuckerrohr zu geben. Levi fand es toll dabei zuzusehen, wie die Elefanten die Leckereien mit dem Rüssel entgegennehmen und sie dann zum Essen in den Mund befördern.
Nils und ich waren hin und weg. Wir waren so fasziniert von den grauen Riesen und schauten ihnen gerne dabei zu, wie sie im Wasser plantschten. Wir achteten auf ausreichend Abstand zu den Füßen der Elefanten. Auch durften wir uns den Tieren nur von vorne nähern, um sie nicht von Hinten zu erschrecken. Bei diesen kraftvollen Geschöpfen sollte man immer mit gewisser Vorsicht handeln. Die beiden Mahuts (Führer eines Arbeitselefanten, im besten Fall ein Leben lang) waren stets an der Seite ihres Elefanten.
Zwischendurch kamen die Tiere zu uns, legten ihre Rüssel in unser Gesicht und spritzen mit Wasser umher. Außerdem gossen wir immer wieder Wasser über die Elefanten und das ein oder andere Mal schrubbten wir mit einer der Bürsten über die dicke Haut. Die meiste Zeit aber standen wir einfach begeistert da und bewunderten die Dickhäuter aus nächster Nähe. Am Ende waren wir klitschnass und überglücklich.
Nach dem Umziehen fuhren wir weiter zum Essen, wo uns wiedermal ein voller Tisch erwartete.
Als nächster Punkt stand der Botanischen Garten auf dem Programm. Dieser ist ein großer Park, der über verschiedene Ebenen und Themenbereiche verfügt. Es gibt Pflanzen aller Art, Springbrunnen, bunt blühende Blumenfelder, Wanderwege, eine Brücke mit Glasboden und viele Themen – Gewächshäuser. Wir gingen durch die Gegend, schossen Fotos und machten uns auf den Rückweg, als es dunkel wurde.
Teewi´s Eltern mussten am Abend leider schon wieder zurück nach Bangkok, da die Arbeit rief. Teewi hatte Semesterferien und konnte noch ein bisschen Zeit mit uns verbringen.
22. Dezember 2019
An diesem Tag ruhten wir uns ein wenig aus und nahmen unser Gepäck auseinander. Wir hatten schon längst festgestellt, dass wir viel zu viel Gepäck dabei hatten und so bot Papa an, dass er unser Übergepäck mit zurück nach Deutschland nehmen könnte. Also buchten wir bei seinem Flug Extragepäck dazu und fingen an auszusortieren. Nach einer Ewigkeiten hatten wir alles zusammen und kamen auf ungefähr 8kg unnötigen Ballast. Das war eine Menge! Wir staunten nicht schlecht und waren unendlich froh, nicht mehr mit so viel Gepäck zu reisen. Außerdem waren wir uns sicher, dass wir auch in Zukunft immer weiter aussortieren werden, denn leicht bepackt reist es sich angenehmer. Das haben wir schon mehrfach feststellen müssen.
Abends gingen wir auf die „Walkingstreet“, die jeden Sonntag in Chiang Mai stattfindet. Für diesen Anlass werden extra ein paar Straßen gesperrt, sodass man ausgiebig bummeln und flanieren gehen kann, ohne von anderen Verkehrsteilnehmern gestört zu werden. Es war sehr voll und man schob sich langsam mit der Menschenmenge voran. Überall gab es Essensstände und man bekam alles, was das Herz begehrte. Auch andere Verkaufsstände fanden wir in großen Massen. Diese verkauften Kleidung, Spielzeug, Souvenirs, Postkarten und vieles mehr. Die Auswahl war riesig, für jeden etwas dabei und die Preise waren einigermaßen fair. Während unseres Besuches wurde Levi leider von einer Biene gestochen. Das tat ihm erst ziemlich weh und das Ohr schwoll ganz schön an. Nils holte einen Eiswürfel und wir kühlten das Ohr eine Weile. Danach war zum Glück alles wieder gut und wir konnten den Abend essend ausklingen lassen.
23. Dezember 2019
Für den Tag hatten wir uns am Vorabend eines der roten Taxen für 1.000 Baht (30,00€) gemietet. Dieses holte uns morgens pünktlich beim Haus ab und brachte uns in die Berge. Unser erster Halt war ein kleines Dorf. Man konnte sich, auf mehreren Hügeln verteilte, angelegte Beete mit schönen Blumen anschauen. Zudem waren alte Häuser von damals ausgestellt. Auch gab es allerlei Verkaufsstände und Erdbeeren, direkt von den Feldern nebenan. Ein Traum!
Danach ging es zum Doi Suthep, einem Tempel, der mitten in den Bergen liegt. Von dort aus hat man einen weite Sicht über Chiang Mai. Allerdings ist der Tempel definitiv nicht einer der Schönsten, die wir bisher gesehen haben und einige Besucher störten sehr. Sie läuteten die Glocken, an denen in etwa vier verschiedenen Sprachen stand, dass dies zu unterlassen sei. Außerdem war der Geräuschpegel ziemlich hoch und so richtig genießen konnten wir es nicht.
Am Ende waren wir bei einem wirklich mystischen Tempel („Pha Lat“ war der Name, falls wir uns richtig erinnern), der schon an manchen Stellen vom Dschungel überwuchert war. Sprechen war untersagt und so herrschte eine angenehme, friedliche Ruhe. Auf viele andere Besucher trafen wir nicht. Zwischendurch war es so leise, dass man dem Plätschern des Wassers zuhören konnte, welches über ein paar Steine ins Tal floss. Auch von hier hatte man wieder einen herrlichen Ausblick über die Stadt.
Am Ende unseres Besuches sahen wir noch einen Pfau, der über das Gelände streifte. Den Abend verbrachten wir damit essen zu gehen, Levi ins Bett zu bringen und ein Gesellschaftsspiel zu spielen.
Früh morgens fuhren wir alle zusammen zum Busbahnhof „Ekkamai“. Dort sind wir in den Bus gestiegen, den wir im Vorfeld online gebucht hatten. Mit diesem fuhren wir fünf Stunden lang nach Trat. Während wir unterwegs waren, schaute Levi ein paar Filmchen auf dem Tablet und wir „Großen“ spielten Stadt – Land – Fluss.
Auf dem Weg nach Koh Chang
Nachdem wir angekommen waren, kauften wir uns Tickets für die Fähre und setzten auf die Insel „Koh Chang“ über. Als wir vom Meer aus auf die Insel schauten, sah man einen „Dschungel“ im Wasser, denn die Insel war so grün, dass man außer Bäumen kaum etwas anderes sah.
Blick von der Fähre auf die Insel
Auf ihr angekommen, stand ein Fahrer bereit, der uns zu unserem Ferienhaus fuhr. Wie in Thailand üblich, standen wir dann vor einem Pick-Up-Truck, dessen Fahrerkabine nicht genug Platz für uns alle bot. Deshalb setzen wir uns einfach nach hinten auf die Ladefläche. Die Fahrt ging los, der Wind sauste uns um die Ohren und an uns zogen lauter Palmen vorbei. Egal wohin man schaute, man sah nichts als grün. Wir fühlten uns, als seien wir im Paradies angekommen.
Bisschen windig hier…
Am Ferienhaus angekommen luden wir unser Gepäck ab und Levi verteilte die Zimmer. Wir hatten insgesamt drei Schlafzimmer zur Verfügung. Levi und Opa, sowie Nils und ich teilten jeweils eines der Doppelzimmer und meine Schwester bezog das Einzelzimmer. Zudem befanden sich eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Badezimmer im und eine große Terrasse am Haus. Auf letzterer verbrachten wir wohl die meiste Zeit. Auch zwei Roller standen für uns bereit, damit wir viele Ausflüge machen und Essen kaufen konnten. Denn das Ferienhaus lag auf der Ostseite und diese bietet nicht so eine gute Infrastruktur wie die Westseite der Insel.
Nach unserer Ankunft stiegen wir auf die Roller und fuhren Richtung Norden, auf der Suche nach einem Supermarkt. Die Straßen wahren nicht ohne. Sie führten die Berge ziemlich kurvig, steil und rutschig herauf und auch wieder runter. Das machte nicht besonders großen Spaß, aber einen anderen Weg gab es nicht. Bei dem ersten größeren Supermarkt hielten wir an und wunderten uns etwas über die Preise. Klar, wir befanden uns auf einer Insel, aber wir waren wohl auch noch zu sehr von dem günstigen Indien verwöhnt. Wir kauften Obst, Gemüse, Getränke und Zutaten für unser Frühstück. Auf dem Rückweg hielten wir noch auf einem Streetfood Markt, der entlang einer Straße aufgebaut war. Hier nahmen wir verschiedene Gerichte mit und machten uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft. Mittlerweile war es schon dunkel geworden, deshalb fuhren wir die Straßen noch vorsichtiger entlang, als vorher. Die Scheinwerfer der Roller waren auch nicht mehr die Besten. Unterwegs war uns auf den Rollern ganz schön kalt und wir ärgerten uns etwas, keine Jacken mitgenommen zu haben. Heile angekommen, machten wir uns über das Essen her. Wir quatschen noch eine ganze Weile und gingen dann schlafen.
Ganz viel Oooobst ❤
An unserem zweiten Tag auf „Koh Chang“ erholten wir uns ein bisschen von der langen Anfahrt und Papa kurierte seine Erkältung aus, mit der er sich seit ein paar Tagen rumschlug. In der Nähe der Unterkunft lag ein Strand, den wir uns anschauten. Dieser war leider nicht sehr einladend, da ganz viel braunes Zeug im Wasser schwamm und auch am Strand herum lag. Nach einer Weile gingen wir zum Pool, der mit zum Wohngebiet gehörte. Nils, Levi und meine Schwester sprangen rein. Meinem Vater und mir war das Wasser allerdings viel zu kalt. Denn der Pool lag den ganzen Tag im Schatten und hatte somit keine Zeit sich richtig aufzuwärmen.
11. Dezember 2019
Eine Erkundungstour stand an und so fuhren wir in den Süden der Insel. Nach einer 45 minütigen Fahrt, vorbei an Dörfern, Bergen, Dschungel und dem Meer, kamen wir am „Longbeach“ an. Er war paradiesisch. Hier war nicht viel los, der Sand strahlte weiß vor sich hin. Auch das glasklare blaue Meer war ruhig und zeigte sich von seiner schönsten Seite. Wir liefen den Sand entlang und suchten uns ein schattiges Plätzchen mit genug Abstand zur nächsten Palme. Man weiß ja nie, wann mal eine der schweren Kokosnüsse herunterfallen könnte…
Der Tag war wirklich schön! Wir tankten Sonne, plantschten im Wasser und lagen am Strand.
Abends fuhren wir zurück und beim Ferienhaus begrüßte uns ein großer heller Gecko, der gepunktet war. Er saß regungslos an der Wand. So einen großen Gecko hatten wir bisher noch nicht gesehen.
Am nächsten Tag machten wir Beachhopping auf „Koh Chang“. Als erstes erkundeten wir den wohl bekanntesten Strand, den „White Sands Beach“. Dieser liegt mitten im Geschehen, so richtig in der Touristenhochburg, wie man so schön sagen würde. Trotzdem war der Strand nicht zu überfüllt. Klar, verbaut war er schon, aber durch die Länge des Strandes, konnten sich die Besucher gut verteilen und schattige Plätze gab es zu Genüge. Wir schwammen und versuchten zu schnorcheln, allerdings gab es nicht viel mehr zu sehen, als Sand und Steine.
Auf dem Weg zum nächsten Strand geschah etwas ganz Doofes. Von den gefährlichen Straßen haben wir ja schon berichtet. Kurz vor dem Ziel fuhren wir gerade den letzten steilen Berg hinunter, als der Roller vor dem meines Vaters und meiner Schwester wegrutschte. Die zwei einheimischen Frauen, die auf dem Roller saßen, rutschten die Straße herunter und der Roller schlitterte bis ans Ende der gegenüberliegenden Fahrbahn. Rechtzeitig konnte mein Vater bremsen und Nils reagierte auch noch schnell genug, um nicht ineinander zu krachen. Wir stiegen ab und schoben unsere Roller zur Seite. Dabei rutschten wir fast selber den Abhang herunter. Auf der Straße befand sich ein schwarzer Belag inmitten der Fahrspur. Vermutlich war es der feine Abrieb der unzähligen Reifen, die täglich über die Straße fahren. Beim Auftreten merkte man jedenfalls sofort die glatte Oberfläche.
Wir gingen zu den Frauen, um zu helfen. Sie sahen gar nicht gut aus, bluteten an verschiedenen Stellen. Eine der Frauen konnte nicht laufen, die andere schien eine gebrochene Nase zu haben. Beide standen unter Schock. Es kamen immer mehr Helfer dazu und schließlich wurden die beiden Verletzen von einem Freund abgeholt. Wir fuhren mit zitternden Knien weiter, stellten unsere Roller ab und gingen zum „Lonely Beach“. Dieser war ebenfalls schön. Levi bekam ein Eis und legte sich damit in die Hängematte. Meine Schwester und ich versuchten unser Glück erneut beim Schnorcheln. Außerdem entdeckten wir eine gar nicht so kleine Gottesanbeterin.
Keiner freute sich auf den Rückweg, doch wir wollten noch vor Sonnenuntergang den gefährlichsten Teil der Strecke zurücklegen. Und letztendlich sind wir sicher angekommen.
Am nächsten Tag haben wir gespielt, unsere Gesichter bunt angemalt und sind zum „Privatstrand der Ferienhausanlage“ gegangen, wo wir mit Kajaks aufs Meer hinaus paddelten. Diesmal war das Wasser viel schöner, als beim letzten Besuch. So schnell können sich die Dinge ändern.
Abends gingen wir im „Garden of Joy“ essen. Außer uns war niemand da. Das Essen war okay, die Pizza schmeckte richtig gut. Hatte aber auch ihren Preis.
14. Dezember 2019
Den kommenden Tag verbrachten wir ausnahmsweise mal nicht am Strand. Wir fuhren zu einem der Wasserfälle. Dieser war quasi menschenleer. Aber nicht nur Touristen blieben aus, auch das Wasser fehlte. Es hatte wohl lange nicht mehr geregnet, wodurch kein Wasser mehr die Felsen hinunterfloss. Egal wie hoch wir kletterten, einen Wasserfall konnten wir nicht finden. Dafür kleine mit Wasser gefüllte Becken, in denen Fische schwammen. Auch eine Schlange sahen wir in dem Laub, welches unter den Steinen lag, über die wir wanderten.
Auf dem Weg runter ging einer meiner Schuhe kaputt. Ich schluppte zum Roller. Beim nächsten kleinen Shop hielten wir an, kauften Sekundenkleber, klebten die Schuhe und gönnten uns ein Eis. Mit dem Eis in der Hand wurden wir von einem kleinen schwarzen Hund überrascht, der freudig auf uns zukam und über ein paar Kuschel- und Spieleinheiten sehr dankbar war.
Dann fuhren wir weiter Richtung Süden, zum „Mangrove Forest Walkway“, einem roten Steg, der durch einen Mangrovenwald, bis hin zum Meer führt. Erst gingen wir durch eine Art Wald, später lichtete sich der Steg und wir hatten eine tolle Sicht auf die umliegende Landschaft und die saftig grünen Mangroven. Am Ende des Steges befand sich eine Plattform, über die man theoretisch auch ins Meer hüpfen könnte. Eine Leiter hing am Steg. Allerdings tummelten sich auf dieser Muscheln, Krebse und schwarze Seeigel. Also vielleicht doch besser nicht rein springen…
In den nächsten Tagen fuhren wir noch zu einem anderen, menschenleeren Strand, übten uns in Wasserakrobatik und Freediving. An einem der Abende sind Nils und ich zusammen zum „White Sands Beach“ gefahren, haben uns in einen der Sitzsäcke am Strand gesetzt und uns Cocktails bestellt. So verbrachten wir den Abend in trauter Zweisamkeit und fuhren mitten in der Nacht glücklich zurück zum Ferienhaus.
An unserem letzten Tag auf „Koh Chang“ wollten wir nochmal zu unserem ersten, paradiesischen Lieblingsstrand. Als wir ankamen, konnten wir den ursprünglichen Strand kaum wieder erkennen. Das Wasser war gestiegen und vom Strand war kaum noch etwas zu sehen. Wir hingen unsere Sachen an einen Baum und gingen ins Meer. Nach ein paar Minuten kamen wir allerdings wieder heraus, weil es uns alle irgendwie auf der Haut pikte. Da mussten Quallen oder irgendwelche Nesseln im Wasser sein. Sehen konnten wir nichts, denn das zuvor so stille und klare Meer war diesmal wellig und aufgewühlt. Klare Sicht Fehlanzeige.
Zurück am Strand stellten wir fest, dass es dort überall von Sandflöhen und Maden wimmelte. So beschlossen wir, unseren Strandaufenthalt zu beenden. Unglaublich, wie schnell sich ein Ort doch verändern kann.
Stattdessen setzen wir uns in das einzige Restaurant in der Nähe. Dieses war mit Holzlatten über Felsen aufgebaut und bot eine schöne Sicht auf das Meer. Wir ergatterten einen Platz in einem „eigenen Türmchen“. Wir setzen uns auf Sitzkissen um den Tisch herum, aßen etwas, tranken Smoothies und quatschen. Im Laufe des Tages fuhren wir zurück und machten uns ans Packen, denn morgen würden wir die Insel wieder verlassen.
Wir sind nun schon über 4 Monate unterwegs und heute war der erste Tag, an dem wir Besuch bekamen. Wir freuten uns tierisch. Morgens verließen wir unsere Unterkunft und fuhren zu dem Hotel, welches mein Vater für uns herausgesucht hatte. Papa kam zur Rezeption herunter und es dauerte einen Moment, bis Levi begriff, dass sein Opa neben ihm stand. Wir begrüßten uns ausgiebig, brachten unser Gepäck auf das Zimmer und setzten uns zusammen, um zu quatschen. Wir hatten uns so vieles zu erzählen, Papa von seiner Reise, wir von unserer und so vergingen die nächsten Stunden wie im Fluge. Abends fuhren wir mit der U – Bahn zum „Ratchada Train Market“. Dieser war sehr gut besucht und die Auswahl an Speisen gigantisch. Außerdem gab es Kleidung, Schüsseln, Magnete, Spielzeuge und Co.
Wenn man sich den Markt von oben ansieht, leuchtet er bunt durch den Abend. Jeder einzelne Stand hat eine andere Dachfarbe, durch die das Licht hindurch scheint und so ergibt sich ein schönes buntes Motiv.
Am nächsten Morgen standen Papa und ich früh auf, um meine Schwester vom Flughafen abzuholen, denn sie war extra aus Deutschland angereist. Wir überraschten sie mit Blumen und fuhren zurück zum Hotel. Dort angekommen wurden wir von Nils und Levi empfangen und gingen gemeinsam zum Frühstück.
Danach ruhte sich meine Schwester von den langen Flügen aus und wir anderen vier fuhren zusammen nach „China Town“. Bei Tag sieht das Viertel total anders aus, als nachts. Wir gingen durch viele Gassen und aßen eine Kleinigkeit. Besondere Vorliebe fanden wir an „Rotees“. Diese ähneln Pfannkuchen, die mit Banane, Zucker und Kondensmilch garniert sind. Sooo lecker!
Am Abend holten wir meine Schwester vom Hotel ab und gingen zur nächsten U – Bahn – Station. Dort erwartete uns unsere thailändische Freundin Teewi, die vor einiger Zeit ein Jahr lang bei uns in Deutschland gelebt hat. Wir freuten uns unglaublich sie wiederzusehen und fielen uns in die Arme (eigentlich eher untypisch für Thais). Nach der Begrüßung fuhren wir mit dem Skytrain zu dem Restaurant, in dem uns ihre Mama und eine Freundin bereits erwarteten.
Nach einigen lieben Worten setzen wir uns hin und dann wurde alles bestellt, was von uns probiert werden sollte. Am Ende war unser Tisch voll von verschiedenen thailändischen Gerichten. Beherzt griffen wir zu und probierten uns durch. Spannend, welche unterschiedlichen Geschmacksregionen in den verschiedenen Ländern beim Essen angesprochen werden.
Was für ein toller Abend! Später gingen mein Papa und meine Schwester noch mit in Teewis Wohnung, während wir uns mit Levi ins Bett kuschelten.