#27 Fazit Sri Lanka

Sri Lanka hat und so so gut gefallen!
Das Land ist sehr vielfältig. Es gibt Berge, Teeplantagen, Städte und einsame raue weite Strände. Außerdem wohnen in dem Land viele interessante Tiere, wie Affen, Elefanten und Jaguare. Letztere haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen. Dafür konnten wir aber eine Menge Elefanten während einer Jeepsafari beobachten. Und sogar mit Haien sind wir geschwommen.

Wir waren ganz aus dem Häuschen, als wir eines Abends unser allererstes Glühwürmchen entdeckten. Gemeinsam haben wir ihm so lange zugesehen, bis es schließlich in der Ferne verschwand. Unbeschreiblich, was Levi auf unserer Reise schon alles kennenlernen und erfahren durfte. Dinge, die er in Deutschland so wahrscheinlich niemals erlebt hätte.

Noch dazu ist das Land unheimlich günstig und einfach zu bereisen. Egal ob für Essen, Unterkünfte oder Transport, man bezahlt jeweils nur wenige Euro. Mit den Bussen kommt man bis in die hinterste Ecke des Landes, erlebt spannende Fahrten, kommt mit den Einheimischen in den Kontakt und wird keinesfalls arm dabei.

Das Essen in Sri Lanka ist ausgezeichnet gut: Morgens gibt es je nach Unterkunft entweder ein westliches oder ein landestypisches Frühstück mit Kokosnuss Roties und Dhaalcurry (Linsencurry). Da Levi nicht der größte Curry – Fan ist, gab es für ihn morgens häufig Marmelade dazu. So konnte er die leckeren Rotis mit süßem Aufstrich genießen. Außerdem gibt es allerlei köstliches Gebäck, welches man entweder in Läden oder bei fahrenden Händlern erwerben kann. Dank unserer Unterkunft in Ella, haben wir wahrscheinlich jede einzelne Köstlichkeit probiert, denn dort wurde morgens immer reichlich aufgetischt und jeden Morgen gab es etwas anderes. Mittags kann man überall Reis und die abwechslungsreichsten Currys essen. Da geht es vom Dhaal-, über Jackfrucht-, bis hin zu Kartoffel- oder Kürbiscurry. Abends hat man bei lokalen Läden die Wahl zwischen gebratenen Nudeln, gebratenem Reis oder Kotthu. Das ist ein Mix aus gehacktem Brot und Gemüse, auch mit Ei und Fleisch erhältlich. Currys sind für die Einheimische eher ein Gericht zum Mittagessen und am Abend weniger verbreitet. In touristischen Restaurants bekommt man natürlich auch abends Currys und alles andere westliche, was das Herz begehrt. Die Portionen sind wirklich so groß, dass wir beispielsweise zu dritt von einer einzigen Portion Bratnudeln mit Gemüse satt geworden sind. Eine süße Nachspeise und Tee findet man auch immer und überall. Die Menschen trinken gerne Tee und dieser ist ausgesprochen gut. Logisch, wenn in dem Land so viel Tee angebaut wird.

Die Menschen in Sri Lanka haben wir als überaus freundlich, kinderlieb und vor allem hilfsbereit empfunden. Egal, wie aufgeschmissen wir manchmal waren, immer kam jemand her, um uns zum Beispiel den Weg zum richtigen Bus zu zeigen. Levi bekam täglich etwas geschenkt und er wurde aufs Feinste umsorgt, sodass es ihm auch ja an nichts fehlte.

Leider ist der Umgang, den die Menschen Tieren gegenüber pflegen nicht besonders schön anzusehen. So haben wir sogar einmal mitbekommen, wie ein Hund übel gegen den Kopf getreten wurde. Aber das kennen wir ja leider auch schon aus anderen Ländern.

Auch bei uns selber haben wir mittlerweile große Veränderungen festgestellt. Haben wir uns anfangs noch daran gestört, so ist es mittlerweile völlig normal für uns, stilles Wasser zu trinken. Wir haben außerdem gemerkt, dass es unseren Bäuchen ohne die ständige Kohlensäure um einiges besser geht. Außerdem essen wir viel schärfer und mit viel weniger Fleisch im Essen als in Deutschland. Heiße Duschen und gut riechende, kakerlakenfreie Räume sind für uns Gold wert, denn wir wissen, dass dies nicht selbstverständlich ist und wir in Deutschland durch die dortigen Standards mehr als verwöhnt sind.

Seit dem schlimmen Anschlag Ostern 2019 haben die Einwohner Sri Lankas sehr zu leiden, denn die Besucher bleiben aus. Für Reisende ganz schön, denn so hatten wir nicht ein einziges Mal das Problem, dass ein Ort von Touristenmassen überrannt wurde. Für die Einheimischen ist das aber ganz schön schlimm. Leider haben wir immer wieder sehen müssen, wie sie ihre Unterkünfte und Restaurants aufgeben mussten, da sie nicht mehr in der Lage waren damit Geld zu verdienen.

Deshalb raten wir jedem, reist in das Land, lasst euch von ihm verzaubern und entdeckt all die schönen Orte hier.

#26 Die schönste Zugfahrt der Welt?!

12. Oktober 2019

Etwa eine Stunde vor Abfahrt kamen wir am Bahnhof an. Unser Gastgeber brachte uns zum Abschied mit seinem Tuktuk dorthin. Nachdem wir unsere Tickets zeigten und mit unseren Sachen den Eingang passierten, setzen wir uns auf eine Bank und warteten im Bereich der 2. Klasse. Die Schlange vor der Kasse war lang und wir waren wirklich froh, dass wir uns die Tickets mit reservierten Sitzplätzen schon im Vorfeld gekauft hatten. Denn wir erlebten, dass einige Pärchen Sitzplätze zugeteilt bekamen, die sich in ganz unterschiedlichen Waggons befanden.
Um 9.30 Uhr, oder wahrscheinlich eher gegen 10 Uhr ruckelte der blaue Zug dann los, von Ella nach Kandy. Das sollte eine der schönsten Zugstrecken der Welt sein?! Das wollten wir herausfinden.

Etwa eine Stunde, nachdem wir losgefahren sind, fiel mir plötzlich ein dunkler Wurm auf, der (Achtung jetzt wird es vielleicht etwas ekelig) blutverschmiert über den Boden kroch. Er hinterließ eine rote Spur, die zu Nils führte. Dieser brauchte nicht lange um herauszufinden, dass dieser Wurm wohl von seinem Bein kommen musste. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Blutegel handelte. Während Nils auf die Toilette ging, um zu schauen, ob er noch irgendwo Bisse oder Egel hat, überprüfte ich Levi und beseitigte dann die Blutspur. Ein Mitreisender aus Sri Lanka entfernte den Blutegel, indem er ihn auf ein Stück Papier setze und dieses dann aus dem Fenster warf. Nach der Aufräumaktion fragten wir uns, wo das Tier wohl herkam und warum Nils nichts gemerkt hatte.

Die Fahrt ging zum Glück entspannter weiter. Es ging vorbei an Teefeldern, Wasserfällen und Bergen. Wir fuhren über Brücken, durch Nebelwälder und kleine Örtchen. Zwischendurch liefen immer wieder Verkäufer durch den Zug, welche Tee, kühle Getränke und gefüllte Teigtaschen anboten.

Mit der Zeit wurde das Wetter schlechter. Es fing so stark an zu regnen, dass wir die Fenster schließen mussten und wenn man raussah, erkannte man nicht mehr viel. Wir lümmelten uns in unsere Sitze, schauten einen Film und dann war die Fahrt vorbei. Als wir Kandy erreichten, schliefen wir wieder in der selben Unterkunft, wie bei unserem letzten Aufenthalt.

Die Zeit drängte, unsere Visa liefen bald aus und deswegen mussten wir schon am nächsten Tag weiter. Wiedermal nahmen wir den Bus und fuhren von Kandy nach Negombo, wo wir ebenfalls in einer uns bekannten Unterkunft eincheckten. Die Mitarbeiter von der „Ryan Residence“ freuten sich uns wiederzusehen und wiederbekamen wir eine Kanne Tee. Am Abend lernten wir den Besitzer kennen, der sich mit zu uns an den Tisch auf der Dachterrasse setzte und zum Quatschen blieb.

14. Oktober 2019

An diesem Tag druckten wir endlich die Sachen aus, die wir für die Einreise nach Indien benötigten. Das hatten wir in Ella nicht mehr geschafft, weil der Drucker des Geschäftes um die Ecke schlapp gemacht hatte. Danach kauften wir Tee, fuhren zur Post und verschickten ihn zusammen mit einem Lieben Gruß zu meinem Opa nach Deutschland. Wir wunderten uns über das recht günstige Porto von ca. 90 Cent und hofften, dass der große Umschlag auch wirklich ankommt. Mein Opa hat sich übrigens sehr gefreut, als er das Päckchen ein paar Wochen später erhielt :).

Mittags aßen wir nochmal in dem Restaurant, in dem wir schon einmal waren. Es war das Restaurant mit dem super günstigen Curry-Buffet und es war wiedermal ein Festschmaus. Am Nachmittag bereiteten wir unsere Reise nach Indien vor und informierten uns über nützliche Dinge, damit wir uns die ersten Tage im neuen Land gut zurecht finden würden.
Abends lud der Angestellte unseres Hotels uns ein und kochte sehr leckere Currys für uns. Dazu gab es Roti, Reis und Obst.

Der Tag stand also ganz im Sinne von Erledigungen und Essen. Abends kam erneut der Besitzer vorbei und wir verbrachten einen weiteren entspannten Abend auf der Dachterrasse.

#25 Wundervolles E L L A !

09. Oktober 2019

Als wir aufwachten war alles nass. Wir hatten eine feuchtkalte Nacht hinter uns. Vor lauter Regen kam die Feuchtigkeit gar nicht mehr aus dem Zimmer heraus und eine Heizung gab es nicht. Irgendwie ungemütlich, aber wir machten das Beste daraus.

Dafür erwartete uns ein geniales Frühstück. Es gab lauter verschiedene Gebäcke und landestypische Speisen, dazu Obst und Tee. Wir aßen uns tüchtig satt und hatten noch so viel über, dass wir uns die Reste als Proviant für den Tag einpackten. An diesem Tag fuhren wir gleich zwei Mal mit dem Tuktuk zum Zugbahnhof. Wir hatten gelesen, dass der Streik vorbei war und die Züge wieder fahren. Deswegen wollten wir uns direkt Fahrkarten kaufen, um gute zusammenhängende Plätze zu bekommen.

Als wir das erste Mal am Ticketschalter aufkreuzten, wurden wir darum gebeten, einige Stunden später wiederzukommen. Die Züge fuhren zwar wieder, das System aber war abgestürzt. Und so lief im Büro gerade gar nichts.

Wir nutzen die Zeit, um unsere Online – Anträge für das indische E – Visum auszufüllen. Die Internetseite hängte sich ständig auf und beim Bezahlen brach die Verbindung immer wieder ab. So mussten die drei acht-seitigen Anträge mehrfach neu ausgefüllt werden. Was die auch alles wissen wollten war unglaublich. Nach Stunden gelang es uns die Anträge erfolgreich hochzuladen und zu bezahlen. Nun fehlte uns nur noch die Bestätigung darüber, dass die Visa bewilligt waren. Diese sollten wir innerhalb von 72 Stunden per Mail erhalten.

Nachdem wir die Bürokratie hinter uns hatten fuhren wir erneut zum Bahnhof und konnten dieses Mal auch unsere Tickets für die 2. Klasse kaufen. Eine Stunde vor Abfahrt sollten wir uns am Abreisetag am Bahnhof einfinden. Und wir freuten uns jetzt schon darauf.

Gegen Abend gingen wir zur „Hauptstraße von Ella“. Alles war beleuchtet und es sah so schön weihnachtlich aus. Wir fühlten uns ein bisschen so, als seien wir in Österreich oder in der Schweiz unterwegs. So Mitten in den Bergen. Wir setzen uns in eines der Restaurants, aßen zu Abend und gingen dann langsam ins Bett.

10. Oktober 2019

Wir starteten unsere erste Wanderung im zauberhaften Ella. Von der Unterkunft aus gingen wir die Schotterstraße entlang und bogen irgendwann links auf einen Trampelfahrt ab. Dort liefen wir an einem See vorbei und wanderten einen Berg hinauf. Auf dem Weg befanden sich ein paar Unterkünfte mit unschlagbarer Aussicht und kleine Shops, die kühle Getränke an durstige Wanderer verkauften. Viele Stufen aus rotem Lehm, auf denen wir uns unsere Schuhe total verdreckten, führten wieder vom Berg herunter. Ganz schön rutschig war das, kein Wunder bei dem ganzen Regen in der letzten Zeit.

Unten angekommen standen wir direkt vor der „Nine Arches Bridge“. Während der Wanderung konnten wir schon den ein oder anderen Blick auf die Brücke erhaschen, aber wenn man so direkt vor ihr steht, sieht sie schon beeindruckend aus. Die alte Brücke ist immer noch intakt und täglich rollen Züge über sie hinweg. Da diese aber nur selten und dazu noch recht langsam fahren, stellt es keine Gefahr dar, auf den Schienen entlang zu spazieren. Die Brücke bietet eine entzückende Kulisse und ist umgeben von Teeplantagen und Bäumen. Am meisten Freude hatte Levi daran, die Gleise entlang zu laufen und durch den Tunnel zu gehen, der sich am hinteren Ende der Brücke befindet.

Außer uns waren einige andere Touristen da, überfüllt war es aber lange nicht. Zurück nahmen wir den gleichen Weg, wie auf dem Hinweg und setzten uns noch in ein Café. Von unserem Tisch aus genossen wir ein tolles Panorama, mit Blick auf die Brücke. Wir sahen sogar einen roten Zug vorbeifahren, während wir Tee und Kakao tranken. Wem die Wanderung übrigens zu anstrengend ist, kann sich auch gemütlich mit einem Tuktuk die Berge rauf und runter fahren lassen. Den lehmig matschigen Weg hat man aber trotzdem vor sich. Alternativ könnte man auch einfach den Schienen aus dem Ortskern heraus folgen. Das haben wir allerdings nicht ausprobiert, denn unsere Unterkunft lag ideal in der Nähe der Brücke.

Als wir zurück in unserem kleinen Baumhaus waren, änderte sich das Wetter und vor lauter Nebel konnten wir kaum noch unsere Hand vor den Augen sehen. Den Rest des Tages regnete es mal wieder, deswegen blieben wir wo wir waren. Am Abend trieb uns der Hunger wieder raus in das ungemütliche Wetter. Wir gingen die Straße entlang und fanden neben dem ein oder anderem teureren Restaurant einen ganz kleinen Verschlag, in dem es scheinbar Essen gab. Zwei überaus freundliche Männer begrüßten uns und boten uns Bratreis oder Nudeln an. Etwas anderes gäbe es nur Mittags. Die Preise waren unschlagbar und wir bestellten uns drei Portionen. Dazu bekamen wir Getränke geschenkt und einer unserer Gastgeber fuhr extra nochmal los, um uns einen bestimmten Joghurt als Nachtisch zu besorgen. Auch dafür wurde nichts berechnet, die beiden wollten uns einfach eine Freude machen. Wir unterhielten uns ein bisschen, was aber gar nicht so leicht war. Denn wenn die Menschen in Sri Lanka Englisch sprechen konnten, hatten sie meistens auch einen starken unverständlichen Akzent.

11. Oktober 2019

Nach einem weiteren leckeren Frühstück, welches jeden Morgen variierte, brachen wir wieder früh zu einer Wanderung auf. Wir wollten auf den „Little Adam’s Peak“. Auf dem Weg dorthin waren vielen Teeplantagen, ein paar kleine Stände, an denen die berühmte „King Coconut“ verkauft wurde und eine Zipline – Station. Dann wanderten wir einige Treppen herauf, einen Trampelpfad entlang und standen oben auf dem Gipfel. Man konnte außerdem eine „langgezogene Bergzunge“ entlanglaufen. Wir entschieden uns aber dagegen, weil uns die Gefahr bei dem aufkommenden Nebel zu groß war. Trotz Nebel war die Aussicht einmalig. Wir sahen einen Wasserfall, einen Hubschrauberlandeplatz, kleine Häuschen, Straßen und viel grün. Als wir gerade am picknicken waren, fielen die ersten Tropfen und der Nebel wurde immer dichter. Deshalb machten wir uns auf den Rückweg.

Eins hatten wir gelernt, zu dieser Jahreszeit musste man an diesem Ort früh aufstehen, um noch etwas vom Tag zu haben. Denn am frühen Nachmittag zog es sich während unseres Aufenthaltes jeden Tag zu. Zum Mittagessen gingen wir wieder ins das Lokal vom Vorabend. Erneut gaben sich die Männer unglaubliche Mühe. Am Ende unseres Besuches bekam Levi sogar noch eine Packung Kekse geschenkt.

Am Abend verkündete unser Gastgeber uns seine frohe Neuigkeit. Sein Tuktuk war wieder repariert und er bestand darauf uns kostenlos durch die Gegend zu kutschieren. Also fuhren wir los, um ein paar Dinge zu besorgen und unsere bewilligten Visa auszudrucken, die mittlerweile angekommen waren. Währenddessen kaufte unser Gastgeber Levi sogar noch ein Geschenk. Es war ein Auto, welches sich wild drehte und laute Musik von sich gab. Unterwegs schlug der Gastgeber vor, dass Nils sich ans Steuer setzt und uns ein Stück durch die Gegend fährt. Er bekam eine kleine Einweisung und dann ging die holprige Fahrt weiter. Nils schlug sich ganz gut und als wir beim nächsten Stopp anhielten, wollte Levi natürlich auch mal fahren. Also durfte er auf dem Schoß sitzen, Gas geben und lenken. Auf dem Rückweg hielten wir wieder bei unserem neu erkorenen Lieblingsrestaurant und schlugen uns abermals mal die Bäuche voll. Als Nachtisch gab es heute saftige Papaya.

Zurück in der Unterkunft war Nils mittlerweile total von der anhaltenden Feuchtigkeit genervt. Unsere ganzen Sachen waren feucht, nicht mal unsere Handtücher trockneten und es war keine Freude sich abends ins nasse Bett zu legen. Dafür sahen wir vom Balkon aus aber ganz viele Streifenhörnchen, die in den Bäumen umherliefen. Immer auf der Suche nach Futter.

#24 Der Süden Sri Lankas

04. Oktober 2019

Im Laufe der Tage ging es Levi glücklicherweise wieder besser. Wir spielten, schliefen, gingen einkaufen, kochten und die Tage vergingen wie im Fluge. Es regnete immer wieder und wir unternahmen nicht viele spannende Dinge. An einem Samstag gingen wir spazieren, schlenderten durch eine schmale Straße, die von Verkaufsständen gesäumt wurde. Dort kauften wir ein paar Karten für Freunde und Familie und auf Levis Wunsch hin einen Tuktuk – Magneten. Danach gingen wir zum „Unawatuna Beach“. Der Strand ist zwar breit und angenehm, Schattenplätze gibt es aber kaum. Weit und breit ist alles mit Restaurants und Unterkünften zugebaut. Die Wellen waren ziemlich hoch und nicht wirklich dafür geeignet, um mit kleinerem Kind darin schwimmen zu gehen. Nachdem wir auf dem Rückweg einen Baum passierten, fiel plötzlich eine ziemlich große Schlange vom Baum herunter. Wir erschraken uns ziemlich, schauten ungläublig und gingen dann zurück in unser neues Zuhause.

Nudeln mit selbstgemachter Gemüsesauce

An einem Montag standen wir früher auf als sonst und fuhren zum „Jugle Beach“. Den Strand kann man von zwei unterschiedlichen Seiten erreichen. Etwas versteckt liegt er und man erreicht ihn, nachdem man einige Stufen heruntergegangen ist. Zwischendurch sieht man Affen und alle möglichen Pflanzen. Der Strand hat uns um Längen besser gefallen, als der „Unawatuna Beach“. Es war leerer, ruhiger und das Wasser war einladend. Klar und sehr ruhig. Das Panorama bot eine grüne Bucht, welche umgeben von Felsen ist.

Unter all den Bäumen gab es viele schattige Plätze am Strand, Hängematten waren aufgespannt und im Hintergrund wuchs eine Menge Bambus. (Wir können übrigens einfach nicht nachvollziehen, dass sich andere Urlauber häufig einfach unter eine Palme legen, obwohl es häufig eine andere Möglichkeit geben würde, um an Schatten zu kommen. Das ist nämlich schon ganz schön gefährlich.

Sogar einen provisorischen Getränkestand gab es und ein Boot stand bereit, welches man sich mieten konnte, um eine Schnorchelntour zu unternehmen. Wir saßen im Sand, bauten eine Burg nach der anderen, schrieben Postkarten und gingen im Meer schwimmen.

Am frühen Nachmittag fuhren wir zurück, duschten uns, aßen zu Mittag und fuhren dann wieder mit dem Tuktuk zur Post. Dort kauften wir Briefmarken und gaben unsere Karten ab. Danach machten wir uns auf den Weg nach Galle, zum ehemaligen Fort. Dies ist eine alte portugiesische Festung. Dort gingen wir zwei Stunden lang spazieren, aßen ein Eis und schauten uns den weißen Leuchtturm an. Von den alten Mauern aus hat mein einen tollen Blick auf das Meer und die sich darin befindenden Felsen.

08. Oktober 2019

Und so schnell verließen wir Unawatuna auch schon wieder. Alle waren gesund und wir wollten endlich weiter, ins Hochland. Wir wollten mit dem Bus nach Ella. Und im Vorfeld dachten wir, dass dies bestimmt eine leichte Sache wird. In Sri Lanka kommt man mit dem Bus doch wirklich bis in jede Ecke kommt. Aber wir lagen falsch!

Einen direkten Bus gab es nicht. Der fuhr wohl nur sehr früh morgens oder abends. Nicht unsere Zeit. Nach kurzer Recherche setzen wir uns voller guter Dinge in den ersten Bus, der nach Martara fuhr. Dort tauschten wir den Bus, um bis nach Wellamaya zu fahren. Und von dort aus konnten wir dann nach Ewigkeiten den Bus nach Ella nehmen. Nachdem wir 7 Stunden später im beleuchteten Zentrum ankamen, fuhren wir das letzte Stück bis zur Unterkunft wieder mit einem der Tuktuks.

Im „Chamatka – Homestay“ erwarteten uns überraschte Gastgeber. Sie hatten ihre Buchungen nicht kontrolliert und waren gar nicht auf Gäste vorbereitet. Glücklicherweise war das Zimmer aber frei. Wir bekamen eine Kanne Tee und warteten kurz auf dem Balkon, während die Familie das Zimmer vorbereitete. Eine halbe Stunde später konnten wir die Unterkunft beziehen. Wir fühlten uns ein bisschen wie in einem Baumhaus. Da es schon recht spät war und es in Strömen regnete, luden unsere Gastgeber uns zum Abendessen ein und servierten uns verschiedenste einheimische Gerichte. Nach dem Festmahl legten wir uns schlafen.

#23 Kandy

01. Oktober 2019

Wir verließen Nilaveli und steuerten Kandy an. Dort wollten wir in den botanischen Garten und den Zug nehmen, der nach Ella fährt.

Wir setzen uns also wieder in einen der Busse und fuhren von „Trincomalee“ etwa fünf Stunden lang direkt durch bis nach „Kandy“. Der Busfahrer unserer „Kandyqueen“ (unserem pinken Bus) hatte einen Bleifuß und wir schaukelten von rechts nach links. Ganz schön turbulent diese Busfahrten. Aber irgendwie auch schön. Man kann die Menschen hautnah miterleben und immer wieder entstehen kleine Unterhaltungen. Viele wollen wissen woher wir kommen und wohin wir wollen. Und natürlich wollen sie auch immer wissen, wie Levi heißt, wie alt er ist und ob wir noch mehr Kinder haben (wollen). Man kommt auf jeden Fall gut in den Kontakt. Während den Fahrten gab ein Mädchen Levi zum Beipsiel etwas von ihren Knabbersachen ab, ein Junge schaute zusammen mit Levi ein Video auf seinem Tablett und und und.

Blick von der einen Seite unseres Balkons. Abends viele Lichter.

Als wir in „Kandy“ ankamen, waren wir k.o.. Levi war sogar richtig erledigt und außerdem extrem warm. Wir holten das Thermometer und unser Verdacht bestätigte sich; Levi hatte Fieber. Wir legten i ins Bett. Levi schlief sofort ein. Wir verbrachten die Zeit damit, auf dem Balkon zu sitzen und uns sorgen zu machen. Hin und Wieder ging einer von uns nach dem kranken Würmchen schauen. Am Abend hatte man von unserem Balkon aus übrigens einen tollen Blick über das beleuchtete „Kandy“ und die beleuchteten Berge.

Am nächsten Tag regnete es und wir fuhren mit einem Tuktuk zur Apotheke, um neues Verbandszeug für Levis Knie zu kaufen. Gar nicht mal so leicht, denn die Anzahl steriler Dinge war sehr überschaubar. Aber wer suchet, der findet und so hielten wir eine Stunde später fast alles in den Händen, was wir brauchten. Leider fanden wir keine antiseptische Wundflüssigkeit und die aus Deutschland neigte sich dem Ende zu. Wir nutzen das Mittel häufiger, als gedacht, da sich jede noch so kleine Wunde hier in den Tropen viel schneller entzündete.

Levis Knie sah mittlerweile zwar schon besser aus, war aber weiterhin entzündet und heilte nur laaangsam.

Es folgte noch ein kurzer Stopp an einem Markt. Dort probierten wir uns durch die Früchte und kauften im Anschluss ein paar, um den Vitaminhaushalt aufzustocken. Dann wollten wir noch „schnell“ ein paar Zugtickets kaufen, um in den folgenden Tagen nach „Ella“ zu kommen.

Daraus wurde allerdings nichts, denn die Tore des Bahnhofes waren verschlossen. Wir wurden darüber informiert, dass die Züge erst in knapp einer Woche wieder fahren würden, wenn sich der Streik der Zugmitarbeiter lege. Nur, so lange wollten wir nicht in „Kandy“ bleiben. Ein Plan musste her.

Wieder zurück hieß es für Levi wieder ausruhen. Währenddessen überlegten Nils und ich, dass wir das verregnete „Kandy“ einfach sausen lassen und die Zeit nutzen, um in den Süden zu fahren. Ein, zwei Wochen zuvor waren dort heftige Überschwemmungen, nun schien die Lage aber wieder okay zu sein. Am Abend wurden wir von unseren Vermietern zu einem Buffet eingeladen, dass aufgrund einer Trauerfeier aufgebaut wurde. Die Stimmung war trotzdem nicht die schlechteste und das Essen war unglaublich gut. Wir aßen Kürbis-Curry, dass wir noch nie zuvor probiert hatten und freuten uns über die Gastfreundschaft. Unsere Gastgeber wiederum freuten sich darüber, dass es uns schmeckte und wir mit ihnen Zeit verbrachten.

Da Levi auf Grund seines Fiebers noch sehr schlapp war, entschieden wir uns auf eine anstrengende und lange Busfahrt zu verzichten. Stattdessen holten wir uns am Folgetag einen Fahrer über „Uber“ (App für Fahrdienste) und fuhren länger als vier Stunden nach „Unawatuna“. In einem Auto geht die Zeit irgendwie nicht so schnell vorbei, als wenn man in einem Bus sitzt. Und viel Spannendes erlebt man auch nicht. Wir schauten überwiegend durch die Fenster, dem Regen zu. Aber Levi konnte sich weiter ausruhen und das war das Wichtigste. Am Hotel angekommen erlebten wir eine alt bekannte Situation. Uns wurde das Zimmer gezeigt und uns kam eine ekelige, muffige Luft entgegen. Kurzer Check und wir sahen den Schimmel. Nachdem uns auch weitere Zimmer gezeigt wurden, die allesamt nicht besser aussachen oder rochen, entschieden wir uns dauz wieder zu gehen. Denn das war nicht gerade die beste Ausgangssituation mit einem kleinen Kind.

Wir zückten unsere Handys und suchten nach einer anderen Unterkunft. Etwas später fuhren wir mit einem Tuktuk zum „The Flipflop“. Eine großartige Unterkunft. Wir bekamen ein schönes Zimmer, das mit einem Doppel- und einem Einzelbett ausgestattet war. Außerdem gab es einen Schrank und ein eigenes Badezimmer. Wenn man aus dem Zimmer heraustrat, befand man sich im gemeinsam genutzten Wohnbereich. Dort gab einen großen Tisch mit Bänken und eine Küche. Auch gab es einen großen Balkon, der um den Aufenthaltsraum herumführte. Zwei weitere Zimmer waren verfügbar, da diese aber nicht belegt waren hatten wir die Unterkunft ganz für uns alleine. Eine tolle Zeit begann.

#22 Strandleben & Haie

24. September 2019

Es ging weiter an die Ostküste. Mit dem Bus fuhren wir von Dambulla nach Nilaveli. Für insgesamt 1,62 Euro holperten wir mehr als drei Stunden lang durch die verschiedensten Landschaften. Zwischendurch fuhren wir sogar an einem Elefantenbullen vorbei, der einfach am Straßenrand stand. Als wir in Trincomalee ankamen, konnten wir unseren Augen kaum trauen. Überall liefen Rehe herum. Menschenscheu waren sie überhaupt nicht, denn die Rehe kamen ganz schön nah an einen heran. Wir nahmen uns ein Tuktuk, um nach Nilaveli zu kommen. 40 Minuten später waren wir in unserer neuen Unterkunft, im „Kavi Nila“ angekommen. Einer sehr einfachen Unterkunft für 14 Euro die Nacht, allerdings mit Klimaanlage und singhalesischem Frühstück. Da Levi das Dhaalcurry nicht immer mochte, gab es für ihn täglich ein Pöttchen Marmelade on top.

Die Unterkunft befindet sich nur wenige Schritte von einem wunderschönen Strand entfernt. Das war nun genau das, was wir brauchten. Deshalb machten wir uns sofort auf den Weg. Auch wenn es schon spät war, unsere Füße wollten nochmal den Sand spüren und unsere Ohren sehnten sich nach dem Klang der Wellen. Wir spielten ein bisschen am Strand: Später gingen wir erst etwas essen und dann schlafen.

Die nächsten Tage verbrachten wir an dem breiten hellen Sandstrand, der wirklich menschenleer war. Einziges Manko war, dass es keine Schattenplätze gab. Dafür befindet sich aber ein kleines Restaurant am Strand, die in erster Reihe kleine Bambushütten vermieten. Bei einem Getränk benutzen wir dies, um etwas Schatten zu ergattern. Von Zeit zu Zeit regnete es immer mal, das war aber nicht weiter schlimm. Einmal erlebten wir eine ganz traurige Situation. Wir waren am Strand und es fing ganz plötzlich an, wie aus Kübeln zu gießen. Wir flüchteten uns in das Restaurant vor Ort. Ein Straßenhund versuchte selbiges zu tun. Daraufhin wurde er von dem Besitzer des Lokals gegen den Kopf getreten und rettete sich danach unter unseren Tisch. Der Chef wollte den Hund gerade darunter wegziehen, als wir ihn darum baten, den Hund dort zur Ruhe kommen zu lassen. Verängstigt rollte er sich zusammen und blieb unter dem Tisch liegen. Für uns ist es immer wieder sehr traurig zu sehen, wie Menschen mit Tieren umgehen.

Im Laufe der Tage kamen und gingen immer wieder nette Reisende aus Frankreich, Spanien und Australien. Aber insgesamt war es doch sehr leer. Einige Einheimische erzählten uns, dass seit dem Anschlag um Ostern 2019 die Touristen ausblieben. Viele Unterkünfte und Restaurants mussten schließen und viele Existenzen waren bedroht.

An einem Abend waren wir gerade auf dem Weg, um im „Nilaa“ zu essen. Ein hippes Restaurant mit leckerem Essen und von Besuchern signierten Wänden. Mit von der Partie war der freundliche Besitzer und sein großer Hund, der ganz kuschelbedürftig war und vor einem Jahr von der Straße gerettet wurde.

Tagsüber ist eine Kuhherde ein ganz normaler Anblick auf den Straßen.

Auf jeden Fall gingen wir gerade die Straße entlang und Levi tobte über die Straße, er wollte einfach nicht auf uns hören, nicht bei uns bleiben und schon gar nicht an der Hand laufen. In dem Moment kam ein Fahrzeug von hinten herangerast und Levi konnte ihm nur noch in letzter Sekunde ausweichen. Dabei rutsche er aus und schlug sich Knie, Füße und Hände auf. Er war fürchterlich erschrocken und vor Schmerz am Weinen. Nils und mir pochte das Herz. Wir waren total erschrocken, wütend und der Abend war nicht mehr so wirklich zu retten.

Insgesamt haben wir aber die meisten Tage am Strand verbracht. An zwei von ihnen haben wir uns für je eine Stunde ein kleines Surfbrett ausgeliehen, sind damit über die peitschenden Wellen gedüst und hatten eine Menge Spaß. Spannend, wie so ein kleines Gerät so eine Abwechslung und Freude bringen konnte.

Ameisenprobleme hatten wir zwischendurch auch mal…

An einem anderen Tag sind wir mit den Australiern aus unserer Unterkunft mit einem Schnellboot auf die vorgelagerte „Pigeon Island“ gefahren. Dort war wieder Erwarten gar nicht so viel los. Wir legten unsere Sachen unter einen der Bäume ab und machten uns bereit ins Wasser zu gehen. Es gab zwei verschiedene Stellen, an denen man leicht in das Wasser kam. Wir entschieden uns zuerst für den Strand auf der hinteren Seite der kleinen Insel. Es waren einige Quallen im Wasser, allerdings taten sie einem nicht weh. Levi ekelte sich aber seit unserem Manta Ausflug vor ihnen und wollte deshalb sofort wieder aus dem Wasser raus. Er kam erst wieder mit zum Schnorcheln, nachdem ich ihn in langen Klamotten verpackt und mit Schwimmschuhen ausgestattet hatte. Dann schwammen wir recht weit raus, sahen einen riesengroßen gelben Schwamm, viele bunte Fische, einen Tintenfisch der sich unter einem Felsen versteckte und eine Moräne, die gerade von einem Versteck zum anderen Schwamm.

Nach einer kurzen Pause an Land gingen wir auf die vordere Seite der kleinen Insel, um am anderen Strand auch nochmal ins Wasser zu hüpfen. Das Wasser war schon weit zurückgegangen und man musste sehr aufpassen, dass man nicht auch noch die letzten überlebenden Korallen zertrat. Wir schwammen ein bisschen raus, aber die Sicht wurde immer schlechter, deswegen wagten wir uns nicht weiter. Und plötzlich waren sie da. Wir sahen sie erst aus sicherer Entfernung und kurz danach schwamm schnell einer direkt neben uns entlang. Wir waren im Meer und um uns herum schwammen einige Riffhaie. Das war ein komisches Gefühl. Ein lang ersehnter Traum und doch so beängstigend. Obwohl wir genau wissen, dass Haie im Grunde nicht gefährlich sind, wenn man sich richtig verhält. Und doch wirkte alles so unreal. Als wir wieder aus dem Wasser herauskamen, war die Insel schon total leer. Zusammen mit den Australiern und einer Hand voll anderer Menschen, waren wir die Einzigen. Wir ruhten uns noch kurz aus und aßen ein paar Snacks. Überall auf den Bäumen saßen Raben, die uns beim Essen beobachteten Levi schaukelte noch ein bisschen und dann fuhren wir wieder zurück zu unserer Unterkunft.

Übrigens, in den letzten Tagen hatten wir die „rollenden Bäckereien“ sehr ins Herz geschlossen. Täglich kamen Tuktuks vorbei, die zu Verkaufswägen umgebaut wurden. Man bekommt deftig gefüllte Teigtaschen, Samosas, Sandwiches, Brote und allerlei süßes Gebäck wie Muffins und Kuchen. Total genial, sehr lecker und dazu super günstig.

Unser kleines Zimmerchen und gaanz viel Wäsche

So lebten wir vor uns hin und genossen das Strandleben, bis wir 6 Tage später weiterzogen. Ursprünglich wollten wir nur ein paar Nächte bleiben. Uns gefiel es dann aber so gut, dass wir unseren Aufenthalt einfach verlängerten.

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